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Abgespeckt – Thinclients richtig in Netzwerken eingesetzt

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Abgespeckt – Thinclients richtig in Netzwerken eingesetzt
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Abgespeckt – Thinclients richtig eingesetzt

Thin Clients sind besonders kompakte und leichte Computer für den stationären Einsatz. Im Gegensatz zu einem Netbook oder Notebook benötigen Sie einen extra Monitor sowie Maus und Tastatur. Doch wozu eignen sich Thin Clients, wenn nicht für den mobilen Einsatz? Wofür wurden sie entwickelt, wie arbeiten sie in einem Netzwerk – und lohnt sich die Anschaffung eines solchen Mini-PCs auch für Privathaushalte?

Thin Clients: Wofür wurden sie entwickelt?

Thin Clients sind sogenannte Terminals. Ursprünglich beschrieb der Begriff Terminal in der IT ein Eingabegerät eines Computer. Der Hintergrund: Vor der Zeit der Personal Computer (PC) waren Recheneinheit und Eingabegerät getrennt; es gab eigentlich nur Großrechner, die über Terminals bedient wurden. Somit war ein Terminal praktisch die Schnittstelle zwischen Mensch und Rechner. Mit immer kleineren Computern konnten die Terminals und die eigentlichen Rechner zusammengeführt werden. Heute gibt es sie in einem einzigen Gerät: Notebooks, Netbooks und Ultrabooks sind vollwertige Computer, in die das Terminal bereits integriert ist. Daher wird der Begriff Terminal heute in einem anderen Kontext verwendet, in dem ein Terminal allerdings noch immer die Schnittstelle zwischen Rechner und Mensch darstellt. Hier kommen Thin Clients zum Einsatz: Sie sind kleine Rechner mit niedriger Leistung, die in einem Netzwerk an den verschiedenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Die eigentliche Rechenleistung übernimmt dabei ein Terminalserver, an den alle Thin Clients beziehungsweise Terminals angeschlossen sind. Ihre einzige Aufgabe ist damit die Darstellung der auf dem Terminalserver durchgeführten Berechnungen sowie die Entgegennahme von Eingaben über Maus und Tastatur – genau die Aufgaben, die früher von Terminals bei Großrechnern übernommen wurden.

Thin Clients und ihre eigentlichen Einsatzzwecke in Netzwerken

Die Trennung zwischen Recheneinheit und Terminal findet heute nur noch in Netzwerken statt. Genau hier kommen Thin Clients üblicherweise zum Einsatz. Man spricht dabei auch von einer Client-Server-Architektur, bei der die verschiedenen an das Netzwerk angeschlossenen Computer Clients genannt werden und der zentrale Hauptrechner Server heißt. Dank des zentralen Servers können zum Beispiel Daten synchronisiert und auf jedem im Netzwerk registrierten Computer genutzt werden. Der Server stellt den Mittelpunkt des Netzwerks dar und trägt die Hauptlast; alle anderen Rechner sind sternförmig an den Server angeschlossen. Es findet also eine Auslagerung von Ressourcen statt, die bei einem Netzwerk mit Thin Clients noch über die zentrale Datenspeicherung hinaus geht. So ist es auch möglich, Programme zentral auf dem Server laufen zu lassen, sodass die Computer im Netzwerk (die Terminals) lediglich für die Ausgabe zuständig sind. Eine aufwendige Computersimulation läuft auf dem leistungsstarken zentralen Server, der die grafische Auswertung der Berechnungen an die Terminals weiterleitet. Hier sind die Monitore angeschlossen, an denen die Ergebnisse grafisch betrachtet werden können. Gleichzeitig können die Mitarbeiter hier Eingaben über Tastatur und Maus tätigen. Möglich ist dieses Prinzip mit praktisch jeder Software. Da die Hauptlast der Rechenleistung beim Terminalserver liegt, reichen für die Ein- und Ausgabe an den Terminals bereits kleine Computer mit niedriger Rechenleistung aus. Thin Clients sind genau auf diese Anforderungen abgestimmt.

