Stadtilm Spur 0

Stadtilm Spur 0 – Eisenbahngeschichte aus Thüringen

In der Thüringer Stadt Stadtilm wurden kurz vor dem Zweiten Weltkrieg die Carl Liebmann Metallwerke gegründet. Carl Liebmann hatte es sich zur Aufgabe gemacht, einen elektrischen Stadtilm Spur 0 Triebwagen zu entwickeln, der durch einen 24V-Gleichstrom-Topfmotor angetrieben werden sollte. Der Krieg unterbrach allerdings sein Pläne und führte dazu, dass er Motoren für Scheibenwischer lieferte. Sofort nach dem Krieg startete er die Produktion für den „Fliegenden Hamburger“, dessen Korpus aus Aluminium bestand. Daneben wurden noch weitere Fahrzeuge für die Spur 0 gefertigt, die alle aus einem 2 mm dicken Aluminiumblech gebaut wurden.

Was ist so besonders an den Modellen von Stadtilm Spur 0?

Neben dem 2 mm Aluminiumblech, aus dem die Fahrzeuge in den Anfängen bestanden, verfügten alle Modelle über eine Emaile-Lackierung und eine Abzieh-Beschriftung. Zusätzlich gab es eine kompakte Hakenkupplung, die es ermöglichte, dass die Abstände zwischen den Wagen recht klein gehalten werden konnten. Die Schienen waren sehr niedrig und brachten sieben oder neun Schwellen mit. Die hergestellten Lokomotiven integrierten alle Topfmotoren.

Was passierte nach der Übernahme durch die DDR mit dem Unternehmen?

Nachdem die DDR gegründet wurde, wurde auch das Unternehmen verstaatlicht und es entstand die VEB Metallspielwarenfabrik Stadtilm Thüringen. Seit dieser Zeit wurden die Züge nun unter der Bezeichnung Stadtilmer Bahnen vermarktet. Obwohl es zu dieser Zeit bereits eine Standardisierung bei Modelleisenbahnen gab, hielt das Unternehmen an seinem inkompatiblen 3-Schienen-System und den Kupplungen fest. Aber es wurden Veränderungen durchgeführt: Die Stadtilm Spur 0 Produkte wurden nun nicht mehr aus Aluminium, sondern aus gestanztem Stahl gefertigt. Hierdurch sollten Materialengpässe überwunden werden. Die Zahnräder waren zwischen den Platinen verborgen und mit der Einführung von Phenolharzlaminat konnten die Betriebsgeräusche gesenkt werden. Aufgrund der hohen Qualität erhielten die Züge die Bezeichnung „DDR Märklin“.

Welche Stadtilm Spur 0 Bahnen sind heute noch erhältlich?

Im Internet und auf diversen Börsen finden Sie immer wieder verschiedene Stadtilm H 0 Lokomotiven. Besonders beliebt ist hier der „Fliegende Hamburger“ aus dem Jahr 1938 oder auch die Liebmann Lokomotive B mit Tender. Wenn Sie sich ein wenig auf die Suche machen, entdecken Sie vielleicht auch eine Stadtilm BR 64 1C1-Tenderlokomotive mit Plasterädern oder einen Kranwagen mit sechs Achsen. Zusätzlich zu den Lokomotiven und Waggons stellte das Unternehmen auch Zubehör wie Signalbalken, Gitterbrücken oder einen beleuchteten Prellblock aus Metall her. Und sollte einmal eines Ihrer Stadtilm-Produkte defekt sein, gibt es auch heute noch eine große Auswahl an Ersatzteilen zu kaufen, mit denen Sie Ihre Lokomotive wieder betriebsbereit machen können.