Trafo 230 V auf 12 V – aus viel mach wenig!

Der Anfang der neunziger Jahre, als Niedervolt-Beleuchtungssysteme den Weg aus den Schaufenstern der Shoppingzentren in die privaten Haushalte gefunden haben, brachte für viele Menschen eine Neuerung. 230 Volt kannte man aus der Steckdose – aber sonst nicht. Niederspannung, 12 Volt, nicht isolierte, frei berührbare Drähte – das war für etliche eine Revolution.

Diejenigen, die als Kind eine Rennbahn von Carrera oder eine Märklin-Eisenbahn besaßen, kannten das Prinzip: Ein Transformator, kurz Trafo genannt, wird an die Steckdose angeschlossen, wodurch auf der anderen Seite die nötigen 12 Volt verfügbar wurden.

Heutzutage hat jeder Haushalt Dutzende Trafos – nur sagen wir inzwischen "Netzteil" dazu. Stereo-Equipment, Laptop, Router, Modem, Ladegerät fürs Mobiltelefon und so weiter. Die Spanne reicht zwar von 5 bis 16 Volt, 12 Volt kommen aber mit Abstand am häufigsten vor.

Wie funktioniert ein Trafo?

Die Frage, wie ein Trafo funktioniert, hat einige Tragweite. Hierzu müssen wir zurückgehen ins Jahr 1890: Damals tobte der sogenannte Stromkrieg. Thomas Alva Edison und George Westinghouse beharkten sich darüber, ob Häuser und Fabriken mit Gleichstrom verkabelt werden sollten, wie Edison das wollte, oder mit Westinghouses Wechselstrom. Wir können von Glück sagen, dass Westinghouse sich durchsetzen konnte. Wechselstrom, d. h., Plus- und Minuspol – und damit die Flussrichtung des Stromes – wechseln sich in rascher Folge ab. Dieses Prinzip war Voraussetzung dafür, dass ein Trafo überhaupt funktionieren konnte.

Ein magnetisches Metall, üblicherweise Eisen, wird von einem elektrischen Leiter umwickelt. Fließt nun ein Wechselstrom durch den Leiter, wird ein Magnetfeld aufgebaut, das in der gleichen Geschwindigkeit die magnetischen Pole wechselt wie der Strom die Flussrichtung. Nun wickelt man einen zweiten Draht um das Eisen. Durch das wechselnde Magnetfeld wird in diesem Leiter ein Stromfluss erzeugt. Dieses Prinzip funktioniert am besten, wenn der Eisenkern ringförmig ist, daher nennt man diese Bauart Ringkerntrafo.

Moderne Trafos benötigen keinen Eisenkern mehr. Dort wird die Spannung über eine Schaltung von Transistoren heruntergespannt. Diese Trafos sind leichter und haben eine höhere Effektivität.

Welche Rolle spielt die Anzahl der Wicklungen um den Eisenkern?

Das Verhältnis der Anzahl der beiden Wicklungen bestimmt die Spannung, die man am anderen Ende des Trafos erhält. Wenn wir 230 Volt auf 12 Volt herunterspannen wollen, muss an der zweiten, der sogenannten Sekundärspule, das circa 19-Fache an Wicklungen anliegen, denn 230 geteilt durch 12 ergibt etwa 19,17.

Wo bekomme ich einen 12-Volt-Trafo her?

Die Angebote bei eBay bieten ein reichhaltiges Sortiment an Trafos. Achten Sie auf die Spannung und darauf, ob Sie Gleich- oder Wechselstrom benötigen. Stellen Sie außerdem sicher, dass der Anschlussstecker passt.