Aus dem Ei gepellt – wie Überraschungseier in Mode kamen und warum sie in den USA verboten sind

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Aus dem Ei gepellt – wie Überraschungseier in Mode kamen und warum sie in den USA verboten sind

Schon seit Jahrzehnten freuen sich in vielen Teilen der Welt immer wieder Kinder darauf ein Überraschungsei zu öffnen, die Schokolade zu genießen und das Plastikei im Inneren auf seinen Inhalt zu untersuchen. Was wird sich wohl darin befinden? Eine der beliebten Sammelfiguren, die jährlich wechseln oder eines der spannenden Spielzeuge zum Zusammenbauen? Fast jedes Kind hat einmal liebevoll Komplettsätze der Sammelfiguren zusammengetragen und an der Kasse verschiedene Eier aufmerksam geschüttelt und abgewogen. Wie jeder weiß klappern die Figuren ja anders als die Spielzeuge zum Zusammenbauen und sie sind auch etwas schwerer. Viele der Figuren sind Jahrzehnte später beliebte Sammlerstücke, die einen hohen Preis erzielen können und auch viele Erwachsene sind noch immer begeisterte Sammler und Schüttler.

Wir geben hier für alle Fans unterhaltsame und interessante Details und Fakten zur Geschichte dieser besonderen Süßigkeit preis.

Wie das Überraschungsei erfunden wurde und in Mode kam

Die beliebten Überraschungseier, liebevoll auch „Ü-Eier“ genannt, können bereits auf eine mehrere Jahrzehnte anhaltende Erfolgsgeschichte zurückblicken. Das erste Überraschungsei kam im Jahr 1973 in Italien unter dem Namen Kinder Sorpresa auf den Markt. Entworfen wurde es vom Konditor Michele Ferrero, dem die Idee kam Spielzeug in einer Plastikkapsel mit Schokolade zu umhüllen. Damals konnte noch keiner ahnen, dass die Überraschungseier einmal einen Siegeszug beinahe um den ganzen Globus erleben würden. Schon im Jahr darauf waren die Eier erstmals in Deutschland erhältlich – zum Osterfest in blauer Folie mit einem Hasen darauf. Die Spielzeuge im Ei wurden zu diesem Zeitpunkt nicht von Ferrero selbst produziert, sondern wurden von anderen Firmen angekauft. Bald waren aber waschechte Spielzeugdesigner mit dem Entwurf von Figuren und Steckspielzeugen beschäftigt.

1981 kam dann schließlich das Maskottchen des Überraschungsei, der Eiermann „Üi“ mit der roten Mütze dazu. Zu diesem Zeitpunkt hatte das beliebte Ei sich schon beinahe auf dem gesamten Globus ausgebreitet und schlug alle Nachahmerprodukte, die aufgekommen waren. Die Idee Spielzeug und Schokolade miteinander in einem Produkt zu verbinden fand überall auf der Welt großen Anklang und hält sich bis heute ungeschlagen. Seit dem Jahr 2006 gibt es sie im Sommer allerdings nicht mehr zu kaufen. Da die Schokolade bei großer Hitze schnell schmelzen kann, werden in den heißen Sommermonaten deswegen als Ersatz stattdessen die Kinder Joy Eier verkauft. Auch die Maxi-Eier (offiziell: Kinder Freude), größere Versionen des Überraschungseies sind schon seit den 70er Jahren erhältlich. Darin befindet sich ebenfalls ein Spielzeug.

Spiel, Spaß und Schokolade - aber nicht in den USA

Das Überraschungsei des italienischen Produzenten Ferrero ist in allen Ländern der Welt ein Verkaufserfolg. Nur in einem Land nicht: den USA. Dort ist das Ei mit dem Spielzeug im Innern nämlich verboten. Wer versehentlich eines im Gepäck dabei hat, wenn er in die USA einreist, kann dafür sogar zwischen 300 bis 2.500 Dollar zahlen – pro illegal eingeführtem Ei! Denn nicht nur der Verkauf der Eier ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten verboten, sondern auch deren Einfuhr. Warum? Was den meisten Europäern völlig absurd erscheinen mag, geht auf ein US-Gesetz aus dem Jahr 1938 zurück. Demnach darf in den USA nichts als Süßware verkauft werden, was ein nicht-essbares Objekt teilweise oder ganz einschließt.

