ACHTUNG FÄLSCHUNG

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...Kleiner Ratgeber in Sachen Feuerlöscher...

Als kleines Brandschutzunternehmen möchte ich Sie kurz gerne über die behördlich vorgeschriebenen Angaben einer Prüfbescheinigung von tragbaren Feuerlöschern informieren:

Der vorbeugende Brandschutz ist heutzutage auch bei EBAY sehr stark vertreten. Leider stelle ich aber zunehmend fest, dass bei vielen "geprüften Feuerlöschern" die vorgeschriebenen Angaben auf den Instandhaltungsnachweisen der Feuerlöscher unvollständig oder gar manipuliert sind.

Hier nun der korrekte Instandhaltungsnachweis:

Die Instandhaltung von tragbaren Feuerlöschern dient der Sicherstellung der Funktionsbereitschaft eines Feuerlöschers. Sie umfasst die Prüfung und Inspektion, Wartung, Instandsetzung der Feuerlöscher.

Die Instandhaltung von tragbaren Feuerlöschern wird von einem Sachkundigen (befähigte Person) durchgeführt. Der Sachkundige muss für die Durchführung der Instandhaltung grundsätzlich schriftlich legitimiert sein.

Der Sachkundige übernimmt die Gewähr in sicherheitstechnischer und brandschutztechnischer Hinsicht für die ordnungsgemäße Prüfung, Wartung und Instandsetzung der ihm anvertrauten Feuerlöscher.

Bei dem Ablauf der Instandhaltung von Feuerlöschern ist zwischen Dauerdruck- und Aufladefeuerlöschern zu unterscheiden.

Das Öffnen, Schließen und die anschließende Druckbeaufschlagung bei Dauerdruckfeuerlöschern ist aufwendiger als bei Aufladefeuerlöschern.

Der Instandhaltungsnachweis ist neben oder unter der Beschriftung des Feuerlöschers nach DIN EN3 anzubringen. Der Instandhaltungsnachweis ist hinsichtlich der Abmessungen nach DIN 14406 Teil 4 auszuführen.
Als Aufschrift sind folgende Angaben notwendig und zulässig:
Name und Anschrift des Sachkundigen und/ oder der ihn autorisierten Stelle (z.B. Arbeitgeber). Wird die autorisierende Stelle genannt, muss zusätzlich der Name des Sachkundigen oder seine Prüfnummer im unteren Feld angegeben sein (sofern Rechtsvorschriften nichts anderes vorschreiben).

Benennung des Datums der Behälter-Innenprüfung. In Verbindung damit, ist im Behäterinnern eines Dauerdruckfeuerlöschers mit dauerhafter Schrift anzugeben, wann und von wem der Behälter geöffnet wurde. Der Termin der nächsten Prüfung darf zusätzlich angegeben werden. Sofern Rechtsverordnungen nicht ausdrücklich die Angabe des Tages verlangen, sind die Angabe von Monat und Jahr als Zeitangaben ausreichend. Die Verwendung von Plaketten ist ebenso zulässig.

Hier nun der manipulierte / unvollständige Instandhaltungsnachweis (oft bei privaten Verkäufern zu finden):

Dieser Instandhaltungsnachweis besitzt keinerlei Angaben über das Prüfungsunternehmen. Gerade über "privaten Verkäufern" werden diese manipulierten Feuerlöscher gerne in Internetauktionshäusern ohne Garantie- und Gewährleistungsansprüche (ohne Rechnung) verkauft. Das auf den Instandhaltungsnachweisen anzugebende Prüfungsunternehmen wurde schlicht abgetrennt um Rückschlüsse auf die Prüfungsfirma unmöglich zu machen. Sehr oft wird diese Methode von angestellten Mitarbeiteren einer Prüfungsfirma angewandt um so Ihre veralteten Feuerlöscher zu veräußern ohne das Prüfungsunternehmen in behördliche Schwierigkeiten zu bringen und dabei noch einige Euros "nebenbei" zu verdienen.

Des weiteren wird oft beobachtet, dass viele Instandhaltungsnachweise veraltete Kontaktdaten von Prüfungsunternehmen aufzeigen. Viele Instandhaltungsnachweise nennen hier noch Kontaktadressen mit nur 4 stelliger Postleitzahl. Das Prüfungsdatum (Datumssiegel) zeigt in vielen Fällen jedoch ein aktuelles Datum. Auch hier muss man sich leider Gedanken über eine ordnungsgemäß durchgeführte Feuerlöscherprüfung machen, da seriöse Prüfungsunternehmen regelmäßig Ihre Instandhaltungsnachweise aktualisieren.

Teilweise sind sogar "geprüfte Feuerlöscher" im Umlauf, die von "freien Fimen" überprüft wurden, also keine Vertragshändler großer Hersteller sind, jedoch die farbigen Datumssiegel mit der Herstellerkennzeichnung (z.b. von Gloria, Cosmos, Total) anderer namenhafter Unternehmen tragen. Auch hier ist gesundes Mißtrauen angebracht.

Natürlich gibt es weitere Merkmale um zu erkennen, ob es sich beim vorliegenden Feuerlöscher um ein wirklich geprüftes und sicheres Gerät handelt. Diese sind größtenteils jedoch von einem Laien schwer oder gar nicht zu erkennen.

Unseriöse EBAY-Angebote erkennt der Laie schon bei der genauen Betrachtung des in der Aution eingestellten Fotos des angebotenen Feuerlöschers. Hier werden teilweise die Firmendaten von den auf dem Feuerlöscher aufgeklebten Instandhaltungsnachweisen mittels Bildbearbeitungsprgrammen oder ähnlichen unkenntlich gemacht.

Für den Laien lohnt also bereits schon ein genauer Blick auf den Instandhaltungsnachweis des Feuerlöschers um festzustellen ob sich die Investition für den privaten / betrieblichen Feuerschutz lohnt.

Auch an der Plombierung kann der Laie oft erkennen ob der Feuerlöscher korrekt überprüft wurde. Sollte hier der Plombendraht angerostet sein, kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass der Plombendraht sich bereits seit mehreren Monaten am Gerät befindet.

Auch sollte die Plombe die gleiche Farbe (ändert sich jährlich) aufweisen wie die Datumssiegel auf dem Instandhaltungsnachweis und die aktuelle eingestanzte Jahreszahl besitzen.

Feuerlöscher mit o.g. manipulierten Instandhaltungsnachweisen gelten als ungeprüft und sind somit ungültig. Sie stellen außerdem als Druckbehälter ein erhebliches Unfallrisiko dar.

Die Manipulation (Fälschung) von Instandhaltungsnachweisen an sicherheitstechnischen Geräten und das in Verkehr bringen dieser Geräte, stellt eine Straftat da und wird strafrechtlich verfolgt. 

Feuerlöscher erhöhen die Sicherheit bei Ihnen zuhause und in Ihrem Unternehmen (hier werden sie sogar gesetzlich gefordert). Diese notwendigen Geräte kauft man am besten im Brandschutz-Fachhandel um anschließende böse und teure Überaschungen zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

elbe-brandschutz

 

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