Sitzstangen für Vogelkäfige: natürliche Äste als Sitzgelegenheit

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Sitzstangen für Vogelkäfige: Vor- und Nachteile von natürlichen Ästen als Sitzgelegenheit

Vögel erfreuen sich als Haustiere großer Beliebtheit. Dabei ist es egal, ob es sich um verspielte Wellensittiche, farbenfrohe Nymphensittiche oder auch Kanarienvögel handelt, denn jede Art hat ihre Anhänger. Um einen Vogel möglichst artgerecht halten zu können, benötigt der Halter einige Informationen zur optimalen Unterbringung sowie zu anderem Kleintierzubehör. Da Vögel sich naturgemäß gern auf Äste setzen, sich hüpfend auf diesen fortbewegen und ihren Schlafplatz gern dort einrichten, sollte vor allem auch auf die Auswahl der richtigen Sitzstangen Wert gelegt werden. Im vorliegenden Einkaufsratgeber wird daher kurz auf die wesentlichen Einrichtungsgegenstände eingegangen, die ein Vogelkäfig aufweisen sollte, anschließend wird insbesondere die Verwendung von natürlichen Sitzstangen thematisiert.

Die richtige Einrichtung eines Käfigs sorgt für das Wohlbefinden von Vögeln

Damit Vögel sich in ihrem Käfig wohlfühlen können, ist eine gewisse Mindesteinrichtung erforderlich. Der gesamte Boden sollte ausreichend mit Vogelsand bedeckt sein. Dieser besteht aus quarzhaltigem Sand, der meist auch Muschelkalk und Anisbestandteile enthält. Im Gegensatz zu normalem Sand sind die Körner des Vogelsands kantengerundet, um Verletzungen an den empfindlichen Gliedmaßen der Vögel vorzubeugen. Zur Reinigung seines Gefieders benötigt ein Vogel ein Badehaus, das stets mit frischem Wasser gefüllt sein muss. Zum hygienischen Angebot von Nahrung und Trinkwasser sollten Futternäpfe und Tränken zur Verfügung stehen. Ob Sie einen stehenden Wassernapf verwenden möchten oder eine hängende Variante, bleibt Ihnen überlassen. Viele unterschiedliche Näpfe für Futter und Wasser finden Sie bei eBay.

Damit Ihre Tiere ihren Spieltrieb ausleben können, sollten Sie ein paar Spielzeuge anbieten. Das können kleine Spiegel sein, die vor allem Wellensittiche gern nutzen, um mit ihrem Spiegelbild zu spielen oder zu „sprechen", aber auch eine Kette mit Glöckchen, die bei Berührung klingeln, oder Holzringe, die an einem Band angebracht sind.

Da Vögel in einem Käfig nur eingeschränkt fliegen können, benötigen Sie einige Sitzstangen, die Sie an passenden Stellen anbringen können. Auf diesen können sie sitzen und die Umgebung beobachten, spielen oder sich hüpfend durch den Käfig bewegen. Viele Vögel suchen sich eine bestimmte Stange auch als Schlafplatz aus und verbringen dort viele Jahre lang ihre Nächte. Hier wird ersichtlich, wie wichtig es ist, den Tieren geeignete Stangen zur Verfügung zu stellen.

An welchen Stellen im Käfig die Stangen angebracht werden sollten

Das Anbringen von Sitzstangen im Käfig bedarf einiger Überlegungen. Falls der Futternapf nicht auf dem Boden steht, sondern an einer Seitenwand in einer gewissen Höhe befestigt ist, sodass die Tiere auf dem Boden stehend nicht bequem an das Futter herankommen, sollten Sie eine Stange so anbringen, dass die den Vögeln gut zugänglich ist und sie von dort aus den Futternapf leicht erreichen können. Auch der Weg zum Badehaus sollte mit der Installation von Stangen erleichtert werden. Sobald die unverzichtbaren Sitzstangen eingebaut wurden, sollten Sie deren Verteilung im Käfig betrachten. Die Tiere müssen noch ausreichend Platz haben, um zumindest kurze Flüge durchführen zu können. Daher empfiehlt sich, neben einer Stange im oberen Bereich die nächste weiter unten zu platzieren und erst dann wieder eine weitere oben. So können Sie, in Abhängigkeit von der Größe des Vogelkäfigs, noch zusätzliche Stangen an den Stellen befestigen, die Ihre Tiere gern aufsuchen.

