Einstieg in den Drohnenflug: Das musst du wissen

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Einstieg in den Drohnenflug: Das musst du wissen

Endlich ist die heißersehnte Drohne da - so gelingt dir der Einstieg

Endlich ist die heißersehnte Drohne da - so gelingt dir der Einstieg

Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, mit und ohne Kamera an Bord und die Preise bewegen sich zwischen etwa Hundert und ein paar Tausend Euro.

Falls bei dir eine Drohne unter dem Weihnachtsbaum liegen soll, solltest du dir genau überlegen, was du damit anstellen willst – was hierfür nötig und zu beachten ist, verraten wir in diesem Ratgeber.

Fertigen Copter kaufen oder selber bauen

Für Bastel-Geeks wird der Drohnen-Bau zum absoluten Spass

Für Bastel-Geeks wird der Drohnen-Bau zum absoluten Spass

Am Anfang stellt sich die Grundsatzfrage: Eine fertige Drohne kaufen, mit der man sofort losstarten kann oder diese in Handwerksarbeit zusammenbasteln? Für zweite Option sollte man auf jeden Fall einiges an handwerklichem Geschick mitbringen und bereits mit Lötkolben, Heißluftföhn und Schrumpfschläuchen gearbeitet haben.

Drohne bauen: Dieses Equipment benötigst du

Wenn du dir deine Drohne selber baust, kannst du dir alle individu

Wenn du dir deine Drohne selber baust, kannst du dir alle individu

Dies erwähnt, gibt es natürlich eine Reihe von Komponenten, die für jede Art von Drohne obligatorisch sind:

Der Vorteil des Selberbauens: Es ist möglich, den Copter komplett an die eigenen Wünsche anzupassen: Du kannst die Art und Anzahl der Rotoren und die Größe des Akkus wählen und damit bestimmen, wie schnell und wie lang das Fluggerät unterwegs sein soll, wie schwer die Lasten sind, die es tragen kann und damit auch, ob und welche Art von Kamera du auf deiner Drohne befestigen kannst. Das bestimmt wiederrum, wie komplex deine Fernbedienung ausfällt und auf welche Funktionen du vom Boden Zugriff hast.

  • Der Rahmen: Darauf verbaust du alle anderen Teile

  • Control Board / Steuercomputer: Die Hauptplatine, die Eingaben der Fernbedienung verarbeitet und diese als Stromimpulse an die Motoren weitergibt.

  • Motoren

  • Regler für die Motoren
  • Propeller: Hier hast du die Wahl zwischen vier, sechs, acht oder sogar noch mehr Rotoren.
  • Akku: Je nachdem, wie leistungsfähig deine Drohne ist und wie viele Verbraucher darauf verbaut sind, muss auch die Energiekapazität dementsprechend ausfallen. Es gibt Setups mit einem oder mehreren Akku-Packs.
  • Eine Fernbedienung und den passenden Empfänger

Es gibt fertige Zusammenbau-Sets die bereits um rund 100 Euro zu haben sind. Je nach Ausstattung können diese aber auch schnell über 1.000 Euro kosten. Oder ihr stellt euch die Teile komplett selbst zusammen, was jedoch einiges an Know-How erfordert.

Viele Shops, aber auch private Drohnen-Profis bieten auch Zusammenbauservices an – für alle, die handwerklich nicht so geschickt sind.

Eine sehr ausgefallene Lösung für Einsteiger, die etwas zum Basteln haben wollen, bietet das Start-Up Flybrix an: Mit dessen Komplettsets kannst du Drohnen aus Lego bauen und diese zum Fliegen bringen. Stürzt dir die Flybrix ab, baust du sie einfach wie zuvor, oder aber komplett neu wieder zusammen.

Alternative: Fix und fertige Ready-To-Fly Drohnen

Wenn du keine Lust zum basteln hast, kannst du zur Ready-to-fly Drohne greifen

Wenn du keine Lust zum basteln hast, kannst du zur Ready-to-fly Drohne greifen

So genannte Ready-To-Fly-Drohnen sind bereits fertig zusammengebaut, vorkonfiguriert und ebenfalls in jedem Preisbereich zu haben. Mit diesen bekommst du meist alles, was du zum Fliegen benötigst, im Lieferumfang. Falls du neu auf dem Gebiet der Drohnen bist, sei dir ein Einsteigerprodukt empfohlen.

Aufnahmen von oben

Für Anfänger eignen sich RTF Modelle

Für Anfänger eignen sich RTF Modelle

Bei manchen Piloten steht einfach nur der Spaß am Fliegen im Vordergrund, vielen geht es dagegen vor allem darum, beeindruckende Fotos oder Videos aus hoher Höhe schießen. Hierfür ist fast jede Drohne mit einer Kamera ausgestattet. Günstige RTF-Modelle verfügen aber meist nur über eine qualitativ schlechte Action-Cam.

