Die besten Bedingungen für die eigene Koi-Züchtung im Gartenteich

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Lassen sich in einem Gartenteich aus einer vorgefertigten Schale Kois züchten?

Der Traum vieler Fischliebhaber ist es, dass die wunderschönen japanischen Kois (japanisch „Nishikigoi") in ihrem Teich schwimmen. In Japan stellen die farbenprächtigen Kois, die über 50 Jahre alt werden können, seit jeher Statussymbole dar. Die anmutigen Fische, die bekannt dafür sind, besonders zutraulich und handzahm zu sein, sind auch in Europa in den vergangenen Jahren zunehmend beliebter geworden. Liebhaber in Deutschland bezahlen für Jungtiere, die direkt aus Japan importiert werden, über 400 Euro. Aufgrund des hohen Preises für die Karpfenfische liegt es nahe, Kois, die es in etwa 16 verschiedenen Varianten und zahlreichen Schuppungen gibt, privat selbst zu züchten. Allerdings ist sowohl für die Zucht als auch für die Haltung von Kois einiges zu beachten, um die Gesundheit der Fische zu garantieren und ideale Voraussetzungen für die Vermehrung zu bieten. Erfahren Sie mehr darüber, was Sie bei der Gartenteichplanung für Ihre Koi-Zucht beachten müssen, und wie Sie Ihre Kois sicher und artgerecht halten.

Gartenteichplanung für die Koi-Zucht: Teichschale oder Folie?

Kois können sowohl in Teichschalen als auch in Gartenteichen, die mit Folie ausgelegt werden, gezüchtet werden. Voraussetzungen für beide Gartenteichvarianten ist, dass sie ausreichend groß sind, da den Kois genügend Raum zum Schwimmen geboten werden muss. Im Handel gibt es Teichbecken, die speziell für die Koi-Haltung konzipiert sind. Sie haben das notwendige Fassungsvolumen, um darin mehrere Kois artgerecht zu halten.
Teichbecken haben den Vorteil, dass sie gegenüber den Folien oftmals stabiler sind. Größere individuelle Gestaltungsfreiheit haben Sie jedoch, wenn Sie Teichfolie auslegen. Sie können Ihren Teich optimal an Ihren Garten anpassen und zusätzliche Extras wie Bachläufe und Springbrunnen integrieren.

Wie groß sollte der Gartenteich für eine Koi-Zucht sein?

Bei der Größe des Teichs orientiert man sich an dem späteren Gewicht der Fische, da ein Fischteich nicht mit Fischen überlastet werden darf, um Sauerstoffmangel – und damit Fischsterben – vorzubeugen. Denken Sie beim Kauf von Koi-Jungtieren daran, dass diese insbesondere in ihren ersten beiden Lebensjahren enorm wachsen, nämlich bis zu 20 cm in 24 Monaten. Dass Ihre Kois in Ihrem Gartenteich jedoch eine stattliche Größe von rund 80 cm erreichen, wie es in japanischen Koi-Teichanlagen durchaus möglich ist, ist hingegen nicht zu erwarten. In deutschen Gartenteichen sind die Voraussetzungen für solch einen Wachstumsschub, der durch die Teichgröße, den Sauerstoffgehalt, die Wassertemperatur sowie die Gene der Fische erreicht wird, in den seltensten Fällen gegeben.

Grundsätzlich gilt für einen Koi-Teich, dass dieser eine Mindesttiefe von 1,30 Meter haben sollte, damit die Kois problemlos im Teich überwintern können. Dennoch ist eine Tiefe von zwei Metern zu empfehlen, um für artgerechtere Haltungsbedingungen zu sorgen. Das Wasservolumen für einen ausgewachsenen Koi liegt bei rund 1.000 bis 1.500 Litern. Multiplizieren Sie diese Menge mit der Anzahl der Kois, die Sie für Ihre Zucht einplanen. Da Kois sehr gesellige Tiere sind, sollten Sie mindestens fünf bis sechs Tiere in Ihren Teich einsetzen.

Weitere Anforderungen an Ihren Gartenteich

Die Größe und das Fassungsvolumen des Teiches sind nicht die einzigen Voraussetzungen für optimale Zuchtbedingungen.

