Schwebestative für actionreiche Kamerafahrten – das sollten Sie beim Kauf beachten

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Schwebestative für actionreiche Kamerafahrten – das sollten Sie beim Kauf beachten

Profis greifen schon lange auf sie zurück, für Amateure hingegen gibt es erst seit Mitte der 2000er entsprechende Angebote. Die Rede ist von Digitalkameras. Dank zahlreicher Vorteile, wie die prompte Ansicht von Bildern ohne teure Entwicklung oder gar tagelanger Wartezeit, löste die Digitalkamera einen regelrechten Boom in der privaten Fotografie aus.

Selbst ein eigenes Fotostudio leistet sich mittlerweile so mancher versierte Amateurfotograf, wobei auch hier die Ausrüstung deutlich günstiger geworden ist. Das gilt natürlich nicht nur für die Kamera, sondern ebenso für bestimmtes Fotozubehör wie Lichtformer, bessere Objektive, Studioblitze oder Stative. Ein recht besonderes Stativ stellt hier das sogenannte Schwebestativ, das actionreiche Kamerafahrten erlaubt.

Wie auch Sie mit einem solchen Schwebestativ tolle Bilder und Filme erstellen und was Sie vor allem bei dessen Kauf beachten sollten, möchte Ihnen dieser Ratgeber offenbaren.

Was ist ein Schwebestativ

Doch von vorn. Bevor wir zur Tat oder vielmehr Praxis und dem Kauf eines Schwebestativs schreiten, erklären wir erst mal das Stativ als solches. Vom Aufbau entspricht das Schwebestativ einem ganz normalen Stativ, allerdings mit einigen gewissen Extras. Zum einen weist das Schwebestativ meist einen Bogen auf, der allerdings lediglich die Bedienung des Stativs erleichtern soll.

Ansonsten ist das Stativ dreh- oder vielmehr schwenkbar sowie mit speziellen Schnellverschlüssen versehen. Diese Funktionen sind relativ leicht erklärt, denn das Stativ ist weniger für die Nutzung diverser Geräte wie Studioblitz oder Kompaktblitz vorgesehen, sondern direkt für die Kamera. Dank diesem besonderen Stativ kann der Fotograf oder Kameramann nämlich auf einen jederzeit festen Stand vertrauen, der zudem auch noch Drehungen und Schwenks nach allen Seiten erlaubt.

Statt einem üblichen Stativ ist das Schwebestativ - der Name mag zugegeben etwas irreführend sein - also nach allen Seiten zu drehen, statt auf eine Richtung fokussiert. Bessere Schwebestative sind obendrein in ihrem Winkel verstellbar, womit die Kamera nicht nur vertikal, sondern ebenso horizontal geschwenkt werden kann - oder sozusagen in zwei statt nur einer Dimension.

Hintergrund: Wozu wird ein Schwebestativ genutzt

Sinn und Zweck eines Schwebestativs dürften damit eigentlich schon erklärt sein. Fotograf oder Kameramann sind in alle Richtungen offen, wobei die Bilder wegen des Stativs nicht verwackeln können. Sämtliche Vibrationen, die beim Gehen ganz normal entstehen und nicht zu verhindern sind, werden von einem solchen Schwebestativ ausgeschlossen.

Außerdem erfährt der Fotograf ein deutliches Plus an Sicherheit, denn oft genug endet ein kurzes Stolpern in einem Fall und möglicherweise gar mit gebrochenen Knochen oder mit einer komplett zerstörten Spiegelreflexkamera, die neu einige Tausend Euro kostet.

Mit anderen Worten: Das Schwebestativ erlaubt Ihnen eine professionelle Kameraführung ohne Bildwackler, das mögliche Gefahren deutlich minimiert und vor teuren Schäden bewahrt. Parallel bietet das Schwebestativ einen nicht unerheblichen Komfort. Denn so manche Kamera ist alles andere als leicht, was über einen längeren Zeitraum schnell an die Substanz geht. Mit einem Schwebestativ aber schießen Sie selbst nach Stunden noch perfekte Bilder.

