Darauf müssen Sie beim Kauf einer Satellitenschüssel achten

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Darauf müssen Sie beim Kauf einer Satellitenschüssel achten

Eine Satellitenschüssel bietet eine ungeheure Programmvielfalt. Mehr als 1.000 verschiedene Sender aus unterschiedlichen Ländern lassen sich allein über den Satelliten Astra empfangen. Außerdem hat eine Satellitenanlage natürlich einen ganz großen Vorteil: Es fallen keine monatlichen Nutzungsgebühren an, wie sie zum Beispiel beim Kabelfernsehen üblich sind.

Allerdings ist es nicht damit getan, irgendeine Satellitenschüssel zu kaufen. Es muss eine gesamte Satellitenempfangseinrichtung erworben werden, die dann auch noch exakt angeschlossen und auf den passenden Satelliten ausgerichtet werden muss.

Deshalb ist es wichtig, sich bereits im Vorfeld mit den verschiedenen Details einer solchen Empfangsanlage vertraut zu machen, um dann eine fundierte Kaufentscheidung treffen zu können.

Komponenten der Empfangsanlage

Um überhaupt Signale von einem Satelliten im Weltraum empfangen zu können, sind mindestens vier Komponenten notwendig. Die Minimalausrüstung einer Satellitenanlage sieht wie folgt aus:

  • Parabolantenne (Satellitenschüssel oder Satellitenspiegel)
  • LNB (Low Noise Block Converter oder rauscharmer Signalumsetzer)
  • Satelliten-Empfänger (Receiver)
  • Koaxialkabel zur Verbindung zwischen dem LNB und dem Receiver

Die Technik, die dahintersteckt, ist relativ einfach. Die Satellitenschüssel empfängt die Signale von dem Satelliten, auf den sie ausgerichtet ist. Sie spiegelt die Signale an den LNB, der vor der Satellitenschüssel montiert ist. Dort werden die Hochfrequenzsignale in Niederfrequenzsignale umgewandelt und über das Koaxialkabel an den Receiver übermittelt. Da der LNB regelmäßig zwischen unterschiedlichen Frequenzbereichen hin- und herwechseln muss, wird er häufig als Universal-LNB bezeichnet. Die notwendige Stromversorgung erhält der LNB über den Satellitenreceiver.

Hinweis: Viele moderne TV-Geräte verfügen inzwischen über einen integrierten Satellitenreceiver. Damit wird das zusätzliche Gerät häufig überflüssig.

Digitale Satellitenanlagen

Die meisten Fernsehsender senden inzwischen digital, sodass analoge Satellitenschüsseln nahezu der Vergangenheit angehören. Die Programmauswahl ist durch die digitale Übertragung noch vielseitiger geworden, und außerdem sind Bild- und Tonqualität deutlich besser. Eine digitale Satellitenanlage erkennen Sie an dem Kürzel DVB-S (Digital Video Broadcasting via Satellite).

Achtung: Für die digitale Satellitenanlage muss auch ein digitaler Receiver angeschafft werden. Er sollte also ebenfalls das Kürzel DVB-S tragen.

Receiver-Kauf für die Satellitenschüssel

Ganz wichtig beim Receiver-Kauf für die Satellitenschüssel ist, dass das Gerät HDTV-Signale empfangen kann. Auch wenn der Fernseher noch nicht für diesen Empfang ausgerüstet ist, macht das Sinn. Denn ein TV-Gerät tauscht man in der Regel häufiger aus als eine Satellitenanlage.

HDTV-fähige Receiver tragen das Kürzel DVB-S2. Der Unterschied liegt in der Höhe der übertragenen Datenmengen. Der DVB-2S-Standard ermöglicht eine stärkere Datenkomprimierung ohne Verluste bei der Bildqualität. Damit ist sichergestellt, dass nicht weniger, sondern eher sogar mehr Programme auf einem Frequenzband Platz finden.

Viele Sender verschlüsseln inzwischen ihre HDTV-Programme nach dem HD-Plus-Standard. Um diese Programme empfangen zu können, muss der Receiver einen Erweiterungssteckplatz haben, in den ein CI-Plus-Modul einschließlich einer HD-Plus-Karte eingesetzt werden kann. Ohne diese Erweiterung können Programme im PAL-Format weiterhin problemlos empfangen werden und auch die Programme der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender sind gratis als HDTV-Signal verfügbar.

