Aus der Kameratasche einer Reisebloggerin

Aufrufe 2 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
„Nur weil eine Kamera groß ist, eine ‚dicke’ Linse angesteckt ist, professionell aussieht – und theoretisch auch ist – sowie mehrere Tausend Euro kostet, müssen aus ihr noch lange keine guten Bilder herauskommen. Denn das Foto gestaltet und schießt immer noch derjenige, der den Auslöser drückt.“ Die Reisebloggerin Heike Kaufhold spricht hier aus eigener Erfahrung.
Parade zum 4. Juli in Hyannis, Cape Cod – aufgenommen mit einer Nikon D750 (Copyright: Heike Kaufhold)
Link zu einer eBay-Seite Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Link zu einer eBay-Seite
Parade zum 4. Juli in Hyannis, Cape Cod – aufgenommen mit einer Nikon D750 (Copyright: Heike Kaufhold)
„Schließe daher niemals vom Blick auf die Kamera auf das Können des Fotografierenden.”

Als Reisebloggerin bin ich für meinen Blog Köln Format sehr häufig und oft lange in allen möglichen Teilen der Welt unterwegs. Vor wenigen Wochen erfuhr ich mir auf einem Roadtrip die norwegische Arktis bis zur russischen Grenze. Diesen Artikel hier schreibe ich gerade beim Blick auf den Atlantik in Virginia Beach.
 
Auch wenn ich manchmal davon träume,  Städte nur mit einer leichten Tasche in der Hand zu erkunden, habe ich natürlich immer eine Menge Equipment dabei. Denn was ist ein Reiseblog – wenn er sich nicht gerade auf Videos spezialisiert hat – ohne Fotos? Die Fotoausbeute einer Reise ist doch das, was ich mit meinen Followern und Lesern teilen möchte. Durch die Fotos kann ich sie so nah wie möglich an einen, vielleicht bis dahin fremden, Ort mitnehmen  und ein persönliches Erlebnis mit ihnen  teilen.
 
Das Foto-Equipment, mit dem ich derzeit am liebsten reise, besteht aus meiner Nikon D750, einer 35er Festbrennweite sowie dem 24-70 f2.8 vom selben Hersteller. Sobald es Sinn macht, lasse ich Letzteres bereitwillig zu Hause und packe stattdessen das verhältnismäßig neue 20mm Objektiv von Nikon ein.

Learning it the hard way

2011 schleppte ich mich auf einer Pressereise durch das 40 Grad heiße Malaga von Termin zu Termin, weil ich die pfiffige Idee gehabt hatte, für alle Situationen gewappnet sein zu wollen. Ich wuchtete einen komplett gefüllten Fotorucksack herum, in dem sich neben dem Kamerabody eine Festbrennweite, ein lichtstarkes 24-70er sowie ein ebenso lichtstarkes 70-200er befanden (beides echte Klötze!).  Letztendlich stresste mich aber nur die Hitze, das Gewicht auf meinem Rücken und die ständigen Objektivwechsel. So lernte ich Lektion 1:
 
Lektion 1: „Je mehr Equipment du dabei hast, desto mehr hält dich das davon ab, gute Fotos zu machen.”
 
Ich habe bisher noch keine Kompaktkamera gefunden, die ich als alleinige Kamera auf meinen Reisen mitnehmen würde. Aber sie sind sicherlich ein sehr guter Kompromiss aus Preis, Handling und Qualität.
Die Straße zum Nordkap – aufgenommen mit einer Nikon D750 (Copyright: Heike Kaufhold)
Link zu einer eBay-Seite Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Link zu einer eBay-Seite
Die Straße zum Nordkap – aufgenommen mit einer Nikon D750 (Copyright: Heike Kaufhold)
Nur: Ein gutes Auge fürs Bild kann man nicht kaufen. Zuletzt bewies mir das ein Herr, den ich auf einer Fähre in Norwegen während der Fahrt durch den wirklich spektakulären Geiranger Fjord um ein Foto bat. Ich war allein unterwegs, aber ich wollte gerne ein Foto von mir haben,  das KEIN Selfie ist. An Board waren zig Touristen, die meisten hatten Kameras um den Hals. Ich entschied mich, denjenigen zu fragen, der mit einer großen Canon Spiegelreflex und einem professionellen 70-200er Objektiv Fotos machte.  Ich glaubte, er käme am ehesten mit meiner Kamera klar, die ich schon auf Halbautomatik gestellt hatte. Selbstbewusst nahm er sie in die Hand, drückte ab, schaute kurz auf den Monitor und reichte sie mir rüber. Das Bild entpuppte sich als Niete. Ich war komplett unscharf, der Hintergrund scharf, das Bild komplett schief. Ich bat ihn um ein zweites Bild (denn so leicht gebe ich ja nicht auf), doch daraufhin das gleiche Spiel. Ich beließ es dabei, lernte aber meine Lektion 2:
 
Lektion 2: „Soll ein Fremder ein Foto von dir machen, frage NICHT denjenigen mit der dicksten Kamera.”
Sonnenuntergang auf Belle Isle, Detroit – aufgenommen mit einer Nikon D750 (Copyright: Heike Kaufhold)
Link zu einer eBay-Seite Entfernen
Laden Sie bis zu 3 weitere Fotos hinzu.
Link zu einer eBay-Seite
Sonnenuntergang auf Belle Isle, Detroit – aufgenommen mit einer Nikon D750 (Copyright: Heike Kaufhold)

 Natürlich stelle ich mein Foto-Equipment je nach Reisevorhaben zusammen:
  • fliege ich (wohl ein Einzelfall) zu einer großen Veranstaltung (Formel 1/Konzert/Sportevent), hilft mir die geliebte 35er Festbrennweite nicht weiter und ich packe das Teleobjektiv ein,
  • bin ich alleine unterwegs auf einem Roadtrip, kann ich auf das 24-70 nicht verzichten (das Objektiv und mich verbindet eine Hassliebe) und wenn ich Platz habe, dann kommt das 20mm Objektiv mit, das sich sehr gut eignet für Landschaftsaufnahmen oder Innenaufnahmen,
  • reise ich mit meinen Kindern, muss mein Gepäck so leicht wie möglich sein und ich packe oft nur meine 35er Festbrennweite ein.  
Denn während ich bei Roadtrips die Ausrüstung meist im Auto verstauen und transportieren kann, muss ich beim Reisen mit meinen Kindern oft beide Hände frei haben. Dabei bin ich deutlich mehr zu Fuß unterwegs und habe ohnehin schon eine schwere Tasche mit Regenjacke, Verpflegung und Sonstigem dabei. Da darf die Kamera mich nicht groß behindern.
 
Zur Kameraausrüstung gesellen sich noch zwei externe Festplatten, ein Laptop ( MacBook Air 11 Zoll), diverse Speicherkarten, eine Videokamera, ein Mikrofon, zig Kabel, Ladegeräte, ein Speicherkartenlesegerät und Akkus. Und schon ist die Tasche voll und ich habe alles, was ich benötige dabei, um von unterwegs Beiträge zu veröffentlichen.
 
Das iPhone, das ich zeitweise sogar als Spiegelreflex-Ersatz im Einsatz hatte, reicht mir nicht mehr. Die Qualität des 6+ ist zwar wirklich genial, aber auf die ‚professionellen’ Fotos meiner Nikon D750, am liebsten in Kombination mit meiner 35er Festbrennweite, möchte ich auf keinen Fall verzichten.

Text und Bilder: Heike Kaufhold
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden