Wichtige Info: LED-Kennzeichenbeleuchtung ist nur mit vorhandener ABE zulässig

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Wichtige Info: LED-Kennzeichenbeleuchtung ist nur mit vorhandener ABE zulässig

Wer heute ein Auto führt, muss jederzeit mit einer Polizeikontrolle rechnen. Das hat weniger mit Schikane zu tun. Sondern vielmehr mit Kontrolle, etwa, ob das Fahrzeug den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Wurde etwas frisiert und nicht abgenommen? Gerade beim Tuning gilt Vorsicht, selbst Sportsitze müssen unter Umständen vom TÜV freigegeben werden. Ansonsten dürfen die Sitze nicht genutzt, das Auto nicht gefahren werden.

Sehr genau schaut die Polizei außerdem bei der Beleuchtung des Fahrzeugs hin. Funktionieren die Scheinwerfer wie gewünscht? Sind eventuell die Blinker defekt oder die Rücklichter? Dunkel dürfen auch die Kennzeichen nicht sein, weswegen der hiesige Gesetzgeber hierfür eine akkurate Kennzeichenbeleuchtung vorsieht. Schließlich sollen Sie zweifelsfrei identifiziert werden können, wenn Sie nachts zu schnell durch die Innenstadt rasen oder eine rote Ampel missachten.

Doch selbst die Kennzeichenbeleuchtung können Sie „pimpen", wie man das so schön auf neudeutsch sagt. Beispielsweise mit einer LED-Kennzeichenbeleuchtung. Die verspricht mehr Leistung bei weniger Energiebedarf. Weniger Energiebedarf heißt wieder weniger Verbrauch. Prompt gibt es ein Aber, denn nicht alles ist erlaubt. Was Sie bei der Nachrüstung Ihres Autos mit einer LED-Kennzeichenbeleuchtung beachten müssen, weiß der folgende kleine Ratgeber.

Gut beleuchtet muss sein: Vorschrift zur Kennzeichenbeleuchtung

Was alles bei der LED-Kennzeichenbeleuchtung erlaubt ist und was wieder nicht, klärt der deutsche Gesetzgeber in alter Tradition natürlich gewohnt gründlich. Wobei die Vorgaben weniger deutscher, als vielmehr europäischer Natur sind. Tatsächlich setzt Deutschland lediglich die Vorgaben der Europäischen Union um, womit es anderen EU-Bürgern also nicht besser ergeht. Im Gegenteil dürfte die einheitliche Vorgabe sogar ein Vorteil sein, denn was hier legal oder illegal ist, gilt ebenso für Frankreich, Spanien, Italien, u.a.

Die wichtigsten Regeln

Um das Wichtigste zum Thema Kennzeichenbeleuchtung zusammenzufassen, ist diese beispielsweise für sämtliche Fahrzeuge Pflicht. Zumindest, wenn Sie diese Fahrzeug auf öffentlichen Straßen fahren wollen. Dazu gehören neben Autos oder Motorrädern auch Anhänger aller Art. Ausgenommen von dieser Pflicht der Kennzeichenbeleuchtung sind allein Kleinkrafträder wie Mopeds und Mofas sowie vierrädrige Leichtfahrzeuge wie Quads. Letzteres schließt laut deutschen Kraftfahrt-Bundesamt übrigens auch Renaults Mini-Stromer Twizy ein, der sich seit einiger Zeit zu einem neuen Trend für Großstädter mausert.

Ansonsten dürfen für die Kennzeichen nur Leuchten verwendet werden, die nach ECE zugelassen sind. Diese ECE-Zulassung ist an einem speziellen Emblem zu erkennen, nämlich einem schwarzen Kreis, der den Buchstaben „E" sowie eine Kennzahl enthält, beides ebenfalls in schwarzer Farbe gedruckt. Sollten Sie also auf die Idee kommen, Ihren Wagen mit einer LED-Kennzeichenbeleuchtung nachzurüsten, achten Sie unbedingt auf diese Zulassung. Ohne diese ECE-Zulassung könnte Ihnen ein übergenauer Prüfer bei der nächsten Hauptuntersuchung die neue Plakette verweigern, womit das Auto nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden darf. Achten Sie also ganz genau auf die ECE-Genehmigung.