Daher scheidet das Überraschungsei automatisch aus. Grund für dieses Gesetz ist die Gefahr, dass das Spielzeug im Innern des Eies von einem Kleinkind für ebenfalls essbar gehalten werden könnte. Tatsächlich sind im Laufe der Geschichte des Überraschungseis weltweit etwa sechs Kinder an Kleinteilen aus dem Ei erstickt. Allerdings steht genau aus diesem Grund in allen anderen Ländern der Welt eine Warnung auf den Eiern, dass diese nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet sind. Dennoch: Die US-Behörde Food and Drug Administration blieb hart und bekräftigte das Gesetz 2012 noch einmal. Theoretisch können von dieser Behörde Ausnahmeregelungen für einzelne Produkte erlassen werden, wenn die nicht-essbaren Teile funktionellen Wert haben. Eine Petition zur Freigabe von Überraschungseiern scheiterte ebenfalls im Jahr 2012, weil nicht genug Unterschriften zusammenkamen.

In Kanada, wo Überraschungseier legal verkauft werden können, werden Kunden also weiterhin davor gewarnt, dass diese in den USA illegal sind. So soll wohl verhindert werden, dass ahnungslose Käufer sich mit einem Strafgeld an der Grenze konfrontiert sehen. Trotzdem werden jährlich tausende von Übeltätern an der US-kanadischen Grenze mit Überraschungseiern aufgegriffen. Und die Grenzbehörden beschlagen jedes Jahr um die 25.000 illegal eingeführte Eier um sie anschließend zu vernichten. Schade drum.

Geschickt das Gesetz umgangen – Choco Treasure in den USA

2013 kam eine US-Firma auf einen clevere Idee das Verbot zu umgehen. Obwohl Überraschungseier in den USA noch immer illegal sind, gelang es dem Unternehmen ein Produkt namens „Choco Treasure“ auf den Markt zu bringen. Dabei handelt es sich auch um ein Schokoladenei mit Spielzeug im Inneren und die Firma Candy Treasure gibt offen zu vom Überraschungsei inspiriert gewesen zu sein. Allerdings ist das Ei so gestaltet, dass schon von außen eine sichtbare Trennung zwischen dem essbaren und nicht essbaren Teil besteht. So könne selbst ein kleines Kind sehen, dass es Teile davon nicht essen kann. Der Plastikteil im Inneren ist dabei genauso geformt wie das Ei und verfügt über eine durchgängige Erhebung, die aus den beiden Hälften der Schokolade darum herum herausragt. Dadurch sind die beiden Schokoladenhälften nicht miteinander verbunden und die gelbe Plastikkapsel ist schon vor Entfernung der Schokolade erkennbar. Geöffnet werden die Eier durch einen Druckknopf. Im Inneren befinden sich außerdem keine Steckfiguren, sondern nur komplette Figuren aus einem Guss. Mit diesem Konzept kam das Produkt tatsächlich an der strengen Konsumentenbehörde vorbei und das Kopie-Ei wurde sogar als sicher für alle Altersgruppen eingestuft. Der Hersteller selbst empfiehlt die Verwendung allerdings erst ab einem Alter von 3 Jahren.

Was sich alles im Ei befinden kann

Im Laufe der Geschichte des Überraschungseies gab es in den kleinen Plastikkapseln eine ganze Reihe unterschiedlicher Dinge zu finden. Diese lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:

Unter den Spielzeugen gab es solche die sich im Ganzen im Ei befinden und solche, die noch zusammengesetzt werden können. Solche Spielzeuge waren u. a. Autos, Wiking-Autos, Eisenbahnen, Flugzeuge und Schiffe und noch viele andere.  Ferrero entwickelt jedes Jahr etwa 150 Spielzeuge zum Zusammenbauen, die dann neu in den Überraschungseiern zu finden sind.

