Panasonic Lumix FZ150 – die Vor- und Nachteile der Bridgekamera

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Panasonic Lumix FZ150 – Bridgekameras für den semiprofessionellen Einsatz

Die Panasonic Lumix FZ150 wurde Mitte 2011 auf dem deutschen Markt präsentiert und ist eine Bridgekamera der besonderen Art. Die Digitalkamera überzeugt mit Bildqualität, Geschwindigkeit und der Ausstattung. Die FZ150 ist ideal für den semiprofessionellen Einsatz geeignet, wenn auf eine digitale Spiegelreflexkamera verzichtet werden soll.

Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über die Panasonic Lumix FZ150 und was im Vergleich zur Vorgängerin FZ100 verbessert werden konnte.

Vorab: Was ist eine Bridgekamera?

Das Besondere an einer Bridgekamera ist, dass diese die positiven Eigenschaften von Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras in sich vereint. Zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien wird eine Brücke geschlagen, mit dem Ziel, das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Eine Bridgekamera wird häufig auch als "Prosumer"-Kamera bezeichnet, wodurch ihre besondere Stellung zwischen der professionellen Fotografie und den "Consumer-Kameras" hervorgehoben wird. Es handelt sich um Modelle, deren Gehäuse nicht auf Kompaktheit getrimmt ist. Ausgerüstet ist solch eine Bridgekamera mit einem aufwendigen Zoomobjektiv, das nicht gewechselt werden kann. Zusätzlich zeichnen sich die Geräte durch eine sehr hohe Lichtstärke aus, bieten zahlreiche manuelle Einstellungsmöglichkeiten und sind in der Regel auch mit einem Blitzschuh ausgestattet. Typisch ist das Vorhandensein eines elektronischen Suchersystems. Meist ist das Format des verbauten Bildsensors eher klein.

Vorteile der Bridgekameras

Das im Vergleich mit einer normalen digitalen Kompaktkamera sehr große Zoomobjektiv ist einer der herausstechenden Vorteile einer Bridgekamera. Damit wird ein sehr großer Brennweitenbereich ermöglicht. Umgerechnet auf das Kleinbildformat kann der Bereich von 24 mm bis 1000 mm groß sein. Da der verbaute Sensor in solch einer Bridgekamera relativ klein ist, ist der Einsatz von lichtstarken und relativ kompakten Objektiven möglich. Objektive für einen größeren Sensor (wie bei einer Spiegelreflex-Kamera) müssen für vergleichbare Leistungen wesentlich größer sein, sind damit schwerer und kosten ein Vielfaches. Die Größe des Sensors einer Bridgekamera ist das Resultat des Kompromisses aus Preis, Zoomstärke, Bildqualität und Handlichkeit.

Normalerweise wird der Zoom bei einer digitalen Kamera elektromotorisch über Wippen oder Tasten bedient. Ein wesentlich feinfühligeres Zoomen ist mit einer Bridgekamera möglich, da diese aufgrund der größeren Bauweise über einen Einstellring direkt am Objektiv verfügt. Je nach Modell gehört zur Ausstattung auch ein Fokusring, der die manuelle Schärfeneinstellung möglich macht. Gegenüber der digitalen Spiegelreflexkamera hat die Bridgekamera die Vorteile eines etwas geringeren Gewichts und kompakteren Bauweise auf ihrer Seite.

Wie auch bei Kompaktkameras sind zahlreiche Motivprogramme integriert, die für bessere Bilder unter besonderen Umgebungsumständen sorgen. Die Bedienung der Kamera wird dadurch vereinfacht. Ambitionierte Fotografen sind stets an manuellen Einstellungsmöglichkeiten interessiert. Mit einer Bridgekamera lassen sich die Empfindlichkeit (ISO), die Verschlusszeit und Blendenöffnung in der Regel auch manuell einstellen. Die Gefahr von Verschmutzungen, wie sie bei Kameras mit Wechselobjektiven gegeben ist, entfällt bei der Bridgekamera aufgrund des geschlossenen Systems.

Ein weiterer Vorteil dieser Kamera gegenüber einer digitalen Spiegelreflexkamera ist die Videofunktion. Mit fast allen auf dem Markt erhältlichen Bridgekameras ist es möglich, Videos in guter Qualität zu erstellen. Ältere Geräte nehmen die Videos im VGA-Format, neuere im HD- oder FullHD-Format auf.

Nachteile der Bridgekameras

Da das Objektiv fest verbaut ist, sind die optischen Möglichkeiten mit einer Bridgekamera, verglichen mit den Möglichkeiten einer digitalen Spiegelreflexkamera, eingeschränkt. Eine Spiegelreflexkamera wird mit einem entsprechenden Objektiv versehen, um z. B. extreme Weitwinkelaufnahmen zu machen. Der Brennweitenbereich der meisten Bridgekameras macht das nicht möglich. Für viele Geräte sind zwar Tele- und Weitwinkelkonverter erhältlich, jedoch sind diese recht teuer, verschlechtern meist die Qualität des Bildes und sind voluminös.

Mit speziellen Makroobjektiven kann der Makromodus einer Bridgekamera nicht mithalten, Einstellungen können weniger genau vorgenommen werden, die Bildqualität ist geringer. Bei einigen Geräten ist der Einsatz von Nahlinsen möglich, sodass die Einschränkung aufgehoben werden kann. Insgesamt sind mit einer Bridgekamera, verglichen mit einer Spiegelreflexkamera, die bildkompositorischen Möglichkeiten beschränkter. Die Freistellung von Objekten ist z. B. meist wesentlich schwieriger zu erreichen.

Auch ist der Stromverbrauch einer Bridgekamera höher als bei einer Spiegelreflexkamera, da Aufnahmesensor, Sucher bzw. Monitor eingeschaltet sein müssen, um das jeweilige Motiv darzustellen. Die Betriebsbereitschaft ist daher meist kürzer.

Die Panasonic Lumix DMC-FZ150

Mit der Lumix DMC-FZ150 ist Panasonic ein echter Kamera-Hit im Segment der Bridgekameras gelungen. Die Vorzüge, Besonderheiten und Nachteile der Kamera werden im Folgenden erläutert.

Gehäuse und Verarbeitungsqualität

Auf den ersten Blick wirkt die 530 Gramm leichte FZ150 fast wie eine Spielzeugkamera, das Gehäuse aus Plastik vermittelt keinen besonders hochwertigen Eindruck. Der erste Eindruck geht aber sehr schnell verloren, sobald die Arbeit mit der Kamera aufgenommen wird. Mit den Maßen 124 x 82 x 95 mm ist die Bridgekamera minimal größer als vergleichbare Modelle. Dafür hat Panasonic beim Handling allerdings einen sehr guten Job gemacht, die Kamera ist ergonomisch geformt und liegt dank gummiertem Griff sehr gut in der Hand. Zahlreiche Knöpfchen machen die schnelle Konfiguration ohne umständlichen Ausflug in das Menü möglich. Auf der Rückseite befindet sich ein 3-Zoll großes Display mit einem Klapp- und Drehscharnier.

Die Bildqualität der Lumix FZ150

Panasonic präsentiert mit der Lumix DMC-FZ150 die Nachfolgerin der Lumix DMC-FZ100. Vor allem bei der Bildqualität musste Panasonic kräftig nachbessern, um die FZ150 konkurrenzfähig zu machen. Um eine verbesserte Qualität zu erreichen, ist ein neuer Bildsensor verbaut worden. Größe und Technik (C-MOS) sind zwar im Vergleich zur Vorgängerin identisch geblieben, die Auflösung sinkt jetzt jedoch auf zwölf Megapixel.

Weniger Megapixel – bessere Bildqualität

Die Entscheidung hat sich gelohnt. Die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-FZ150 ist sichtbar und messbar angestiegen. Zwar ist die gemessene Sensorgröße im Vergleich zur Vorgängerin um 15 Prozent kleiner, gleichzeitig nimmt dabei jedoch die Bildqualität um 20 Prozent zu. Der 12-Megapixel-Sensor nutzt die moderne BSI-Technologie. Die gemessene Texturtreue ist sehr gut. Die Messung der Detailtreue liefert, verglichen mit der Vorgängerin, über alle ISO-Stufen hinweg bessere Ergebnisse. Bei der bloßen visuellen Betrachtung der Bilder erscheint die Detailtreue der neuen FZ150 verbessert. Wirklich sehr gut ist diese jedoch nur bei kleinster ISO-Stufe. Insgesamt ist die Bildqualität besser, die neue Kombination aus Megapixelanzahl und Sensorgröße kommt dem Rauschverhalten der Kamera zugute. Zu erwähnen ist, dass ab ISO 800 Störpixel auftreten, die auf einem A3-Ausdruck sichtbar wären. Andere Kameras dieser Preisklasse haben jedoch mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zur günstigeren FZ48 ist die Möglichkeit, mit der Kamera Bilder im RAW- und JPEG-Format abzuspeichern. Bei Verwendung des RAW-Formats erhalten Sie sehr große Bilddateien, aus denen bei der Nachbearbeitung mehr herausgeholt werden kann.

Das Objektiv und der 24fach-Zoom

Mit einem gigantischen Brennweitenbereich von 25 mm bis 600 mm fährt das Objektiv der FZ150 bis zu sechs Zentimeter aus dem Gehäuse heraus und verfügt damit über einen 24-fachen Zoom. Die ergonomische Form der Kamera ist sehr gut, sodass diese gut in der Hand liegt. Verwacklungen können mit etwas Übung gut vermieden werden. Dazu trägt der verbaute Bildstabilisator wesentlich bei. Somit sind verwacklungsfreie Aufnahmen mit voll ausgefahrenem Objektiv auch ohne die Verwendung eines Stativs möglich. Verwacklungen während der Filmaufnahme im Weitwinkel werden durch den "Active Mode" vermieden. Das Handling wird unterstützt von einer Daumenstütze, die auf der Rückseite angebracht ist. Die FZ150 ist nicht zu schwer und liegt ausgewogen in der Hand. Besonders im Tele-Bereich ist dies wichtig, um Verwacklungen zu vermeiden.

Das Bedienkonzept ist gelungen

Mehr als zwei Dutzend unterschiedlicher Motivprogramme unterstützen den Anwender bei der Erstellung gelungener Fotos. Eine Motivautomatik, die selbstständig die Umgebungsverhältnisse misst, ist selbstverständlich ebenso integriert. Acht Effekt-Filter sind neu und können bei der Erstellung von Fotos und Videos eingesetzt werden. Die Funktion des Autofokus und die Belichtungsmessmethode sind über das Schnellmenü schnell verändert. Für den Autofokus ist die Wahl zwischen Gesichtserkennung, Einfeld oder Mehrfeld mit variabler Position und Größe und Objektverfolgung möglich. Direkt am Objektiv befindet sich eine Zoom-Wippe, mit deren Hilfe die Brennweitenveränderung besonders während einer Filmaufnahme möglich ist, ohne dass es zu Verwacklungen kommt. Alternativ wird über diese Wippe die Schärfe manuell eingestellt. Ambitionierte Fotografen können die FZ150 individuell an ihre Bedürfnisse optimal anpassen. Der manuelle Betrieb ist genauso möglich wie die Verwendung als Programm-, Blenden- und Zeitautomat. Ein Fokusring ist am Objektiv leider nicht vorhanden, stattdessen wird mithilfe des Daumenrads etwas umständlich manuell scharf gestellt. Die Serienbildfunktion der FZ150 kann sich sehen lassen. 12 Bilder werden pro Sekunde in der höchsten Auflösung gespeichert. Belichtung und Fokus bleiben dabei auf das erste Bild fixiert. 5 Bilder pro Sekunde sind möglich, wenn Belichtung und Fokus nachgeführt werden sollen. Bei einer Reduzierung auf 2,5 Megapixel kann eine Bildfolge mit 60 Bildern pro Sekunde festgehalten werden (bei 5 Megapixeln sind 40 Bilder pro Sekunde möglich).

Der Blitz der Panasonic DMC-FZ150

Um den Blitz der FZ150 zu aktivieren, reicht ein einfacher Knopfdruck. Externe Blitzgeräte sind über den verbauten Blitzschuh anschließbar. Mithilfe eines solches Blitzgeräts wird das Einsatzgebiet vergrößert und so den Ideen mehr Freiraum gegeben.

Zubehör

Für den sicheren Transport der hochwertigen Bridgekamera sind bei eBay Kamerataschen erhältlich, die perfekt auf die Maße der FZ150 zugeschnitten sind. Um bei schwindendem Licht gestochen scharfe Fotos machen zu können, ist ein Stativ notwendig. Verschiedene Modelle für unterschiedliche Einsatzzwecke sind erhältlich. Für ein Mehr an Kreativität und Flexibilität sind unterschiedliche Filter erhältlich. Damit Ihnen unterwegs nicht der Saft ausgeht, empfiehlt sich die Anschaffung eines Ersatzakkus und einer zusätzlichen Speicherkarte. So steht auch einem ausgedehnten Trip in die Natur nichts im Wege.

Die Panasonic Lumix DMC-FZ150 ist eine sehr gute Bridgekamera, mit überzeugender Bildqualität und guter Video-Funktion.

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