So ziehen Sie Vanda Orchideen in Glasgefäßen

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So ziehen Sie Vanda Orchideen in Glasgefäßen

Die Vanda-Orchidee ist, wie der Name schon verrät, eine Gattung aus der Familie der Orchideen, oder botanisch Orchidaceae, in der mehr als 50 Arten zusammengefasst sind. Es handelt sich hierbei um epiphytisch wachsende Pflanzen, also Pflanzen, die die nicht in der Erde, sondern auf anderen Pflanzen wachsen. Ihr Verbreitungsgebiet ist Südostasien. Die Orchideen-Gattung Vanda bringt sehr prächtige und langlebige Blüten hervor. Mit gewissen Einschränkungen eignet sie sich für eine Kultivierung in der Wohnung.
Vanda-Orchideen benötigen sehr viel Luftfeuchtigkeit. Die Pflanzen können ohne regelmäßiges Besprühen mit Wasser in Wohnungen nicht allzu gut gedeihen. Ihre Ursprungsländer sind Burma, Thailand, Nepal und Borneo. Die Vanda-Orchidee benötigt viel Aufmerksamkeit und Pflege von ihrem Besitzer, wächst aber, wenn sie diese erhält, zu einer wahren Schönheit heran. Vanda-Orchideen gibt es in vielen Farben. Bei dieser Orchidee werden die Blüten recht groß und werden als langlebig betrachtet. Allerdings sind die Vandeen nicht die blühfreudigsten Orchideen, sodass auch bei guter Pflege lediglich eine bis drei Blütezeiten erwartet werden dürfen.

Botanischer Hintergrund der Vanda-Orchidee

Die Gattung der Vanda-Orchideen wurde erstmals 1820 von Robert Brown zusammengefasst. Allerdings verwendete Jones den Begriff Vanda bereits 1795 für die aus Indien stammende Vanda tesselata. Dabei handelt es sich um den Trivialnamen der Pflanze im Hindi und hat seine Herkunft im Sanskrit. Vanda wird innerhalb der Familie der Orchideen dem Subtribus Aeridinae zugerechnet. Die Gattungen Luisia, Ascocentrum, Christensonia, Papilionanthe und Euanthe sind miteinander verwandt. Die Abgrenzung der Gattung wird auch bei Experten widersprüchlich diskutiert. Der wesentlichste Unterschied zwischen Vanda und den Ascocentrum-Arten ist ihre Größe. In einer ersten genetischen Untersuchung wurden etwa 30 Arten vor allem der Gattungen Aerides, Vanda und Ascocentrum bestimmt. Dabei hat sich gezeigt, dass Euanthe, Christensonia, Vanda und Ascocentrum, sehr nah miteinander verwandt sind. Hieraus ergab sich auch, dass Vanda und Ascocentrum demnach nicht eindeutig einem Stamm zuzuordnen sind.

Typische Kennzeichen der Vanda-Orchidee

Bei Vanda wird das Wachstum als monopodial bezeichnet, sodass die neuen Blätter immer rechts und links an der Spitze des Triebes wachsen. Der Spross erscheint aufrecht und kann eine große Länge erreichen, selten ist er an der Spitze übergeneigt. Die Wurzeln wachsen aus dem unteren Bereich der Sprossachse. Sie sind sparrig abstehend und dick und von einer mehrschichtigen, der Wurzelhaut entstammenden Hülle der Luftwurzeln umgeben. Die Anordnung der Blätter ist zweizeilig. Die Internodien sind kurz. Die Sprossachse wird vollständig durch die Blattbasen, welche den Spross umfassen, verdeckt. Zwischen Blattspreite und Blattgrund befindet sich ein trennendes Gewebe. Die Blätter erscheinen von der Basis an V-förmig entlang der Mittelrippe gefaltet, weiter vorne sind diese flach ausgebreitet. Die Blätter sind schmal, riemenförmig bis linealisch. Vielfach ist die Spitze leicht eingezogen und dadurch asymmetrisch unregelmäßig gezähnt oder zweilappig.

