Schutz und Sicherheit für Ihr Zuhause: Dummys, Kameras und Komplettsysteme zur Überwachung

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Schutz und Sicherheit für Ihr Zuhause: Dummys, Kameras und Komplettsysteme zur Überwachung

Es gibt sicher für jede Person unterschiedliche Gründe, warum das eigene Hab und Gut mittels Überwachungssystemen geschützt werden sollte. Für manche ist es der Schutz von Hab und Gut, andere wollen eventuell vereinzelte Formen von Vandalismus aufdecken. Oft sind Überwachungskameras und Sicherheitssysteme auch eine gute Abschreckungsmethode um sicherzugehen, dass Langfinger erst gar nicht auf die Idee kommen, einzubrechen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig – Überwachungskamera für außen, Alarmanlagen, Bewegungs- und Geräuschsensoren. Es gibt allerhand Möglichkeiten, Ihr Haus oder die Wohnung zu schützen. Dennoch gibt es genauso viel gesetzliche Rahmenbedingungen, welche Sie berücksichtigen sollten. Nicht überall und in jeder Form sind Kamerasysteme erlaubt. In dem folgenden Ratgeber soll es daher über die aktuelle Marktsituation im Bereich Überwachungsanlagen gehen, um Ihnen ein Überblick über die Angebote zu geben.

Die Webcam – ein kostengünstiges und zuverlässiges Einstiegsmodell

Bereits für weniger als 100 Euro können Sie eine einfache Sicherheitsanlage in Ihren eigenen vier Wänden installieren. Dabei wird eine einfache Webcam mit ihrem Computer gekoppelt und mittels Programme wie „Active Webcam“ oder „VisionGS“ gesteuert. Beachten Sie allerdings die Kabellänge der Webcam. Hier ist es natürlich passender, wenn sie in eine Variante investieren, die mittels Bluetooth oder über WLAN funktioniert. Die Qualität und Reichweite der Kamera reicht sicher nicht aus, um ein komplettes Haus mittels dieser Technik zu überwachen.

Allerdings ist diese recht simple Variante gut für kurze Strecken geeignet. So können Sie beispielsweise eine Kamera über ihrer Haustür installieren und dort die Besucher überprüfen. Oder Sie stellen eine in den Nebenraum. Für kleinere Büroeinrichtung ist dies sicher eine Idee, für größere Räumlichkeiten müssen Sie hingegen deutlich mehr investieren.

Komplettsysteme bieten eine opulente Grundausstattung

Komplette Überwachungssysteme kosten dementsprechend mehr. Allerdings gibt es auf dem Markt bereits für weniger als 700 Euro komplette Systeme. Diese beinhalten bis zu vier Kameras, einen Video-Server sowie Anschlussmöglichkeiten, um das Videomaterial auch mittels Internet zu prüfen. Optional lassen sich dabei auch diverse Zusatzkomponenten kaufen. Dazu zählen spezielle Nachtsicht-, Wärme- oder Außenkameras sowie Bluetooth-Verbindungen für ihr Smartphone. Auf diese Weise können sie das eigene Sicherheitssystem auch bequem mit ihrem Mobiltelefon steuern.

Im Komplettpaket mitgeliefert wird dabei auch ein Aufnahmegerät, um die Videodaten direkt zu archivieren. Dies kann sowohl analog, als auch digital geschehen. Neben den stationären Angeboten gibt es auch digitale Funk-Übertragungssets, welche eine oder mehrere Kameras mit einem speziellen Video-Kontroller verbinden. Dies geschieht dann auch über eine verschlüsselte und kabellose Verbindung. Zu den prominentesten Herstellern und Händlern dieser Komplettsysteme zählen:

  • Abus
  • Pearl
  • Lupus-Electronics
  • Hitecsecurity
  • ELRO
  • Dnt

Die Wahl der richtigen Kameras ist entscheidend

Die komfortabelste Variante stellen in den Augen vieler Profis, Kameras mit LAN bzw. WLAN-Verbindung dar. Diese verbinden sich problemlos mit ihrem Router und können auf diese Art und Weise flexibel von jedem Rechner, der Teil des Netzwerks ist, angewählt werden. Überprüfen Sie allerdings im Vorfeld, ob der Router dieser Aufgabe gewachsen ist und beispielsweise genug Steckplätze bietet. Bei Tests hat sich die LAN-Variante als zuverlässiger erwiesen, während die Übertragungsstärke der WLAN-Modelle je nach Beschaffenheit des Ortes und Positionierung der Komponenten mitunter stark schwanken kann.

Es gibt dabei grundsätzlich drei Kamerasysteme auf dem Markt, unter denen Sie auswählen können:
  • Innenkameras. Sie besitzen einen recht großen Blickwinkel und sind für die Innenüberwachung bestens geeignet. Achten Sie auf die Bluetooth-Fähigkeit neuer Modelle. Viele Geräte können im Alarmfall direkt ein Signal an ihr Handy oder zumindest den angeschlossenen Server schicken. Wahlweise geschieht das am besten auch gleich mit einem Standbild der Bewegungsereignisse.
  • Außenkameras. Diese eignen sich besonders gut dazu, größere Areale im Freien zu observieren. Sie sollten recht robust gegenüber Wind und Wetter sein und dabei der Schutzklasse IP65 genügen.
  • PTZ-Kamera. Das PTZ steht dabei für „PAN Tilt Zoom.“ Diese etwas preisintensiveren Modelle erlauben ein stufenloses Filmen. Neigung, Schwenk und Zoom sind frei wählbar, es gibt kaum Beschränkungen. Durch das flexible Bewegen des Objektives sind diese Varianten sicher am genauesten, wenn es um das Aufspüren von Details geht.

Zusätzlich gibt es auch stets die Möglichkeit, Kameras mit Nachtsichtmodus im privaten Sicherheitsnetz zu installieren. Diese Modelle funktionieren in der Preiskategorie unter 500 Euro in der Regel mittels Infrarot, erzielen aber nur teilweise zufriedenstellende Ergebnisse. Für gute Qualität müssen Sie auch in diesem Bereich etwas tiefer in die Tasche greifen. Gleiches gilt auch für spezielle Wärmebildkameras. Diese haben außerdem die nützliche Zusatzfunktion, im Brandfall vor Feuer und Wärmeentwicklung zu warnen. Sie erkennen bestimmte Hitzepunkte gezielt eher.

Alles eine Frage der Auflösung

Viele installierte Kameras mögen zwar schön und gut sein, wenn auf diesen aber nichts zu sehen ist, dann haben sie eindeutig Ihren Zweck verfehlt. Nichts ist ärgerlicher, als wenn verpixelte und unscharfe Kamerabilder keine eindeutige Identifikation der gezeigten Personen zulassen. Daher sollte Ihnen eine entsprechende Bildqualität bei der Wahl des Sicherheitssystems mindestens genauso wichtig sein, wie verschiedene andere Komponenten.

Die Geräte im unteren Preissektor liefern dabei meist nur recht dürftiges Bild mit einer Auflösung von unter 1 Megapixel. Die Modelle im Segment zwischen 1,3 und 2 Megapixeln sind da schon deutlich genauer. Richtig gut wird das Videomaterial allerdings erst mit HD-Kameras, die aber in der Anschaffung über 500 Euro liegen. Besonders für die Außenkameras empfiehlt es sich daher, in dieses Preissegment zu investieren. Beachten Sie auch bei der Nachbearbeitung, dass eine erhöhte Auflösung und ein HD-Bild auch wesentlich mehr Speicherplatz benötigen. Besorgen Sie sich daher eine entsprechend große Festplatte, damit keine der wertvollen Daten verloren gehen. Entsprechende Leistungsfähigkeit sollten Sie daher auch von Ihrem Computer erwarten, da die Videosignale über diesen zusammenlaufen.

Dummys – Kameraattrappen mit großem Abschreckungsfaktor

Die eingangs erwähnte Abschreckungswirkung der Kameras ist keinesfalls zu unterschätzen. So haben sich inzwischen viele Hersteller die präventive Wirkung der Kameras zunutze gemacht und bieten sogenannte „Dummy“-Varianten an. Dabei handelt es sich um nichts Weiteres als Attrappen. Sie sehen handelsüblichen Überwachungskameras täuschen ähnlich und besitzen sogar Funktionen, wie Rotation oder ein blinkendes Aufnahmelämpchen im Inneren. Ihr Ziel ist es, eine funktionierende Kamera zu imitieren und dadurch abzuschrecken.

Viele Sets orientieren sich vom Look her an den Originalmarken, liefern auch zusätzliche Warnschilder mit, welche Sie optional in der Nähe anbringen können. Dabei werden die Imitationen immer wirklichkeitsgetreuer, auch weil viele professionelle Einbrecher diese immer öfter von den echten Objektiven unterscheiden können. Scheuen Sie sich daher nicht davor, etwas mehr Geld in die Attrappen zu investieren. Auch die Kabelausgänge sollten denen der Originale ähnlich sein und nicht im Nirgendwo verlaufen. Eine Dummy-Kamera ist dabei immer noch wesentlich günstiger als das funktionierende Modell, das sie imitieren soll.

Nicht alles darf gefilmt werden - wo befinden sich die rechtlichen Grenzen?

Überwachungssysteme mögen vielleicht die eigene Privatsphäre schützen, laufen dabei allerdings auch stets Gefahr, in die Privatsphäre anderer Personen einzudringen. Deshalb gilt es vor der Installation eines solchen Systems stets, die Rahmenbedingungen der Anlage auch aus rechtlicher Sicht zu prüfen. Beachten Sie daher unbedingt folgende Aspekte:

  • Das eigene Persönlichkeitsrecht greift auf zivilrechtlicher Basis im Rahmen des eigenen Grundstücks. Das heißt, solange die Kameras nur Ihre eigenen vier Wände, sowie das Grundstück bis zu den eigenen Grenzen erfassen, ist dies rechtlich erlaubt. Beherbergt Ihr Grundstück oder Ihre Wohnung darüber hinaus allerdings noch weitere Mitbewohner, so müssen diese ihr Einverständnis geben.
  • Sollten Sie mittels Ihrer Überwachungskameras auch angrenzenden öffentlichen Raum filmen, so gelten gesonderte Gesetze. Laut § 6b des Bundesdatenschutzgesetzes ist dies nur zulässig, wenn ein ernst zu nehmender Grund auftritt, welcher Ihre Sicherheitsinteressen und die des eigenen Grundstücks gefährdet. Das schließt beispielsweise Vandalismus an der Außenseite Ihrer Grundstücksmauer ein. In jedem Fall müssen Sie dabei einen sichtbaren Hinweis auf die stattfindende Überwachung anbringen.
  • Angrenzender privater Raum, wie beispielsweise auch das Nachbargrundstück, darf nicht gefilmt werden, selbst wenn Sie eine Verletzung der eigenen Sicherheitsinteressen befürchten. Hier haben die Persönlichkeitsrechte des Nachbarn Vorrang.

Was Sie sich vor der Auswahl einer Kamera überlegen sollten

Das richtige Kamerasystem muss nicht übermäßig teuer sein, es muss nur zu Ihren persönlichen Ansprüchen passen. Fragen Sie sich daher im Vorfeld stets, was genau sie filmen möchten. Wie detailliert darf das Bild sein? Planen Sie ein größeres Areal zu observieren oder sind Sie eher auf Detailaufnahmen aus? Kombinieren Sie ruhig unterschiedliche Geräte. Gerade die etwas kostengünstigeren Modelle mit weniger Pixeln stellen hierbei eine gute Alternative dar. Nicht an jeder Stelle benötigen Sie entsprechende HD-Kameras. Es gilt eher, die Geräte clever zu verteilen, um auf diesem Weg auch Rechenleistung zu sparen.

Berücksichtigen Sie stets die Kompatibilität unterschiedlicher Kameras in ihrem Netzwerk. Es kann vereinzelt passieren, dass diese vom Router nicht erkannt werden. Es ist auch möglich, ihr Überwachungssystem mit anderen Geräten zu verknüpfen, wie Lichtanlagen oder Alarmanlagen. Hierbei sollten Sie sich gegebenenfalls allerdings Hilfe von einem Elektriker holen, um die einzelnen Anschlüsse kompatibel miteinander zu verknüpfen.

Schauen Sie, ob die Kameras bzw. der Router eine sichere SSL-Verbindung besitzen, um auf diese Weise auch von außerhalb mittels Internet auf ihr System zurückgreifen können. Prinzipiell gilt es allerdings zu klären, in welchem Maße Sie wirklich professionelle Sicherheitssysteme benötigen. Vielleicht ist es mit einigen Dummys zur Abschreckung bereits getan. Wie so oft im elektronischen Sektor gilt die Prämisse, dass nach oben hin wenig Grenzen im preislichen Sektor gesetzt sind.

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