So schützen Schmutzfänger Ihr Auto und den nachfolgenden Verkehr

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So schützen Schmutzfänger Ihr Auto und den nachfolgenden Verkehr

Zu jedem Unwetter und Winter ist es das gleiche Lied: Deutschlands Straßen mutieren mitunter zu wahren Feldwegen, zumindest was die Verschmutzung angeht. Jede Baustelle, jeder Ackerweg bedeutet noch mehr Schmutz. Gleiches gilt für den Winter, wo nur zu gern und vor allem großzügig Salz gestreut wird.

Ohne gewisse Helfer würde der nachfolgenden Verkehr kaum noch etwas sehen können, die Windschutzscheibe nach wenigen Metern komplett verschmutzt sein. Dass es nicht so ist, verdanken wie einem kleinen, recht unscheinbaren Helfer, dessen Nutzen leider selten bis nie gewürdigt wird.

Haben Sie schon eine Ahnung, von welchen Helfern die Rede ist? Schauen Sie sich mal Ihr Auto genauer an. Hinter Ihren Rädern, vorn wie hinten, werden Sie fündig. Was dieser oft vollkommen unbeachtete Schmutzfänger alles bewirkt und wie er zum großen Beschützer des nachfolgenden Verkehrs wird, erfahren Sie im Folgenden.

Fang den Schmutz: Was ist ein Schmutzfänger?

So klein der Schmutzfänger ausschaut, so groß ist seine Aufgabe. Beim Automobil sind die Schmutzfänger meist aus Gummi beziehungsweise heute aus Kunststoff. Früher waren die Schmutzfänger obendrein recht beweglich, weil weich. Heute sieht man solche weichen Schmutzfänger aus Gummi nur noch an älteren Autos wie etwa Oldtimern. Bei neueren Autos setzen die Hersteller hingegen seit Längerem auf feste Schmutzfänger aus Kunststoff, die obendrein meist in Wagenfarbe lackiert sind. Moderne Schmutzfänger sind gegenüber ihren früheren Ahnen, die hinter dem Rad baumelten, kaum mehr zu sehen. Wobei heutige Modelle zudem direkt im Radkasten eingebaut sind. Bei den großen Brummis sind die traditionellen Schmutzfänger aus schwarzen Gummi hingegen immer noch zu sehen und vor allem hinter dem letzten Radpaar über die gesamte Breite des Lkws angebracht. Den nachfolgenden Verkehr freuen diese Schmutzfänger jedenfalls, doch nicht nur diesen allein.

Gegen Schmutz und Lärm: Funktion des Schmutzfängers

Gerade Lkws sind ein wahres Musterbeispiel für die Funktion der Schmutzfänger, wurden diese doch immer wieder auf mehr Effizienz getrimmt. Getan hat sich bei dem Thema Schmutzfänger einiges. Anfang der 1990er beispielsweise wurden die Schmutzfänger an Lkw mit Rillen versehen, alternativ mit Stacheln oder Schaum. Diese Bauweise dient gleich mehreren Funktionen.

Zum einen natürlich der Eindämmung von Schmutz. Dank der tief herunterhängenden Schmutzfänger wird das hochspritzende Schmutzwasser der Räder im wahrsten Sinne des Wortes aufgefangen. Über die Rillen oder Stacheln fließt das Schmutzwasser an den Schmutzfängern herunter und tropft schließlich auf die Fahrbahn zurück. Ohne Schmutzfänger würde der nachfolgende Verkehr das verschmutzte Wasser abbekommen und im schlimmsten Fall blind fahren, weil die Scheibenwischanlage nicht mehr hinterherkommt.
Die Schmutzfänger haben allerdings noch weitere Funktionen, was insbesondere für die großen Brummis gilt. Denn die Schmutzfänger dämmen außerdem die Rollgeräusche der Reifen, dienen ergo der Reduzierung der Lärmbelästigung. Zuletzt erzeugen die Schmutzfänger mehr Windschatten, was nachfolgenden Lkw zugute kommt.

Unsichtbar, aber da: Schmutzfänger beim modernen Kfz

Diese typischen, mittlerweile aber quasi altmodischen Schmutzfänger aus Gummi sind beim modernen Pkw nicht mehr oder zumindest sehr selten zu sehen. Trotzdem sind die Schmutzfänger nach wie vor vorhanden, nur in angepasster Bauweise. Heute werden die Radkästen der Fahrzeuge mit relativ kleinen Innenverkleidungen versehen, die aus Kunststoff gefertigt sind.

Die Bauweise des Schmutzfängers hat sich in den letzten Jahrzehnten also deutlich geändert, Sinn und Funktion sind jedoch gleich geblieben. Übrigens ist der Schmutzfänger nicht allein für den nachfolgenden Verkehr gedacht, sondern ebenso für das eigene Auto. Denn jeder aufgewirbelte Schmutz oder gar Stein kann auch das eigene Fahrzeug treffen und schlimmstenfalls sogar beschädigen. Im Winter dürfte der Schmutzfänger obendrein einiges an Streusalz abhalten, das bekanntlich weniger gut für die zahlreichen Blech- und Stahlteile eines Autos ist.

