Aufzucht, Insektenschutz, Sorten, Pflege: Das sollten Sie über Apfelbäume wissen

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Aufzucht, Insektenschutz, Sorten, Pflege: Das sollten Sie über Apfelbäume wissen

Sie sind aus der Landschaft der deutschen Gärten nicht wegzudenken: Apfelbäume sind ein Klassiker für Ihren Garten und bei Gartenfreunden seit jeher sehr beliebt. Mit ihren schönen Blüten in Rosa und Weiß und den schmackhaften und gesunden Früchten sind die Bäume nicht nur eine Zierde inmitten der anderen Pflanzen Ihres Gartens, auch ihr Nutzen ist unbestritten. Egal, ob Sie einen riesigen Garten Ihr Eigen nennen oder einen Kleingarten besitzen – es gibt mit Sicherheit einen passenden Apfelbaum für Sie. Selbst für Terrassen oder sogar für Balkone sind einige Sorten von Apfelbäumen geeignet.

Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, Ihren Garten mit einem Apfelbaum zu verschönern und Ihren Kindern jedes Jahr gesunde Naschereien aus Eigenproduktion bieten möchten, erfahren Sie nachfolgend Wissenswertes rund um Ihren eigenen Apfelbaum.

Apfelbaum ist nicht gleich Apfelbaum – die unterschiedlichen Baumarten

Die ersten Apfelsorten wurden bereits im 6. Jahrhundert von den Römern kultiviert. Inzwischen, so die Schätzungen, gibt es mehr als 30.000 Apfelsorten auf der ganzen Welt. Bei solchen Zahlen wird einem leicht schwindelig, denn schnell stellt sich die Frage, welcher Apfelbaum denn der richtige für den eigenen Garten sein könnte. Doch keine Sorge, im Laufe der Zeit haben sich unter Gartenfreunden bestimmte Apfelsorten durchgesetzt, die sich als besonders robust und pflegeleicht herausgestellt haben, sodass die Auswahl für Sie deutlich übersichtlicher ist.

Die verschiedenen Ampfelbaumformen

Grundsätzlich wird bei Apfelbäumen zwischen Hochstamm, Halbstamm, Busch und Säule unterschieden. Für den eigenen großen Garten ist der Hochstamm am besten geeignet, der mit seiner Stammlänge von mehr als 1,80 Metern genügend Platz unter seinen Ästen bietet. So können Sie Ihre Gartenmöbel darunter aufstellen oder bequem den Rasen mähen. Haben Sie hingegen einen Kleingarten, dann ist sicherlich ein Halbstamm der passende Baum für Sie. Die Stammlänge beträgt maximal 1,20 Meter und die Ausdehnung der Äste ist nicht so groß wie bei einem Hochstamm. Für Ihren Hausgarten oder sogar für den Balkon oder die Terrasse eignen sich Apfel-Büsche optimal und passen gut zu Ihren anderen Balkonpflanzen. Mit ihrem Wuchs von 40-80 cm und einer kleinen Krone sind die Büsche ebenfalls bestens für Obsthecken oder Spalieren geeignet. Die Wurzeln benötigen nicht viel Platz und Sie können mehrere Sorten nebeneinander pflanzen. Vor allem bei Kindern sind die sogenannten Apfel-Säulen beliebt, da sie selbst für die Kleinsten die Apfelernte ganz ohne Leiter möglich machen und häufig tolle, schmackhafte Früchte tragen.

Die beliebtesten Apfelsorten – das könnte Ihnen schmecken

Bei der Frage, welche Apfelsorte die beste ist, scheiden sich die Gemüter der Gartenfreunde. Die einen bevorzugen saftige, süße Früchte, wobei die anderen besonders knackige Äpfel mit mehr Säure bevorzugen. Da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, sei es Ihnen überlassen, welche Äpfel Ihnen die liebsten sind. Wenn Sie jedoch keine bestimmte Lieblingssorte haben, sollen in diesem Rahmen einige der beliebtesten Apfelsorten vorgestellt werden, die beinahe überall erhältlich sind. Obendrein können Sie sich Ihren auserwählten Baum sogar bequem vor die Gartentür liefern lassen.

