Wissenswertes über Wasserrohre für Ihre Bewässerungsanlage

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So finden Sie geeignete Wasserrohre für Ihre Bewässerungsanlage
Die meisten Bewässerungsanlagen beginnen mit einem Brunnen, einer Pumpe und einer Handvoll Schläuche, die nach Lust und Laune im Garten ausgerollt, mit Verteilern zusammengestöpselt und mit Handbrausen, Spritzdüsen, Gartenduschen oder Regnern versehen werden. Für viele Hobbygärtner ist das so auch dauerhaft befriedigend. Eine Bewässerung über Schläuche hat definitiv ihre Vorteile: Man ist hochflexibel, Schläuche können den jeweiligen Anforderungen entsprechend ausgelegt werden, Regner können in kürzester Zeit neu platziert werden. Im Winter muss man sich keine Sorgen wegen etwaiger Frostschäden machen. Für andere Gärtner hingegen sind Gartenschläuche auf lange Sicht inakzeptabel. Schläuche neigen dazu, sich zu verknoten, umzuknicken und so dem Wasser den Durchfluss zu verwehren. Sie platzen oder rutschen von Schlauchkupplungen ab. Rollt man Schläuche auf, sind sie verschmutzt mit Erde, Sand oder Rasenschnitt. Jeder, der mit Schläuchen arbeitet, kennt diese Probleme. Doch hierfür gibt es Abhilfe. Mit der Verlegung von unterirdischen Wasserrohren zur Gartenbewässerung lässt sich das Schlauchchaos dauerhaft aus dem Garten verbannen. Außerdem ermöglicht ein Rohrsystem den Aufbau eines Bewässerungssystems mit Versenkregnern.

Kunststoffrohre für die Gartenbewässerung

Kunststoffrohre, die für die Gartenbewässerung Verwendung finden, bestehen in der Regel aus Polyethylen (PE). Diese Rohre gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen und Größen. Das Sortiment erstreckt sich von weichen, dünnen Rohren für Microbewässerungssysteme bis hin zu druckstabilen, großkalibrigen Rohren für den Anschluss an Pumpen mit hoher Leistung.

Weiche PE-Rohre

Weiches PE-Rohr findet hauptsächlich Verwendung für die Zuleitung von Wasser in Microbewässerungssystemen. Das weiche Material macht die Rohre flexibel genug für eine bequeme Verlegung.Gängige Größen für weiches PE-Rohr sind Außendurchmesser von 12, 16, oder 20 mm. Aber auch PE-LD-Rohre mit 25 und 32 mm Durchmesser sind erhältlich. Für die Verwendung von Microbewässerungssträngen in einer herkömmlichen Bewässerungsanlage ist unter Umständen die Verwendung eines Druckminderers erforderlich.

Harte PE-Rohre

Harte PE-Rohre werden in der Gartenbewässerung für die Zuleitung des Wassers von der Pumpe zu den verschiedenen Verbrauchern wie etwa Versenkregnern, Wassersteckdosen oder Wasserhähnen verwendet. Bei dem Anschluss einer Brauchwasserleitung an einen Wasserhahn ist der Hahn unbedingt mit der Bezeichnung "Kein Trinkwasser" zu versehen. Diese Rohre sind grundsätzlich für höheren Wasserdruck ausgelegt als die weichen PE-LD-Rohre. PE-HD-Rohre sind in verschiedenen Druckstufen ab PN8 (bis 8 Bar) aufwärts erhältlich. In der privaten Gartenbewässerung wird Wasserdruck über 8 Bar kaum vorkommen, so dass der Hobbygärtner bei der Wahl des passenden Rohrtyps keinen Einschränkungen unterliegt.

Gebräuchliche Rohrdurchmesser sind 20, 25 sowie 32 mm. Hierbei sind selbstverständlich die größeren Rohrdurchmesser in direkter Nähe zur Pumpe zu verwenden. Je weiter die Rohre sich verzweigen, desto kleiner können die verwendeten Rohre werden. Wird ein zu kleines Rohr direkt an die Pumpe angeschlossen, würde das ungünstige Druckverhältnisse ergeben. Unter Umständen wäre ein Großteil der Pumpenleistung verschwendet, da die Pumpe gegen einen zu kleinen Rohrdurchmesser ankämpfen muss. 25-mm-Rohre oder auch 32-mm-Rohre sind für den Druckausgang einer herkömmlichen Pumpe angemessen.

Vorschriften für den Anschluss an das Trinkwassernetz

Wenn die PE-Rohre nur für die Gartenbewässerung verwendet werden und keine direkte Verbindung zum Trinkwassernetz haben, bestehen keine besonderen Vorschriften für die Qualität der Rohre. Sollten die Rohre jedoch mit dem Trinkwassernetz verbunden sein (etwa über eine Einspeisung aus einem Wasserhahn), müssen die Rohre für den Gebrauch mit Trinkwasser geeignet sein, d. h. sie müssen das DVGW-Zertifizierungszeichen besitzen. Die DVGW ist die Deutsche Vereinigung des Gas und Wasserfaches e. V. und die für die Zertifizierung von Gas und Wasser führenden Anlagen verantwortliche Stelle. Für den Transport von Trinkwasser geeignete PE-Rohre mit DIN-DVGW-Zertifizierung haben in der Regel einen blauen Streifen. Meist sind die angebotenen Rohre aber ohnehin DIN-DVGW-zertifiziert - Rohre für den ausschließlichen Gebrauch mit Brauchwasser sind eher die Ausnahme.

