Günstig ersteigern; Tricks der Verkäufer umgehen!

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Sie möchten bei eBay einen Artikel ersteigern. Am Besten machen Sie sich hierzu erst einmal Gedanken, wie vielSie ausgeben möchten. Am einfachsten orientieren sie sich hierzu an den gegebenen Preisen: Es gibt div. Preissuchmaschinen. Geben Sie bei Google den Namen des Produktes ein, dass sie ersteigern möchten. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die ersten Seiten solche von Preissuchmaschinen. Hier bekommen Sie den Preis angezeigt, den Sie beim OnlineShopping ausgeben müssen. Dies sollte Ihre Obergrenze sein. - Denn zu diesem Preis kriegen Sie die Ware garantiert auch außerhalb eBays.
Danach suchen Sie ganz normal nach dem Artikel in eBay. Jedoch harken Sie auf der linken Seite " nur beendete Auktionen" ansehen ab. Auf diese Weise erhalten Sie die Preise der Auktionen, die in den letzten 90 Tagen zu Ende gingen. Hier können Sie entweder den niedrigsten Preis (inkl. Versandkosten) anzeigen lassen oder Sie bilden den Durchschnittspreis.
Beispiel: In den letzten 90 Tagen sind fünf Auktionen für ein (Fach)Buch zu Ende gegangen. Die Preise lagen inkl. Versand bei 22,50 €, 12,15 €, 25,78 €, 15,84 €, 27,00€. Der Durchschnittspreis beträgt (22,50 + 12,15 + 25,78 + 15,84 + 27,00) / 5 = 103,27 / 5 = 20,65 Euro.
Ist dieser höher als der per Preissuchmaschine gefundene, sollten Sie von eBay für diesen Artikel Abstand nehmen. Ansonsten müssen Sie sich nun überlegen, wie viel Sie persönlich bereit sind zu zahlen. Wenn Sie den Artikel sofort brauchen, müssen Sie mitunter mehr auf den Tisch legen, als wenn Sie etwas Zeit haben: In letzter Fall hat es sich bewährt einen Preis zu wählen, der etwa in der Mitte zwischen dem niedrigsten erfolgreichen Gebot und dem Durchschnittspreis liegt.
Beispiel: Im obigen Beispiel liegt der Durchschnittspreis bei 20,65 Euro inkl. Versand. Der niedrigste Preis waren 15,84 Euro. Der Durchschnitt beträgt somit (20,55+15,84)/2 = 18,19 Euro. Dies sollte ihr Maximalgebot inkl. Versand sein.
Die wichtigste Regel: Halten Sie sich an dieses Limit!

Der Verkäufer wird versuchen den Preis hoch zu treiben. Einige überschreiten dabei die Grenzen des Erlaubten, andere versuchen es auf legalem Wege. Der einfachste Weg hierzu ist ein Hinweis auf die UVP. Nach diesem Kürzel folgt meist ein hoher Preis. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken! Hier handelt es sich um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Nicht ohne Grund ist sie unverbindlich. Der Verkäufer nutzt Sie um zu suggerieren, dass sie normalerweise auch so viel zahlen würden, wenn Sie in den Laden gehen. Das stimmt meist nicht. - Und selbst wenn es mal stimmt: Der Händler um die Ecke hat viel höhere Kosten, weil er einen Laden mit teurer Ladenfläche mieten muss. Im Internet bekommen Sie die Ware günstiger.

Zu den weniger legalen Tricks gehört es den Preis selbst in die Höhe zu treiben: Der Verkäufer bietet entweder selbst mit einem Zweitaccount oder über einen Strohmann auf seine eigene Auktion. So stellt er sicher, dass die Ware trotz eines Startpreises von einem Euro nicht "zu günstig" weggeht.
Es ist nicht immer leicht diese "faulen" Bieter zu erkennen: Aber es geht.
  • Achten Sie zunächst darauf, ob der Höchstbietende wenige oder gar keine Bewertungen an. Dies ist ein Indiz (aber kein Beweis!) für einen Schummler.
  • Wenn Sie nun auf den Namen klicken (er wird nur verkürzt dargestellt - das liegt an eBay), erhalten Sie eine kleine Statistik: Bietet der potenzielle Käufer häufig auf Artikel dieses Verkäufers? Vielleicht sogar in ganz verschiedenen Bereichen (z.B. bei Büchern, Schallplatten und Computerzubehör)? Auch das ist ein Indiz.
  • Schauen Sie in die Bewertungen: Hat der Höchstbietende schon öfter beim Verkäufer gekauft und mehrere (positive) Bewertung von Ihm bekommen? Ebenfalls ein Indiz!
  • Es kann aber auch genau umgekehrt sein: Hat der Höchstbietende schon öfter beim Verkäufer gekauft und noch keine Bewertungen bekommen, obwohl der Verkäufer sonst immer bewertet? Ebenfalls ein Indiz!
  • Hat der Höchstbietende vielleicht sogar schon öfter die selbe Ware beim Verkäufer gekauft. Dies kann verdächtig sein, muss es aber nicht: Handelt es sich um Verbrauchsmaterial (z.B. Druckertinte) kann das normal sein. Geht es aber um die neuste Pop-Stars CD darf man zweifeln, wozu der Käufer diese mehrfach brauchen sollte. Noch ein Indiz!
Treffen ein oder mehrere Indizien zu, sein Sie vorsichtig. Es besteht der Verdacht, dass der Verkäufer und der Höchstbietende zusammen arbeiten. Denken Sie aber rational: Es kann auch vorkommen, dass einer der Punkte zutrifft und es sich um einen Zufall handelt: Erst bei einer Ansammlung der Indizien sollte größte Vorsicht gewahrt werden.
Es besteht hier für Sie aber auch keine Gefahr: Der Strohmann soll nur den Preis hochtreiben. Gehen Sie einfach nicht mit. Wenn der Verkäufer einen höheren Preis haben will, als sie bereit sind zu zahlen, bieten Sie eben wo anders. Bleiben Sie einfach Ihrem Limit treu!