Wasserqualität

Damit Ihre Kois gesund bleiben, ist die Qualität des Wassers äußerst wichtig. Das Wasser muss sauerstoffreich und klar sein. Sauerstoffreiches Wasser erhalten Sie, indem Sie einen kleinen Bachlauf oder einen Wasserfall anlegen. Mit einem hochwertigen Teichfilter halten Sie die Wasserqualität sauber. Das Wasser bleibt klar und frei von Algen und Verunreinigungen.

Wassertemperatur

Die empfohlene Temperatur in einem Koi-Teich sollte zwischen 22 und 24 °C liegen. Diese recht hohe Wassertemperatur lässt sich durch eine gute Teichheizung erreichen. In den Wintermonaten darf die Temperatur auf unter 10 °C sinken. Achten Sie darauf, dass die Temperatur in Ihrem Teich nicht schwankt, da sich die Schwankungen ungünstig auf die Gesundheit der Tiere auswirken. Im Übrigen ist die Wassertemperatur ausschlaggebend für das Wachstum der Fische: Optimales Wachstum erreichen die Fische durch eine Wassertemperatur von 25 °C. Die Temperatur darf im Winter zwar für rund drei Monate fallen, doch um ein beständiges Wachstum der Jungtiere zu fördern, sollten Sie auch in den kalten Monaten darauf achten, dass die Wassertemperatur nicht unter 10 °C fällt.

Teichbelüftung

Da mit steigender Wassertemperatur der Gehalt des Sauerstoffs in einem Gewässer abnimmt, ist es sinnvoll, den Koi-Teich mit einem Teichbelüfter auszustatten. Denn ein geringer Sauerstoffgehalt kann innerhalb kurzer Zeit zu einem Fischsterben führen. Um den Teich zu belüften, wird eine Belüftungspumpe an den Rand des Teiches gestellt. Diese Pumpe saugt die Luft aus der Umgebung an und führt sie über einen Belüftungsschlauch als kleine Luftbläschen in den Teich.

Sauberkeit

Halten Sie die Oberfläche Ihres Teiches frei von Laub oder anderen Verunreinigungen, da diese den Sauerstoffgehalt ebenfalls mindern und das Wasser mit für die Kois ungünstigen Nährstoffen anreichern. Hilfreich sind handliche Gartenteichsauger, die Blätter und Schlamm mühelos entfernen und für gute Wasserqualität sorgen.

Schatten

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Teich eine Schattenzone hat. Mit dieser wird einerseits die Wasserqualität konstant gehalten, und andererseits finden Kois hier eine Rückzugsmöglichkeit, die sie bei direkter Sonneneinstrahlung dringend notwendig haben. Pflanzen Sie dazu beispielsweise einige Seerosen in den Teich. Diese sind für den Betrachter nicht nur optisch ein echter Hingucker: Sie spenden den Fischen an heißen Sommertagen durch ihre großen Blätter ausreichend Schatten. Aber auch Steinplatten, die über den Teichrand hinausragen, oder Büsche, die im Außenbereich des Teiches gepflanzt werden, bieten angenehme Schattenplätze.

Teichpflanzen

Kois sind Allesfresser. Besonders Wasserpflanzen aller Art gehören zu ihrer natürlichen Nahrungsquelle. Wenn Sie Ihren Kois diese natürliche Ernährung ermöglichen möchten, sollten Sie jedoch darauf achten, bei der Bepflanzung des Teiches anstatt Teicherde Kies zu verwenden. Die Teicherde enthält Nährstoffe, die die Wasserqualität durch vermehrtes Algenwachstum mindern. Dadurch können bei den Kois Krankheiten entstehen. Wenn Sie jedoch nicht möchten, dass Ihre Kois Ihre Wasserpflanzen anknabbern, sollten Sie entweder auf robuste, nicht schmackhafte Pflanzen wie Seerosen, Krebsschere oder Binsen zurückgreifen, oder eine Pflanzzone einplanen, die von den Kois nicht erreicht werden kann.

Quarantänebecken für kranke Kois

Legen Sie neben dem eigentlichen Gartenteich ein zusätzliches Quarantänebecken an, um kranke Fische von den übrigen zu isolieren. Pilze und Parasiten vermehren sich schnell und können im schlimmsten Fall Ihre Zuchterfolge zerstören. Statt einen zusätzlichen kleineren Gartenteich für kranke Fische zu bauen, können Sie als Alternative ein Fischzuchtbecken kaufen. Diese Becken haben in der Regel ein Fassungsvolumen von rund 600 Litern und bieten den Fischen vorübergehend genügend Raum, um sich zu erholen.