Natürliche Sitzstangen vs. industriell gefertigte Sitzgelegenheiten

Beim Kauf eines neuen Käfigs sind in der Regel Sitzstangen als Zubehör enthalten, die aus Plastik oder Holz bestehen. Die Plastikstangen sind oftmals halbrund, innen hohl und werden auf einer Seite des Käfigs befestigt. Die Holzstangen bestehen zwar aus einem natürlichen Material, allerdings ist das Holz sehr hart und in der Regel gedrechselt.

Natürliche Äste fördern das Nagebedürfnis

Viele Experten empfehlen, statt der Varianten aus Plastik oder bearbeiteten Hölzern lieber Sitzstangen aus geeigneten Ästen zu verwenden, da diese auch den natürlichen Sitzgelegenheiten entsprechen. Vögel, insbesondere Wellensittiche, haben ein Nagebedürfnis. Sie setzen sich dabei auf eine Stange und beginnen, in diese zu picken. Das Holz, aus dem die industriell hergestellten Sitzstangen gefertigt sind, ist allerdings so hart, dass es von einem Vogel nicht angenagt werden kann. Folglich wird das Nagebedürfnis nicht befriedigt. Besteht die Stange dagegen aus natürlichen Hölzern, können die Vögel nach Belieben daran nagen und so ihrem natürlichen Instinkt folgen.

Natürliche Äste als Lieferant von Mineralstoffen, Vitaminen & Co

Ein weiterer Vorteil der Verwendung von natürlichen Zweigen und Ästen sind die wichtigen Mineralstoffe, Vitamine und Aminosäuren, die sich unter der Rinde frischer Zweige befinden und die durch das Picken und Nagen von den Tieren aufgenommen werden. Das beugt Mangelerscheinungen vor und trägt zur Stärkung der Gesundheit der Vögel bei. Das Abnagen der Rinde an neuen Ästen ist zudem eine willkommene Abwechslung und dient der Beschäftigung. Haben die Vögel ein Stück Rinde abgerissen, nutzen sie dieses gern eine Weile als Spielzeug.

Natürliche Äste als Trainingsgerät für Beinmuskeln

Die Benutzung von natürlich gewachsenen Ästen als Stangen hat noch einen anderen wichtigen Vorteil. Damit ein Vogel auf einer Stange Halt findet, sei es zum Sitzen oder Hüpfen, umfasst er diese mit den Krallen und den Zehengelenken. Dazu muss er die Muskulatur der Beine einsetzen. Jedes Umgreifen erfordert demzufolge eine Muskelbewegung in den Beinen. Werden nun industriell hergestellte Sitzstangen benutzt, ist der Bewegungsablauf stets gleich. Die Stangen sind über ihre gesamte Länge hinweg gleich, weisen an jeder Stelle den gleichen Durchmesser auf. Das führt dazu, dass die Muskulatur nicht mehr gefordert wird. Anders verhält es sich bei Ästen und Zweigen. Sie sind von Natur aus völlig unterschiedlich geformt, der Umfang eines Astes ist über seine Gesamtlänge hinweg nicht gleich. Bewegt sich ein Vogel auf einer solchen Stange, muss er seine Beinstellung ständig an die jeweilige Lage, also den Umfang der Stange und etwaige Unebenheiten an einer bestimmten Stelle, anpassen. Das erfordert den ständigen Einsatz der Muskeln und stärkt deshalb die Beinmuskulatur.

Worauf Sie bei natürlichen Ästen als Sitzstangen achten sollten

Achten Sie auf unterschiedlich starke Stangen, um zu verhindern, dass Ihre Tiere durch eine einseitige Belastung Druckgeschwüre an den Füßen bekommen. Sie sollten auch nicht allzu dünne Äste verwenden. Sie müssen noch so dick sein, dass die Vögel sie nicht vollständig mit ihren Krallen umschließen können. Dadurch nutzen sich bei der späteren Verwendung die Krallen ab und brauchen nicht so häufig geschnitten werden. Für die meisten Vögel ist das Schneiden der Krallen ein enormer Stress, schließlich müssen sie dafür eingefangen und fixiert werden. Daher lohnt es schon aus diesem Grunde, die Prozedur so weit wie möglich aufschieben zu können.

