Ratgeber zum E-Piano-Kauf: 5 renommierte Marken vorgestellt

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Ratgeber zum E-Piano-Kauf: 5 renommierte Marken vorgestellt

Der Markt für E-Pianos ist groß. Weltweit gibt es eine Vielzahl von Herstellern dieser Musikinstrumente. Ein Dutzend Hersteller hat sich international einen Namen gemacht. Fünf dieser renommierten Marken sind Yamaha, Kawai, Casio, Blüthner und Hemingway Pianos, über die hier ein Überblick geboten werden soll. Drei von ihnen haben ihren Hauptsitz in Japan, zwei Hersteller sind deutsche Unternehmen. Nicht alle haben mit der Herstellung von klassischen akustischen Klavieren begonnen und erst im Laufe der Zeit auch die Produktion von E-Pianos aufgenommen. Das liegt daran, dass E-Pianos sich maßgeblich von herkömmlichen akustischen Pianos nicht nur in ihrem Anschaffungspreis, der deutlich niedriger ist, unterscheiden.

Vor- und Nachteile eines E-Pianos im Vergleich zu einem akustischen Klavier

Was unterscheidet ein E-Piano von einem herkömmlichen Klavier? Ein elektronisches Piano, kurz E-Piano, erzeugt seinen Klang nicht über schwingende Saiten, Blättchen und Metallplättchen, sondern elektronisch. Im Gegensatz zu einem akustischen Klavier ist es aus diesem Grunde pflegeleichter, da es nicht nachgestimmt werden muss. Ein E-Piano reagiert weder negativ auf hohe Luftfeuchtigkeit, noch verstimmt es bei schwankender Umgebungstemperatur wie die Saiten eines klassischen Klaviers. Im Gegenzug klingt ein E-Piano natürlich etwas anders als ein akustisches Piano, weil nachschwingende Klänge und die Resonanz eines akustischen Instruments gar nicht oder nicht auf dieselbe Weise erzeugt werden wie auf einem klassischen Klavier. An einem E-Piano lassen sich meist verschiedene Klänge einstellen. Neben dem Klavierklang können Sie in der Regel auch den Sound von Streichern, Orgel und Cembalo einschalten und gegebenenfalls gleichzeitig spielen. In jedes E-Piano sind zudem meist sowohl ein Metronom als auch ein Aufnahmegerät integriert. Welchen Klang Sie bevorzugen, den akustischen oder den elektronisch erzeugten, ist lediglich eine Frage des persönlichen Geschmacks und die Basis dafür entweder ein E-Piano oder ein Klavier zu kaufen.

Ein E-Piano hat diverse andere Vorteile. Insbesondere wenn Sie in einem Mehrfamilienhaus wohnen, ist das Üben mit einem E-Piano unkomplizierter als mit einem akustischen Piano. Sie können nicht nur die Lautstärke des Instruments regeln, sondern auch einen Kopfhörer anschließen, sodass gar keine Geräusche nach außen klingen. Das ermöglicht das Spielen auf einem E-Piano zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ein E-Piano unterscheidet sich von einem herkömmlichen Klavier darüber hinaus in seinem Gewicht und in seiner Größe. Während man für den Transport eines akustischen Klaviers in der Regel professionelle Helfer benötigt, lässt sich das E-Piano relativ leicht fortbewegen. Der Umzug mit einem E-Piano gestaltet sich deshalb weniger anstrengend als die Verfrachtung eines Flügels oder Klaviers.

Yamaha – Traditionsunternehmen aus Japan

Einer der größten Hersteller von E-Pianos ist die im Jahre 1897 von Torakusu Yamaha aus der Vorgängerfirma Nippon Gakki gegründete Firma Yamaha. Der studierte Uhrmacher Yamaha reparierte zunächst medizinische Apparate, bevor er, durch seine erste Orgelreparatur motiviert, ein Unternehmen spezialisiert auf Orgelmechanik gründete. Weltweit hat der Yamaha-Konzern heute über 25.000 Mitarbeiter, die in rund 100 Filialen tätig sind. Seit 1900 hat Yamaha über sechs Millionen Klaviere und Pianos hergestellt und dabei mehrere Tausend Instrumente patentieren lassen. Darüber hinaus gibt es ein Netz an Yamaha-Musikschulen, in denen rund 700.000 Studenten in über 40 Ländern weltweit in musikalischer Kunde unterrichtet werden.

Unter den elektronischen Instrumenten befinden sich im Sortiment bei Yamaha nicht nur E-Pianos, sondern auch andere elektronische Musikinstrumente. Zusätzlich zu klassischen Klavieren werden Bläser, Streicher, Percussions und Instrumente für die musikalische Erziehung gefertigt. Neben Musikinstrumenten stellt Yamaha auch Audio-, Video- und Hi-Fi-Geräte her. Yamaha veranstaltet zudem Konzerte und ein Keyboard-Festival, bildet Musikschullehrer aus und verleiht Stipendien im Rahmen des Konzerns eigenen Stipendienprogramms.

Kawai – vielfältiges Angebot an E-Pianos aus Japan

Auch der weltweit renommierte Konzern Kawai ist ein japanisches Familienunternehmen mit langer Tradition. Im Jahre 1927 von Koichi Kawai gegründet, der zunächst ebenfalls mit dem Bau von Orgeln und Klavieren begann, befindet sich die Konzernleitung heute noch in Händen eines Enkels von Koichi Kawai. E-Orgeln fertigt Kawai seit den achtziger Jahren. Daneben stellt das Unternehmen erfolgreich Equalizer, E-Gitarren, Drumcomputer und Mischpulte her. Lange Zeit wurden auch Synthesizer und tragbare Keyboards produziert, die aktuell jedoch nicht mehr im Sortiment sind. In den neunziger Jahren hat Kawai die Herstellung von Klavieren und Flügeln der Serie „Boston" für den amerikanischen Hersteller von Flügeln und Klavieren Steinway and Sons aufgenommen. Daneben stellt Kawai auch Geräte für die Sport-, Holz- und Metallindustrie her.

Die Auswahl an E-Pianos von Kawai ist groß. Das Sortiment umfasst über 20 Modelle, die in den Serien „Concert Artist", „Classic", „CN", „Stage Pianos", „Portable Pianos", „VPC" und „Compact Line" angeboten werden. Die Topmodelle verfügen sogar über eine Luxusausstattung mit einer Tastatur aus echtem Holz sowie einem Resonanzboden. Klangtechnisch kommt das E-Piano CA-95 von allen Kawai E-Pianos einem akustischen Instrument am nächsten. Die E-Pianos MP6 und MP10 der Serie „Stage Pianos" verfügen über die „Progressive"- und „Ultra Progressive Harmonic Imaging"-Technologie, die darauf ausgerichtet ist, Klänge von schwingenden Saiten eines akustischen Klaviers möglichst realitätsnah darzustellen.

Casio – Hersteller von E-Pianos mit einer etwas anderen Tradition

Ein weiterer bekannter Produzent von E-Pianos, der ebenfalls aus Japan kommt, hat eine etwas andere Entstehungsgeschichte als die vorgenannten Traditionsunternehmen. Casio hat sich seit Gründung seines Vorgängerunternehmens im Jahre 1946 in Tokio und der Umfirmierung zu Casio im Jahre 1957 zu einem globalen Großkonzern entwickelt. Dabei handelt es sich bei Casio nicht um einen traditionellen Hersteller von Musikinstrumenten. Sein Gründer Tadao Kashio stellte zuerst Produkt weder eine Orgel noch sonst ein Musikinstrument her. Seine erste Erfindung war ein Fingerring, der als Zigarettenhalter funktionierte und seinem Träger erlaubte, trotz Zigarette beide Hände freizuhaben. Als Nächstes brachte Casio Taschenrechner auf den Markt, die weltweit zu den besten ihrer Art zählen. Casio erlangte in der Folge durch seine stetig wachsende Palette an qualitativ hochwertigen elektronischen Geräten internationale Berühmtheit. Dazu gehören die auch in Deutschland allgemein bekannten digitalen Uhren wie zum Beispiel die G-Shock, Kassensysteme für den beruflichen Gebrauch sowie die Casio-Digitalkameras.

Im Bereich der Musikinstrumente ist es deshalb nicht erstaunlich, dass Casio sich erfolgreich auf einige wenige elektronische Instrumente spezialisiert hat und sich darunter das Digitalpiano befindet. Seit 1984 ist Casio einer der führenden Produzenten von Synthesizern und Keyboards. Daneben befinden sich auch drei Serien von E-Pianos im Sortiment: die Privia, Celviano und Compact E-Pianos. Auch Casio versucht schwerpunktmäßig, mit seinen E-Pianos den Klang von akustischen Klavieren zu imitieren. Dazu hat der Konzern die AIR-Technologie entwickelt, die die Schallerzeugung in Resonanzkörpern und das Schwingen von Tönen in einem akustischen Klavier möglichst detailgetreu elektronisch wiedergeben soll.

