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„Altindianische Kunst in Mexiko“
von: Ferdinand Anton
Verlag: E.A. Seemann
Buchschmuck: Zeichnungen und Fotos in Schwarzweiß und Farbe
Erscheinungsjahr: 1986
Auflage: 1.
Seitenzahl: 280
Einband: Leinen mit Schutzumschlag
Zustand: gut und sauber / Schutzumschlag etwas abgenutzt
Inhalt: Viele setzen die präkolumbische Zeit Mexikos mit der Kultur der Azteken gleich. Doch die Azteken waren nur die Protagonisten in der Endphase einer mehrtausendjährigen Geschichte,- sie spielten erst in den letzten 150 Jahren vor der Eroberung der Spanier eine bedeutende Rolle. Wer also die Geschichte Mexikos verstehen will, muß bis zu den Wurzeln seiner Hochkulturen zurückgehen. Dem trägt die vorliegende Publikation dadurch Rechnung, daß sie das gesamte Spektrum einer 3000jährigen Entwicklung indianischer Kunst und Architektur einem weiten Kreis von Interessenten veranschaulicht.
Der erste Teil behandelt die Entstehung der agrarischen Dorfgemeinschaften in der vorklassischen Zeit (1500 bis 400 v. Chr.). Er stellt die "schönen Damen von Tlatilco" vor, schildert die "Sternstunde" der altmexikanischen Hochkultur, berichtet von den ersten Zeremonialzentren der Olmeken in den sumpfigen Mangrovenwäldern der Golfküste und geht auf jene monumentalen Skulpturen ein, von denen der englische Bildhauer Henry Moore sagte: "Sie sind das großartigste Werk an Geist und Gestaltung, das ich auf dieser Welt kenne."
Der zweite Teil widmet sich der Entstehung, Blütezeit und dem Verfall der großen Theokratien (etwa 200 v. Chr. bis 900 n. Chr.) und ihren monumentalen kultischen und urbanen Anlagen: Teotihuacân, das durchaus mit dem antiken Athen und Rom vergleichbar ist, Monte Alban, der "heilige Berg" der Zapoteken und die sensationellen Funde aus jüngster Zeit, die lebensgroßen Tonstatuetten von El Zapotal. Im dritten Teil wird die nachklassische Zeit (900 bis 1521 n.Chr.) dargestellt, die Zeit der Königreiche, der kriegerischen Auseinandersetzungen und militärischen Bündnisse, die Zeit des Aufstiegs und Untergangs der Tolteken, die auf die relativ spät eingewanderten Azteken einen nachhaltigen Einfluß ausgeübt haben. Letztere wiederum - sie nannten sich selbst "mexica" -zeichneten sich durch eine beeindruckende Macht- und Prachtentfaltung aus, die sich in der faszinierenden Formensprache ihrer Kunstwerke widerspiegelt. Zahlreiche aztekische Götterstatuen haben den Bildersturz der Spanier in den Kanälen der Lagunenstadt Mexico City überlebt und sind bei Sanierungsarbeiten wieder ans Licht gekommen.
Dieses Pantheon der Götter, gemeißelt in Stein, setzt der Autor in überzeugender Weise in Beziehung zur mündlich überlieferten und in früher Kolonialzeit aufgezeichneten altindianischen Poesie.
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