Mit dem Scart- zu HDMI-Adapter ältere Geräte am neuen Fernseher anschließen

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Durch einen Scart- zu HDMI-Adapter können Sie auch ältere Geräte an Ihren neuen Fernseher anschließen

Für die Verbindung von Videorekordern, Camcordern und z. B. DVD-Playern mit einem Fernseher ist der Scart-Anschluss für viele Jahre der Standard gewesen. Moderne Fernseher sind häufiger nicht mehr mit dieser Schnittstelle, sondern mit einem oder mehreren HDMI-Anschlüssen ausgestattet. Der folgende Ratgeber informiert Sie über die Eigenschaften und Verbindungsmöglichkeiten der Scart-Schnittstelle, stellt weitere verbreitete Schnittstellen vor und erklärt Ihnen, wie Sie mithilfe eines entsprechenden Adapters Ihre älteren Geräte weiterhin an einem neuen Fernseher betreiben können.

Der Scart-Anschluss

Der Scart-Anschluss (Syndicat des Constructeurs d'Appareils Radiorécepteurs et Téléviseurs) ist ein weitverbreiteter europäischer Standard für die Steckverbindung zwischen Video- und Audiogeräten. Von Frankreich ausgehend wurde dieser seit 1978 in Europa verbreitet. Für die Verbindung eines Videorekorders mit einem Fernseher ist das Scart-Kabel jahrelang der Standard gewesen. In Ländern wie Japan und den USA wird Scart nicht verwendet. Ziel bei der Nutzung des Scart-Anschlusses ist die Vereinfachung und Vereinheitlichung. Alle nötigen Signale, die für die Verbindung und Kommunikation verschiedener Videogeräte nötig sind, sind so in einem mehrpoligen Stecker-System enthalten. Somit ist ein herstellübergreifender Standard gegeben und bei der Verbindung von Geräten unterschiedlicher Hersteller kommt es nicht zu Kompatibilitätsproblemen. Über die Scart-Schnittstelle ist es möglich, die analogen Signalformen RGB, Composite Video und S-Video zu übertragen.

Das RGB-Signal

Das RGB-Signal wird mithilfe von drei Cinch-Steckern übertragen. Alternativ zur Verwendung von Cinch-Steckern ist die Signalübertragung mit Scart oder bei Computern über den VGA-Anschluss möglich. Diese sind mit den Farben Rot, Grün und Blau gekennzeichnet. RGB-Scart-Adapter bzw. Kabel sind bei eBay erhältlich.

Das Composite-Video-Signal (FBAS)

Composite Video wird direkt über Scart, meist gemeinsam mit RGB und ebenso S-Video, übertragen. Welches Signal verwendet wird, wird dann vom jeweiligen Zielgerät selbst entschieden. Für das FBAS-Signal werden im professionellen Bereich (Fernseh- und Rundfunkanstalten) häufig BNC-Verbindungen eingesetzt.

Ausgehend von den USA wird FBAS typischerweise durch Verwendung eines gelben Cinch-Steckers übertragen. Zusätzlich dienen dann zwei weitere Cinch-Stecker zur Übertragung des Stereo-Audiosignals (weiß für den linken Kanal, rot für den rechten Kanal). Viele Fernsehgeräte in Europa sind daher mit Cinch-Buchsen ausgestattet. Alternativ ist die Verwendung eines Scart-Cinch-Adapters möglich.

Das S-Video-Signal

S-Video steht bzgl. der Qualität der Signalübertragung zwischen Composite Video und RGB- oder Component-Video-Signalen. In günstigen Geräten ermöglicht es häufig eine bessere Signalübertragung als Composite-Video, an die Qualität von Component Video und RGB kommt es jedoch nicht heran. Das S-Video-Signal wird meist über einen 4-poligen Mini-DIN-Stecker übertragen. Die Übertragung des Signals über einen Scart-Stecker ist möglich. Der gewünschte Eingang muss jedoch ausdrücklich S-Video unterstützen. Viele Fernseher sind mit zwei Scart-Buchsen ausgestattet. Während beide Buchsen in der Lage sind, das Composite-Video-Signal zu verarbeiten, ist meist nur eine der beiden Buchsen in der Lage, S-Video und das RGB-Signal zu verarbeiten. Ist nur ein einzelner Scart-Anschluss am Fernsehgerät vorhanden, ist dieser in fast allen Fällen mit RGB und Composite kompatibel, jedoch nicht immer mit S-Video.

Bei Verwendung des Scart-Kabels erfolgt die Signalisierung der Umschaltung zwischen RGB- und Composite-Signal z. B. vom DVD-Player zum Fernseher automatisch. Wird zwischen Composite- und S-Video-Signal umgeschaltet, muss diese in der Regel am empfangenden Gerät (Fernseher) manuell durchgeführt werden, da das Scart-Kabel für die Information keine Signalleitung bietet. S-Video-Scart-Adapter sind im Handel erhältlich.

