Abstandsmontage von Markisen und Vordächern in WDVS

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Abstandsmontage - ein Erfahrungsbericht

Wer kennt die Probleme nicht, die sich bei einer Montage von Markisen oder Vordächern ergeben, wenn man sein Haus mit einer Wärmedämmung versehen hat.

Die Wärmedämmung ist minimal belastbar für die Türklingel oder einen Briefkasten. Schwere Lasten müssen immer im tragenden Mauerwerk befestigt werden. Eine klassische Lösung die Wärmedämmung auszugleichen ist es, die Wärmedämmung auszuschneiden und einen Holzklotz einzulegen oder man bohrt etwas größer und schiebt ein Rohr als Abstandshalter mit hinein. Feuchtigkeitsbildung und Schimmel sind die Folge! Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Konsolen erst auf das Mauerwerk zu montieren und dann die Wärmedämmung aufbringen. Eine Kälte/Wärmebrücke ist die Folge!

Meistens ist es aber so, das das WDVS fertig montiert oder vorhanden ist und danach das Vordach oder die Markise befestigt werden soll.

Seit kurzer Zeit sind einige Systeme auf dem Markt von denen eins von Fischer Dübeltechnik und eins von Würth angeboten wird. Beide Systeme bieten eine Lösung, werden jedoch unterschiedlich montiert.

Das System Amo-Max von Würth erfordert Spezialwerkzeug und einen Systembaukasten mit verschiedenen Komponenten. Dieses System überbrückt Abstände bis zu 120mm. In die Wärmedämmung wird an der zu befestigenden Stelle eine 40mm Bohrung in den Putz gefräst (geschieht mit einer Lochsäge). Diese Lochsäge hat einen Widiabohrer als Zentrierbohrer in der Mitte. Die Lochsäge wird herausgezogen und die Zentrierbohrung im Styropor gibt die Mitte vor. Bohren Sie mit einem ausreichend langen Bohrer die Bohrung fertig und montieren Sie nach Bedienungsanweisung den gewählten Dübel. Die Gewindestange sollte ausreichend lang aus der Wand herausgucken. Dann wird ein unverrottbarer Aluminiumzylinder als Abstandshalter in die Bohrung mit einem Spezialwerkzeug in die Wand eingelassen. Die Putzschicht wird mit Ausgleichsscheiben und einer Zentrierhülse überbrückt. Diese Scheiben sind aus PVC und haben unter anderem die Aufgabe die Wärmebrücke zu minimieren. Auf diese Unterkonstruktion wird das Bauelement montiert. Das Bauelemente überträgt die aufgebrachte Kraft über die Ausgleichsscheiben und die Distanzhülse auf das Untermauerwerk. Das WDVS wird nicht beschädigt oder zusammengepresst. Auch bei leichten Bohrfehlern kann man noch nachjustieren -  ein enormer Vorteil, da man ja nie weiss, wo der Bohrer die Wand trifft.

Ein anderes System ist das Thermax-System von Fischer. Dieses System bedeutet alles aus einer Hand, was einen enormen Vorteil bei Regressansprüchen darstellt. Kann ich bei Würth noch mit verschiedenen Dübelherstellern arbeiten so ist dieses bei Fischer nahezu unmöglich. Fischer arbeitet zur Zeit an einer Zulassung für dieses System. Bei diesem System wird eine Bohrung entsprechend der zu montierenden Gewindestange (M12 - M16)in die Wand, bzw. das Mauerwerk gebohrt. Nach ausreichender Reinigung der Bohrung wird eine Zwei-Komponenten Mörtelmasse in das Mauerwerk gespritzt und die Gewindestange eingeschraubt. Diese Gewindestange wird in die WDVS geschraubt. Das Ende steht nicht hervor (Herstellerangaben beachten) Auf diese Gewindestange wird ein PVC Konus gefräst, der die fehlenden mm ausgleicht. Dieser Konus hat ein Innengewinde. Das Bauelement wird in dieses Innengewinde moniert.

Mit diesem System gibt es keine Wärmebrücke mehr. ein Nachteil ist, das die Bohrungen nicht nachjustiert werden können. Mit diesem System kann man Abstände von 60-150 mm überbrücken. Spezialwerkzeug ist für dieses System nicht erforderlich. Da sich der PVC-Konus einstellen lässt, benötigt man auch kein Unterlegscheibensystem.

Andere WDVS- Hersteller, z.B. Brillux, bieten teilweise Montageklötze an, die mit der WDVS zusammen montiert werden. Eine schöne Sache, man sieht wo man bohrt und man kann diese Klötze absolut sicher befestigen. Der Nachteil ist, das die Befestigungspunkte festgelegt sind und somit auch das zu befestigende Baulelement. Sollten Sie einen Handwerker mit der Sache beauftragt haben, so muss dieser mindestens zweimal anreisen. ! Da die Gewindestangen/ Gewinde bereits gesetzt sind und danach die Putzer und Maler kommen, sollte man vor der Montage das Gewinde nachschneiden- auch wenn es abgeklebt war. Auf Baustellen gibt es lustige Gegebenheiten!! Diesen Kostenaspekt sollte man berücksichtigen. Der Vorteil ist , das man hinterher nichts mehr sieht. Bei den anderen Systemen sind immer nocht die PVC-Scheiben oder Buchsen sichtbar. Hier muss nochmal der Maler ran.

Beide Systeme sind empfehlenswert und haben Vor- und Nachteile, die genau abgewägt werden müssen. Diese Systeme sind jedoch besser als die Montage von irgendwelchen Holzklötzen oder anderen Distanzhaltern. Die Systeme sind durchdacht- die Montage und Anwendung ist logisch und nachvollziehbar. Es sind korrekte, empfehlenswerte und zeitsparende Lösungen.

Ein weiterer Tipp für die, die mit einer neuen oder weichen WDVS arbeiten. Überall wird gespart, so auch an den Putzmatten. Berührt die Leiter die Wand, kann es bei weichen Putzmatten zu Beulen im Putz kommen. Das sollte bei der Planung schon berücksichtigt werden! Jeder muss mal die Dachrinnen reinigen oder aufs Dach. Abhilfe: Brettchen unter die Auflagepunkte kleben und einen weichen Filz unterkleben. Die Auflagefläche muss vergrößert werden. Wenn die Beulen drin sind, hilft nur eine umfangreiche Nachbesserung. Warten Sie damit, vielleicht finden sich noch einige Handwerker, die sich an den Kosten beteiligen!

 

 

 

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