Die Nachteile bei der Verwendung von Ästen als Sitzstangen

So gut natürliche Äste als Sitzstangen für Vögel sind, sie haben auch Nachteile. Bei Nässe kann es zu einem Pilzbefall kommen. Und die Sitzstangen sind täglich einer gewissen Feuchtigkeit ausgesetzt, je nachdem, wo sie angebracht sind. Die Stangen in der Nähe des Badehauses werden dabei besonders oft nass, denn Vögel schlagen beim Baden gern mit den Flügeln auf die Wasseroberfläche und spritzen dabei die Umgebung nass. Nach dem Baden schütteln sich die Tiere, um das Wasser wieder aus dem Gefieder zu bekommen. Die Holzstangen kommen daher ständig in Kontakt mit Wasserspritzern. Mit der Zeit können sich Pilzsporen auf dem feuchten Holz absetzen, es beginnt zu schimmeln. Sitzstangen im unteren Bereich sind außerdem noch dem Kot der Vögel ausgesetzt, der herabfällt, wenn diese auf den oberen Stangen sitzen.

Sowohl Pilzbefall als auch Kotablagerungen sind für die Gesundheit der Vögel schädlich. Durch das Picken an den Stangen können Bakterien, Pilzsporen und Keime in ihren Organismus gelangen, was zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen kann. Im Gegensatz zu Sitzstangen aus Plastik können Sie Äste nicht reinigen oder desinfizieren. Möchten Sie natürliche Äste als Sitzstangen verwenden, sollten Sie diese demzufolge regelmäßig auswechseln. Das gilt auch dann, wenn eines Ihrer Tiere krank war, insbesondere bei einer Infektionskrankheit. Das Austauschen der Stangen benötigt natürlich immer etwas Zeit. Sollten Sie die Sitzstangen nicht selbst bauen, entstehen auch Kosten für Holz und Befestigungsmaterial, die Sie mit einplanen müssen.

Wie Sie sich natürliche Äste als Sitzstangen besorgen können

Haben Sie sich für natürliche Äste als Sitzstangen entschieden, werden Sie wissen wollen, wo Sie diese bekommen können oder welche Hölzer überhaupt geeignet sind. Vielleicht möchten Sie die Äste selbst sammeln und sich daraus Stangen basteln. In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie keine Äste benutzen, die von Bäumen an einer stark befahrenen Straße stammen. Diese können mit Schadstoffen aus den Abgasen der vorbeifahrenden Fahrzeuge belastet sein, die der Gesundheit Ihrer Tiere schaden können. Geeignete Hölzer sind Erle, Apfelbaum, Hasel, Linde, Pappel und Kirschbaum. Sind Sie im Garten oder Wald fündig geworden, überprüfen Sie das Holz sorgfältig auf Pilzbefall oder Schädlinge. Nur wenn Sie ganz sicher sind, dass keine Gefahr für Ihre Vögel besteht, können Sie die gesammelten Äste zu Sitzstangen verbauen.

Am sichersten und einfachsten ist es jedoch, wenn Sie sich fertige Stangen kaufen, deren Holz aber nicht bearbeitet wurde, sondern die aus natürlichen Ästen und Zweigen bestehen. Bei eBay finden Sie eine große Auswahl an solchen Stangen, die auch schon entsprechende Vorrichtungen aus Metall aufweisen, damit Sie die Stange sofort am Käfig befestigen können. Meist sind das ein Stift mit einem Außengewinde, der fest mit dem Holz verbunden ist, und eine passende Flügelmutter. Sammeln Sie die Äste selbst, müssen Sie noch Befestigungsmaterial beschaffen und mit dem Holz verbinden. Beides kostet Zeit und Geld.

Oftmals werden mehrere Stangen in einer Packung angeboten, die unterschiedliche Stärken haben. Sie können dann auswählen, welche Stange wo genau angebracht werden soll. Zusätzlich haben solche Angebote mit mehreren Stangen den Vorteil, dass Sie stets eine neue zu Hause haben, falls Sie kurzfristig eine beschädigte oder unhygienische Sitzstange austauschen müssen.

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