Gleisreinigung, Schienenreinigung, Radreinigung

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Gerade bei den kleineren Baugrößen,  Spur N und Z kommt es darauf an, das die Gleise sauber sind, damit die Loks ordentlich funktionieren und die Beleuchtung der Wagen nicht ständig flackert. Staub und Fussel, bzw. Haare, die in jeder Wohnung herumfliegen, sammeln sich auch auf den Gleisen. Das führt zu Kontaktproblemen und das Zeug wird durch die freiliegenden Zahnräder, die auch noch leicht geölt sind, in das Getriebe der Lok gezogen. Das kann soweit gehen, dass die Lok gar nicht mehr zum Fahren zu bewegen ist.

Mittlerweile habe den Teppich aus dem Eisenbahnzimmer verbannt und Laminat vergelgt, super. Deutlich weniger Staub auf der Anlage!

Nach langer Nichtbenutzung der Modellbahn ist es ganz schlimm, die Loks fahren fast gar nicht mehr. Hier empfiehlt es sich alle Fahrzeuge und alles was lose ist, von der Anlage herunter zu nehmen und erst mal mit dem normalen Staubsauger die Anlage abzusaugen. Die Gleise nicht mit Schmirgelpapier reinigen. Die Furchen, die man damit ins Gleis zieht, bewirken, dass sich Fussel noch besser anhaften können, da die Oberfläche rauh wird.

Mittlerweile gibt es im Fachhandel eine Art Radiergummi, einen viereckigen Klotz. Damit kann man die Gleise aufpolieren, sie sind dann wie neue Gleise. Ich habe mir mehrere zugelegt, einen durchgeschnitten und auf einen langen Holzpinn geschraubt, damit ich in den Tunneln die Gleise reinigen kann.

Hin und wieder nehme ich Bremsenreiniger (In jeder  Kfz Werkstatt zu kaufen) und ein nicht fusselndes Filztuch. Damit bekomme ich vor allem die Steigungen vom Abrieb befreit und die Zugkraft der Loks ist höher.  Aber Vorsicht: Bei der Benutzung von Bremsenreiniger besteht höchste Brandgefahr!!! Nicht rauchen und auch keine Züge fahren lassen! Zwischen Rad und Schiene kann es schon mal funken. Auch nicht die Weichen elektrisch verstellen, nur von Hand! Vorsicht auch bei Tunnelstrecken, hier kann noch eine Weile später ein zündfähiges Gemisch vorhanden sein. Ungefähr eine halbe Stunde warten und am besten die Wohnung lüften, bevor man Züge fahren lässt, wenn Bremsenreiniger benutzt wurde.

Und bitte nicht die Nassreinigungswagen mit Bremsenreiniger füllen und auf der Anlage betreiben!!!

Das kann zum Zimmerbrand führen, oder zumindest die Anlage erheblich beschädigen!!!

Bei Bremsenreiniger bitte Vorsicht walten lassen, das Zeug ist hoch entzündlich, damit starten wir LKW Motoren die schlecht anspringen!!!

Ich benetze schon mal einen Reinigungswerg von Noch mit Bremsenreiniger, hänge den Wagen aber hinter einen Personenzug, so dass der nasse Reinigungszwerg mindestens 30-40 cm hinter der Lok ist, um meine doch recht langen Tunnelstrecken zu reinigen. Sollte der Bremsenreiniger sich hierbei entzünden, so ist kein Vorrat im Zug vorhanden, das hat man mit einmal ordentlich pusten wieder aus, als wenn man einen Nassreinigungswagen damit füllt, da ist gut ein Schnappspinchen voll drin. Und bevor der Zug ein weiteres mal durch den Tunnel fährt, wird gewartet, oder der Tunnel mit Luft durchgespült.

Aber auch trocken sind die Reinigungszwerge von Noch sehr zu Empfehlen, es sind ca. 10 Stück auf meiner Anlage davon unterwegs, das hilft wirklich. Was nicht mehr auf den Gleisen liegt, kann nicht mehr in die Loks hereingezogen werden. Sie werden einfach von unten an die Achsen der Wagen geklipst, fertig, so wird jeder Zug zum Reinigungszug. Am Besten passen die Zwerge unter zweiachsige Güterwagen.

Reinigungsöle, welche auch als Dampföl zu gebrauchen sind empfehle ich nicht. Es bleibt ein Schmierfilm zurück, an dem neuer Staub besser anhaften kann. Das schlimme an diesen Ölen ist, dass die Zugkraft der Loks deutlich nachlässt.

Zur Lokradreingung empfehle ich die Reinigungsbürste von Minitrix. Hier gilt aber, die Haftreifen nicht allzu lange auf der Bürste laufen lassen. Ein Glasfaserstift geht auch, ist aber umständlich, da sich die Räder der Lok nicht bewegen. Auch die Räder der Anhänger reingen. Denn auch hier sind Ablagerungen vorhanden, die sich wieder aufs Gleis legen. Wenn schon alles von der Anlage runter ist, wird auch alles gereinigt! Ich benutze dazu einen Dremel mit einen kleinen rotierenden Drahtbürste. Aber bitte den Dremel nicht mit 20 000 Umdrehungen betreiben!!!

Ist die Anlage in Betrieb, empfehle ich, einen Reinigungszug vorzuhalten. Ich habe die kleine Schienenschleiflok von Fleischmann. Die Schleifer habe ich auf Filz umgerüstet. Dazu habe ich den Schienenstaubsauger von Tomix. Staubsaugerwagen gibt es auch von Lux Modellbau, sind aber doppelt so teuer. Da kann man sich zwei Tomix für kaufen, einen zum Schleifen, einen zum Saugen. So braucht man den Wagen nicht ständig umbauen. Denn  der Tomix kann saugen, schleifen und beherscht die Nassreinigung, aber nur nacheinander, mann muss den Wagen dafür umbauen. Nachteil des Tomix: Er ist sehr schwer, die kleine Schleiflok kann ihn kaum ziehen. Also habe ich noch eine 216 vor den Tomix gesetzt und habe so einen Schienenreinigungszug. Die Schleiflok läuft am Schluß, so wird bei der zweiten Runde aufgesaugt, was die Schleiflok von den Schienen geputzt hat. 

Der ROCO Clean Wagen ist auch sehr gut, ist aber auch sehr schwer zu ziehen. Er hat allerdings den Nachteil, dass sich das Gummi schon mal an einer Weichenzunge verhakt und dadurch der Wagen entgleist. In sehr engen Kurven kann es vorkommen, dass die Außenschiene nicht gereinigt wird. Es gibt aber die Möglichkeit, den Gummi gegen einen Filz zu tauschen, System Jörger. Dann ist der Wagen deutlich leichter zu ziehen.

Den Reinigungszug setzte ich nur zu Spielbeginn ein, danach kann ich mit meiner zwei achsigen Diesellok ohne Probleme in Schrittgeschwindigkeit rangieren.

Ich hoffe, Euch ein wenig mit meinen Reinigungstips geholfen zu haben.

Bitte bewertet die Ratgeber bei Ebay, sonst wird sich bald Niemand mehr die Arbeit machen, Ratgeber zu schreiben, in denen Teilenummern, Klemmenbezeichnungen, Gesetzestexte etc. zu finden sind. Dieser Ratgeber wurde über 5600 mal gelesen, aber nur 32 mal bewertet, schade.

 

Danke

 

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