Einige Verkäufer versuchen durch ein unangemessen hohes Porto auch bei niedrigen Auktionsgeboten noch kräftig abzusahnen. Auf das Porto zahlt der Verkäufer keine Gebühr (eBay berechnet dem Verkäufer einen gewissen Prozentsatz des Auktionspreises als Gebühr). Da eBay selbst gemerkt hat, dass Ihnen dabei Geld durch die Lappen geht, haben Sie in einigen Bereichen ein Limit festgesetzt.
Das reicht aber bei Weitem noch nicht. Legen Sie Ihr Limit immer inkl. Versandkosten fest! So wissen Sie immer, was sie bei Auktionsgewinn an Kosten erwartet. Und die berechneten Portokosten können Ihnen egal sein. Denn Sie haben keinen Cent mehr gezahlt, als Sie wollten. Um ob der Käufer es nun Verkaufspreis oder Versandkosten oder sonstwie nennt ist egal. - Das ist nur ein Name.
Beispiel: Sie haben sich im obigen Beispiel ein Limit von 18,19 Euro gesetzt. Der Versand soll 3,-- Euro kosten. Nun subtrahieren Sie die Versandkosten von Ihrem Limit um Ihr Auktionsgebot zu erhalten: 18,19 Euro - 3,00 Euro = 15,19 Euro. Ihr Maximalgebot beträgt demnach hier 15,19 Euro.

Lassen Sie sich schließlich nicht zu höheren Gebühren überreden. Mit Gewinn der Auktion ist ein bindender Vertrag entstanden. Der Verkäufer ist verpflichtet Ihnen die Ware zum vereinbarten Preis zu liefern. Er darf keine Gebühren draufschlagen, die nicht vorher vereinbart waren. Einige Verkäufer sind da sehr erfinderisch: Handlingpauschale. Treibstoffzuschlag. Lagerkosten. ... Lassen Sie sich auf keine Extra-Gebühren ein. Das ist ungesetzlich! Auktionssumme + Versand. Mehr nicht! Ausgenommen sind natürlich Gebühren, die Sie vorher vereinbart haben oder die in der Auktionsbeschreibung zu finden waren (z.B. Nachnahmegebühr, Versicherung, ...). Aber auch diese sollten Sie stets in Ihr Limit einbeziehen und den Auktionsbetrag im Zweifelsfall schmälern.
Beispiel: Sie wollen Ihrem Limit von 18,19 Euro treu bleiben und die Versandkosten sind mit 3,00 Euro angegeben. Dazu kommt eine Gebühr für Einschreiben von 1,60 Euro. Nun subtrahieren Sie von Ihrem Limit neben den Versandkosten auch die Zusatzgebühr um Ihr Maximalgebot zu erhalten: 18,19 Euro - 3,00 Euro - 1,60 Euro = 13,59 Euro. Ihr Maximalgebot beträgt daher 13,59 Euro.

Achten Sie schließlich darauf, ob der Händler privat oder gewerblich seine Ware anbietet. Wenn Sie ganz oben in die rechte Spalte schauen steht dies unter dem Namen des Verkäufers. Handelt es sich um einen gewerblichen Verkäufer und bietet er versicherten und unversicherten Versand an, wählen Sie immer den Unversicherten: Grundsätzlich ist für den Versand der Käufer verantwortlich. Geht etwas verloren, haftet er. Kauft ein Privater jedoch bei einem Händler (das BGB nennt das Verbrauchsgüterkauf), trägt der Händler das Versandrisiko. Wenn Sie den unversicherten Versand wählen, haftet der Verkäufer für Sie. Kostenlos. Wählen Sie aber den versicherten Versand, so kann der Verkäufer sich im Fall der Fälle das Geld vom Versandunternehmen (DHL, Hermes, ...) wiederholen. Er hat also einen Vorteil, Sie nicht; nur höhere Kosten. Um nicht zu viel zu zahlen, wählen Sie, wenn möglich, bei gewerblichen Händlern immer den unversicherten Versand!

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