10 Facts über Retro-Filmprogramme ab 1960

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10 Facts über Retro-Filmprogramme ab 1960

Wenn sich der Vorhang vor der Kinoleinwand langsam öffnet, ist es leicht, sich zurückzulehnen und in eine andere Welt abzutauchen. Dies gilt heutzutage genau wie schon vor vielen Jahrzehnten.
Filmprogramme aus der Zeit ab 1960 zeigen, wie wichtig das Medium Kino bereits zu dieser Zeit war und welche Filme damals besonderes angesagt waren.
Retro-Filmprogramme werden heute in vielfältigen Varianten angeboten, denn im Laufe der Jahrzehnte sind diverse Reihen erschienen, in denen jeweils hunderte oder sogar tausende von Einzelheften herausgegeben wurden. Zu erwähnen ist, dass die bedeutendste Phase für dieses Medium in der Zeit zwischen 1920 und dem Ende der 1960er-Jahre lag. Nachdem andere Medien, wie zum Beispiel umfangreiche Filmzeitschriften, stärker in den Vordergrund gerückt waren, gaben die meisten Herausgeber das Publizieren der Programme zum Ende der 1960er-Jahre auf. Eine Ausnahme sind die Publikationen „Neuer Filmkurier", „Filmindex" und „Neues Filmprogramm", die noch heute in Österreich zu neuen Kinofilmen erscheinen.

Der nachfolgenden Einkaufsratgeber verrät Ihnen zehn wichtige Fakten rund um das Thema Retro-Filmprogramme aus der Zeit ab 1960.

1. Filmprogramme waren lange das wichtigste Medium der Filmbranche

Wenn Sie sich intensiver mit Kinoprogrammen oder Filmprogrammen beschäftigen, ahnen Sie es mit Sicherheit schon: Diese Mediengattung hat einen ganz besonderen Stellenwert. Filmprogramme wurden dafür gemacht, für die Filme zu werben und die Zuschauer darüber zu informieren, was Sie im Kino erwarten würde. Es handelte sich also über einen langen Zeitraum hinweg um das wichtigste Informations- und Werbemedium in der Filmbranche. Herausgegeben wurden die Publikationen vor allem von Verlagen, die sich auf Filmmedien konzentriert hatten. Darüber hinaus gaben aber auch einige Filmverleihunternehmen Filmprogramme heraus und steigerten damit in der Regel den Abverkauf der Kinotickets. Gerade in der Zeit, als andere Massenmedien noch nicht so stark verbreitet waren, hatten die Programme eine zentrale Bedeutung für das gesamte Filmgeschäft.

2. Mit Programmen aus den 1960er-Jahren in die Vergangenheit eintauchen

Ein Filmprogramme-Konvolut kann Ihnen darüber hinaus auch viel über die Kultur und über die Gesellschaft seiner Zeit verraten. Dies gelingt am besten, wenn Sie alle Bestandteile der Programme berücksichtigen, beispielsweise die Auswahl der Themen, um die sich die Filme der Zeit ranken, aber auch der Stil, in dem die Texte geschrieben und mit dem die Zeichnungen und Fotos ausgewählt bzw. angefertigt wurden. Betrachten Sie beispielsweise die Art und Weise, auf die Schauspieler in den Programmheften in Szene gesetzt wurden, werden Ihnen die Unterschiede von Jahrzehnt zu Jahrzehnt auffallen. So wurden die Stars zu Beginn eher distanziert und sachlich präsentiert, während später der Anteil der persönlichen Informationen zunahm. Einen regelrechten Starkult konnte man vor allem auch in den 1960er-Jahren beobachten.

3. Ein Filmprogramm aus den 60er-Jahren als perfektes Geschenk

Es gibt wohl kaum einen Menschen in Ihrem Bekanntenkreis, der nicht für einen bestimmten Kinofilm schwärmt. Viele Personen verbinden auch einzelne Lebensabschnitte oder gar wichtige Ereignisse in ihrem Leben mit bestimmten Filmen, die zur gleichen Zeit aktuell waren und erinnern sich beispielsweise an den ersten Film, den Sie gemeinsam mit Ihrer Partnerin oder mit Ihrem Partner gesehen haben. Aus diesem Grund könnte ein alter Filmkurier, ein historisches Filmecho oder ein anderes antiquarisches Filmprogramm genau das richtige Geschenk für Ihre Lieben sein. Eine schöne Geschenkmöglichkeit ist es beispielsweise auch, die DVD des alten Lieblingsfilmes zu besorgen und das echte, alte Filmprogramm als individuelle Beigabe hinzuzulegen.

4. Ein Filmprogramm - ein Stück Grafik- und Fotografiegeschichte

Wenn Sie sich mit den Themen Grafik und Fotografie befassen, werden Sie beim Betrachten historischer Film- und Kinoprogramme einiges lernen können. Beispielsweise im Vergleich mehrerer Programme. Liegt zwischen den Erscheinungsdaten ein Zeitraum von einigen Jahren, so werden Sie viele Unterschiede sehen. Dazu gehören die Auswahl der Schriften, die Verwendung von Farben, die Akzentuierung von Bildmotiven auf Fotos und nicht zuletzt auch der Stil von Grafiken, die zum Teil per Hand gezeichnet und in das Programm eingefügt wurden.

5. Das „Neue Filmprogramm" - ein Vorläufer der Programme der 60er-Jahre

Unter dem Titel „Das Neue Filmprogramm" verbirgt sich eine Publikation, die zu den wichtigsten Vorläufern für die Kinoprogramme der 1960er-Jahre gehört. Insbesondere deswegen sind die Programme, die man in ihrer Kurzform auch als „DNFP-Filmprogramme" bezeichnet, eine besondere Erwähnung wert. Bis zum Jahr 1960 erschienen rund 5000 Hefte in dieser sehr erfolgreichen Reihe, die von dem Verlag H. Klemmer herausgegeben wurde. Alternativ dazu hatten Kino- bzw. Filmfreunde zur selben Zeit die Möglichkeit, auf die „Illustrierte Film-Bühne" zurückzugreifen. Letztere hatte eine etwas längere Erfolgsgeschichte zu verzeichnen.

