Fleischmann Profi-Kupplung – Gute Eisenbahn im Schatten von Märklin

Eisenbahnenthusiasten gibt es überall. Nicht ohne Grund wird die Modelleisenbahn als Spielzeug nicht nur für Kinder angesehen, sondern vor allem auch für erwachsene Männer. Deutschland hatte insofern eine besondere Stellung auf dem Markt der Modellbahnen, da sich mit Märklin, Fleischmann, Arnold und Roco gleich vier verschiedene Anbieter qualitativ hochwertiger Modellbahnsysteme etablieren konnten. Nirgendwo sonst konnte man aus einem so reichhaltigen Angebot an Loks und Wagen auswählen wie in Deutschland, zumal einige Hersteller auch Modelle im Angebot hatten, die speziell angepasst waren an die Schienensysteme der Konkurrenten.

Gleichwohl entstand bei den Herstellern in gewissem Maße die Notwendigkeit, sich und ihre Systeme davor zu schützen, eine Heimat für Konkurrenzmodelle zu werden. Hierzu wurden vor allem Veränderungen an den Kupplungssystemen vorgenommen. Konnten in den siebziger und achtziger Jahren Wagen von Fleischmann relativ problemlos an Züge von Märklin angehängt werden, hatte dies mit dem Aufkommen der Fleischmann Profi-Kupplung ein Ende.

Wie ist die Firma Fleischmann entstanden?

Fleischmann wurde im Jahr 1887 in Nürnberg gegründet, wie viele andere Anbieter von Spielzeug auch. Nürnberg war schon damals die inoffizielle Hauptstadt für Spielsachen. Anfangs stellte Fleischmann Blechspielzeug her. Während der Zeit der Nationalsozialisten bekam die Firma eine unrühmliche Finanzspritze: Sie durfte für ein sprichwörtliches Ei und ein Butterbrot das Konkurrenzunternehmen eines jüdischen Eigentümers schlucken und damit nicht nur die Produktionskapazität beinahe verdoppeln, sondern vor allem dessen Sortiment an Modellbahnen übernehmen. Nach und nach wurden sämtliche Spielzeuglinien der Firma Fleischmann eingestellt, bis im Jahr 1989 nur noch die Modellbahnen in der Größe H0 und in der Spur N übrig blieben.

Dennoch konnte sich Fleischmann langfristig nicht erfolgreich gegen die Konkurrenz aus Billigländern wehren und wurde im Jahr 2008 zunächst von der deutsch-österreichischen Modelleisenbahn Holding geschluckt, die Fleischmann nur noch als Markenname weiterführte. Im Jahr 2015 wurde schließlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet, wodurch die nur noch 33 verbliebenen Mitarbeiter mit großer Eigenleistung gerettet werden konnten.

Was ist das Besondere an der Fleischmann Profi-Kupplung?

Die Profi-Kupplung wurde 1987 vorgestellt, um sicherere Verbindungen der einzelnen Elemente der Züge zu gewährleisten. Die früheren Kupplungssysteme hatten die Eigenschaft, sich bei unebenen Gleisübergängen ab und an zu lösen. Die Profi-Kupplung, eine sogenannte Klipskupplung, bot eine fest schließende Einheit, die es zudem erlaubte, einzelne Wagen näher aneinander zu kuppeln, so wie dies für Triebwagen erforderlich war.

Wo bekomme ich neue Profi-Kupplungen für meine Züge her?

Profi-Kupplungen werden immer noch produziert und sind in vielen Ausführungen und auch in Einzelteilen als Ersatzteil im Handel und im Onlinehandel erhältlich.