Achtung: HD-Plus hat nichts mit der Verschlüsselung von Pay-TV-Sendern zu tun. Hier würde man für jeden einzelnen Sender ein eigenes Entschlüsselungsmodul benötigen und dafür in der Regel auch deutlich höhere Grundgebühren bezahlen. HD-Plus hingegen ist günstiger, auch weil es mehrere Sender gleichzeitig freischaltet.

Satellitenempfang für mehrere Fernseher 

Es genügt definitiv nicht, ein Kabel von der Satellitenschüssel ins Haus zu legen, um in jedem gewünschten Raum Satellitenfernsehen schauen zu können. Ein Kabel ist genau für einen Empfänger, also ein TV-Gerät gedacht.

Damit man mehrere Fernsehgeräte mit dem Programm über die Satellitenschüssel versorgen kann, muss ein LNB mit mehr Anschlüssen angeschafft werden. LNBs gibt es in verschiedenen Versionen, und zwar:

  • Single-LNB. Das ist nur dann empfehlenswert, wenn nur ein Fernseher an die Satellitenschüssel angeschlossen werden soll. Preiswerte Startpakete einer Satellitenanlage enthalten in der Regel ein solches Single-LNB.
  • Twin-LNB. Hier können zum Beispiel zwei Kabel angeschlossen werden, die dann jeweils mit einem Receiver und einem Fernseher verbunden werden. Hier können aber auch gleich sogenannte Twin-Receiver verwendet werden, die eine Kabelverteilung innerhalb der Wohnung mit nur einem Gerät ermöglichen.
  • Quattro- oder Quad-LNB. Diese beiden LNBs sollte man nicht miteinander verwechseln. Sie verfügen zwar beide über jeweils vier Anschlüsse, geben aber unterschiedliche Signale ab. Ein Quad-LNB gibt an jedem seiner vier Ausgänge alle vier Frequenzbereiche des jeweiligen Satellitensignals ab, die dann über den angeschlossenen Receiver empfangen werden können. Ein Quattro-LNB hingegen bietet jeder Frequenz einen eigenen Anschluss. An diese Anschlüsse wird aber kein Receiver angeschlossen, sondern ein sogenannter Multischalter, der mehr als vier Teilnehmern das Satellitenfernsehen in jeden gewünschten Raum bringen kann.

Multischalter

Häuser und Wohnungen, in denen mehr als vier Satellitenanschlüsse benötigt werden, sollten mit einem Multischalter ausgestattet werden. Der Anschluss an die Parabolantenne (Satellitenschüssel) erfolgt wie beim Single-LNB über ein Koaxialkabel.

Achtung: Ähnlich wie beim LNB muss auch der Multischalter in der Lage sein, digitale Signale aufzunehmen, zu entschlüsseln und weiterzuleiten. Das funktioniert in der Regel dann, wenn der Multischalter einen Frequenzbereich zwischen 11,7 und 12,75 Gigahertz abdeckt.

Wenn mehr als ein Satellit über die Parabolantenne empfangen werden soll, muss der Multischalter Eingänge für mehrere LNBs bereithalten.

Parabolantenne auswählen

Um Überhaupt Fernsehsignale von einem Satelliten empfangen zu können, wird eine Parabolantenne benötigt. Dabei gilt der einfache Grundsatz: Je größer der Durchmesser der Satellitenschüssel ist, umso störungsfreier ist der Fernsehempfang.

Die Größe ist allerdings auch abhängig von dem Satelliten, von dem man die Signale empfangen möchte. Der in Deutschland gebräuchlichste Satellit Astra setzt einen Standarddurchmesser der Satellitenschüssel von 60 Zentimetern voraus. Es gibt zwar auch kleinere Satellitenschüsseln, die die äußere Optik des Gebäudes weniger stören. Aber sie sind in der Regel deutlich störungsanfälliger, wenn das Wetter schlechter wird. Starker Wind oder starke Regen- und Schneefälle führen häufig zum Komplettausfall der Satellitenschüssel.

Hinweis: Statten Sie Ihren Fernseher zusätzlich mit einer DVB-T-Antenne aus. So können Sie Sendeausfälle zeitweise überbrücken, bis der Empfang über die Satellitenschüssel wiederhergestellt ist. DVB-T-Tuner sind heute in den meisten modernen TV-Geräten bereits integriert. Die Antennen sind preiswert und nehmen kaum Platz in Anspruch.

Es ist jedoch nicht so, dass zum Beispiel der doppelte Durchmesser einer Satellitenschüssel nur eine doppelte Empfangsfläche bietet. Sie erhöht sich nämlich um ein Vielfaches. Um zum Beispiel die Empfangsfläche einer 60-cm-Satellitenschüssel zu verdoppeln, wird keine 120er-, sondern nur eine 85er-Parabolantenne benötigt.

