Handgeschnitzte Krippenfiguren als traditionelle Weihnachtsdekoration

In zahlreichen Haushalten ist die Krippe ebenso untrennbar mit dem Weihnachtsfest verbunden wie der Tannenbaum und der Adventskranz. Die Darstellung von Christi Geburt als Diorama mit dreidimensionalen, liebevoll gestalteten Figuren hat eine lange Tradition. Vor allem geschnitzte Krippenfiguren aus Holz verleihen Ihrer Weihnachtsdekoration einen besonderen, festlichen Charme.

Wann entstand die Tradition der Weihnachtskrippen?

Die Tradition der weihnachtlichen Krippe als plastische Inszenierung reicht bis in das Frühchristentum zurück, als man das Jesuskind mit dem Ochsen und dem Esel, aber ohne Maria und Joseph darstellte. Im Mittelalter trat Maria als Krippenfigur in Erscheinung. Alle anderen Figuren folgten später. Krippendarstellungen in Bildform, welche die Huldigung durch die Heiligen Drei Könige zeigen, gab es seit der Zeit um das Jahr 500 herum. 1562 stellten Jesuiten in Prag erstmalig eine Krippe im heutigen Sinn auf. Ein Edikt der Kaiserin Maria Theresia verbannte geschnitzte Krippenfiguren aus öffentlichen Gebäuden und Kirchen, weshalb sie Einzug in die Privathaushalte hielten. Hier schätzt man sie weiterhin als traditionelle Weihnachtsdekorationen. Die Krippenszene stand im Mittelpunkt der Weihnachtsfeiern, bevor der Weihnachtsbaum im 19. Jahrhundert seinen weltweiten Siegeszug antrat.

Welche Figuren gehören zu einer Krippe?

Zum zentralen Ensemble der Krippendarstellung gehören Maria, Josef und das Jesuskind in der Krippe. Ein Ochse und ein Esel bilden die Statisten der Krippenszene. Die weiteren weihnachtlichen Figuren gesellen sich in der Reihenfolge ihres Auftretens in der biblischen Weihnachtsgeschichte hinzu. Der Engel erscheint den Hirten auf dem Feld, wonach sie sich mit ihren Schafen zur Krippe begeben, um das Kind anzubeten. Später treffen die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland ein. Bei außergewöhnlich aufwendig gestalteten Krippen findet man zusätzlich ein Kamel als Reittier. Einen wesentlichen Bestandteil jeder Krippe bildet das Stallgebäude, bei dem sich die gesamte Geschichte abspielt. Traditionell stellt man die Krippe in der Adventszeit oder zu Weihnachten auf und ergänzt sie Stück für Stück in der Reihenfolge der auftretenden Figuren. Demzufolge kommen die Heiligen Drei Könige erst zum Dreikönigsfest hinzu. Die Krippenaufstellung endet am zweiten Februar.

Was ist das Besondere an handgeschnitzten Krippenfiguren aus Oberammergau?

Bei antiken Original-Krippen findet man oftmals geschnitzte Krippenfiguren aus Oberammergau. Die oberbayerische Gemeinde erlangte durch die lokale Handwerkskunst Berühmtheit. Seit dem Jahr 1111 ist die Geschichte des Ortes mit Holzschnitzereien verbunden. Unter dem Einfluss des nahe gelegenen Klosters Ettal entstanden hier hauptsächlich religiöse Motive, wie beispielsweise wunderschöne, aus Holz geschnitzte Krippenfiguren. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erhielten die örtlichen Holzschnitzer durch den Ettaler Abt eine eigene Handwerksordnung. Die handgeschnitzten Krippenfiguren aus Oberammergau stehen für Tradition und für eine herausragende Kunstfertigkeit.