Dabei ist das Schwebestativ natürlich vor allem bei Shootings eine interessante Idee, die eine gewisse Bewegung nötig macht. Als Beispiele sind hier die spielenden Kinder oder ein Radrennen genannt. Statt Ihren Motiven blind hinterherzulaufen, können Sie Ihre Kamera mittels dem Schwebestativ führen und störende Verwacklungen oder Vibrationen komplett ausschließen. Daher ist das Schwebestativ beispielsweise auch für Panoramaaufnahmen eine gute Alternative, die Ihnen quasi in einem perfekten weil wackelfreien Schwenk gelingen.

Noch mehr Beweglichkeit: Probieren Sie ein Schulterstativ

Ambitionierte Amateurfotografen finden somit im Schwebestativ ein interessantes Hilfsmittel, das eine ganz neue Fotoqualität ermöglicht. Einen Vorteil bietet das Schwebestativ dabei vor allem Hobbyfilmern, die nicht nur Fotos, sondern sogar komplette Videos erstellen wollen. Trotz Stativ ist der Kameramann in seiner Bewegung kaum eingeschränkt und weiterhin flexibel, wobei dank des Stativs ruhige Aufnahmen gelingen.

Wobei: Ein Schwebestativ hält Sie in der Regel immer noch an einem Punkt fest, schließlich müssen Sie dem Stativ einen festen Stand gewähren. Doch auch hierfür ist eine einfache, dafür wohl umso clevere Lösung gefunden: das Schulterstativ. Das Schulterstativ ist quasi eine tragbare Version, die ihren Platz direkt auf der Schulter findet. Der Vorteil dürfte klar sein: Als Kameramann sind Sie mit dem Schulterstativ voll beweglich und können sogar Treppen steigen oder eine Anhöhe erklimmen. Trotz montierter Digitalkamera haben Sie zudem beide Hände frei. Das Schulterstativ gewährt Ihnen somit volle Kontrolle über die Kameraführung, die geradezu „weich" ausfällt, sowie eine gewisse Sicherheit vor möglichen Stolperfallen oder anderen Gefahren.
Eine weitere besondere Form des Schwebestativs ist außerdem die sogenannte „Steadicam". Die Steadicam oder auch Steadycam entspricht dem Schwebestativ, ist eine Art Miniausgabe und somit hervorragend für den Außeneinsatz und Aufnahmen in der Natur geeignet.

Anwendung: wo ein Schwebestativ eine Alternative ist

Gründe für die Nutzung eines solchen Schwebestativs gibt es übrigens viele. Tatsächlich ist der Einsatz eines Schwebestativs nicht allein mit der bereits genannten Mobilität, ruhigen Kameraführung oder Sicherheit des Kameramanns erklärt. Mancherorts ist für ein normales Stativ beispielsweise kein Platz vorhanden, was mit einem Schulterstativ prompt gelöst wäre. Andere Shootings verlangen wieder absolute Mobilität, eventuell gar die Überwindung von Höhenunterschieden, Stichwort Treppe. Auch oder gerade in solchen Situationen ist das Schulterstativ wieder eine gute Möglichkeit für eine weiche Kameraführung.

Weitere Gründe können in gestalterischen Aspekten der Fotografie liegen, etwa um gewisse Hollywood-Effekte zu erzielen. Erneut mit einem Schulterstativ ausgestattet könnten Sie mit dem Aufstehen aus einer Kniebeuge eine Art Lift simulieren. Oder Sie montieren eine kleine Steadicam samt Kamera beziehungsweise Camcorder auf einem Skateboard oder gar dem Autodach, um eine bestimmte Dynamik zu erzielen. Möglichkeiten zur Anwendung eines Schwebestativs gleich welcher Art gibt es somit einige, lassen Sie Ihrer Fantasie einfach freien Lauf und experimentieren Sie.

Praxis: wie Sie ein Schwebestativ erfolgreich einsetzen

Allein der Einsatz eines Schwebestativs verspricht allerdings noch kein perfektes Foto oder den ultimativen Film. Sie selbst müssen ebenfalls einige Dinge beherzigen, weswegen einige kleine Tipps sicher nicht unwillkommen sind. Obwohl das Schwebestativ gegenüber dem Fotografieren oder Filmen aus der bloßen Hand deutlich mehr Stabilität bedeutet, sollten Sie jede unnötige und insbesondere ruckhafte Bewegung vermeiden.

