Fahrzeugantennen – so haben Sie unterwegs guten Empfang

2 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Fahrzeugantennen – So haben Sie unterwegs guten Empfang

Antennen fürs Auto empfangen elektromagnetische Wellen oder strahlen sie auch ab. Fahrzeugantennen werden für den Radioempfang genutzt, aber auch für Telefonate mit dem Handy. Sie liegen in unterschiedlichen Bauformen vor. In die meisten Fahrzeugmodelle ist standardmäßig eine Antenne integriert. Ist dies nicht der Fall oder soll eine vorhandene Antenne umgerüstet werden, kann eine Fahrzeugantenne zum Beispiel in Form einer Scheibenantenne nachträglich eingebaut werden.

Wie arbeitet eine Fahrzeugantenne – ein kleiner Abstecher in die Antennentechnik

Grundsätzlich fungieren Antennen als Wandler von elektromagnetischen Frequenzen. Die sogenannten Freiraumwellen, das sind die sich in der Luft ausbreitenden Funkwellen eines Senders, werden in Leitungswellen umgewandelt. Die Antenne ist damit der wichtigste Bestandteil einer Funkverbindung und Schnittstelle zwischen Sender und Empfänger. Am einfachsten lässt sich die Funktion einer Antenne am Dipol erklären:

Eine Dipol-Antenne besteht im Grunde genommen aus zwei einfachen Drähten. Bei UKW-Tunern ist diese Antennenart häufig als sogenannte Wurfantenne zu finden. Durch den nicht abgeschirmten Draht fließt Strom, dadurch entsteht ein Magnetfeld. An den Spitzen der Drähte bauen sich durch den Stromfluss Ladungen auf, die wiederum ein elektrisches Feld erzeugen. Beide Felder strahlen abwechselnd in den Raum.

Im Zusammenhang mit der Antennentechnik spricht man weiterhin vom Antennengewinn. Dieser Begriff hängt eng mit der Qualität der Abstrahlung zusammen. Ein Antennengewinn tritt immer dann ein, wenn die Abstrahlung der Antenne nicht rundum strahlt, sondern gebündelt und zielgerichtet ausgesandt wird. Grundsätzlich gilt: Je größer der Antennengewinn, umso länger darf das Antennenkabel sein. Dies ist deshalb von Bedeutung, da Kabel die Übertragungsleistung dämpfen. Neben dem Antennengewinn ist auch ein hochwertiges Kabel geeignet, um die Kabellänge zu vergrößern.

Die Entwicklung der Fahrzeugantenne – vom Kotflügel in die Scheibe

Die ersten Fahrzeugantennen waren am hinteren oder vorderen Kotflügel angebracht. Später wanderte die Antenne aufs Dach. Verwendete man anfangs noch Teleskopantennen, wurde die Antenne im Laufe der Zeit immer kleiner. Heute sind Fahrzeugantennen oft gar nicht mehr zu sehen, da sie als Scheibenantennen in der Heckscheibe eingebaut sind. Dies hat den Vorteil, dass die Antenne weder abbrechen kann, noch die Optik stört. Allerdings muss bei einem Defekt der Antenne häufig die gesamte Heckscheibe des Fahrzeugs ersetzt werden. Dies war beiden einfachen Dachantennen deutlich einfacher: Das beschädigte Teil wird abgeschraubt und durch eine neue baugleiche oder kompatible Antenne ersetzt. Hatte die Autoantenne anfangs nur die Aufgabe, für einen bestmöglichen Radioempfang zu sorgen, übernehmen Antennen im Auto heute noch weitere Aufgaben wie:

  • den störungsfreien Handyempfang bei gleichzeitig verringerter Strahlung. Die entsprechenden Antennen sind so angebracht, dass die Mobilfunkstrahlung nicht ins Fahrzeuginnere abgestrahlt wird.
  • den Empfang und die Übertragung von GPS-Signalen zur Nutzung von Navigationssystemen. Hierfür ist eine leistungsstarke Antenne erforderlich. Damit der GPS-Empfänger fehlerfrei funktioniert, muss er mit vier Satelliten gleichzeitig verbunden sein.

Heute wird fast kein Fahrzeug mehr ohne integriertes Radio ausgeliefert. Eine Fahrzeugantenne gehört also zur Standardausstattung. Und selbst dann, wenn das Radio fehlt, ist dennoch die Antennenvorbereitung vorhanden, sodass später ein UKW-Empfänger in das Fahrzeug eingebaut werden kann.