Da wäre zum Beispiel die Apfelsorte Boskop, die mit ihrem festen und sehr saftigen Fruchtfleisch und dem fruchtigen Geschmack mit einem Schuss Säuerlichkeit sehr beliebt ist. Gepflückt werden die Äpfel im September oder im Oktober und erreichen im November ihre Genussreife. Auch ist diese Sorte gut geeignet zum Backen und Kochen. Wenn Sie es also knackig mögen und einen nicht allzu süßen Geschmack bevorzugen, dann könnte Boskop die richtige Sorte für Sie sein.

Cox Orange, Golden Delicious und Royal Gala

Auch sehr beliebt ist Cox Orange. Die Äpfel dieser Sorte sind besonders aromatisch und das Fruchtfleisch ist fest und fein. Sie sind gut zum Kochen und Backen geeignet und erreichen ihre Genussreife bereits im September. Wenn Sie gerne Apfelkuchen backen oder häufig mit Äpfeln kochen, dann wird Ihnen diese Sorte sicherlich sehr gut gefallen.

Am besten pur schmecken die Äpfel der Sorte Golden Delicious. Sie haben ein süßes und leicht anisartiges Aroma und ein festes, saftiges Fruchtfleisch. Die Saison für Golden Delicious beginnt Ende September. Er ist der Apfel für jeden Geschmack und jeden Anlass.

Kinder mögen vor allem die Sorte Royal Gala, denn die Äpfel enthalten wenig Fruchtsäure und sind daher besonders süß und saftig. Auch gut eignen sich Royal-Gala-Äpfel für Obstsalate, Kuchen und Kompott. Pflücken können Sie diese Äpfel Ende September, abhängig von den jeweiligen Witterungsbedingungen hingegen auch schon einmal früher oder später.

Traditionelle Apfelsorten und moderne Züchtungen – eine Gegenüberstellung

Aus Gründen der Ökonomie wurde vom Bund und der Europäischen Union in den 70er Jahren eine Standardisierung der Äpfel beschlossen. Darauffolgend wurden die alten Apfelbäume gerodet und durch ertragsorientierte Plantagen mit weniger hohen Bäumen ersetzt. Zudem wurden die klassischen Apfelsorten so gezüchtet, dass sie sich in Aussehen und Geschmack gleichen und einfach zu ernten sind – egal aus welchem Land sie stammen. Aufgrund der strengen Richtlinien der Verordnung wurde die Vielfalt der Äpfel beschnitten, und es wurden straffe Qualitätsnormen festgelegt.

Das Comeback der traditionellen Apflesorten

Seit einiger Zeit entwickelt sich jedoch ein Trend in Richtung eines bewussteren Umgangs mit der eigenen Ernährung. Im Zuge dieses Trends halten traditionelle Apfelsorten wieder Einzug in Lebensmittelläden. Diese Apfelkultur setzt auf Vielfalt anstatt auf einheitliche Vollkommenheit.

Welche Apfelsorte Sie auch immer bevorzugen, Sie sollten wissen, dass traditionelle Apfelsorten gegenüber den gezüchteten und optimierten Sorten einige Nachteile haben. Traditionelle Exemplare enthalten in der Regel viel mehr Säure als die handelsüblichen und sind eher zum Kochen und Backen als zum Reinbeißen geeignet. Auch werden die handelsüblichen Sorten dahin gehend immer weiter entwickelt, als dass sie resistenter gegenüber Schädlingen und Krankheiten werden und somit auch weniger Fürsorge benötigen. Wenn Sie bereits ein Profi im Bereich des Gartens sind, dann können Sie sich ruhig für eine traditionelle Apfelbaumsorte entscheiden, doch für Pflanzenneulinge ist eine der widerstandsfähigeren und robusteren Sorten besser geeignet.

Ein eigener Apfelbaum in Ihrem Garten – mit etwas Wissen kein Problem

Nun haben Sie sich für eine Apfelbaumsorte entschieden und wollen den Sprössling in Ihren Garten einpflanzen. Im Grunde genommen ist dies nicht so schwierig, da Apfelbäume keine außerordentlich anspruchsvollen Gewächse sind. Jedoch sollten Sie einige Dinge beachten, damit es Ihrer neuen Pflanze gut geht und Sie sich an der schönen Pracht und einer reichhaltigen Apfelernte erfreuen können.