Bei Schulterstativen achten Sie auf gut geschlossene Gurte, eine herabfallende Kamera ist kaum gewollt. Bei „feststehenden" Stativen schauen Sie wiederum auf einen ebenfalls festen Stand, der selbst bei einem weiten Schwenk nach links und rechts noch sicher ist. Wegen der Gewichtsverlagerung der Kamera kann ein kleiner Test vor dem Gebrauch nicht schaden.

Auch das mitunter nicht wenige Gewicht des Stativs, speziell in den tragbaren Versionen, ist nicht zu missachten. Bei längeren Aufnahmen macht sich das Mehr an Gewicht schnell in Muskelermüdungen bemerkbar, was übrigens selbst für ein Schulterstativ gilt. Bei letztgenannten Stativ ist daher ein bequemer Sitz wichtig, bei dem weder Nerven noch Blutbahnen ein- oder abgeklemmt werden.

Manche Schwebestative müssen schließlich zweihändig geführt werden, womit für die Bedienung der Kamera keine Hand mehr frei ist. Die Kamera benötigt somit eine Fernbedienung zur Einstellung von Blende oder Schärfe. Ein zusätzlicher Monitor wäre ebenfalls eine gute Empfehlung, um einen besseren Blick auf die Motivauswahl zu haben. Besagter Monitor sollte übrigens lichtstark sein, um unter Tageslicht oder gar direkter Sonneneinwirkung eine optimale Sicht zu gewähren.

Aufgepasst: Das sollen Sie beim Kauf eines Schwebestativs beachten

Mit den genannten Tipps können Sie eigentlich nicht mehr viel falsch machen, wobei mit einem solchen Stativ schon eine gewisse Übung nötig ist. Beim Kauf des Schwebestativs sind ebenfalls einige Punkte zu beachten, was aber jeweils von der Art des Stativs abhängt.

Eine Steadicam im höheren Preissegment beispielsweise verfügt über eine ausgeklügelte Technik samt Federn oder Kardanlager, was sich prompt in einem deutlichen Mehrgewicht zeigt. Eine Weste für die Befestigung des Stativs und damit für eine optimale Kameraführung ist somit unerlässlich. Ein einfaches Handstativ ist hingegen einfacher gestaltet und verzichtet auf viele technische Spielereien. Damit zeigen beide Stative zum einen ein jeweils anderes Gewicht, erlauben aber auch jeweils andere Gewichte - das der Kamera.

Das Stativ und dessen Führung haben somit Einfluss auf die Kamera, wobei ein einfaches Handstativ kaum eine Alternative für eine schwere Kamera ist. Eine akkurate Kameraführung wäre wenig einfach, wenn nicht sogar gänzlich unmöglich; die Ergebnisse somit eher enttäuschend. Letzten Endes bestimmt das Schwebestativ die eingesetzte Kamera beziehungsweise deren Gewicht. Ein Schulterstativ erlaubt durchaus Kameras mit einigen Kilos, während ein Handstativ das Gewicht auf wenige Hundert Gramm limitiert.

Fotografen sind schließlich meist weniger gut mit einem solchen Schwebestativ beraten, während Videofilmer mit dem Stativ wundervolle Aufnahmen machen können. Insofern ist das Schwebestativ ganz klar vor allem eine Möglichkeit für Filmer, Fotografen hingegen können - müssen aber nicht - auf das Stativ durchaus verzichten. Bei dem breiten Angebot sollten Sie sich außerdem kundig machen, welches Stativ für welchen Zweck infrage kommt. Auch das Preissegment ist alles andere als uninteressant. Einfache Stative sind bereits für weniger als 50 Euro erhältlich, gute Schwebestative und insbesondere Steadicams kosten jedoch schnell einige Hundert Euro.

Fazit: Beim Kauf ist erstens der Anwendungsbereich wichtig. Zweitens Ihre Kamera. Je größer und schwerer diese ist, desto mehr muss das Stativ aushalten können. Das Stativ verlangt eventuell ebenfalls nach gewissen Extras, etwa einer Weste zur Befestigung. Drittens: Für Beginner lohnen anfangs einfache Versionen zum Üben, Verbesserungen sind später immer noch möglich. Eine professionelle Steadicam kostet jedoch einen hohen drei- oder sogar vierstelligen Bereich und erweist sich manchmal doch als unnötig.

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