Die passende Gartenbahn für draußen finden

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Die passende Gartenbahn für draußen finden

Ratgeber: So bauen Sie Ihre Modelleisenbahn für den Garten

Eine Gartenbahn ist eine Modelleisenbahn, die ständig im Freien stehen kann. Viele Modelleisenbahner bauen allerdings in einzelnen Modulen, sodass die Bahn im Winter an einem trockenen und frostfreien Platz überwintert werden kann.

Gartenbahnen kann man ab der Spurbreite 0 bauen. Wesentlich geläufiger ist aber die Spur IIm. Sie hat einen Maßstab von 1:22,5 und eine Spurbreite von 45 Millimetern. Damit sind die Schienen um etwa ein Drittel breiter als bei der Spur 0, der Maßstab hingegen halbiert sich.

Bei manchen Anbietern findet man die Spur IIm auch unter der Bezeichnung G für Gartenbahn. Personen können mit dieser Modelleisenbahn im Freien nicht befördert werden.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die passende Gartenbahn für draußen finden und worauf Sie beim Einkauf und beim Aufbau achten sollten.

Eine Gartenbahn braucht robustes Material

Üblicherweise sind Modelleisenbahnen ab der Spurbreite 0 gartentauglich. Es muss allerdings, unabhängig von der verwendeten Spur, darauf geachtet werden, dass das gesamte Zubehör robust und witterungsresistent ist. Dazu gehören sowohl das Gleismaterial als auch die Unterkonstruktion der einzelnen Schienen. Auch Gebäude sollten Regen, Wind und Sonne unbeschadet trotzen können. Ganz wichtig ist aber, dass die Steuerung für die Gartenbahn geschützt vor Nässe untergebracht wird. Ansonsten kann es rasch zu Fehlfunktionen, Kurzschlüssen und auch zu Beschädigungen am rollenden Material kommen.

Die unterschiedlichen Bauweisen einer Gartenbahn

Grundsätzlich unterteilt man die Bauweise von Modelleisenbahnanlagen für den Garten in zwei verschiedene Anlagenbauarten:

  • die integrierte feste Anlage und
  • die temporäre (mobile) Anlage.

Bei der integrierten festen Anlage wird von vornherein so gebaut, dass sich die Gartenbahn komplett in die Gartenlandschaft einfügt. Gleise, Brücken und Tunnel, aber auch Seen, Fließgewässer und Gebäude verschmelzen so optisch mit der natürlichen Bepflanzung und den unterschiedlich gestalteten Beeten und Grünflächen.

Diese Bauart macht relativ viel Arbeit, weil sowohl die Anlage als auch die umgebende Gartenlandschaft sehr viel Pflege verlangen. Fest integrierte Gartenbahnen bleiben im Winter draußen. Lediglich Steuereinrichtungen und die Züge sollten frostfrei und trocken überwintert werden. Gleise und Gebäude hingegen werden von Anfang an so gebaut, dass sie auch in einer Schneelandschaft noch dekorative Effekte erzeugen.

Anders sieht das bei den sogenannten temporären Gartenbahnanlagen aus. Hier werden die Gleise meist mit einfachen Mitteln verlegt und nicht mit passenden Landschaftsbildern in den Garten integriert. Häufig wird hier nur eine Kies-, Asphalt- oder Rasenfläche als Untergrund verwendet.

Temporäre Gartenbahnanlagen sind nicht Bestandteil des Gartens, sondern haben meist eine fest begrenzte Aufstellfläche. Dafür lassen sie sich aber mit wenig Aufwand abbauen, um zum Beispiel an Modellbahnausstellungen teilzunehmen. Hier erfolgt aber auch keine Landschaftsgestaltung. Der Untergrund wird häufig einfach mit Sägespänen befüllt, und kleine Topfblumen sorgen für ein wenig Grün.

Für echte Gartenbahnfreunde kommt also wahrscheinlich eher die fest integrierte Bahn infrage, auch wenn der Aufwand für den Aufbau und Pflege deutlich höher ausfällt.

Nicht zu unterschätzen: Planung und Bauaufwand für eine Gartenbahn

Ein Hinweis vorweg: Planen und bauen Sie eine integrierte Gartenbahn nur, wenn Sie sicher sind, dass Sie Grundstück, auf dem sie sich befindet, langfristig nutzen können. Ist das nicht der Fall, sollten Sie auf eine temporäre Anlage ausweichen, die sich jederzeit auch an anderer Stelle in derselben Form wieder aufbauen lässt.