Den Apfelbaum auspflanzen

Die meisten Apfelbäume können Sie zu jeder Jahreszeit einpflanzen, doch es empfiehlt sich, dies im Herbst zu tun. So hat der junge Baum den ganzen Winter Zeit, seine Wurzeln in der Erde zu etablieren. Wenn Sie den Baum im Sommer einpflanzen, ist dies ebenfalls kein Problem, doch müsste dieser jeden Tag reichlich gegossen werden, damit er anwächst.

Nun geht es darum, den geeigneten Platz in Ihrem Garten zu finden. Da Apfelbäume, je nach Sorte, mitunter sehr groß und auch breit wachsen können, sollten Sie darauf achten, dass der Baum keine anderen Pflanzen beschatten kann und auch genügend Platz für seine Wurzeln bekommt. Bedenken Sie ebenfalls, dass Sie nicht zu tief graben, denn die Veredelungsstelle sollte sich nach dem Einpflanzen über der Erde befinden.

Ist das Loch fertig geschaufelt, können Sie Ihren jungen Baum aus dem Container oder aus dem Kübel befreien. Lockern Sie vorsichtig den Wurzelballen und beschädigen Sie keine Wurzelstränge, damit es nicht zu Komplikationen kommt. Nachdem Sie das Loch wieder zugeschüttet haben, sollten Sie die Erde um den Apfelbaum herum gründlich festtreten. Auch dies dient der Stabilisierung.

Die Aufzucht und die Pflege Ihres Apfelbaums

Wenn Sie abschließend denken, dass nach dem Einpflanzen die Arbeit getan ist, irren Sie allerdings. Aber Sie benötigen nicht den sprichwörtlichen grünen Daumen, um ein erfolgreicher Hobby-Apfelproduzent zu werden. Natürlich benötigen Sie diverse Gartengeräte. Bei Anschaffungen dieser Art ist es zwar grundsätzlich empfehlenswert, dass Sie sich eine gewisse Basisausstattung zulegen, aber bei einigen Arbeiten ist Improvisationstalent vorteilhaft.

Direkt nachdem Sie den Baum eingepflanzt haben, sollten Sie diesen in Form bringen. Dies bedeutet, dass die Triebe fixiert werden müssen, damit sie nicht senkrecht in die Höhe wachsen, denn so kann sich kein Fruchtholz bilden. Belassen Sie einen Trieb in senkrechter Position und fixieren Sie die anderen Triebe zum Beispiel mit einem Band an hölzernen Pflöcken. Achten Sie darauf, dass das Band nicht zu schmal ist und die Triebe nicht alle in eine einzige Richtung zeigen – so können Sie sicherstellen, dass der Baum später eine schöne, gleichmäßige Krone hat.

Wie Sie den Baum fachgerecht beschneiden

Auch das regelmäßige Beschneiden ist für Apfelbäume vor allem in den ersten Jahren besonders wichtig. Am besten ist dies im Herbst zu bewerkstelligen. Dabei sollten Sie alle senkrecht nach oben wachsenden Zweige, die sogenannten Wasserzweige, abschneiden. Mit dem Aufbauschnitt können junge Bäume mit der Zeit eine schöne und gleichmäßige Krone ausbilden. Dazu sollten Sie alle Triebe, die an der Spitze konkurrieren, abschneiden, sodass ein einziger Haupttrieb übrig bleibt.

Eine potenziell gefährliche Jahreszeit für Apfelbäume ist der Herbst. Das herabfallende Laub ist eine Brutstätte von Schädlingen, die gefährliche Apfelbaumkrankheiten auslösen können – und zwar nicht sofort, sondern erst im folgenden Frühjahr. Sie sollten deshalb darauf achten, dass keine Laubreste unter dem Baum zu finden sind. Sollte der Baum trotzdem befallen werden, können Sie bei manchen Arten von Schädlingen die kranken Blätter und Zweige entfernen. Manchmal werden Sie jedoch nicht auf chemische Mittel verzichten können.

Wenn Sie sich jedoch mit Hingabe um Ihren Apfelbaum kümmern, Pflanzenschutzmittel verwenden und ihm genügend Wasser geben, werden Sie viele Jahre Freude an dieser Zierde Ihres Gartens haben.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden