Passiv gekühlte Grafikkarten: Vor dem Kauf beachten!!!

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Passiv gekühlte Grafikkarten verzichten auf einen elektronischen Lüfter und sind dadurch absolut geräuschlos. Jedoch sollte man nicht zuletzt wegen der höheren Wärmeentwicklung einiges beachten.

Inhalt:
1. Passiv und Aktiv?
Aktive Kühlung
Passive Kühlung
2. Wie funktioniert die passive Kühlung?
Kühlkörper
Heatpipes
Konvektion
3. Was sollte man vor dem Kauf beachten? Probleme und Lösungen…
Höhere Temperaturentwicklung – frische Luft ist wichtig
Dimensionen
Übertakten (Overclocking)


1. Passiv und Aktiv?

Besonders neuere Grafikkarten erzeugen aufgrund der immer steigenden Leistungsfähigkeit immer mehr Wärme, die abgeführt werden muss. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Kühlungskonzepten:

  • Aktive Kühlung
    Aktiv gekühlte Grafikkarten verfügen über ein kleines Kühlelement, an dem ein Lüfter (ähnlich wie ein Ventilator) angebracht ist. Dieser erzeugt aktiv einen Luftstrom, der die Grafikkarte zwar gut kühlt, allerdings auch zu einem surrenden Lüftergeräusch führt, dessen Lautstärke (je nach Modell) auch als störend empfunden werden kann. Modernere Lüfter regulieren ihre Drehzahl durch einen Temperatursensor, um so einen guten Kompromiss zwischen Kühlung und Lautstärke zu finden. In der Regel stellt der Lüfter eine ausreichende Wärmeabführung sicher.

    (aktiv gekühlte Grafikkarte mit Lüfter)
  • Passive Kühlung
    Passiv gekühlte Grafikkarten haben keinen Lüfter und führen die Wärme passiv von der Grafikkarte ab. Dabei gilt es, durch besonders großflächige und effiziente Kühlelemente, die Wärme gleichmäßig zu verteilen und an die Umgebungsluft abzugeben. Man sollte beachten, dass passiv gekühlte Karten in der Regel weitaus heißer werden (besonders bei starker Belastung, z.B. durch 3D-Spiele), was einige Probleme mit sich führen kann (siehe unten).

    (passiv gekühlte Grafikkarte mit großem Kühlkörper)

2. Wie funktioniert die passive Kühlung?

Um eine Grafikkarte ohne Lüfter ausreichend kühlen zu können, wird auf verschiedene Technologien zurückgegriffen. Im Grunde genommen geht es darum, die Wärme gleichmäßig auf eine große Fläche zu verteilen und so schnell an die Umgebung abzugeben.

  • Kühlkörper
    Passiv gekühlte Grafikkarten besitzen einen besonders großen Kühlkörper. Dieser nimmt die Wärme des Grafikchips auf, welche zunächst innerhalb des Kühlers verteilt wird. Durch Lamellen wird die Oberfläche zusätzlich vergrößert, damit die Wärme besser an die Umgebungsluft abgegeben werden kann.
    Bei älteren Modellen besteht der Kühlkörper aus Aluminium. Besser geeignet ist jedoch Kupfer, welches weitaus bessere Wärmeleiteigenschaften bietet. Leistungsfähige Karten benötigen daher einen Kupferkörper, worauf Sie beim Kauf unbedingt achten sollten.
  • Heatpipes
    Heatpipes sind Metallröhrchen, die mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Wärmeleitungen ermöglichen einen schnellen „Transport“ der Wärme und werden benutzt, um Wärmeenergie schnell verteilen oder ableiten zu können.
  • Konvektion
    Die Kühlelemente geben die Wärmeenergie an die umliegende Luft ab. Die erwärmte Luft steigt nach oben und saugt kalte Luft von unten an. Ein derartiger Konvektionsstrom ist innerhalb eines Computers jedoch nur eingeschränkt möglich.

