DVD-Player im Auto: An welchen Stellen im Auto darf ich einen Bildschirm einbauen?

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DVD-Player im Auto: An welchen Stellen im Auto darf ich einen Bildschirm einbauen?

Ein DVD-Player im Auto ist praktisch und kann lange Autofahrten erträglicher machen. Fahrten in den Urlaub über mehrere Hundert oder gar Tausend Kilometer mit vielen Staus sind gerade für Kinder nur schwer auszuhalten. Und wenn die Kleinen anfangen zu quengeln, sind auch die Eltern nach einer Weile genervt. Ablenkung bringt ein DVD-Player, der die Langeweile vertreibt und Beifahrer sowie Kinder oder andere Insassen beschäftigt.

Die Gesetzeslage

Es gibt keine Vorschrift in Deutschland, die das Anbringen von DVD-Playern im Auto explizit untersagt. Die geltenden Paragraphen beziehen sich dagegen auf die allgemeine Ablenkung und die Pflichten des Fahrers eines Kraftfahrzeugs. Im Gegenteil zur Handynutzung am Steuer, die per Gesetz verboten wurde – seitdem sind ausschließlich Freisprecheinrichtungen erlaubt –, werden DVD-Player im Auto nicht gesondert aufgelistet. Allerdings müssen Sie beim Einbau eines Players in Ihr Kfz die Straßenverkehrsordnung (StVO) beachten. Der erste Paragraph der StVO besagt, dass eine Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht erfordert. Insofern habe sich jeder Verkehrsteilnehmer jederzeit so zu verhalten, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer geschädigt, gefährdet oder über Gebühr behindert oder belästigt werde.

Darüber hinaus ist ein Fahrzeugführer dafür verantwortlich, dass weder Sicht noch Gehör beeinträchtigt werden – hierzu zählen laut § 23 der StVO nicht nur die "Besetzung" des Kfz, sondern auch der generelle Zustand des Fahrzeugs, die Ladung oder auch zusätzlich verbaute Geräte.

Andere dürfen nicht gefährdet werden

Wenn durch den Einbau des DVD-Players also andere Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, da Sie als Fahrer nicht mehr in der Lage sind, auf den Verkehr zu achten, müssen Sie mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Daher dürfen Elektronikgeräte nie so angebracht werden, dass Ihre freie Sicht auf die Straße und andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr gewährleistet ist. Folgende Handlungen sind laut Gesetz nicht explizit verboten: Radio hören, rauchen, sich mit Beifahrern unterhalten, ein Navigationssystem bedienen oder eben bewegte Bilder anschauen.

Explizit verboten ist laut StVO darüber hinaus der Betrieb von Lautsprechern. Wenn Sie also einen DVD-Player betreiben und die Lautsprecher extrem laut eingestellt sind, können Sie in die Verantwortung gezogen werden. Wer Umgebungsgeräusche durch extreme Lautstärkeeinstellungen nicht mehr wahrnehmen kann, muss laut § 23 StVO I mit einer Strafe rechnen. Wenn Sie das erste Mal wegen zu hoher Lautstärke angehalten werden, werden Sie meistens zunächst verwarnt.

Da Sie sich als Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll verhalten müssen, sodass andere nicht gefährdet werden und Ihre – visuelle und auditive – Wahrnehmung der Umgebung nicht eingeschränkt wird, dürfen Sie einen Bildschirm nicht an der Frontscheibe oder an anderen Scheiben des Fahrzeugs montieren. An anderen Stellen im Fahrzeug dürfen Sie dagegen Bildschirme anbringen.

Bildschirme an der Kopfstütze nutzen

Monitore für Kopfstützen gehören in den Bereich des Backseat-Entertainments und können verwendet werden, ohne dass der Fahrer beeinträchtigt wird, da er die Bildschirme nicht sehen kann. Auf dem Monitor können die Mitfahrer auf der Rückbank Filme gucken oder sogar eine Spielekonsole an das Gerät anschließen und die neuesten Videospiele ausprobieren.

Am einfachsten lassen sich so genannte Plug-and-Play-Lösungen installieren. Diese werden an den Kopfstützen befestigt und sind nicht in die Kopfteile eingelassen. Diese Produkte sind eine günstige Variante, Monitore in Ihrem Pkw anzubringen. Bei einem Aufprall können die kleinen Bildschirme allerdings zu gefährlichen Schleudern werden.

Multimedia-Kopfstützen – perfekt integriert

Daher gibt es Hersteller, die Kopfstützen inklusive eingebauter Monitore verkaufen. Ihre alte Kopfstütze können Sie entfernen und das neue Modell anbringen – schon hat sich der Entertainment-Faktor auf der Rückbank enorm gesteigert. Beim Kauf der Multimedia-Kopfstützen müssen Sie darauf achten, ob das gewünschte Modell in Ihrem Fahrzeug angebracht werden kann und die Abstände der Kopfstützen-Holme passen. Häufig ist der Holmabstand justierbar, und insofern sind die Produkte für viele verschiedene Fahrzeugtypen geeignet.

Einige Hersteller bieten Individualisierungsmöglichkeiten an, Sie können zum Beispiel auswählen, ob das Produkt mit Stoff oder Leder überzogen sein soll. Die beliebtesten Modelle sind in schwarz, grau oder beige. Meistens werden zwei Bildschirme in einem Paket angeboten, damit beide Kopfstützen mit den Monitoren ausgestattet sind. Auch der Passagier, der in der Mitte der Rückbank sitzt, kann die Displays gut einsehen.

Häufig kann der Monitor in der Kopfstütze versteckt werden und befindet sich hinter Stoff oder Leder, das mit einem Reißverschluss geöffnet werden kann. Im Hinblick auf eventuelle Diebstähle ist ein solches System zu empfehlen, da somit die im Auto vorhandene Elektronik nicht auf den ersten Blick zu sehen ist. Hinweis: Wertgegenstände, die gut sichtbar im Auto verwahrt werden, können unter Umständen als eine Aufforderung zu einer Straftat gewertet werden – vermeiden Sie es also nicht zuletzt, um Ihren vollen Versicherungsschutz zu genießen, Displays oder andere elektronische Geräte offen im Auto unterzubringen.

Deckenmonitore für DVD-Player

Eine weitere Möglichkeit, das Filmeschauen in Ihrem Auto zu ermöglichen, sind Deckenmonitore. Diese Monitore werden am Fahrzeughimmel angebracht und sollten daher besonders flach sein, damit sie nicht stören, wenn Sie vom Fahrersitz aus in den Rückspiegel schauen. Denken Sie bei der Montage daran, dass sich der Deckenmonitor zwar entfernen lässt, aber unschöne Löcher in der Decke zurückbleiben werden. Daher sollte die Anbringung eine langfristige Lösung sein. Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, Ihr Kfz weiter zu verkaufen, sollten Sie auch diesen Aspekt der Wertminderung berücksichtigen. Bei einem geleasten Fahrzeug versteht es sich von selbst, dass ein Blick in den Leasing-Vertrag oder eine entsprechende Nachfrage beim Vertragspartner notwendig sind.

Im ausgeklappten Zustand lässt sich es nicht verhindern, dass die Monitore die Sicht nach hinten beeinträchtigen. Das Praktische an den Bildschirmen ist, dass viele Modelle nach rechts oder links gedreht werden können und sich so optimal auf die Bedürfnisse des Betrachters anpassen lassen. Integrierte USB- oder SD-Ports sind mittlerweile Standard, sodass Sie Ihre Speichermedien anschließen und von diesen Filme gucken können. Die Produkte unterstützen Bilder, MP3-Dateien und auch Filme in vielen verschiedenen Formaten. Der Ton wird meistens über interne Lautsprecher wiedergegeben. Damit Sie auch im Dunkeln verwendet werden können, sollten die Tasten beleuchtet sein.

Die Sonnenblende als Bildschirm

Deckenmonitore und Bildschirme für die Kopfstütze sind vor allem für die Passagiere der Rücksitze geeignet. Doch auch als Beifahrer können Sie in den Genuss eines kleinen Multimedia-Centers kommen. Die Lösung stellen kleine Monitore dar, die in die Sonnenblende eingelassen werden.