Nachrüsten: LED-Kennzeichenbeleuchtung mit ECE und ABE

Neben ECE sind drei weitere Buchstaben interessant, nämlich ABE. Das Kürzel steht für Allgemeine Betriebserlaubnis und nimmt Ihnen quasi den Pflichtbesuch beim TÜV ab. Wer sein Auto tunen will, braucht eigentlich nur auf diese ABE zu achten. Denn Hersteller, die eine ABE gleich mitliefern, haben strikt nach gesetzlichen Vorgaben produziert und erfüllen somit sämtliche vorgeschriebenen Normen. Das wird prompt vom Staat gewürdigt, wodurch das Produkt nach einer Prüfung diese ABE erhält und somit jederzeit in einem Auto eingebaut werden darf. Dank ABE ist das Bauteil auf jeden Fall gesetzeskonform, was eine Visite beim TÜV überflüssig macht, weil das Bauteil bereits vom TÜV oder einer anderen zugelassenen Organisation geprüft und für einwandfrei wurde.

Mit anderen Worten: Was eine ABE hat, ist legal. Ob Scheinwerfer, Bremsen, Kupplung, Heckspoiler oder Lampen. In puncto Beleuchtung ist diese ABE daher gleichbedeutend mit der gerade diskutierten ECE-Genehmigung, weil die EU-Vorgaben vom Hersteller beachtet wurden.

Haben Sie hingegen nicht aufgepasst und finden Sie bei Ihrer neuen LED-Kennzeichenbeleuchtung keine entsprechende ABE, müssen Sie unverzüglich beim TÜV vorbeischauen. Der wird Ihre neue Beleuchtung entweder abnehmen oder schlimmstenfalls verweigern, womit Sie wohl nur noch auf die alte Beleuchtung zurückrüsten können. 

Das ist bei der LED-Kennzeichenbeleuchtung zu beachten

Allerdings muss der Fehler bei einer verweigerten TÜV-Abnahme nicht mal am Produkt liegen. Durchaus möglich, dass die neue LED-Beleuchtung selbst ohne ABE den Vorschriften entspricht, aber der Einbau nicht korrekt ausgeführt wurde. Tatsächlich gilt es auch bei der Montage der neuen Kennzeichenbeleuchtung einiges zu beachten, was sich eine Prüforganisation natürlich genau anschaut.

Beispielsweise müssen Sie die elektrische Schaltung so einbauen, dass die LED-Beleuchtung automatisch mit den Rücklichtern aktiviert wird. Also mit der kompletten Scheinwerferanlage, die bekanntlich die Rückleuchten einschließt. Ein Extra-Schalter für die LED-Kennzeichenbeleuchtung ist somit weder nötig noch zulässig. Aktivieren Sie das Licht Ihres Autos, muss prompt die Kennzeichenbeleuchtung angehen.

Übrigens gibt es auch eine Richtlinie, aus welcher Entfernung ein Kennzeichen - des Nachts und mit aktivierter Kennzeichenbeleuchtung - zu erkennen sein muss. Als genaue Zahl gelten hier 20 Meter. Obendrein macht der Gesetzgeber weitere Vorschriften. Diese betreffen unter anderem Lichtfarbe, Lichtwinkel, Stärke oder Leuchtkraft. Zuletzt muss die Kennzeichenbeleuchtung so angebracht sein, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden.

Gerade was Punkte wie Lichtstärke oder Leuchtdichte angeht, sei noch mal auf die ABE hingewiesen. Mit einer solchen Allgemeinen Betriebserlaubnis sind die technischen Vorgaben allesamt beachtet und erfüllt. Bei Produkten ohne ABE, womöglich gar noch aus dem Ausland, können Sie hingegen böse auf die Nase fallen, weil einfach alles falsch ist. Sollte die TÜV-Absage übrigens an einer fehlerhaften Montage der Kennzeichenbeleuchtung liegen, wird Ihnen das die Prüforganisation selbstredend mitteilen und Sie so auf die richtige Fährte setzen.

Dioden an: Warum eine LED-Kennzeichenbeleuchtung nachrüsten

Doch warum sollten Sie Ihre alte Kennzeichenbeleuchtung überhaupt mit einer LED-Variante ersetzen? Was birgt die LED-Version für Vorteile? Tatsächlich sind hier gleich einige zu nennen. Zum einen sind Leuchtdioden im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen deutlich effizienter. Das liegt vor allem am geringeren Wärmeverlust, der bei einer Glühlampe bekanntlich nicht wenig ist. Versuchen Sie nur mal eine seit zehn Minuten brennende Glühlampe anzufassen. Und danach probieren Sie LEDs. Den Unterschied dürften Ihre Finger verraten.