Das ist nicht nur wesentlich leichter zu steuern – wenn du das Teil unabsichtlich gegen einen Baum fliegst, ist der Ärger auch nicht allzu groß.

Fühl dich wie im Cockpit der Drohne: Steuern mit VR Brille

Mit der VR Brille bekommst du das Gefühl direkt im Cockpit der Drohne zu sitzen

Mit der VR Brille bekommst du das Gefühl direkt im Cockpit der Drohne zu sitzen

Ein immersives Flug-Erlebnis holst du dir mittels Virtual-Reality-Brille. Viele neue Modelle können das Bild der Frontkamera live an dein Smartphone übertragen, welches du wiederum mit deiner VR-Brille verbindest. Du bekommst so das Gefühl, direkt im Cockpit der Drohne zu sitzen und kannst dich dank Weitwinkelaufnahme auch per Kopfbewegungen umsehen.

Ein bei Hobbyfilmern beliebter Hersteller ist dagegen DJI, der mit der Phantom und der Mavic zwei hochwertige, aber auch kostspielige Modelle im Angebot hat. Die verbauten Kameras nehmen dafür mit einer Auflösung von bis zu 4K auf und lassen sich während des Fluges auch separat justieren. Kürzlich ist auch GoPro in den Drohnenmarkt eingestiegen – das Modell Karma bietet eine Halterung für die meisten aktuellen Actioncam-Modelle des Herstellers.

Ambitionierte Profifilmer wollen gar ihre Spiegelreflexkamera auf ihrem Fluggerät fixieren. Hierfür werden des Öfteren Custom-Builds, also Eigenbauten verwendet, oder auf sehr teure RTF-Fluggeräte zurückgegriffen, die aufgrund des höheren Gewichts auch besonders leistungsstark sein müssen. Der Preis eines solchen Modells kann sehr schnell mal bei mehreren Tausend Euro liegen.

Der Hersteller Parrot bietet mittlerweile mehrere Modelle an, mit denen Virtual-Reality-Flüge möglich sind. Die Bebop 2 ist bereits ab 430 Euro zu haben.

Relativ neu ist die Sportart des Drone-Racings, bei dem die Teilnehmer ihr Fluggerät so schnell wie möglich über VR-Steuerung durch Indoor-Parcours fliegen müssen. Wer dagegen im Freien eine Drohne steuert und dabei eine Virtual-Reality-Brille trägt, der muss in Deutschland unbedingt eine zweite Person dabeihaben, die stets Sichtkontakt hält. Und damit kommen wir zum letzten Punkt, den rechtlichen Bedingungen.

Rechtliche Probleme

Eine Drohne steigen zu lassen kann ganz schön problematisch werden. Ohne zusätzliche Genehmigung geht dies nur, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Copter wiegt weniger als fünf Kilo
  • Ständiger Sichtkontakt des Piloten
  • Drohne wird nur zu privaten Zwecken und nicht gewerblich eingesetzt
  • Kein Überfliegen von fremden Grundstücken, Menschenansammlungen, militärischen Anlagen, Krankenhäusern, Kraftwerken, Gefängnissen und Flugplätzen

Rund um Flughäfen gilt eine generelle Flugverbotszone von 1,5 Kilometern. Zusätzlich hat jede Stadt noch eigene Gebiete, die Drohnen nicht überfliegen dürfen. In Berlin etwa haben es Drohnenpiloten besonders schwer: Neben einem weiten Radius um die zwei Flughäfen Tegel und Schönefeld gelten nämlich ein 5-Kilometer-Radius um das Reichstagsgebäude und ein fast 4 Kilometer großer Radius um den Forschungsreaktor am Wannsee als Verbotszonen.

Hat dein Copter eine Kamera an Bord, ergeben sich noch weitere Probleme in Bezug auf die Bildrechte: Fotos und Videos, die andere Menschen kenntlich zeigen, dürfen nicht ohne deren Einwilligung verbreitet oder öffentlich zugänglich gemacht, also zum Beispiel auf YouTube geladen werden.

Zusätzlich ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht zu beachten, das bereits verletzt wird, wenn du mit deiner Drohne den Nachbarn auf seinem Grundstück filmst. Schließlich sei dir noch geraten, dich ausreichend zu versichern, da die meisten regulären Haftpflichtversicherungen Schäden durch Drohnen nicht abdecken.

Aber: Lasst euch von diesen Regularien nicht abschrecken, denn diese dienen ja schließlich unser aller Sicherheit. Tatsächlich ist das Drohnen-Hobby eines der spannendsten, die es gibt und die paar Aspekte, die man verinnerlichen muss, sind den Spaß beim Bauen und Fliegenlassen allemal wert.