Die meisten Modelle sind nur für die rechte Seite verfügbar. Als Fahrer sollten Sie gut überlegen, ob Sie einen Sonnenblenden-Monitor benötigen. Dieser kann beim Fahren erheblich ablenken und Ihre Konzentration auf den Straßenverkehr beeinträchtigen. Daher sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse und mit Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer auf einen Monitor in der Sonnenblende verzichten. Wenn Sie eine Rückfahrkamera in Ihrem Auto installiert haben und ihr Bild auf einen Monitor in der Sonnenblende übertragen wird, kann ein solcher Bildschirm allerdings überaus sinnvoll sein.

Monitore im Rückspiegel

Ebenso verhält es sich mit Monitoren im Rückspiegel. Solche Spiegel erfüllen ihre Reflexionsfunktion und verfügen zusätzlich über einen internen Bildschirm, der allerdings nicht zum Genießen eines Films gedacht ist, sondern für den Anschluss einer Rückfahrkamera. LED-Hintergrundbeleuchtungen sorgen für eine brillante Bilddarstellung. Viele Modelle haben zwei Videoeingänge, sodass einer für die Rückfahrkamera und der zweite beispielsweise für den Anschluss eines DVD-Players genutzt werden könnte. Für Autos, in denen kein „großer" Monitor untergebracht werden kann, sind diese Modelle ideal.

Doch auch in diesem Fall sollten Sie an Ihre eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer denken. Ein Bildschirm im Rückspiegel lenkt erheblich ab und verschlechtert in eingeschaltetem Zustand Ihre Sicht nach hinten enorm. Optimalerweise sollten Sie die DVD-Funktion prinzipiell nur bei ausgeschaltetem Motor nutzen.

Die Befestigungsmöglichkeiten solcher Modelle sind unterschiedlich. Kompliziert ist es, wenn Sie den alten Spiegel entfernen und einen neuen anbringen möchten. Einfacher wird es durch Snap-on-Modelle. Diese werden auf den originalen Spiegel gesteckt und können dann mit der Videoquelle verbunden werden.

DVD-Autoradios

Mit einem DVD-Autoradio müssen Sie keine Löcher in den Autohimmel bohren oder Ihre Kopfstützen austauschen. Lediglich Ihr altes Autoradio muss dran glauben – doch dafür erhalten Sie ein neues und modernes Gerät mit Bildschirm.

DVD-Autoradios können in einen freien Radioschacht eingebaut werden und werden auch als Moniceiver bezeichnet, was eine Wortkombination aus Monitor und Receiver ist. Sie können nicht nur Filme wiedergeben, sondern dienen als vollwertige Multimedia-Anlagen und werden – je nach Bedarf – zu einer kleinen Schaltzentrale Ihres Fahrzeugs. Sämtliche externe Geräte lassen sich an ein DVD-Autoradio anschließen. Rückfahrkameras, Navigationsgeräte, TV-Tuner oder auch Monitore für Ihre Kopfstützen können von der Zentrale aus gesteuert werden. Um die Bedienung so angenehm und komfortabel wie möglich zu machen, sollte der Bildschirm ein Touch-Monitor sein.

Die Dual-Zone-Funktion

Bei der Recherche nach einem für Sie passenden DVD-Autoradio, werden Sie auf den Begriff „Dual-Zone-Funktion" stoßen. Dies ist von Bedeutung, wenn Sie Monitore in Kopfstützen untergebracht haben. Die Funktion ermöglicht es, dass Sie als Fahrer Radio hören können, während die Passagiere der Rückbank zeitgleich einen Film anschauen. So wird Ihnen als Fahrer nicht langweilig.

Modelle mit Bildschirmdiagonalen bis zu 3,5 Zoll sind möglich. Allerdings müssen Sie beim Kauf auf die Maße des Einbauschachtes achten. Kleine Geräte belegen einen einfachen DIN-Einbauschacht, größere den doppelten Platz. In neuen Wagen sind zu diesem Zweck fast immer zwei Schächte vorhanden.

Zur Kaufentscheidung sollte beitragen, ob das DVD-Autoradio über beleuchtete Tasten verfügt und der Touchscreen reaktionsschnell ist. Auch eine Steuerung über das Lenkrad ist sinnvoll, damit Sie das Produkt schnell und einfach bedienen können.

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