Der Blütenstand stellt sich als lockere Traube dar. Er erscheint aus den Blattachseln und weist drei bis 15 Blüten auf. Die Blüten sind meist duftend, farbig und groß. Sie verwelken, solange noch keine Bestäubung stattgefunden hat, erst nach längerer Zeit. Die Blüten sind auswärts gedreht. Die Blütenblätter sind untereinander nicht verwachsen und abgesehen von der Lippe etwa gleich, ihre Form ähnelt der eines Spatels. Die seitlichen Kronblätter präsentieren sich oft kleiner als die äußeren Blütenblätter. Bei bestimmten Arten wie der Vanda tricolor sind diese an der Basis verdreht, sodass die Rückseite zur Vorderansicht wird. Die Ränder der Blütenblätter sind meist wellenförmig, ihre Spreite kann durch andersfarbige Punktierung und Aderung ein Muster aufweisen. Die Lippe besteht aus drei Lappen, dabei ist sie unbeweglich angewachsen. An ihrer Basis weist die Lippe einen kurzen, meist seitlich zusammengedrückten Fortsatz auf. Im Gegensatz zu anderen verwandten Gattungen zeigt dieser Fortsatz im Innern keine Erhebungen oder Verwachsungen. Die seitlichen Lappen der Lippe sind nach oben geschlagen und nicht besonders groß. Der mittlere Lappen ist bedeutend größer. Er ist oft auch auffällig gefärbt, mit in Längsrichtung verlaufenden, jedoch nicht sehr ausgeprägten Leisten oder Kielen versehen. Bei verschiedenen Arten ist der Mittellappen sehr unterschiedlich geformt, in der Regel allerdings konvex gewölbt. Die Säule ist fleischig und von geringer Länge, an der Basis zu einem Podest verbreitert, und trägt ein kapuzenförmiges Staubblatt. Die beiden Pollinien sind über einen gemeinsamen kleinen Stiel mit einer großen Klebscheibe verbunden. Sie sind rundlich geformt sowie eingeschnitten. Bei einigen Arten gelten Holzbienen als Bestäuber.

Kultivierung der Vanda-Orchidee

Verschiedene Arten der Vanda-Orchidee und besonders deren Hybriden werden als Schnittblumen und Zimmerpflanzen verwendet. Die nah verwandten Papilionanthen und Euanthen werden in der Gartenkultur ebenfalls als Vanda geführt. Als eine der ersten und wichtigsten Züchtungen gilt Miss Joaquim, deren Abstammungsarten von Experten zu den Papilionanthen gezählt werden. Ein wichtiger Kreuzungspartner ist die Art Vanda coerulea, deren blaue Blütenfarbe unter den Orchideen besonders auffällt. Eine früh bekannte und häufig genutzte Hybride ist die Vanda Rothschildiana, die aus Vanda coerulea und Euanthe sanderiana gekreuzt wird. Für die Produktion von Schnittblumen wurden Kreuzungen der Arachnis hookerana verwendet.

Die Wurzeln sind auf Luftzirkulation angewiesen und sollten zwischen den Befeuchtungen regelmäßig abtrocknen. In vielen Fällen werden die Orchideen hängend und wurzelnackt kultiviert. Ein Aufenthalt im Freien ist bei der Kultur von entsprechenden Kälte-toleranten Sorten im Sommer mit einer optimalen Lichteinstrahlung möglich. Vanda-Orchideen vertragen nach einer gewissen Eingewöhnungsphase die pralle Mittagssonne, gewöhnlich benötigen sie ohnehin eine große Lichtmenge zur Blüteninduktion. Die gesamte Konstitution wie auch die Blühfreudigkeit der Pflanzen werden auch durch die ständige Luftzirkulation sowie die nächtliche Temperaturabsenkung positiv beeinflusst.

Eventuelle Probleme bei der Kultivierung der Vanda-Orchidee

Nach dem Kauf einer Vanda-Orchidee oder dann, wenn einem die Pflanze als Geschenk überreicht worden ist, sieht die Vanda in der Regel zunächst sehr gut aus. Die Vanda blüht prächtig und, weil sie üblicherweise nicht in einem Substrat gehalten wird, gestaltet sich die Pflege anfangs recht einfach. Nach relativ kurzer Zeit wird allerdings klar, dass sich diese offensichtliche Einfachheit als das größte Problem der Exoten erweist. Denn auch diese Pflanzen benötigen Nährstoffe und Wasser. In aller Regel ist die Luftfeuchtigkeit in einem Wohnzimmer zu gering, sodass die anfänglich noch starken, gesunden Luftwurzeln nach kürzester Zeit austrocknen. Die wenigsten Orchideen-Liebhaber verfügen über die Zeit, ihre Vandas täglich mit Wasser einzusprühen. Die Erfahrung zeigt, dass dies in der ersten Zeit noch funktioniert.