Verbinder, T-Stücke etc.

Unverzichtbar beim Aufbau eines Rohrsystems sind Verbinder unterschieldicher Art. Um eine Abzweigung herzustellen, benötigt man ein T-Stück. Das PE-Rohr wird dabei in die Kupplung des Verbinders geschoben und mit einer Überwurfmutter festgeklemmt. Ein O-Ring (kreisrunder Dichtring) dichtet dabei die Verbindung zwischen Rohr und Verbinder ab. T-Stücke können Anschlüsse in verschiedenen Größen aufweisen. So ist es z. B. möglich, eine 20-mm-Leitung von einem 25-mm-Rohr abzweigen zu lassen. Reparaturverbinder verbinden zwei Rohrenden gleichen Durchmessers (etwa nach einer erfolgten Reparatur oder wenn aus anderem Grunde zwei Rohre miteinander verbunden werden müssen. Winkelverbinder verwendet man, um Richtungswechsel im Rohrnetz zu ermöglichen, denn PE-HD-Rohre haben nur eine geringe Flexibilität. Um einen Übergang zwischen Rohren unterschiedlichen Durchmessers zu schaffen, benutzt man Reduzierstücke. Mit Absperrhähnen lässt sich die Wasserzufuhr zu Abschnitten des Rohrsystems abriegeln. Das ist nützlich im Fall von Wartungsarbeiten, während der Rest der Anlage noch in Betrieb ist. Klemmverbinder, die in Trinkwasser führenden Rohrsystemen verwendet werden, müssen DIN-DVGW-zertifiziert sein.

Pipeline-Systeme einzelner Hersteller

Bestimmte Produzenten von Bewässerungstechnik vertreiben auch ihr eigenes Pipeline-System. Von den Maßen sind diese Rohre mit den gängigen PE-Rohren nahezu identisch. Die Verwendung markenfremder Verbinder kann hierbei allerdings zu Undichtigkeiten führen. Wer beabsichtigt, ein günstiges Rohrnetz aus PE-HD-Rohren zu installieren, sollte darauf achten, dass die Regner, Sprinkler, Wassersteckdosen etc. über gängige Gewindeanschlussstücke angeschlossen werden können. So steht einer erfolgreichen Kombination verschiedener Systemkomponenten nichts im Weg.

Entwässerung des Rohrsystems

Um möglichst lange Freude an dem so aufwändig verlegten Rohrsystem zu haben, muss unbedingt dafür gesorgt werden, dass die Rohre die Winter unbeschadet überstehen. Zwar sind die Rohre unterirdisch verlegt, in der Regel aber nicht so tief, dass man von wirklicher Frostsicherheit sprechen könnte. Anhaltender starker Frost dringt tief genug in den Boden ein, um auch unterirdisch verlegte Bewässerungsanlagen erreichen zu können. Steht dann noch Wasser in den Rohren, würde das Eis diese platzen lassen. Es muss also eine Möglichkeit geschaffen werden, die Rohre für den Winter zu entwässern. Eine gute Methode ist der Einsatz von Entwässerungsventilen. Diese Ventile bleiben so lange geschlossen, wie ein bestimmter Druck (z. B. 0,2 Bar) im Rohrsystem anliegt. Fällt der Leitungsdruck unter diesen Wert, öffnet sich das Ventil und lässt restliches Wasser nach draußen ab. Um ein Rohrsystem mit solchen Ventilen zuverlässig entwässern zu können, müssen die Ventile an den tiefsten Stellen des Leitungsnetzes angebracht werden. Führen die Rohrleitungen durch Bodensenken, muss in jeder Senke an der tiefsten Stelle ein Entwässerungsventil angebracht werden, da dort sonst Restwasser verbleiben würde.

Fazit

PE-Rohre sind in der Gartenbewässerung ein sehr hilfreiches Mittel, um eine unauffällige und vor allem verlässliche Zuleitung von Wasser zu entfernten Verbrauchern zu ermöglichen. Der Arbeitsaufwand bei der Verlegung ist zwar ziemlich hoch, der Nutzen, den man damit erzielen kann, wiegt die Mühen aber in jedem Fall wieder auf. Bei der Verlegung muss jedoch mit Umsicht und Sorgfalt vorgegangen werden, denn Reparatur- oder Nachbesserungsarbeiten wären wieder mit viel Arbeit verbunden. Besonderes Augenmerk muss auf die Entwässerung des Systems gelegt werden, damit das so mühsam verlegte Rohrsystem im Winter nicht durch Frost beschädigt wird. Im Fall des Anschlusses an das Trinkwassernetz muss unbedingt auf die vorliegende DIN-DVGW-Zertifizierung aller verwendeten Teile geachtet werden.