Beton
Beton unterliegt einer langwierigen Formveränderung durch Schwinden. Bei Beton und Spannbeton können zusätzlich durch Durchbiegung Spannungen entstehen. Durch den Einsatz von Schlüter-DITRA werden die entstehenden Spannungen zwischen Beton und Fliesenbelag aufgenommen, so dass die Fliesenverlegung unmittelbar nach dem Erreichen einer ausreichenden Standfestigkeit des Betons erfolgen kann.
Zementestriche
Beim Einsatz von Schlüter-DITRA können die Fliesen auf frischen Zementestrichen verlegt werden, sobald diese begehbar sind. Zementestriche müssen nach geltenden Regeln vor der Verlegung der Fliesen mindestens 28 Tage alt sein und ein Feuchtigkeitsgehalt kleiner 2 CM-% aufweisen. Besonders schwimmende Estriche und Heizestriche neigen jedoch auch später, z.B. durch Belastungen und Temperaturveränderungen, zur Verformung und Rissbildung.
Calciumsulfatestriche
Calciumsulfatestrich (Anhydritestrich) darf bei der Fliesenverlegung nach geltenden Regeln nur max. 0,5 CM-% Restfeuchte aufweisen. Durch die Verwendung von Schlüter-DITRA kann bereits bei einer Restfeuchte ab kleiner 2 CM-% ein Fliesenbelag aufgebracht werden. Falls erforderlich, ist die Estrichoberfläche entsprechend den Fachregeln und Herstellervorgaben zu behandeln (anschleifen, grundieren). Die Verklebung von Schlüter-DITRA kann mit hydraulisch abbindenden oder mit sonstigen dafür geeigneten Dünnbettmörteln erfolgen. Der Estrich wird durch Schlüter-DITRA 25 vor Feuchteeintritt an der Oberfläche geschützt. Calciumsulfatestriche sind feuchtigkeitsempfindlich, so dass der Estrich vor weiterer Durchfeuchtung, z.B. rückwärtiger Feuchtebelastung, zu schützen ist.
Heizestriche
Der Einsatz von Schlüter-DITRA kann auch auf Heizestrichen entsprechend den zuvor genannten Hinweisen (Zement, Calciumsulfat) erfolgen. Bei der Verwendung der Schlüter-DITRA kann die Belagskonstruktion bereits 7 Tage nach Fertigstellung aufgeheizt werden. Beginnend bei 25 °C kann die Vorlauftemperatur dabei täglich um max. 5 °C bis zur Nutzungstemperatur von max. 40 °C erhöht werden. Die durch Schlüter-DITRA gebildeten Luftkanäle bewirken eine schnelle und gleichmäßige Wärmeverteilung unter dem Fliesenbelag.
Hinweis: Für Fußbodenheizungen verweisen wir besonders auf unser System Schlüter-BEKOTEC-THERM als Keramik-Klimaboden.
Schlüter-DITRA empfiehlt sich auch bei Fußbodenheizungen aus dünnen elektrischen Heizmatten als Entkopplung. Schlüter®-DITRA kann dabei entweder unter oder über der Heizmatte angeordnet werden. Die bessere Entkopplungsfunktion wird jedoch bei Verlegung über der Heizmatte erreicht.
Mauerwerk / Mischuntergründe
Vollfugiges Mauerwerk aus Ziegelsteinen, Kalksandstein, zementgebundenen Steinen, Gasbeton oder dergleichen ist grundsätzlich als Untergrund für Schlüter-DITRA geeignet. Unebenheiten sind vorher auszugleichen. Vor allem bei Sanierungen sowie Um- und Anbauten bestehen Untergründe häufig aus verschiedenen Materialien (Mischmauerwerk), die an den Grenzflächen aufgrund unterschiedlicher Verformung zu Rissbildungen neigen. Durch Schlüter-DITRA werden daraus entstehende Spannungen und Risse nicht in den Fliesenbelag übertragen.
Gipsputz / -steine
Gipsuntergründe sollten nach Prüfung entsprechend den anerkannten Regeln als trocken gelten, die Oberfläche ist ggf. mit einer Grundierung vorzubehandeln. Die Verklebung von Schlüter-DITRA kann mit hydraulisch abbindenden oder mit sonstigen geeigneten Dünnbettmörteln erfolgen.