Antennen fürs Auto – die verschiedenen Antennenarten

Durch Neuentwicklungen im Bereich der Fahrzeug- und Funktechnologie gibt es mittlerweile unterschiedliche Arten von Fahrzeugantennen. Ziel der Entwickler ist es, bei einem möglichst geringen Eingriff in die Fahrzeugoptik einen maximalen Empfang zu erreichen. Moderne Autoantennen in hochwertigen Fahrzeugen sind deshalb heute oft fast oder vollständig unsichtbar im Fahrzeug versteckt.

Die Stabantenne mit optimalem Empfang – Kennzeichen für ältere Fahrzeugmodelle

Die Stab- oder Peitschenantenne ist heute nur noch auf älteren Fahrzeugmodellen zu sehen. Wo die Antenne angebracht wird, hängt von der Position des Motors ab. Von diesem, den Hilfsaggregaten und der Bordelektronik gehen die meisten Störflüsse aus. Bei einem Auto mit Frontmotor ist die Fahrzeugantenne deshalb in der Regel im hinteren Bereich zu finden. Um bei einer Fahrt durch die Waschanlage die Antenne einziehen zu können, wurden früher Teleskopantennen, später auch Motorantennen installiert. Diese fahren automatisch ein, sobald das Autoradio ausgeschaltet ist.

Je höher die Fahrzeugleistung ist, umso störender wirkt sich eine lange Stabantenne aus. So wirkt sich eine Antennenlänge von 90cm schon negativ auf den CW-Wert aus. Dieser Wert bezieht sich auf den Strömungswiderstand. Als Alternative wurden Kurzstabantennen entwickelt.

Kurzstabantennen fürs Auto – unauffällig und leistungsfähig

Kurzstabantennen weisen eine Länge von 40cm bis 50cm auf und sind auf dem Fahrzeugdach angebracht. Frühere Modelle ließen sich per Teleskoptechnik ein- und ausziehen Neuere Kurzstabantennen bestehen aus flexiblen Glasfaserruten, die sich an Belastungen und Verformungen anpassen. Nachteil dieser Antennen: Die Empfangsstärke reicht für einen störungsfreien Empfang nicht aus. Um dies zu kompensieren, sind am Antennenfuß ein Vorverstärker und ein sogenannter UKW-Längenausgleich angebracht.

Shark-Antennen – mit der Haifischflosse auf dem Dach optimalen Empfang

Shark-Antennen haben die Form einer Haifischflosse – daher auch der Name. Die kleinen Empfangseinheiten sind auf dem Dach des Fahrzeugs platziert. Sie stören optisch kaum, sondern können das Design im Gegenteil sogar aufwerten. Zusätzlich bieten sie Platz gleich für mehrere Antennen und sichern so einen guten Empfang für Radiowellen, Handy und Navigationssysteme.

Die Scheibenantenne – kaum sichtbar in der Optik, aufwendig im Austausch

Kaum sichtbar sind Scheibenantennen. Bei dieser Antennenart werden für den Empfang die Heizstäbe der Heckscheibe genutzt. Die erforderlichen elektronischen Komponenten sind auf die Scheibe geklebt, meist auf den oberen Rand der Heckscheibe. Die Elektronik wird anschließend mit einem Schwarzdruck abgedeckt. Dies erklärt die dunklen Ränder, die heute an vielen Heckscheiben zu bemerken sind. Optisch fällt das kaum auf. Eine aufwendigere Möglichkeit besteht darin, die Elektronik in der oberen Dachsäule unterzubringen. Dann ist die Heckscheibenantenne vollständig unsichtbar, nur die gewohnten Heizstäbe sind zu sehen. Nachteil dieser Antennenform ist, dass nur über eine elektronische Verstärkung eine gute Empfangsqualität erreicht wird. Hinzu kommt, dass durch die Position der Antenne nicht alle Signale gleich gut empfangen werden können.

Die unsichtbare Fahrzeugantenne – Antennentechnik im Auto verteilt

Soll eine Fahrzeugantenne optisch nicht stören und unsichtbar im Fahrzeug verbaut werden, dann geht das immer zulasten des guten Empfangs. Fahrzeughersteller arbeiten dem entgegen, indem eine Vielzahl von Antennen verbaut wird. An verschiedenen Punkten des Fahrzeugs kommen diese Antennen je nach Bedarf zum Einsatz. Elektronisch wird geprüft, an welcher Stelle der Empfang am besten ist. Diese Antenne wird dann genutzt. Neben der Installation in der Scheibe ist auch eine Unterbringung im Stoßfänger üblich. Der Empfang hier ist durch die niedrige Position allerdings deutlich verringert.