6. Der „Illustrierte Filmkurier" - eines der ersten Programme aus Deutschland

Der Illustrierte Filmkurier – auch als Berliner Illustrierter Filmkurier oder BFK-Filmprogramm bekannt – ist als eines der ersten Filmprogramme in Deutschland berühmt geworden. Schon im Jahr 1919 erschien die erste Ausgabe und bis zum Zweiten Weltkrieg war das Blatt ein Standardprodukt, das zu fast allen in Deutschland erschienenen Filmen eine eigene Ausgabe bereitstellen konnte. Die Geschichte des Illustrierten Filmkuriers setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg fort. Herausgegeben wurde der Filmkurier von den Vereinigten Verlagsgesellschaften Franke & Co. KG. Interessant im Hinblick auf die Medien- und Zeitgeschichte ist unter anderem der Formatwechsel, der im Jahr 1941 stattfand. Da das Papier wegen des Krieges knapp war, erschienen die BFK-Filmprogramme im bezeichneten Jahr erstmals im kleineren A5-Format, statt wie vorher in A4. Die Publikation ist für jede historische Betrachtung von Filmprogrammen von Bedeutung, da sie den Grundstein für weitere Filmprogrammreihen legte.

7. Die „Illustrierte Filmbühne" - bis 1969 in mehr als 8000 Ausgaben

„Illustrierte Filmbühne", kurz IFB, ist der Name einer Programmheftreihe, die von 1946 bis 1969 in München konzipiert und realisiert wurde. Der Verleger der IFB-Filmprogramme war Paul Franke. Aufgrund der damaligen Drucktechniken und den damit verbundenen Kosten für einen mehrfarbigen Druck, entschied man sich in der Regel für den Druck in nur einer Farbe – häufig in Blau, Grün, Braun oder Rot. Ihren Namen verdankt die Filmprogrammreihe wohl dem guten Ruf und dem Erfolg des „Illustrierten Film-Kuriers", der die Welt der Kinoprogramme vor dem Zweiten Weltkrieg geprägt hatte. Über viele Jahre hinweg erschien zu fast jedem Film, der in die deutschen Kinos kam, ein eigenes Heft aus der Reihe „Illustrierte Filmbühne" – noch heute können Sie viele dieser Exemplare kaufen. Da die verkaufte Auflage jedoch sank, entschied man sich im Jahr 1954 dafür, nur noch zu bestimmten Filmen zu publizieren.

8. Film-Verleihfirmen setzen in den 1960er-Jahren auf das Medium

Wenn Sie Ihre Jugend in den 1960er-Jahren erlebt haben, werden Sie sich sicherlich auch das eine oder andere Atlas-Filmheft in Ihren Händen gehalten haben. Anders als bei vielen anderen Programmheften handelt es sich hier nicht um ein Produkt aus einem eher unabhängigen Verlag. Ganz im Gegenteil, denn der Herausgeber war die Atlas Filmverleih GmbH, die auf diesem Wege ihre eigenen Filme stärker zu vermarkten wusste. Der Atlas Filmverleih nahm seine aktive Geschäftstätigkeit im Jahr 1958 auf. Hanns Eckelkamp junior und sein Vater, die bereits eine Kinokette besaßen, übernahmen Anteile der Filmproduktion High Noon und stiegen damit ins Filmverleihgeschäft ein. Titel wie „Die Feuerzangenbowle" und viele andere berühmte Filme wurden im Laufe der Zeit durch die Atlas Film GmbH verliehen. Das Unternehmen war bis 1966 aktiv.

9. Der „Neue Filmkurier" in Österreich

Selbstverständlich können Sie heute nicht nur die Filmprogramme erwerben, die in den 1960er-Jahren in Deutschland auf den Markt kamen. So werden Sie zum Beispiel auch einige Exemplare der Publikation „Neuer Filmkurier" finden können, der von Experten und Fans auch ganze einfach als „NFK" bezeichnet wird. Bei dem „Neuen Filmkurier" handelt es sich um einen Bestandteil des österreichischen Filmprogrames – kurz NFP. Gestalterisch konnte der „Neue Filmkurier" mit mehreren Seiten und einem höheren Anteil Farb-Abbildungen überzeugen. Alles, was an Filmen in Österreich Rang und Namen hatte, wurde in einer eigenen Ausgabe oder sogar in einer Doppelausgabe mit erweitertem Umfang besprochen und dem Publikum vorgestellt.

10. Filmprogramme und Publikationen aus der DDR

Wenn Sie sich für die Kinogeschichte der DDR interessieren, finden Sie einen sehr guten Einstieg in die Thematik mit Ausgaben der „Filmrevue". Bei der „Progress-Filmillustrierten" handelt es sich um eine Kinoprogrammreihe, die schon sehr früh entstand, nämlich noch während der Sowjetischen Besatzungszeit im Jahr 1945. Nachdem mehr als 100 Ausgaben der „Filmrevue" erschienen waren, erweiterte das Land seine Publikationsbreite in diesem Bereich und gab die „Progress-Filmprogramme" heraus. Diese Programme erschienen bis zum Jahr 1966, anschließend benannte man die komplette Reihe in „Film für Sie" um. Filmprogramme aus der DDR spiegeln auch die Inhalte wieder, die das DDR-Regime seinerzeit für gut befand, denn selbstverständlich gelangten nur solche Filme in die Kinos der DDR.

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