Der Planungsaufwand einer solchen Anlage sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Es kann Jahre dauern, bis die Gartenbahn genau so aussieht, wie es sich der Planer vorgestellt hat. Außerdem ist ein erhöhter Zeitaufwand für die Pflege der gesamten Anlage unbedingt einzukalkulieren.

Nicht zuletzt der Kostenfaktor gibt häufig den Ausschlag dafür, wie groß und aufwendig tatsächlich geplant und gebaut wird. Hier muss man auch die Anfängerfehler berücksichtigen, die man zwar beseitigen kann, die aber zusätzliche Kosten verursachen.

Tipp: Planen Sie zu Beginn nicht zu großzügig. Es ist wesentlich einfacher, eine Gartenbahn zu erweitern, als später Fehler auszubessern. Es gibt im Modellbahnzubehör passende Fachliteratur, die sich sowohl mit der technischen als auch mit der optischen Gestaltung von Gartenbahnen beschäftigt. Solche Bücher zeigen meist auch großformatige Fotos und bieten Tipps und Hinweise, welches Material sich eignet und wie es zu verbauen ist.

Der Bau der Gartenbahn beginnt schon im Winter

Wenn bestimmte Materialien auf ihre Wetterresistenz geprüft werden sollen, geschieht das am besten im Winter. Gleise, Gleisverbindungen, Weichen oder Kreuzungen kann man gut ein paar Wochen einfach draußen auf die Terrasse legen. Funktionieren sie danach einwandfrei, sind nicht korrodiert und lassen sich zudem noch leicht wieder reinigen, scheint das richtige Material bereits gefunden zu sein.

Achtung: Viele Anbieter sehen auch für Gartenbahnen Schienenmaterial mit Messingauflage vor. Das ist ausgesprochen ungünstig, denn dieses Material muss ständig gereinigt werden. Wenn Sie Gleismaterial kaufen, verwenden Sie vernickelte Schienenprofile oder Gleise aus Edelstahl. Diesen kann das Wetter nichts anhaben, und der Pflegeaufwand wird deutlich reduziert.

Darauf sollten Sie achten

Schienen müssen miteinander verbunden werden, damit die Züge ungehindert rollen können. Wer Erfahrungen im Bau von Modelleisenbahnen hat, kennt die üblichen Steckverbindungen. Sie sind für eine Gartenbahn allerdings nicht gut geeignet.

Hier sollten geschraubte Schienenverbinder verwendet werden. Die Gleisstücke einer Gartenbahn dürfen deshalb auch ruhig länger ausfallen.

Wichtig: Achten Sie auf häufige Stromeinspeisungspunkte und vor allen Dingen darauf, dass der gesamte Schienenbereich der Gartenbahn jederzeit gut zugänglich ist.

Passen Sie Ihre Vorstellungen den landschaftlichen Begebenheiten an

Entscheidend für den späteren optischen Eindruck ist die Anpassung der Gartenbahn an den vorhandenen Platz. Dabei sollte aber nicht nur auf Schienen und Züge geachtet werden. Zu einer möglichst naturgetreuen Modellbahn gehören auch Straßen, Plätze, Gebäude und passende Figuren. Auch bei einer Gartenbahn können natürlich Höhenunterschiede, Brücken und Tunnel gebaut werden. Entscheidend ist dabei nur, dass die Umgebungslandschaft sich harmonisch zur übrigen Gartenlandschaft verhält und Bauwerke und Figuren maßstabgerecht sind.

So organisiert man den Aufbau der Gartenbahn

Am Anfang scheint der Aufbau der Gartenbahn gar nicht schwierig zu sein. Um einen Eindruck zu gewinnen, wo später die Züge fahren sollen, legt man die Schienen zunächst probehalber aus. Wenn bestimmte Fahrstrecken feststehen, können die Schienen hier bereits mit passenden Hölzern unterlegt werden. So entstehen nach und nach kleine Bahntrassen, und der Gartenbahnbauer erhält einen ersten Eindruck davon, ob die Steigungen und die Radien des Gleisbildes mit den natürlichen Gegebenheiten harmonieren.