S-Video ist eine übliche Schnittstelle für die Verbindung von z. B. DVD-Playern und Fernsehern. Während in Europa meist das RGB-Signal über die Scart-Buchse übertragen wurde, war und ist noch immer S-Video die verbreitetste Anschlussart für hochwertige Video- und Fernsehkomponenten.

Der Scart-Stecker

Dank der asymmetrischen Bauform des Scart-Steckers bietet dieser einen praktischen Verpolungsschutz. Aufgrund der simplen mechanischen Konstruktion kommt es jedoch häufig zu Störungen im Signalweg. Aus diesem Grund, da der Stecker gegen Herausziehen nicht verriegelt werden kann, hat sich der Scart-Stecker im professionellen Bereich nie durchgesetzt. Es gibt auch hochwertige, zum Teil vergoldete Scart-Stecker.

Die Qualität des Scart-Kabels ist wichtig

Aufgrund der analogen Signalübertragung ist es möglich, dass ein minderwertiges Scart-Kabel die Bildqualität deutlich verschlechtert. Besonders bei Kabellängen von mehr als drei Metern ist auf die Verwendung eines hochwertigen Scart-Kabels zu achten. Meist sind die billigsten Kabel nur mit einer gemeinsamen Außenabschirmung versehen und intern verfügen diese über keine Koaxialkabel. Besonders die Übertragung des Audio-Signals wird dadurch gestört. Verwaschene Farben und ein unscharfes Bild sind das Resultat eines Scart-Kabels mit unpassender Isolierung und fehlender Schirmung. Auffällig ist die Minderung der Qualität besonders bei der Verbindung z. B. eines DVD-Players.

Nachteile des Scart-Steckers

Wird der Scart-Stecker häufig ein- und ausgesteckt, kann es zu Beschädigungen und Kontaktproblemen kommen. Die kleinen, flachen und dünnen Kontakte können leicht verbiegen, teilweise bleibt das Masseblech des Steckers beim Abziehen in der Scart-Buchse stecken. Um ständiges Umstecken zu vermeiden, empfiehlt sich die Verwendung eines Scart-Verteilers. Diese sind auch mit drei oder fünf Anschlüssen erhältlich.

Der HDMI-Anschluss

HDMI (High Definition Multimedia Interface) überträgt Video- und Audiodaten voll digital. Die erste Version dieser digitalen Schnittstelle wurde im Jahr 2003 vorgestellt. Neben der Vereinheitlichung bereits vorhandener Verfahren wird die Qualität der Signalübertragung deutlich erhöht. Außerdem bietet die HDMI-Schnittstelle ein Kopierschutzkonzept (DRM), das das Kopieren entsprechend geschützter Quellen verhindern soll. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der DVI-Schnittstelle, zu der HDMI abwärtskompatibel ist. HDMI in der Version 1.0 hat einen kleineren Stecker als DVI und überträgt zusätzlich zum Video-Signal ebenso das Audio-Signal mit nur einem Kabel. Der Kopierschutz soll das Abgreifen des Audio- und Videosignals zwischen Sender und Empfänger verhindern. DVD-Player und Fernseher waren die ersten Geräte, in die diese Schnittstelle integriert wurde. Um auch neuen Ansprüchen zu genügen, wird der HDMI-Standard weiterentwickelt.

Die Länge des HDMI-Kabels und Qualitätsunterschiede

Die HDMI-Organisation empfiehlt bisher die Verwendung einer maximalen Kabellänge von 15 Metern. Im Handel sind teilweise auch bis zu 20 Meter lange Kabel erhältlich, die jedoch zu Störungen bei der Übertragung führen können. Spezielle HDMI-Kabel mit Lichtwellenleitern erlauben Kabellängen von bis zu 100 Metern.

Für die Qualität der Signal-Übertragung sind die Empfangseigenschaften des empfangenen Geräts und die Qualität des Kabels entscheidend. Kabel minderer Qualität sind bis zu einer Länge von fünf Metern aufgrund der digitalen Signal-Übertragung einsetzbar. Bei Kabellängen von 10 Metern und mehr ist auf die Verwendung entsprechend qualitativ hochwertige Kabel zu achten. Dass die Übertragung gestört ist, ist leicht an einem farbigen Aufblitzen einzelner Pixel oder gar ganzer Pixelreihen zu erkennen. Das von der analogen Signal-Übertragung bekannte Bildrauschen tritt bei HDMI nicht auf.

Seit November 2010 werden HDMI-Kabel und Geräte mit HDMI-Schittstelle (seit Januar 2012) nicht mehr unter Angabe der Versionsnummer verkauft. Stattdessen sind die unterschiedlichen Kabel verbindlich in fünf Klassen eingeteilt (HDMI-Standard, HDMI-Standard mit Ethernet, HDMI-Standard Automotive, HDMI-High Speed, HDMI-High Speed mit Ethernet). Bei den Geräten müssen sämtliche unerstützte Funktionen einzeln aufgezählt werden, da die Angabe der Versionsnummer keine Rückschlüsse auf den Funktionsumfang zulässt. Eine Schnittstelle der Version 1.4 muss nicht mehr Funktionen unterstützen als eine der Version 1.0.

Die HDMI-Stecker

Für HDMI in der Version 1.1 und 1.2 sind zwei Steckertypen definiert (Typ A und Typ B). Für kompakte Geräte wurde mit der Version 1.3 ein weiterer kleinerer Stecker definiert (Typ C). Ein erneut noch kleinerer Stecker (Typ D) wurde mit der HDMI-Version 1.4 eingeführt.

Unterstützte Formate

Die hohe Datenübertragungsrate der HDMI-Schnittstelle ermöglicht die Verarbeitung sämtlicher bekannter digitaler Audio- und Videoformate. Mit HDMI-1.3 werden die Audioformate Dolby TrueHD und Dolby Digital Plus unterstützt. Ohne Qualitätsverlust ist die Übertragung aller Ton- und Bildformate inklusive HDTV möglich. Auflösungen oberhalb von HDTV (1920x1080 Pixel) werden ab der Version 1.3 übertragen.

Die unterschiedlichen Übertragungsraten

Mit HDMI in der Version 1.2 (wie auch mit DVI) sind bei Verwendung des Stecker-Typs-A Datenübertragungsraten von bis zu 3,96 Gbit/s möglich. Mit Typ-B sind 7,92 Gbit/s geboten. In der Version 1.3 und 1.4 sind Geschwindigkeiten von bis zu 8,16 Gbit/s möglich (Stecker-Typ A und C). Mit Einführung der Version 2.0 im September 2013 beträgt die maximale mögliche Übertragungsgeschwindigkeit 14,4 Gbit/s.

Alternativen zu HDMI sind die DVI-, SDI-, UDI-, DisplayPort und Thunderbold-Schnittstelle. Adapter sind erhältlich, die teilweise Kompatibilität schaffen, z. B. mithilfe eines DisplayPort-HDMI-Adapters oder eines DVI-HDMI-Adapters. Ältere Desktop-PCs mit VGA-Schnittstelle können mit einem VGA-HDMI-Konverter weiter an neuen Bildschirmen eingesetzt werden.

Adapter für die Übertragung von Scart zu HDMI

Sind Sie im Besitz älterer Wiedergabegeräte wie VHS-Rekorder oder auch DVD-Player mit Scart-Anschluss, ist die weitere Verwendung problemlos möglich. Sollte Ihr neuer Fernseher über keine integrierte Scart-Schnittstelle mehr verfügen, die Wiedergabegeräte jedoch mit einer solchen ausgestattet sein, ist ein Scart-HDMI-Adapter die Lösung. Mithilfe des Adapters funktioniert der alte DVD-Player auch an dem neuen Fernseher weiter. Umgekehrt sind HDMI-Scart-Adapter in der Lage, das Signal zu konvertieren.

Weitere Adapter sorgen für die Kompatibilität älterer analoger Signale zum digitalen HDMI-Signal. Soll ein Wiedergabegerät mit Composite-Kabel angeschlossen werden, ist ein HDMI-Composite-Adapter die richtige Wahl. HDMI zu Component ist mithilfe des entsprechenden Adapters ebenso möglich. Zu guter Letzt sei erwähnt, dass es natürlich auch für die Verbindung eines RGB-Kabels oder S-Video-Kabels zu HDMI die passenden Adapter (RGB-HDMI, HDMI-S-Video) gibt. Sämtliche möglichen Adapter-Varianten sind bei eBay erhältlich. Bei der Auswahl eines neuen Fernsehers muss daher nicht darauf geachtet werden, dass dieser mit einer veralteten Scart-, Composite-, RGB-, S-Video- oder Component-Schnittstelle ausgestattet ist. Alle analogen Signale können mit den jeweiligen Adaptern an die HDMI-Schnittstelle weitergeleitet werden. So sind auch alte Spielekonsolen, Digitalkameras und Camcorder weiter an einem neuen Fernseher mit HDMI-Schnittstelle einsetzbar. Neue Wiedergabegeräte sind in der Regel mit einer HDMI-Schnittstelle ausgestattet.

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