Das perfekte Selfie: So machst du das Beste aus deinen Selbstportraits

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Aufnahmen einsamer Strände, antiker Gebäude oder beeindruckender Sonnenuntergänge waren einmal. Heute fotografieren wir am allerliebsten uns selbst. Und auch wenn sie andere meist nur nerven, tauchen Selfie en masse auf Facebook, Snapchat und speziell Instagram auf. Wie schaffen es die zahlreichen Insta-Models nur, auf jedem Foto makellos auszusehen? Wir haben Tipps und Tricks für das perfekte Selfie!

Alles eine Frage der Perspektive

Bock auf ne neue Haarfarbe ohne viel Aufwand? Versuch es mal mit Haarkreiden

Bock auf ne neue Haarfarbe ohne viel Aufwand? Versuch es mal mit Haarkreiden

Die berühmte Schokoladenseite ist kein Mythos: Jeder Mensch hat eine schönere und eine weniger vorteilhafte Gesichtshälfte. Sei es, weil ein Auge geringfügig größer ist, das Haarstyling besser zur Geltung kommt, oder ein Muttermal einer Seite das gewisse Etwas verleiht.

Mache am besten mehrere Selfies – einmal von links, einmal von rechts – und finde so deine Schokoseite heraus. Schau nicht frontal in die Kamera und lichte dein Gesicht nicht mittig ab – Symmetrie wirkt platt und langweilig. Um deinem Selfie noch mehr Pepp zu verleihen, kann du das Smartphone auch leicht drehen. Auch Distanz und Winkel sind entscheidend: Viele Profis raten, das Selfie leicht von oben zu knipsen, da sonst das (Doppel-)Kinn zum Vorschein kommt.

Ganz schnell wird aus deinem Handy eine Profi-Kamera

Ganz schnell wird aus deinem Handy eine Profi-Kamera

Doch viel wichtiger ist es, das Foto aus einiger Entfernung aufzunehmen: Die meisten Linsen von Smartphone-Kameras sind weitwinklig, um Gruppenaufnahmen zu vereinfachen, neigen aus diesem Grund aber dazu, das Gesicht bei großer Nähe unschön zu verzerren – probiere das mal aus, indem du dein Smartphone ganze nah vor dein Gesicht hältst.

Fotostudio-Besuche sind mit unseren Selfie-Tricks Vergangenheit

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Zudem werden, dank der extrem hohen Auflösung moderner Geräte, auch Nasenhaare, Pickel und andere Unschönheiten sichtbar. Da hilft nur: Arm ausstrecken. Oder ein bewährtes Hilfsmittel.

Selfie-Stick: Praktisches Gadget oder peinliches No-Go?

Ein Selfie-Stick ist praktisch und schon für rund 10 € erhältlich

Ein Selfie-Stick ist praktisch und schon für rund 10 € erhältlich

Wenn du über die Peinlichkeiten eines Selfie-Sticks hinwegsehen kannst, dann ist dieser in jedem Fall ein praktisches Hilfsmittel. Ganz wichtig: Am Griff sollte es einen Button zum Auslösen geben. Luxusausführungen haben außerdem ein integriertes Frontlicht an Bord. Ein weiterer Vorteil: Weit ausgefahren passen auch alle Freunde rund um dich aufs Bild.

Diese Kamera-Linsen fürs iPhone erzeugen einen coolen Fisheye-Effekt

Diese Kamera-Linsen fürs iPhone erzeugen einen coolen Fisheye-Effekt

Alternativ bieten sich dafür auch separat erhältliche Kamera-Linsen an: Ans Smartphone geklemmt kann der Bildwinkel damit auf bis zu 180 Grad vergrößert werden, oder ein Fish-Eye-Effekt erzeugt werden. Für die Hauptkamera gibt es auch aufsetzbare Makro-Linsen für besonders kleine Motive oder Teleobjektive mit optischem Zoom.

Richtig atemberaubende Naturaufnahmen macht man aus der Luft via Drohne

Richtig atemberaubende Naturaufnahmen macht man aus der Luft via Drohne

Und auch wenn es sich dabei streng genommen nicht mehr um ein Selfie handelt: Besonders spektakuläre Portraits schießt du heute per Kamera-Drohne. Viele Modelle können ihr Motiv automatisch tracken und auslösen. Gerade wenn kein Kameramann parat steht, sind so auch Action-Selfies beim Klettern, Kiten oder Boarden möglich.

Ins rechte Licht rücken

Mittlerweile kannst du dir Polaroidbilder sofort ausdrucken

Mittlerweile kannst du dir Polaroidbilder sofort ausdrucken

Die besten Bilder gelingen kurz nach Sonnenauf-, oder vor Sonnenuntergang. In der prallen Mittagssonne solltest du dich nicht fotografieren: Mit hellem Licht können viele Kameras nicht umgehen, dein Gesicht bekommt helle oder dunkle Flecken und im schlimmsten Fall musst du die Augen zukneifen, um nicht geblendet zu werden. Ab in den Schatten mit dir oder direkt ans Fenster stellen.

Am Strand und draußen hast du tolles Tageslicht - doch was tun bei Nacht?

Am Strand und draußen hast du tolles Tageslicht - doch was tun bei Nacht?