Achtung: Steigungen sollten die Grenze von etwa 40 Promille, das entspricht vier Zentimetern Steigung auf einen Zentimeter Schiene, möglichst nicht überschreiten.

 

Planung und Gestaltung des Unterbaus

Steht die gesamte Streckenführung fest, ist es Zeit, sich mit dem Unterbau zu beschäftigen. Dafür kommen verschiedene Materialien zum Einsatz:

  • Gehwegplatten aus glattem Beton werden verlegt in Sand oder Kies. Alternativ kann auch eine Konstruktion aus Holzbalken und Brettern gesetzt werden. Hier sollten aber definitiv zumindest Punktfundamente aus Beton die Tragkraft sichern.
  • Rasenkantensteine sind für Kurven gut geeignet. Sie sollten so verlegt werden, dass sie nicht höher sind als der Gartenboden. Das vereinfacht später auch das Rasenschneiden in diesen Regionen.
  • Für Tunnelkonstruktionen eignen sich Abwasserrohre, die mindestens einen Durchmesser von 30 Zentimetern haben sollten. Achtung: Planen Sie Tunnel immer so, dass Sie irgendwo eine versteckte Zugangsmöglichkeit haben, damit entgleiste Züge wieder auf die Schienen gestellt werden können. Ist ein Tunnel mehr als zwei Meter lang, bauen Sie so, dass sie die Schienen notfalls komplett herausziehen können.
  • Brücken und Viadukte lassen sich aus imprägniertem Holz herstellen. Wetterfeste Spachtelmasse schützt zusätzlich und kann mit passendem Werkzeug (Spachtel oder Präzisionsmesser) sogar steinförmig gestaltet werden.

Damit die Züge rollen

Grundsätzlich gilt beim Betrieb einer Gartenbahn, dass eine konstante Stromversorgung mit möglichst geringen Spannungsverlusten auf der Strecke vorhanden sein sollte. Erreichen kann man das mit der Verwendung von geschraubten Schienenverbindungen und häufigen Einspeisepunkten für den Fahrstrom. Dazu muss parallel zu den Schienen ein Stromkabel gelegt werden. Hier spricht man auch von einer analog gesteuerten Gartenbahn.

Sollen mehrere Züge fahren, müssen einzelne Streckenabschnitte isoliert werden. Sie können dann entweder manuell oder durch die Züge selber an- oder ausgeschaltet werden. Für jede Schalteinheit wird ein Kabel mit zwei Adern benötigt. Eine Ader dient der Steuerung, die andere ist für den Schaltantrieb gedacht. Je häufiger mit Ausweichstrecken und Weichen gearbeitet wird, umso aufwendiger wird die entsprechende Verkabelung.

Wer Wert darauf legt, Signale, Weichen und Fahrstraßen digital ansteuern zu können, muss die Gartenbahn mit digitaler Steuerung planen. Im digitalen Betrieb stehen somit immer zwischen 20 und 24 Volt an der Schiene zur Verfügung. Analoge Lokomotiven müssen dann allerdings mit einem Decoder auf den digitalen Fahrbetrieb umgerüstet werden. Auch eine digitale Schaltzentrale gehört zu den Grundvoraussetzungen für den digitalen Fahrbetrieb.

Übrigens: Eine einzelne analoge Lok kann auf einer digitalen Gartenbahn als sogenannte Gastlok auch ohne einen Decoder betrieben werden.

Hinweis: Wenn Sie die Digitalzentrale gleich groß genug anschaffen, können Sie darüber auch andere elektrische Installationen und zum Beispiel die Beleuchtung der Gartenbahn digital steuern. So lassen sich sehr realistische Stimmungen erzeugen.

Fazit

Auch wenn der Planungsaufwand für eine Gartenbahn groß, der Arbeitsaufwand immens und die Kosten teilweise recht hoch sind: Sie kann einen Garten verzaubern und zu etwas ganz Besonderem machen. Deshalb ist es auch relativ leicht, andere Menschen für die Mithilfe bei der Planung und dem Aufbau zu begeistern. Mithilfe dieses Ratgebers sollten die ersten Schritte relativ deutlich geworden sein. Passendes Material, Bauanleitungen und vieles mehr finden Sie im Zubehör für den Modellbau.

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