Allein mit weniger Wärmeverlust und mehr Effizienz sind die Vorteile der immer mehr in Mode kommenden LEDs allerdings noch nicht abgetan. Denn im Vergleich zu Glühlampen sind „light-emitting diodes" auch noch um einiges langlebiger. Kaum ein Autobesitzer hat an seinem Fahrzeug noch nicht die eine oder andere Glühbirne wechseln müssen, irgendwann quittierten diese ihren Dienst. LEDs halten hingegen ein ganzes Autoleben durch, womit ein Wechsel nahezu ausgeschlossen ist. 

Doch selbst damit haben LEDs noch nicht alle ihre Vorteile ausgespielt. Denn auch in punkto Lichtfarbe sind mit den Dioden mittlerweile fast alle Farben möglich. Zugegeben dürfte dieser Punkt weniger für die Kennzeichenbeleuchtung taugen. Die nämlich sollte möglichst farblos sein. Doch genau das bekommen „normale" LEDs bestens hin. Ihr Licht ist weniger gelb, als vielmehr kühl-weiß.

Alternativen: Was ist neben der LED-Kennzeichenbeleuchtung erlaubt

 

Selbstleuchtende Kennzeichen

Letzten Endes ist aber selbst die LED-Kennzeichenbeleuchtung nicht ohne Alternative. Denn es gibt noch eine weitere Möglichkeit, die sogar ganz ohne Zusatzbeleuchtung auskommt. Diese Alternative finden Sie in sogenannten „selbstleuchtenden Kennzeichen", die seit 2006 offiziell vom Kraftfahrt-Bundesamt zugelassen sind. Selbstleuchtende Kennzeichen sind extrem flach und geben eigenes Licht ab, womit jede weitere Beleuchtung überflüssig wird.

Die Umsetzung ist sogar auf verschiedene Arten möglich. Beispielsweise wird eine spezielle rückstrahlende Folie eingesetzt, die Elektrolumineszenzfolie. Bekannt wurde diese Art der Kennzeichenbeleuchtung durch das Unternehmen 3M und den Edel-Volkswagen Phaeton. Mittlerweile scheint die Alternative aber wieder in der Versenkung verschwunden, zumindest deutsche Hersteller bieten aktuell keine selbstleuchtenden Nummernschilder an.

Reflektierende Kennzeichen

Eine andere Idee sehen manche Autofahrer in reflektierenden Kennzeichen, die bereits Anfang der 1970er aufkamen. Diese Kennzeichen müssen jedoch eine zusätzliche Kennzeichenbeleuchtung aufweisen und dürfen nicht allein eingesetzt werden. Der Grund ist einfach: Ohne Kennzeichenbeleuchtung sind reflektierende Kennzeichen nicht zulässig. Tatsächlich dienen reflektierende Kennzeichen lediglich einem Mehr an Sicherheit und sollen das Lesen des Kennzeichen vereinfachen. Das funktioniert aber nur mit einer Lichtquelle, die die Kennzeichen reflektieren kann.

Ohne externe Lichtquelle tritt jedoch keine Reflektion auf, vergleichbar mit den Reflektoren an einem Fahrrad. Von selbst leuchten die Reflektoren bekanntlich nicht, sondern erst wenn diese beleuchtet werden. Fußgänger oder Überwachungskameras können reflektierende Kennzeichen daher nicht erkennen, weswegen eine zusätzliche Beleuchtung für diese sehr wohl Pflicht ist, übrigens ganz im Gegensatz zur weitverbreiteten, aber trotzdem falschen Meinung.

Der Einbau von LEDs

Der Einbau einer neuen LED-Kennzeichenbeleuchtung dürfte einem halbwegs talentierten Hobbyhandwerker schließlich nicht allzu schwer fallen. Entsprechende Anleitungen zur Montage einer LED-Kennzeichenbeleuchtung müssten Sie mit wenigen Klicks im Internet finden, parallel dürften Sie einige interessante Videos zum Thema aufstöbern können. 

Fazit

Wer ohne funktionierende Beleuchtung erwischt wird, riskiert wenig überraschend ein Bußgeld. Ist Ihre Beleuchtung defekt, sorgen Sie umgehend für eine entsprechende Reparatur. Oft genug ist es nur ein Wackelkontakt oder ein loses Kabel Schuld, eine Minute Zeit zum Nachschauen kann Ihnen daher einige Euro sowie Ermahnungen seitens der strengen deutschen Ordnungshüter sparen. Ob Sie Ihre Kennzeichenbeleuchtung gleich mit einer LED-Version erneuern, ist allein Ihnen überlassen. Vorteile bieten LEDs wie oben aufgezählt jedenfalls einige, weswegen die Dioden sicherlich eine nicht uninteressante Alternative sind. In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Reparatur oder dem Wechsel der Beleuchtung.