Ein Thin Client ist also ein kleiner Rechner, der an ein Client-Server-Netzwerk angeschlossen wird. In einem Unternehmen erhält beispielsweise jeder Mitarbeiter einen Thin Client an seinem Arbeitsplatz, der an den zentralen Server angebunden ist. Die für die Arbeit benötigte Software läuft auf dem Server, und die Mitarbeiter kommen mit den kleinen Thin Clients aus. Damit ist die Anschaffung vieler großer, leistungsstarker Desktop-PCs für jeden einzelnen Arbeitsplatz im Unternehmen überflüssig. Hieraus ergeben sich zahlreiche Vorteile.

Die Vorteile von Thin Clients in einem Netzwerk

Die Vorteile von Thin Clients beschränken sich nicht nur auf die geringen Anschaffungskosten. Auch der laufende Betrieb eines Thin Clients ist deutlich günstiger als der Einsatz eines üblichen Desktop-PCs. Dies liegt an der niedrigen Leistung der schlanken Rechner. Dank abgespeckter Hardware ist der Stromverbrauch weitaus geringer. Bei einem normalen PC geht der Betrieb mit einem hohen Kühlaufwand einher: Je nach Anwendung arbeitet der Kühler permanent auf Hochtouren, um die beim Betrieb entstehende Hitze aus dem Gehäuse des Computers zu leiten. Alles, was an Hitze bei einem Computer anfällt, ist nichts anderes als verloren gegangene elektrische Energie. Ein Thin Client im Hochbetrieb erzeugt deutlich weniger Hitze, verbraucht weniger Strom und ist darüber hinaus unanfälliger für Schäden. Denn die meisten Defekte an Computern resultieren aus eben dieser Hitzeentwicklung, die vor allem dem Prozessor zu schaffen macht. Wer Thin Clients statt normaler Desktop-PCs einsetzt, hat deutlich geringere Wartungsaufwendungen. Zum Vergleich: Während ein Desktop-PC eine durchschnittliche Lebensdauer von drei Jahren hat, übersteht ein Thin Client durchschnittlich sieben Jahre Betrieb – ein großer Vorteil angesichts der hohen Anzahl an Rechnern in Firmennetzwerken.

Was können Thin Clients und wie werden sie eingesetzt?

Thin Clients sind nichts anderes als abgespeckte Computer. Wie ihre großen Vorbilder bestehen sie aus den üblichen Komponenten wie Mainboard, Prozessor, Arbeitsspeicher und einem langfristigen Speicher. Einzig dieser unterscheidet sich von einem Notebook oder einem normalen Desktop-PC. So verbauen die Hersteller von Thin Clients wie Dell oder HP keine großen Festplatten, sondern setzen stattdessen auf schnelle Flash-Speicher. Diese haben eine vergleichsweise geringe Kapazität: Manche Thin Clients verfügen über deutlich weniger als 10 GB Speicher und können daher nur wenige und kleine Dateien speichern. Ebenfalls nicht möglich ist das Installieren eines großen Betriebssystems. So benötigt bereits Windows XP mehr als 10 GB freien Speicherplatz. Aus diesem Grund gibt es spezielle Betriebssysteme für Thin Clients. Dies lässt sich nicht nur mit dem geringen Speicher erklären, sondern begründet sich auch im Einsatzzweck: Da ein in einem Client-Server-Netzwerk eingesetzter Thin Client lediglich für die Ein- und Ausgabe zuständig ist und der Server die zentralen Rechenaufgaben übernimmt, läuft auch das Betriebssystem auf dem zentralen Server. Eingesetzt wird hierbei spezielle Software zum Betrieb eines Netzwerks mit einem Terminalserver und mehreren Thin Clients. Diese ermöglicht auch die Administration aller im Netzwerk registrierter Clients vom Terminalserver aus. Beliebte Produkte sind zum Beispiel Windows Remote Desktop Services, VMware View oder Citrix XenApp. Als kostenlose Alternative gibt es das auf Linux Ubuntu basierende open-thinclient.

Für welche Anwendungen werden Thin Clients üblicherweise eingesetzt?

Thin Clients werden fast ausschließlich für Büroanwendungen genutzt. Hier gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Programme, von der Office-Suite bis zu speziellen Buchhaltungssystemen für Unternehmen. Dank der Anbindung der Thin Clients an den Terminalserver können mehrere Nutzer gleichzeitig eine Aufgabe bearbeiten; die Computer im Netzwerk ergänzen sich sozusagen. Hierfür sind Thin Clients prädestiniert. Schwierigkeiten haben sie hingegen mit aufwendigen Grafikanwendungen, die aufgrund der niedrigen Leistung mitunter sehr unflüssig laufen.