Wenn die Vanda verblüht ist, beginnen die Schwierigkeiten mit der Motivation, die Orchidee jeden Tag im Wasser einzutauchen oder die Pflanze zu befeuchten. Geschieht dies nicht, bedeutet das das Todesurteil für diese schönen und interessanten Blumen. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem der eigentliche Reiz erst jetzt beginnt, nämlich die Herausforderung, die Orchidee immer wieder zum Blühen zu bekommen. Selbst wenn der Pflanzenfreund die Energie besitzt, die Vanda auch nach der Blüte zu wässern, taucht das gleiche Problem auf, wenn er auf eine Dienstreise oder in Urlaub fahren möchte. Nicht jeder Orchideen-Liebhaber kann einen Freund oder einen Nachbarn motivieren, der jeden Tag das Einsprühen der Vanda übernimmt. Damit ist es für einen durchschnittlichen Orchideen-Freund fast unmöglich, Vandas erfolgreich zu kultivieren. Allerdings haben findige Kleingärtner einen Weg gefunden, die attraktiven, blauen Orchideen in ihren Räumen ein Heim zu bieten und trotzdem noch in Urlaub fahren zu können.

Vanda-Orchideen im Glas

Vanda Orchideen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, sollten jedoch unter keinen Umständen, und dies besonders nachts, feucht stehen. Vandas bevorzugen direkte Sonneneinstrahlung, was jedoch zu einer niedrigeren Luftfeuchtigkeit führt. Wenn sich die Wurzeln in einem großen Glasgefäß befinden, kann die Luftfeuchtigkeit darin besser gehalten werden, als wenn die Luftwurzeln frei im Zimmer hängen. Dennoch benötigen die Orchideen wenigstens einmal am Tag einen Wassernebel oder sie sollten in Wasser getaucht werden. Die Vandas können in großen Glaszylindern kultiviert werden, in denen eine Schicht Kieselsteine liegen sollte, damit die Wurzeln unter keinen Umständen länger im Wasser verbleiben, was unweigerlich zum Faulen der Pflanze führen würde. Bei dieser Methode kann über ein professionelles Vernebelungs-System täglich drei bis vier Mal Wassernebel in das Glasgefäß eingeblasen werden. Dies erfolgt über eine Zeitsteuerung, die mit einem Wasserreservoir verbunden ist. Nun muss der Orchideen-Freund nur noch darauf achten, dass die Wasserversorgung nicht abreißt. Zusätzlich kann den Vandas etwa alle ein bis zwei Monate etwas Dünger zugesetzt werden. Auf diese Weise kann jeder Freund dieser Exoten auf recht einfache Art und Weise seine Vanda-Orchideen im Wohnzimmer kultivieren.

Schädlinge und Krankheiten der Vanda-Orchidee

Ascocentrum und Vanda-Orchideen werden besonders bei zu nasser und kalter Umgebung leicht von Bakterien und Pilzen angegriffen. Ein eklatanter Befall ist die sogenannte „Thai disease". Hierbei handelt es sich um Pilze, die die Leiterbahnen der Pflanzen von unten her befallen, was unter anderem zu Blattabwurf führt. In einigen Fällen bildet die Orchidee aus der Not heraus noch einige Wurzeln im oberen Teil der Pflanze. Auf diese Weise kann dann ein Kopfsteckling gewonnen werden – ansonsten ist die Pflanze verloren. Größere Chancen für die Rettung der Orchidee bestehen in dem Fall, wenn auf den Blättern schwarze Flecken erscheinen. Häufig werden auch die Wurzeln befallen. In solchen Fällen bildet sich eine schwarze Schicht auf den Wurzeln, die der Pflanzenfreund nach dem Einweichen leicht abreiben sollte. Langfristige Abhilfe schafft die Verbesserungen der Verhältnisse in der Umgebung. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Behandlung mit Knoblauchbrühe oder Zimt.

Die Pflege der blauen Vanda-Orchideen ist recht aufwendig, allerdings entschädigt die Pracht der außerordentlich attraktiven Pflanzen den Liebhaber dieser exotischen Gewächse.

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