Noch schwieriger ist es abends beim Dinner oder in der Disko. Bei schwachem künstlichem Licht haben viele Smartphones Probleme – das Ergebnis sind hochrote Schädel oder Zombiegesichter. Gerade bei Mischlicht, also von mehreren Quellen unterschiedlicher Farbzusammensetzung, haut der Weißabgleich nicht hin. In so einem Fall sollte man diesen – sofern es die App zulässt – manuell setzen.

Es ist meist auch möglich, die Helligkeit per Hand nachzujustieren. Aber Achtung: Wer zu sehr aufhellt, bekommt im Ergebnis Bildrauschen und oft verwackelte Fotos. Da hilft nur eine gutes Selfie-Phone.

Eine gute Kamera ist dein Freund

Das Samsung Galaxy S (derzeit für ca. 500 €) und S7 edge macht sehr gute Fotos

Das Samsung Galaxy S (derzeit für ca. 500 €) und S7 edge macht sehr gute Fotos

Smartphones mit guten (Selfie-)Cams sind aktuell das Samsung Galaxy S7 (edge), das OnePlus 3T, das Huawei P9 und nicht zuletzt das iPhone 7. Lass dich nicht zu sehr von vielen Megapixeln beeindrucken – weit wichtiger bei dunklen Settings ist die Blendenöffnung, die durch die f-Ziffer angegeben wird, etwa f/2,2 – je kleiner die Zahl, desto mehr Licht kann durchdringen.

Die Hauptkamera ist in fast allen Fällen besser und lichtstärker als die Selfie-Cam – dafür musst du jedoch auf den Sucher verzichten und sprichwörtlich ins Dunkle knipsen. Verwende auf keinen Fall den integrierten Haupt-Blitz – dieser sorgt nur für weiße, stark überbelichtete Gesichter. Profi-Trick: Beleuchte dich/euch lieber aus größerer Entfernung mit dem Smartphone eines Freundes. Weit besser funktioniert der Frontblitz der neuen iPhones und mancher Android-Geräte: Das Display strahlt kurz hell auf und sorgt damit für eine dezentere Gesichtsaufhellung.

Egal welche Kamera du verwendest, überlege dir gut, wie du das Foto auslösen willst. Oft ist der Button hierfür so schlecht erreichbar, dass der ganze Arm zittert und auf dem Selfie alles verwackelt. Oft kann man die Kamera auch mit Hilfe der Lauter-/Leiser-Taste oder dem Fingerabdruckscanner betätigen oder kann einen Selbstauslöser nutzen. Bei manchen Geräten lässt sich dieser sogar durch ein Lächeln aktivieren.

Du hast ein Landschaftspanorama an der Wand? Netter Selfie-Hintergrund!

Du hast ein Landschaftspanorama an der Wand? Netter Selfie-Hintergrund!

Smartphones haben generell eine hohe Schärfentiefe, das bedeutet, dass beinahe der gesamte Bildbereich scharf ist. Umso wichtiger ist auch der Hintergrund: Vermeide Selfies vor einer Wand, dem Kleiderschrank genauso wie in unaufgeräumten Zimmern. Schön sind Hintergründe mit Weitblick aber auch solche, die sich von Kontrast und Helligkeit vom Motiv stark abheben, also dunkler oder heller sind.

Das iPhone 7 Plus hat eine spezielle Portrait-Funktion dank zweier Dual-Kameras

Das iPhone 7 Plus hat eine spezielle Portrait-Funktion dank zweier Dual-Kameras

Um einen coolen Tiefenschärfen-Effekt zu erzeugen, bei dem nur dein Gesicht scharf ist und alles andere verschwimmt, helfen zusätzliche Filter bzw. Apps. Sie erkennen das Hauptmotiv und lassen alles andere unscharf erscheinen. Noch besser funktioniert die Portrait-Funktion des iPhone 7 Plus, welches durch seine zwei Dual-Kameras die Distanz zwischen Vorder- und Hintergrund sogar berechnen kann.

Mit anderen Filtern könnt ihr euch wiederum mehr Teint ins Gesicht zaubern, die Ränder eures Fotos abdunkeln (Vignettierung), Farben kräftiger leuchten lassen oder genau das Gegenteil – ein Schwarz-Weiß-Selfie erstellen. Eine ganze Reihe davon findest du zum Beispiel in Instagram.

Für einen natürlichen Teint solltest du vorher sorgen, dann ist kein Fake nötig

Für einen natürlichen Teint solltest du vorher sorgen, dann ist kein Fake nötig

Mit anderen Apps kannst du dich schlanker machen, Hautunreinheiten kaschieren oder sogar noch nachträglich Make-Up auftragen. Tipp: Lass von solchen Effekten die Finger und mach dich schon zuvor für das Selfie zurecht: #nofilter.

Smile: Der richtige Gesichtsausdruck

Ein Lächeln ist das schönste Accessoires, dass du tragen kannst

Ein Lächeln ist das schönste Accessoires, dass du tragen kannst

Bleib bei deinem Style – bleib du selbst: Was das Make-Up anbelangt und auch mit deiner Pose solltest du dich nicht verstellen: Duck-Face und Schmollmund sind out – Natürlichkeit ist in den Social-Networks heute angesagt. Und lächle! Ein schönes, natürliches Lächeln ist für viele das Schwierigste, weil wir uns dafür meist zu sehr anstrengen, das Selfie dann verkrampft und gestellt wirkt.

Profi-Tipp: Lache laut. Dadurch wirkt der Gesichtsausdruck gleich natürlicher und meistens kommt man sich dabei so komisch vor, dass man wirklich loslachen muss.