Julius Blüthner Pianofortefabrik – Traditionsunternehmen aus Deutschland

Eines der weltweit führenden Unternehmen in der Produktion von klassischen Klavieren und Pianos sowie E-Pianos kommt aus Deutschland. Die Julius Blüthner Pianofortefabrik wurde im Jahre 1853 in Leipzig gegründet, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutenden europäischen Zentren der Musikkultur zählte. Von seinem Sitz in Großpösna bei Leipzig aus hat das Familienunternehmen seitdem weltweit unter der Leitung der Familie Blüthner einen hervorragenden Ruf für seine qualitativ hochwertigen Musikinstrumente entwickelt. Den Großteil seiner Klaviere und Pianos verkauft Blüthner ins Ausland. Heute gibt es deshalb auch Niederlassungen des Unternehmens in London, Wien, Moskau, Tokio und Shanghai. Auf zahlreichen Weltausstellungen gewann Blüthner bereits im vorletzten Jahrhundert namhafte Preise und Auszeichnungen. Einige der berühmtesten Musiker spielten auf Flügeln und Pianos der Leipziger Marke. Dazu gehörten u.a. Franz Liszt, Pjotr Tschaikowski und Claude Debussy. Für die Aufnahme ihres Lieds „Let it be" spielten die Beatles auf einem Blüthner-Flügel.

Die Julius Blüthner Pianofortefabrik stellt neben Flügeln und Klavieren auch E-Klaviere her. Im Sortiment sind die E-Klaviere eins, zwei und drei sowie das Pianette, ein elektronisches Klavier mit einer Polyphonie von 128 bis 135 Stimmen und 28 Sounds. Blüthner hat in der Entwicklung seiner E-Pianos den Schwerpunkt darauf gelegt, den Klang eines akustischen Instruments so gut wie möglich mit dem E-Piano elektronisch erzeugen zu können. Dazu hat das Unternehmen verschiedene Technologien entwickelt und patentieren lassen. Neben der Blüthner APS - Akustische Piano Simulation, der Blüthner Aliquot String Resonance Modeling Dämpfersimulation wird in den E-Pianos auch die Blüthner APS-Technologie verwendet. Ebenso verfügen die E-Pianos über eine Hammermechanik, die in vier Zonen abgestuft und mit einem Druckpunkt versehen ist. Diese hat das Unternehmen unter dem Namen Blüthner Grand-Touch-Mechanik entwickelt.

Hemingway Pianos - junges deutsches Unternehmen mit Spezialisierung auf E-Pianos

Ein nicht unbedeutender Hersteller, der sich auf E-Pianos spezialisiert und seinen Hauptsitz in Deutschland hat, ist Hemingway Pianos. Diese Firma ist im Vergleich zu Yamaha, Kawai, Casio und Blüthner eine relativ junge Marke. Erst seit 2003 produziert Hemingway Pianos drei Serien von E-Pianos: die 200er-, 500er- und 700er-Serie. Seitdem erlangt die Marke immer mehr internationale Bekanntheit. Entwickelt werden Design und Funktionen der Instrumente in Deutschland. In Produktion gehen die E-Pianos dann in China. Die Musik Meyer Distribution & Marketing Group ist verantwortlich für den Vertrieb der E-Pianos, der hauptsächlich in Deutschland und seinen Nachbarländern erfolgt.

Die E-Piano-Serien unterscheiden sich im Design ihrer Gehäuse sowie in der Qualität beim Sampling der Tonquellen. Die Serien bestehen aus Instrumenten, die sich sowohl für Beginner als auch für fortgeschrittene E-Piano-Spieler eignen. Die Klaviatur der E-Pianos von Hemingway Pianos ist gewichtet und mit einer Anschlagsdynamik ausgestattet. Darüber hinaus verfügen die Instrumente in der Regel über bis zu acht Klangfarben. Neben einer Polyphonie, die bei 64 Stimmen liegt, gehört zudem ein zweispuriger Sequenzer zur Ausstattung. Als erstes Gerät ging 2003 das E-Piano DP500 in Produktion, das zwei Jahre später Verbesserung im Nachfolgemodell DP 501 erfuhr. Als bestes Modell gilt das E-Piano DP 701.

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