3. Was sollte man vor dem Kauf beachten? Probleme und Lösungen…

Ganz egal ob Sie Ihren PC nachts im Schlafzimmer laufen lassen, ihn im Wohnzimmer als multimediales Entertainmentgerät nutzen oder einfach Wert auf einen leisen Rechner legen. Besonders für Ruhe-Liebhaber und Gelegenheitszocker sind passive Grafikkarten die ideale Lösung. Seien Sie sich beim Kauf aber auch über eventuelle Nachteile im Klaren:

  • Höhere Temperaturentwicklung – frische Luft ist wichtig
    Seien Sie unbesorgt, wenn ihre passiv gekühlte Karte sehr warm bzw. heiß wird. Das ist ganz normal. In der Regel reicht das Kühlsystem für normale Officeanwendungen und einfachere Spiele ohne weitere Vorkehrungen völlig aus. Bei extremen Belastungen, wie z.B. aufwendige 3D-Spiele, kann sich jedoch ein Temperaturproblem entwickeln. Durch mangelnde Luftzirkulation innerhalb des engen PC-Gehäuses kann es um die Grafikkarte zu einem Hitzestau kommen. Die Wärme kann so nicht mehr ausreichend abgeführt werden. Die Folge kann sein, dass die Karte zu heiß wird und sich zur Sicherheit abschaltet, um Schäden zu vermeiden. Das Bild auf dem Monitor friert ein, ihr PC stürzt ab. Sie müssen ihn neustarten.
    Damit Ihr Spielspaß nicht zu einem heißen Abenteuer wird, gönnen Sie Grafikkarte viel frische (kühle) Luft. Am einfachsten ist es, wenn man beim Spielen das PC-Gehäuse öffnet, um so einen guten Wärmeaustausch zu gewährleisten.
    Die elegantere Lösung sind Gehäuselüfter. Sie haben die Aufgabe, kühle Luft in das Computergehäuse zu saugen, bzw. warme Luft auszustoßen. Gehäuselüfter gibt es in vielen Variationen. Sie haben unterschiedliche Leistungsmerkmale und Lautstärkepegel.
    Geeignet ist z.B. der Artic Cooling Pro TC. Er ist preiswert und trotzdem leise, temperaturgesteuert, sowie leistungsstark. Wenn Sie ein bis zwei dieses oder eines vergleichbaren Lüfters im Gehäuse verbauen, sind Sie stets auf der sicheren (=kühlen) Seite.

    (benutzen Sie Gehäuselüfter für eine ausreichende Luftzirkulation)
  • Dimensionen
    Wie bereits erwähnt haben passiv gekühlte Grafikkarten einen großen Kühlkörper und nehmen somit mehr Platz in Anspruch. Normalerweise sollte das kein Problem darstellen und die Karte einwandfrei passen. Aber es ist immer ratsam zu prüfen, ob Sie im PC genügend Platz haben. Erkundigen Sie sich über die Abmessung ihrer gewünschten Karte und schauen Sie, ob der Einbau nicht eventuell durch andere Bauteile behindert werden könnte. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass durch benachbarte Steckkarten und PC-Elemente die Luftzirkulation um die Karte nicht beeinträchtigt wird (besonders, wenn Sie keine Gehäuselüfter haben).
  • Übertakten (Overclocking)
    Wenn Sie Ihre alte Grafikkarte etwas auftunen möchten, dann können Sie diese Übertakten. Dabei wird die Taktrate der Grafikkarte erhöht. Durch diese riskante Modifikation ist die Grafikkarte in der Lage, bessere Leistungen zu erbringen, für diese Sie jedoch womöglich nicht konzipiert ist. Auch der erhöhten Wärmeentwicklung ist das Kühlsystem nicht gewachsen. Daher sind passiv gekühlte Karten von Natur aus nicht zum Übertakten geeignet.
    Sie können jedoch das Kühlkonzept der Grafikkarte ändern, indem Sie durch einen Umbau den Kühlkörper durch einen aktiven Kühler ersetzen. Hier hat sich der Kupferkühler Zalman VF-700Cu etabliert. Er ist sehr leise und trotzdem leistungsstark.

    (Der Zalman VF-700Cu ist ein beliebter Grafikkartenlüfter)

    Achtung: Umbauten und Übertaktungen der Grafikkarte sollte nur von Profis durchgeführt werden, weil diese besonderes Geschick und Fachwissen erfordern. Derartige Modifikationen sind sehr riskant und können dazu führen, dass die Karte oder auch ihr gesamtes PC-System beschädigt wird. Außerdem verlieren Sie dadurch jeglichen Garantieanspruch der Grafikkarte.
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