Balkone / Terrassen
Schlüter-DITRA als Entkopplungsmatte neutralisiert die Spannungen zwischen Untergrund und Fliesenbelag, die durch häufige und starke Temperaturwechsel auf Balkonen auftreten. Darüber hinaus kann Schlüter-DITRA die Funktion der Abdichtung im Verbund mit dem Fliesenbelag übernehmen (Hinweise zur Abdichtung beachten). Der Untergrund (Beton, Estrich) muss ein ausreichendes Gefälle aufweisen.
Sind alte Beläge hinreichend tragfähig und weisen das notwendige Gefälle auf, so kann die bestehende Belagskonstruktion in Sanierungsfällen direkt als Untergrund verwendet werden. Ansonsten sind vor der Verklebung von Schlüter-DITRA lose Teile zu entfernen und Fehlstellen oder fehlendes Gefälle mit geeignetem Fertigmörtel auszugleichen.
Dachterrassen
Bei Dachterrassen über Nutz- und Wohnräumen oder dergleichen sind zunächst entsprechend der geltenden Fachregel Dachaufbauten mit normgerechter Abdichtung als Dampfsperre, Wärmedämmschicht und obere Abdichtung erforderlich. Über der oberen Abdichtung muss eine Dränage (Schlüter-TROBA oder Schlüter-TROBA-PLUS) angeordnet sein. Darauf wird ein Estrich als Lastverteilungsschicht aufgebracht. Auf der Estrichoberfläche wird Schlüter-DITRA als Entkopplung zum Fliesenbelag und als Feuchteschutz für den Estrich verklebt. Schlüter-DITRA als Entkopplungsmatte neutralisiert Spannungen zwischen Untergrund und Fliesenbelag, die durch häufige und starke Temperaturwechsel auf Terrassen auftreten.
Kunststoffbeläge und Beschichtungen
Die Oberflächen müssen grundsätzlich tragfähig und so beschaffen oder vorbehandelt sein, dass ein geeigneter Kleber darauf haftet, in dem sich das Trägervlies von Schlüter®-DITRA 25 verankern kann. Die Verträglichkeit des Klebers mit dem Untergrund und Schlüter-DITRA ist im Vorfeld zu prüfen.
Span- und Pressplatten
Diese Materialien unterliegen in besonderem Maße einer Formveränderung durch Feuchteeinfluss (auch stark schwankende Luftfeuchtigkeit). Es sollten daher Span- oder Pressplatten verwendet werden, die gegen Feuchtigkeitsaufnahme imprägniert sind. Die Platten können grundsätzlich sowohl als Untergrund an der Wand als auch auf dem Boden im Innenbereich eingesetzt werden. Die Stärke der Platten ist so zu wählen, dass sie in Verbindung mit einer geeigneten Tragkonstruktion ausreichend formstabil sind. Die Befestigung ist durch Verschrauben in entsprechend geringen Abständen sicherzustellen. Die Stöße sind mit Nut- und Federverbindung herzustellen und müssen verklebt sein. Zu angrenzenden Bauteilen sind ca. 10 mm Randfugen einzuhalten. Schlüter®-DITRA 25 neutralisiert die auftretenden Spannungen zum Fliesenbelag und verhindert zudem das Eindringen von Feuchtigkeit.
Holzdielenböden
Bei ausreichend tragfähigen, verschraubten Holzdielen mit Nut- und Federverbindung ist eine direkte Verlegung von keramischen Belägen grundsätzlich möglich. Vor Verlegung der Schlüter-DITRA sollte der Holzuntergrund die Gleichgewichtsfeuchte aufweisen. Bewährt hat sich hier aber das Aufbringen einer zusätzlichen Schicht aus Span- oder Pressplatten. Unebene Böden sollten vorher durch geeignete Ausgleichsmaßnahmen egalisiert werden.
Gussasphaltestriche
Schlüter-DITRA ermöglicht die Verlegung von keramischen Belägen auf tragfähigen, normgerechten unbeheizten Gussasphaltestrichen im Innenbereich. Die Oberflächen müssen abgesandet oder sonst so beschaffen sein, dass der Dünnbettmörtel zur Verklebung der Schlüter-DITRA ausreichend haftet.
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