Der Schutz durch den Schmutzfänger kommt somit allen zugute. Wobei sich die meisten wohl kaum vorstellen können, wie effektiv diese kleinen Dinger im Radkasten sind. Motorsportfans brauchen nur mal an ein Regenrennen denken. Moderne Rennwagen wirbeln Unmengen von Wasser auf, die Gischt lässt kaum noch etwas erkennen. Kommt dann noch Schmutz dazu, wird das Fahren regelrecht lebensgefährlich. Zwar ist ein Serienauto kaum mit einem Rennwagen vergleichbar. Doch eine Windschutzscheibe ist schnell „bewässert", ohne Scheibenwischer wird die verbleibende Sicht schnell schwinden. Müssen Sie dabei noch einem vorfahrenden Auto folgen, bekommen Sie auch noch dessen Gischt samt dem Schmutz der Fahrbahn ab.

Wenn wir es daher mal ganz genau nehmen, ist der kleine Schmutzfänger ein ganz großer - und sogar ein Lebensretter. Ein Held der Straße quasi, der leider nie die Aufmerksamkeit erfährt, die er verdient.

Kein Verschleiß: Schmutzfänger halten ewig

Allerdings liegt diese Missachtung möglicherweise in einem anderen Punkt. Schmutzfänger haben quasi keinen Verschleiß. Während andere Bauteile eines Autos wie Bremsbacken, Batterie oder Scheinwerfer öfters gewechselt werden müssen und selbst Lichtmaschine oder Luftfilter hin und wieder ihren Dienst einstellen, muss der Schmutzfänger fast nie ausgetauscht werden.

Trotz seiner permanenten Aussetzung von Schmutz, Nässe, Regen, Kälte, sogar Eis und Salz, scheint der Schmutzfänger unverwüstlich, was umso überraschender ist, da in jedem Radkasten ein Schmutzfänger verbaut ist und somit gleich vier Stück vorhanden sind. Die Bauweise aus Gummi oder eben Kunststoff dürfte dazu beitragen, trotzdem ist die lange Lebensdauer dieses Bauteils beeindruckend. Wobei die früheren Bauteile aus Gummi sogar anfälliger waren als die heutigen Produkte aus Kunststoff.

Gummi wird bekanntlich porös und brüchig, wobei hier nicht nur Kälte, Salz und Nässe erklärte Feinde sind, sondern ebenso Hitze und Sonne. Zudem waren oder sind die früheren Schmutzfänger ungleich größer als die heutigen. Bei Lkws sind diese brüchigen Schmutzfänger aus Gummi auch ab und an zu sehen. Sicherlich haben Sie schon mal auf der Autobahn einen Brummi vor sich gehabt, bei dem ein Schmutzfänger in sprichwörtlichen Fetzen herab hing. Ganz so unverwüstlich sind die Bauteile also doch nicht, trotzdem ist die Lebensdauer sehr lang; insbesondere im Vergleich zu anderen Ersatzteilen.

Immer noch zu haben: Alte Schmutzfänger kaufen

Bei modernen Schmutzfängern, die eben nur noch im Miniformat und aus Kunststoff gefertigt werden, fällt der Verschleiß noch mal deutlich geringer aus. Die Lebensdauer hat zugelegt. Trotzdem müssen Sie als Besitzer eines alten Autos keine Angst haben, selbst „alte" Schmutzfänger sind noch heute zu erwerben.

Wobei die traditionellen Gummi-Teile vor allem bei Autos aus französischer Produktion, also Peugeot, Citroen, Renault, lange verbaut wurden. Bis in die 1980er hinein wurden bei den Franzosen die alten Schmutzfänger aus Gummi verbaut, was weniger an Kosten, sondern vielmehr an den damals typischen langen Federweg französischer Fahrzeuge lag. Mittlerweile haben aber selbst die Franzosen umgesattelt, genauer vor rund 30 Jahren.

Jahrzehnte alte Oldtimer haben die traditionellen Schmutzfänger aus schwarzen Gummi natürlich immer noch verbaut, damals waren die Bauteile für alle Hersteller die Norm. Ältere Gebrauchtwagen aus den 1980ern oder 1970ern dürften daher die alten Versionen zeigen. Schlechter als ihre heutigen Geschwister aus Kunststoff sind die Gummi-Varianten kaum, nur halt offensichtlicher und größer. Bei älteren Autos können Sie jedenfalls durchaus mal in die Not kommen, dass ein Schmutzfänger gewechselt werden muss. Aber keine Angst, entsprechende Ersatzteile kosten nicht die Welt. Ein Paar Schmutzfänger, also zwei Stück, sind für rund 20 bis 25 Euro zu ordern. Achten sollten Sie lediglich auf Teile für vorn oder hinten, die Bauweise kann je nachdem anders ausfallen.

Manche Modelle nutzen übrigens selbst heute noch die traditionellen Schmutzfänger aus Gummi. Beispielsweise der Citroen Berlingo und der kam erst Ende der 1990er ins Autohaus. Gleiches gilt für andere beliebte Modelle wie die Mittelklasse Avensis von Toyota oder den kleinen Agila von Opel. Während der Toyota Avensis 1998 auf den Markt kam, wird der Opel Agila sogar erst seit 2000 gebaut. Ganz so außer Mode sind die „alten" Schmutzfänger also noch lange nicht. Zumal die Beispiele mit vielen weiteren Modellen nahtlos fortgesetzt werden können. Selbst mit Premiummodellen von Audi, BMW, Lexus oder Mercedes. Kleiner Vorteil für Sie: Die verkauften oder vielmehr verbauten Schmutzfänger sind meist für sämtliche Generationen einer Baureihe passend.