Wie erkenne ich als Laie eine gefälschte Luxusuhr?

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Wie erkennen Sie eine gefälschte Luxusuhr?


Da ich immer häufiger gefälschte Uhren entdecke möchte ich einen allgemeinen Ratgeber verfassen wie Sie auch als Laie relativ einfach eine gefälschte Uhr erkennen. Nicht alle hier genannte Kriterien müssen auf alle Luxusuhren zutreffen. Grundsätzlich gilt: Vergleiche anhand mit Bildern von den Herstellerseiten hilfen sehr weiter!

Das Glas:

Fast alle Luxusuhren haben ein Saphirglas. Um als Laie festzustellen ob ihre Uhr auch eins hat säubern Sie das Glas und geben einen Wassertropfen drauf. Zerläuft dieser beim kippen der Uhr, haben sie höchstwahrscheinlich ein Mineralglas! Luxusuhren haben fast nie ein Mineralglas! Verrutscht der Wassertropfen als Ganzes (er darf nicht verlaufen), handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Saphirglas. Bei den neuen Rolex Modellen ist die Laserkrone in das Glas gelasert (es gibt aber auch alte Modelle die gar keine Krone im Glas haben). Bedeutet, bei genauem hinsehen sind es viele kleine Punkt. Bei vielen gefälschten Modellen ist diese einfach reingeätzt! Oftmals sind hochwertige Uhren auch entsiegelt was man sieht. Das Glas schimmert dann bläulich wenn man es schräg in das licht hält (z.B. bei Breitling Modellen). Rolex Modelle sind NICHT entspiegelt.

Offene Unruhe:

Viele einfach gefälschte Modelle haben eine offene Unruhe. Diese gibt es bei Luxusuhren nicht bzw. nur bei ganz wenigen (z.B. bei einem Modell von Baume & Mercier). Allerdings ist mir keine Breitling, Rolex, Panerai, Omega,etc. mit offener Unruhe bekannt.
Grundsätzlich gibt es nur Tourbillon Modelle bei denen sich die Unruhe um sich selbst dreht! Eine offene Unruhe gibt es bei fast keinen Luxusuhren! Diese Tourbillon Modelle kosten oft mehrere Zehntausend euro.

Die Totalisatoren (kleine Anzeigen auf dem Zifferblatt):

Nur wenige, sehr hochwertige Luxusuhren haben ewige Kalender. Oftmals werden in Fälschungen, die eigentlich einen Chronographen (Stopuhr) haben sollten, einfache Kaliber mit Datums, Wochentags, Monats, und Wochentagsanzeige verbaut wo eigentlich eine Chronograph sitzen müsste. Oftmals erkennen Sie das schon daran, dass die Chronographenzeiger gerade nach oben (also auf 0) stehen müssten und das nicht der Fall ist, da die Wochentagsanzeige z.B. inzwischen auf 2 für Dienstag steht!

Die Qualität des Armbands:

Oftmals ein ausschlaggebender Punkt. Viele Luxusuhren haben schlecht verarbeitete Bänder, bei denen die Anstöße des Armbandes auf der Rückseite nicht sauber am Gehäuse anliegen oder das Lederarmband billig verarbeitet ist. Achten Sie auf die Spaltmaße!

Schlagzahl des Werkes:

Gewöhnliche Schlagzahlen sind 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (z.B. Panerai) oder 28.800 Halbschwingungen (z.B. Breitling, Rolex, etc).
Viele gefälschte Modelle haben ein sogenanntes DG28xx (z.B. Rolex Replica Uhren) oder auch Unitas 6497/6498 Nachbauten (z.B. Panerai Replica Uhren). Das DG28xx ist ein chinesisches Uhrwerk mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. In der aktuellen Rolex Submariner ist das Kaliber 3135 von Rolex verbaut. Dieses hat 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Bedeutet der Sekundenzeiger muss absolut flüssig laufen. Ist ein ruckeln zu sehen, hat das kaliber vermutlich weniger Halbschwingungen. Wenn Sie z.B. eine Uhr mit einem ETA 2824 (sehr geläufig) besitzen hat das höchst wahrscheinlich 28.800 Halbschwingungen pro Stunde.
Bedeutet bei einer Uhr mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde läuft der Sekundezeiger wesentlich flüssiger als bei einer Uhr mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde! Am besten kann man diesen Unterschied aber hören denn eine Uhr mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde tickt wesentlich schneller!

Die Lünette:

Oftmals sind die Zahlen auf der Lünette (besonders Keramiklünetten bei Rolex oder Omega,etc. Replicas) zu schwach oder zu dünn.

Die Leuchtmasse:

Oftmals haben gefälschte Uhren falsche Leuchtmassen (z.B. grün anstatt blau). z.B. bei einer Rolex Submariner Fälschung.

Die Datumsscheibe:

Bei vielen Fälschungen sitzt die Datumsscheibe zu tief (oft bei Breitling Modellen). Normalerweise sitzt diese (fast) direkt unter dem Zifferblatt. Bei einigen Fälschungen ist diese auch falsch bedruckt. Achten Sie deshalb auf die Schriftart der Datumsscheibe und ob diese richtig sitzt.
 

Fazit

Aber Vorsicht! Es gibt auch sehr gut gefälschte Uhren, bei denen Sie kaum erkennen, dass es sich um eine Fälschung handelt. Aber das erkennen Sie dann bei einem Internetkauf wahrscheinlich sowieso nicht. Da hilft nur noch, das Gehäuse mit einem Gehäuseöffnerball zu öffnen. Es gibt zwar gut gefälschte Werke aber immer Schriftzüge und Gravuren die falsch sitzen oder gar nicht erst auf dem Werk angebracht sind. Auch sind die Verzierungen der Werke (auch wenn die Werke vom Aufbau her exakt nachgebaut sind was bei Nachbauten des Valjoux 7750 oder des ETA 2824 zutrifft) oftmals falsch oder nicht so sauber gemacht wie beim Original!

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen kurzen Überblick verschaffen wie Sie auf die Schnelle Fälschungen enttarnen können.
Für Fragen und Verbesserungsvorschläge stehe ich gerne zur Verfügung.
 
 
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