Antennen fürs Auto nachrüsten und den Empfang im Fahrzeug verbessern

Ob aus optischen Gründen oder des besseren Empfangs wegen – möchten Sie Ihre Autoantenne um- oder nachrüsten, dann bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Grundsätzlich ist fast alles möglich, allerdings stellt sich hinsichtlich des Empfangs nicht immer der gewünschte Erfolg ein. Dies liegt daran, dass die Zubehörantenne nicht auf den Rest der Empfangsanlage abgestimmt, die Position der Antenne nicht optimal ist oder Fehler beim Einbau passieren. Schließlich ist immer auch die Empfangsleistung am Aufenthaltsort ein wichtiges Kriterium.

Mit am einfachsten lässt sich eine Scheibenantenne nachrüsten. Der Nachrüstsatz besteht aus der Elektronik und den Empfangsdrähten, die auf die Scheibe aufgeklebt werden. Je nach Modell werden Teile des Bausatzes in der Verkleidung verborgen. Darin erfolgt auch die Verlegung des Kabels von der Antenne bis zum Radio.

Ebenfalls einfach ist die Umrüstung einer Stab- oder Teleskopantenne auf eine Kurzstabantenne. Grundvoraussetzung für einen reibungslosen Einbau ist allerdings, dass die Anschlussstellen zusammenpassen. Ansonsten muss über ein Spezialbauteil ein kompatibler Anschluss geschaffen werden. Bei den anderen nachrüstbaren Varianten sind in der Regel Eingriffe in die Außenhülle des Fahrzeugs nötig, um die Antenne bzw. den Antennenfuß zu befestigen.

Die Phantom-Speisung im Zusammenhang mit der Fahrzeugantenne

Im Zusammenhang mit Fahrzeugantennen ist immer wieder der Begriff Phantom-Speisung zu finden. Einige Antennenarten sind in Kombination mit dieser Technologie nicht nutzbar. Phantom-Speisung oder auch Phantomspannung bezeichnet eine bestimmte Art der Spannungsversorgung in der Tontechnik oder auch in der Antennentechnik. Im zweiten Fall geschieht die Speisung über das Radio. Die Elektronik der Antenne, die die Funksignale verstärkt, wird damit betrieben. Fehlt die Phantomspeisung, kommt es zu Störungen und Schwankungen im Empfang, da der elektronische Verstärker, der in jeder aktiven Antenne untergebracht ist, nicht arbeitet.

Im Zusammenhang mit der Radio- und Empfangstechnik im Auto werden Antennenadapter mit Phantom-Einspeisung eingesetzt, um den Empfang bei Fremdradios zu verbessern. Häufig sind die Antennen nur auf die herstellereigenen Radio-Modelle ideal abgestimmt. Mit einem Adapter können Schwankungen ausgeglichen werden.

Die diebstahlsichere Autoantenne – fest montiert oder abnehmbar

Um die Fahrzeugantenne vor Diebstahl zu schützen, gibt es verschiedene Varianten. Häufig sind die Antennen fest am Fahrzeug montiert, sodass Diebe keine Chance haben, das Bauteil schadenfrei zu entfernen. Ein Diebstahl macht schlichtweg keinen Sinn. Dies gilt zum Beispiel für moderne Kurzstabantennen oder auch für die Scheibenantenne im Heck. Bei etwas älteren Fahrzeugmodellen mit längeren Antennen gibt sich bei der Festmontage allerdings ein entscheidender Nachteil: Die Antenne kann in der Autowaschanlage abbrechen. Verhindert haben dies in früherer Zeit einige Fahrzeughersteller durch besonders flexible Fahrzeugantennen. Bei den heutigen Kurzstabantennen die nur noch zehn bis zwanzig Zentimeter lang sind, ist die Waschanlage kein Problem mehr.

Diebstahlgefährdet sind also vor allem abschraubbare Fahrzeugantennen. Der sicherste Diebstahlschutz besteht hier darin, die Antenne abzuschrauben und mitzunehmen. Alternativ gibt es Antennen, die mit einem Kugelkopf unterhalb des Gewindes versehen ist. Dadurch kann die Antenne für die Fahrt durch die Waschanlage leicht abgeklappt werden. Ein Abschrauben ist jedoch nicht möglich, da der Kugelkopf die Fahrzeugantenne fest fixiert.

Weitere Ratgeber erkunden