Ofenplatte

Rustikale Heimeligkeit mit einer urigen Ofenplatte

Wir heizen heutzutage mit einer Zentralheizung, einem Kachelofen oder einem modernen Kaminofen. Doch vor einigen Hundert Jahren waren gusseiserne Plattenöfen das Modernste, das es in heimischen Wohnzimmern gab. Die dicken Metallplatten speicherten viel Wärme und strahlten diese auch noch ab, nachdem das Feuer erloschen war. Die kunstfertigen Reliefs dieser Metallplatten haben sie heute zu begehrten Sammlerobjekten und rustikalem Zimmerschmuck werden lassen.

Wie entstand die Tradition der Ofenplatten?

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begann man, eiserne Kastenöfen zur Raumbeheizung einzusetzen, die aus einzelnen Gusseisenplatten bestanden, die miteinander verbunden waren und so die Wände des Ofens bildeten. Im Laufe der Zeit wurde die Eisengusstechnik stetig weiter verfeinert, sodass immer feinere Details möglich waren. Der Eisenguss wurde zu einem Medium, in dem sich Künstler und Historiker verewigen konnten. Durch diese kunstfertigen Reliefs waren Ofenplatten bei Sammlern sehr gefragt, nachdem sie ab dem 18. Jahrhundert durch Einführung von Rundöfen allmählich aus der Mode kamen und zunächst als Abdeckungen für Jauchegruben und Schornsteine zweckentfremdet worden waren.

Welche Motive finden sich auf Ofenplatten?

Wie fast jede historische Kunstform wurden auch die Reliefs von Ofenplatten zunächst für die Abbildung religiöser Szenen und Portraits verwendet. Heiligenbilder und Bibelszenen waren ein häufig anzutreffendes Motiv. Auch historische Ereignisse wie Schiffsüberfahrten in die Neue Welt oder auch Adelswappen waren beliebt. Letztere waren eine Möglichkeit für treue Untertanen und Vasallen, sich selbst an ihre Pflichten zu erinnern und ihre Ergebenheit ihrem Herren gegenüber in der guten Stube auch Besuchern zu präsentieren. Für komplexere Szenen wurden sehr gerne auch Werke berühmter Künstler als Vorlage genommen und in die Gussform modelliert, um sie abzugießen.

Wo macht sich eine Ofenplatte gut als Ausstellungsstück?

Während früher die Ofenplatten aus Teil des Ofens ein natürliches Zentralstück der Stube waren, werden sie heute an allen möglichen Orten ausgestellt. Man kann sie auch einrahmen und an die Wand hängen, doch sollte unbedingt auf genügend Tragkraft geachtet werden. Die Platten bestehen aus massivem Gusseisen und sind entsprechend schwer. Als Rückwand eines tatsächlich betriebenen Kamins machen sie sich zwar gut, da das Flammenspiel das Relief in einem faszinierenden Glanz erscheinen lässt. Nicht umsonst gab es auch Kaminplatten, die eben genau diesen Zweck hatten und eine spezielle Form besitzen. Doch auf Dauer kann die Oberfläche durch das Feuer Schaden davontragen, was bei einem antiken Stück wirklich schade wäre. Jedoch sind auch moderne Nachgüsse erhältlich, die man guten Gewissens dort einsetzen kann. Auf einem Ofen- oder Kaminsims ist ebenfalls ein schönes Plätzchen dafür.