Mehrere Satelliten gleichzeitig empfangen

Man kann eine Satellitenschüssel für den Empfang eines einzelnen Satelliten, aber auch für mehrere Satelliten gleichzeitig verwenden. Wie groß die Anzahl der zu empfangenden Satelliten ist, hängt davon ab, wie weit sie auseinanderliegen. Wenn der Abstand sich auf wenige Grad begrenzt, kann man durchaus mit einer Parabolantenne die Signale von zwei oder mehr Satelliten empfangen.

Hierfür ist aber auf jeden Fall auch die passende Anzahl von LNBs notwendig. Diese müssen in verschiedenen Positionen vor der Parabolantenne platziert werden. Da der Abstand zwischen den einzelnen LNBs häufig sehr gering ist, genügt in der Regel ein einziger Halter, der auch als Multifeed-Halter bezeichnet wird.

Alle LNBs müssen dann mit einem Multischalter verbunden werden, der die Signale an die Empfänger innerhalb des Hauses weiterleitet.

Einige Hersteller bieten spezielle LNBs an, die Signale von verschiedenen Satelliten zeitgleich empfangen können. Das ist allerdings eine Kompromisslösung, weil so keine vollkommen exakte Positionierung auf den jeweiligen Satelliten erfolgen kann, sondern nur eine annähernde.

Satellitenschüsseln mit Motorsteuerung

Schwierig wird es, wenn die Satelliten so weit auseinanderliegen, dass man sie nicht mithilfe der LNBs einer Satellitenschüssel einfangen kann. Dann muss entweder eine zweite Schüssel montiert werden, oder man weicht auf eine Satellitenschüssel mit Motorsteuerung aus. Ist sie einmal ausgerichtet, fährt sie automatisch in die jeweils richtige Empfangsposition. Es entstehen allerdings immer kleine Wartezeiten bei einem Satellitenwechsel. Der Vorteil ist aber, dass man mit nur einer Satellitenschüssel und einem LNB auch Signale von weit auseinanderliegenden Satelliten problemlos und störungsfrei empfangen kann.

DiSEqC-Unterstützung

Um die Signale mehrerer Satelliten zu verarbeiten, muss der Receiver der Satellitenanlage DiSEqC unterstützen. Dieses Protokoll ermöglicht den Wechseln zwischen verschiedenen Satelliten ohne Neuausrichtung der Satellitenschüssel. Für dieses Protokoll gibt es zwei unterschiedliche Versionen:

  • DiSEqC 1.2 wird benötigt, wenn maximal bis zu vier LNBs verwaltet werden müssen.
  • DiSEqC 1.1 hingegen ist in der Lage, bis zu 64 verschiedene LNBs zu betreiben.

Wichtig: Die Protokollversionen sind nicht automatisch kompatibel. Ein Receiver mit der Version 1.2 muss nicht unbedingt auch die Version 1.1 beherrschen. Nähere Auskunft dazu finden Sie im Handbuch des Receivers oder auf der Webseite des Herstellers in den Technischen Datenblättern.

Standort und Montage der Parabolantenne

Der Standort der Parabolantenne muss dort geplant werden, wo möglichst eine freie Sicht zum Satelliten besteht. Aber selbst bei einer idealen Position kann es hin und wieder zu Problemen beim Empfang kommen. Massive Wolkenschichten, Regen oder Schnee sind Einflüsse, die nicht zu kontrollieren sind, die aber die Bildqualität mindern oder eine Übertragung sogar komplett verhindern können.

Die Justierung der Satellitenschüssel ist die wichtigste und zeitraubendste Aufgabe bei der Montage. Bedenkt man, dass nur wenige Millimeter Fehlstellung auf dem Dach sich zu mehreren Tausend Kilometern in der Umlaufbahn der Satelliten potenzieren können, wird deutlich, wie genau hier gearbeitet werden sollte.

Hilfe kann hier ein sogenannter Sat-Finder bieten. Dieses Gerät zeigt grafisch oder akustisch an, wenn ein Signal empfangen wird. Auch die Stärke des Signals kann man so erkennen. Angeschlossen wird der Sat-Finder zwischen der Satellitenschüssel und dem Receiver. Dafür wird ein zusätzliches kurzes Koaxialkabel benötigt.

Übrigens: Satelliten-TV können Sie auch am PC empfangen, wenn Sie Ihren Computer mit einer TV-Karte ausstatten.