Sorgen Sie mit einer Strömung für Vergnügen im Koi-Teich

Idealerweise installieren Sie eine Strömungspumpe in Ihrem Teich, um den Kois die Gelegenheit zu bieten, ihre Muskeln zu trainieren und sich zu beschäftigen. Die Strömung muss jedoch nicht den ganzen Tag über aktiv sein: Schalten Sie eine Zeitschaltuhr und schenken Sie Ihren Fischen 10 bis 15 Minuten pro Stunde das Vergnügen, gegen die Strömung zu schwimmen.

Sorgen Sie für ausreichend Sicherheit für Ihre Kois

Kois sind, wie andere Gartenteichfische auch, für Reiher und Katzen leichte Beutetiere. Sorgen Sie deshalb vor und schützen Sie Ihre Tiere vor den Räubern. Um Reiher davon abzuhalten, in Ihrem Teich auf Nahrungssuche zu gehen, sollten Sie einen sogenannten Reiherschreck installieren, beispielsweise Reflektoren, oder einen Reiherzaun aufstellen. Katzen halten Sie mit einer Umzäunung durch einen Elektrozaun oder eine höhere Mauer davon ab, in Ihren Gewässern zu jagen. Ebenso hilfreich ist eine seichte Pflanzzone, die einerseits von den Kois erreicht werden kann und andererseits die wasserscheuen Katzen davon abhält, in Wasser zu gehen.

So überstehen Ihre Kois sicher den Winter

Wenn die Temperatur im Teich in den kalten Wintermonaten auf unter 10 °C sinkt, begeben sich die Fische an den Grund des Bodens und verfallen in Winterruhe. Aus diesem Grund ist es unbedingt notwendig, dass die Tiefe des Teichs mindestens 1,3 Meter, besser mehr beträgt. Nur so wird ein Zufrieren des gesamten Teiches verhindert.

Auch die Wasseroberfläche sollte nicht vollständig zufrieren: Setzen Sie deshalb in den kalten Wintermonaten einen schwimmenden Eisfreihalter in Ihren Teich ein. Eisfreihalter gibt es in verschiedenen Ausführungen bei eBay zu kaufen.

Sollte der Teich doch einmal zugefroren sein, dürfen Sie die geschlossene Eisdecke keinesfalls durch Aufhacken öffnen. Durch die Schläge erzeugen Sie im Inneren des Teiches Schallwellen, die wiederum die Schwimmblase Ihrer Kois zerstören und zum qualvollen Fischtod führen. Stellen Sie stattdessen einen Topf mit heißem Wasser auf die zugefrorene Oberfläche und warten Sie, bis das Eis geschmolzen ist. Spätestens dann sollten Sie nachträglich einen Eisfreihalter einsetzen.

Auf einen Blick: Was müssen Sie bei der Teichplanung für Ihre Koi-Zucht beachten?

  • Sie können sowohl in einer Teichschale als auch in einem mit Folie ausgelegten Gartenteich züchten, wenn Ihr Teich die erforderliche Größe besitzt (1.000 Liter Fassungsvolumen pro Koi)
  • Egal, ob Teichschale oder Teichfolie: Ihr Gartenteich sollte eine Mindesttiefe von 130 cm haben, damit dieser im Winter nicht zufriert.
  • Achten Sie auf die richtige Temperatur des Wassers im Teich: 22 bis 24 °C.
  • Kaufen Sie einen Belüfter, um Ihre Fische auch bei warmen Temperaturen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.
  • Im Winter sollten Sie einen Eisfreihalter einsetzen, um das Zufrieren Ihres Teiches zu verhindern.
  • Um Ihre Fische vor Katzen und Reihern zu schützen, sollten Sie Sicherheitsmaßnahmen bei der Teichgestaltung einplanen.
  • Auch Kois lieben Abwechslung: Kaufen Sie eine Strömungspumpe, damit Ihre Fische gegen die Strömung schwimmen können.
  • Ein hochwertiger Teichfilter darf in keinem Koi-Teich fehlen: Nur so erhalten Sie eine klare, saubere Wasserqualität und damit die besten Voraussetzungen für Ihre Zucht.