Dies ändert jedoch nichts daran, dass auch ein Thin Client theoretisch mit jedem beliebigen Betriebssystem ausgestattet und damit zu einem vollwertigen Computer umgerüstet werden kann. Hierbei gibt es eine große Hürde: den Speicher. Wie bereits erwähnt, fällt dieser bei üblichen Thin Clients sehr klein aus und bietet daher nicht ausreichend Platz für ein Betriebssystem wie Windows oder Linux. Die restlichen Komponenten wie Arbeitsspeicher, Prozessor und Peripherie haben die schlanken Rechner dafür bereits an Bord. Je nach Modell verfügen Thin Clients zudem über ein Mainboard, das auch für große Festplatten die passenden Steckplätze bietet. Eine Festplatte kann hier problemlos nachgerüstet werden. Bei manchen Modellen muss noch der Steckplatz angepasst werden, was jedoch ebenfalls kein Problem ist.

In der Praxis hat es sich bewährt, mit einer Linux-Distribution als Betriebssystem für Thin Clients zu arbeiten. Linux ist ein freies Betriebssystem, das auch in Unternehmen immer häufiger verwendet wird und alle wichtigen Aufgaben eines Computers übernimmt. Selbst für Windows entwickelte Programme können unter Linux emuliert, sozusagen simuliert und damit abgespielt werden. Für Einsteiger empfiehlt sich Ubuntu, eine besonders benutzerfreundliche Linux-Distribution, die praktisch keine Programmierkenntnisse verlangt. So wird Software einfach und bequem über das Software-Center installiert oder ist bereits bei Installation des Betriebssystems auf dem Rechner vorinstalliert. Der große Vorteil von Linux auf einem Thin Client ist der geringe Bedarf an Rechenleistung. Das Ergebnis ist, dass es auch auf einem PC mit niedriger Leistung flüssig und ruckelfrei läuft.

Mit welchen Kosten muss man bei der Anschaffung eines Thin Clients rechnen?

Thin Clients sind deutlich günstiger als normale Desktop-PCs. So gibt es Einsteigergeräte bereits für rund 50 Euro zum Beispiel auf eBay. Diese einfachen Clients verfügen allerdings meist nur über einen kleinen Prozessor mit einer Taktrate von 1 GHz und über einen kleinen Arbeitsspeicher. Wer etwas mehr Leistung möchte, der greift zu einem teureren Gerät. So gibt es Thin Clients auch in der Preiskategorie um 200 Euro, in der man Geräte mit Mehrkernprozessoren und großem Arbeitsspeicher findet. Ob eine solch hohe Leistung wirklich benötigt wird, sollte besonders bei der Anschaffung mehrerer Geräte vorher bedacht werden.

Zusätzlich zum Thin Client wird die übliche Computer-Peripherie benötigt. Für jedes Gerät braucht man eine Tastatur und eine Maus sowie einen Monitor. Weitere Kosten fallen für die Kabel an. An das Netzwerk werden die Clients in aller Regel über Ethernet angeschlossen, da diese Verbindung sicherer ist als WLAN. Die passenden Ethernet-Kabel gibt es bereits für wenige Euro pro Meter.

Wer Thin Clients klassisch in einem großen Netzwerk nutzt und gleich mehrere Geräte bestellen möchte, erhält zudem häufig interessante Rabatte. Manche Anbieter bieten auch Komplettlösungen mit dem passenden Server sowie der darauf abgestimmten Software.

Fazit: Thin Clients sind die perfekten Rechner für große Netzwerk und eignen sich auch für den Privatgebrauch

Wer ein großes Netzwerk mit Server betreibt, der kommt um günstige Alternativen zu großen Desktop-PCs nicht umhin. Thin Clients sind hier die beste Lösung. Doch auch als Ersatz für einen Desktop-PC im Privatgebrauch eignen sich die schlanken Rechner – vorausgesetzt, man stattet sie mit einer ausreichend großen Festplatte aus.

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