Figuren im Ei wecken die Sammelleidenschaft unter den Fans

Vielleicht am beliebtesten sind jedoch die Hartplastikfiguren in den Eiern, von denen es jährlich zwanzig neue Serien von Ferrero gibt. Die ersten Figurenserien, die handbemalt waren, kamen zwischen den Jahren 1981 und 1983 auf den Markt. Zuvor hatte es nur Einzelfiguren gegeben. Die damalige Schlumpfserie erzielt noch heute hohe Preise unter Sammlern. In den folgenden Jahren, gab es dann Serien vom französischen Designer André Roche, wie die Teenie Tapsi Törtels, die Funny Fanten und die Happy Hippos und viele andere. Dazu kamen außerdem noch sogenannte Lizenzserien anderer Firmen (Biene Maja, Asterix u. ä.) und Figuren aus bekannten Filmen und Fernsehserien, wie Herr der Ringe.
Ebenfalls in den Eiern zu finden waren immer wieder Figuren aus Metall, zum Beispiel von Indianern und Soldaten und Kriegern aus unterschiedlichen Epochen. Diese Figuren gab es im Laufe der Jahre aus den unterschiedlichsten Metallen und Legierungen, so etwa aus Zinn, Zink, Kupfer, Messing, Eisen, Chrom oder Mischungen daraus. Sogar aus Gold oder Silber scheinen manche Figuren sein, wobei das tatsächlich verwendete Metall sicher kein echtes Edelmetall ist und es sich nur um eine Farbannäherung handelt. Einige der Figuren wirken leicht grünlich als hätten sie Grünspan, was jedoch nur an der aufgetragenen Farbe liegt.

Begehrte Sammelobjekte

Besonders die Figuren aus den Ü-Eiern sind das Objekt der Sammler. Nicht in allen Ländern, in denen Überraschungseier verkauft werden, sind die gleichen Figuren zu finden und es gibt immer wieder auch spezielle Sondereditionen. Deshalb hat sich das Ausmaß möglicher Sammlersätze mittlerweile zu fast unüberblickbarer Fülle entwickelt. Neben dem Herkunftsland wurden auch die Jahrgänge, in denen Figuren im Ei zu finden waren relevant. Suchen Sie nach einer bestimmten Figur oder einem Komplettsatz werden Sie sehen können, dass vor allem online sorgfältig nach Jahrgängen und Orten geordnet wird. Teilweise werden neben Figuren, Komplettsätzen und Steckfiguren auch die Beipackzettel gesammelt.

Der Preiskatalog für Sammler – Orientierung über den Wert der Figuren

Da so viele Fans vom Sammelfieber gepackt werden, gibt es auch jährliche Preiskataloge für die Figuren. Hier können sich Besitzer und Sammler ansehen wie viel ihre Figuren im Schnitt wert sind. Der Preis ist allerdings nicht bindend. Wer unterwegs zu einer der vielen Tauschbörsen ist, zum Beispiel der weltweit größten in Dreirach, sollte sich so einen Katalog mitnehmen.

Vorsicht vor Fälschungen – unechte Figuren machen die Runde

Weil die Figuren unter Sammlern teilweise sehr hohe Preise erzielen, sind auch schon des Öfteren Fälschungen in Umlauf gekommen. Entweder sind dies ganze Figuren, nur Teile ihres Zubehörs oder auch Beipackzettel und Puzzles, die hier als Fälschungen enttarnt wurden. Dies hat immerhin so großes Ausmaß angenommen, dass sich eine Fälschungszentrale gebildet hat, die auch im Internet Hilfe zur Selbsthilfe gibt, um Fälschungen besser erkennen zu können. beim Kauf von Figuren kann es daher nicht schaden einmal einen Blick auf bekannte Methoden der Fälschung zu werfen und sicherzugehen, dass ein Produkt echt ist – schon bevor Sie es kaufen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber