Lieferung nicht erhalten - und dann?

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Gute Frage! Doch dazu muss man esrt einmal die Versandarten überprüfen.

unversicherter Versand: Büchersendung, Warensendung, Brief (normal, maxi oder XXL) und auch PÄCKCHEN sind unversicherte Sendungen, deren Verbleib auf dem Transportweg  auch nicht nachvollzogen werden können. Diese können auch ohne Unterschrift im Briefkasten abgelegt/eingeworfen werden.

versicherter Versand; Der Verbleib von Paketen (bis 513 Euro)  aller Art inkl. Wertpaketen  (versiegelt bis 15000 Euro)  und Einschreiben (bis 20 Euro)  aller Art können anhand der ID-Nummer nachviollzogen werden. Und zwar eindeutig bis zu dem Punkt, wo sie letztmalig registriert worden sind. Dazu muss der Empfänger (ausser Einwurfeinschreiben) auch unterschreiben, um diese Kette rechtlich abzuschließen!

 

Ist nun aber trotzdem nicht da. Möglichkeiten der Erklärung:

1.) Laufzeit: Manchmal ist die Laufzeit länger als unsere Geduld. Egal was unterwegs ist, beachtet bitte immer die jeweiligen Umstände (Ferien, Weihnachten, Ostern,...), denn auch die Post arbeitet mit unausgebildeten Hilfskräften, gerade zu Stosszeiten. Dann kann alles man Doppelt so lange dauern. Ansatz: 10-14 Tage im Inland, und die Ungeduld ist gerechtfertigt.

2.) Nachbarn: Der Nachbar hat es angenommen und der Benachrichtigungszettel der Post wurde mit dem Werbemüll zusammen entfernt. Meistens meldet sich der Nachbar von sich aus. Bei versicherten Sendungen mit Annahmeunterschrift kann festgestellt werden, ob die Sendung schon angekommen ist. Man bekommt dann nach einem Nachforschungsantrag eine Kopie der Unterschrift zugeschickt.

3.) nicht so nette Nachbarschaft: Diese Gesellen plündern Briefkästen, stecken diese in Brand und bereichern sich an der Post anderer. In einer solchen Umgebung bitte selbst an einen versicherten Versand denken...

4.) Unterwegs im Postverkehr verloren gegangen; Nachforschungsantrag stellen. Nur sinnvoll bei versicherten Sendungen! Alles andere ist W-E-C-K !!!

 

Rechtsfrage - WER HAFTET?

Bei versicherten Sendungen muuss der Einlieferer (Verkäufer) beim Transportunternehmen den Verlust in Höhe des Wertes (max. Höchstgrenzen der Vericherung) geltend machen! Also fordert diesen dazu auf! Der macht das dann und informiert Euch!

Bei unversicherten Sendungen muss der Einlieferer nur nachweisen, dass er/sie die Sendung aufgegeben hat. Dann haftet der Käufer für den Verlust, da dieser nur eine unversicherte Sendung bezahlt hat. Das Risiko geht dann zulasten des Käufers.

Kann der Verkäufer die Einlieferung nicht nachweisen, dann haftet er auch. Nachweis wäre, dass er/sie zusammen mit Freund / anderer Person, die Sendung aufgegeben hat, und der/die das bestätigt. Nicht gerade die Hürde! Das gilt ausschließlich für Privatverkäufer!

Doch dem Mitglied fetish_girl, danke für den richtigen Hinweis, ist hier ein Schwachpunkt aufgefallen, den ich hiermit berichtigen will. Er gilt aber nur eingeschränkt für reine Privatverkäufer und ist in allererster Linie für Unternehmer (gewerbliche Verkäufer / ebay-shopbesitzer) interessant.

https://testberichte.ebay.de/versichert-unversichert-Haftung-des-Verkaeufers_W0QQugidZ10000000003014940

Ich rate jedem gewerblichen Verkäufer sich das genau durchzulesen! Wenn das so ist, haften Transportunternehmen ihnen selbst gegenüber nur für Verlust, nicht aber für Beschädigungen. Lest einmal die AGBs von denen. Und dann hat der Verbraucher / Kunde auch das Recht Verluste dirket ohne Zwischenpuffer beim Verkäufer zu verlangen, der dann seinen Schaden beim Transporteur geltend machen muss. Lest dazu mal deren AGBs. Das geht teilweise gar nicht!!

Weiterhin ist der mögliche Ärger  auch ein Grund, warum viele Verkäufer NUR versicherten Versand anbieten. Denn wer sagt denn, dass die Käufer immer und überall ehrlich sind. Auch daran bitte denken, gerade auch dann, wenn man selbst gerade betroffen ist. Anruf genügt in der Regel schon, um sich zu verständigen. Wenn nicht im Telefonbuch eingetragen, dann die eigene Nummer per Mail schicken und um Rückruf bitten.

 

Wie gehe ich da vor, wenn ich meine, dass da etwas krumm gelaufen ist?  Indiz dafür: Ein Artikel ist z.B. deutlich unter Wert an den Käufer gegangen. Man war so leichtsinnig diesen nicht zu versichern. Wurde auch wohlweisslich nicht vorgeschlagen oder nachgefragt. Hier nun der Vorgehensvorschlag:

Anrufen und nachfragen, Mahnung als Einschreiben schicken (formlos mit Fristsetzung zur Lieferung), Anwalt einschalten. Kostet bei einem Warenwert unter 100 Euro 25 Euro, die der Verkäufer zu tragen hat, wenn er nicht nachweisen kann, dass er die Ware eingeliefert hat. Wenn er diese Frist ohne eigene Vorschläge auch noch verstreichen lässt, kann der Anwalt sofort Klage wegen Auktionsbetrug einreichen. Davon bitte auch ebay verständigen und Verkäufer sperren lassen.

Sinnvoll? Bei niedrigwertigen Artikel: NEIN!

Ausserdem: Wer Porto sparen will muss auch die Folgen zu tragen bereit sein... Wir sind alle erwachsen. Bei hochwertigen Artikeln, oder seltenen Sammlerstücken, ist eh versicherter Versand logisch, angebracht und geboten - oder?

Bei leichtverkäuflichen Artikeln über 50 Euro, die Schäppchen waren, ist das aber durchaus geboten. Alleine schon, um eine ABSCHRECKUNG zu erzielen. Sonst wird ebay schnell zum Abzockermedium. Gerade bei Elektro- und Computerartikeln ist das ja fast schon so. Notfalls auch sofort prüfen, ob in einem solchen fall schon andere unruhig werden. Dazu in den Bewertungen mal andere Fragen, wie lange die Lieferung gedauert hat oder NEGATIVBEWERTER fragen. Eventuell laufen schon Starfverfahren... das bekommt man ganz schnell raus. Auch in den Foren und Ratgeben gezielt suchen.

Eines sollte klar sein: Alles, was sich nicht einvernehmlich lösen lässt, wird stressig und ärgerlich. Nichts ist umsonst! Und wer unversicherten Sparversand wählt, reagiert nicht risikoaversiv...

Und bei allen Aktionen: 1. ) per Mail nachfragen - 2.) telefonisch nachfragen - 3.) ggf. Mahnung - dann erst weitermachen !

 

Meine Erfahrung mit Versandverlusten: Bei versicherten Sendungen kein Problem. Bei unversicherten Verlusten einigt man sich in der Regel mit dem Käufer. Habe als Verkäufer selbst meine Verluste auf meiner MICH-Seite offengelegt. Empfehle meinen Käufern auch immer versicherten Versand. Bisher sind aber wirklich nur eine handvoll Sendungen nicht angekommen. Ärgerlich, aber im Falle dass ich Opfer war in summe billiger als alles versichert bekommen zu haben. Nonsensartikel können ersetzt werden - nach Absprache mit dem Käufer (Portoübernahme / Schadensteilung). Es gibt aber auch Käufer, wo ich mir fast sicher bin, dass sie nicht ehrlich sind. Daher sperre ich diese für meine Auktionen u. Angebote.

Bei Händlern ist eine Einigung eigentlich nie ein Problem. Privatleute andererseits können und sollen auch nicht für andere Haften, die jederzeit einen versicherten Versand hätten wählen können.

Wie kann ich nun den Ärger minimieren?

Geht einfach davon aus, das alle Seiten Erwachsene sind. Und als solche sollte man dann auch miteinander umgehen. Dann regelt sich das alles!

 

Wenn etwas offen geblieben ist, lasst es mich bitte wissen, dann kann ich diesen Ratgeber ggf. sukzessive für alle anderen Leser verbessern. Über eine positive Bewertung würde ich mich auch freuen...