the Baytown Outlaws,Barry Battles, nun auf DVD & BluRay

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Dieser Streifen, - "the Baytown Outlaws" (im englischen Original: "the Baytown Disco") war der Abschlußfilm des Fantasy - Filmfestes 2012. Er ist gleichzeitig der erste Film des bis dahin noch relativ unbekannten Regisseurs und vormaligen Nebendarstellers Barry Battles (u.a. in "the last Days", aus dem Jahre 2005).

Zur Handlung: die drei Oodie Brüder Brick, McQueen und Lincoln (dargestellt von Clayne Crawford, Travis Fimmel und Daniel Cudmore, - hierzulande noch allesamt ziemlich unbekannte Jungschauspieler) sind im Süden der Vereinigten Staaten eben so etwas wie die regulierende "Saubermachtruppe" des örtlichen Sheriff's. Von ihm, - Jahre zuvor noch als junge Waisenkinder, unter seine Fittiche genommen, erledigen sie von nun an für ihn gewisse "Spezialaufträge".

Dazu zählen z.B. auch schonmal kleinere Mordaktionen unter den örtlichen Drogendealern. Womit sie auch keinerlei Probleme zu haben scheinen. Denn bei ihnen handelt es sich ohnehin um die typisch - amerikanischen Vertreter von echt dumpfen, asozialen "Rednecks". Die erst schießen und dann erst anfangen, vielleicht mal Fragen zu stellen.

Zu dumm dabei aber leider nur, wenn sich (wie es auch der Anfang des Films schon im knallbunten, comic - haften Stil vermittelt) anschließend heraus stellt, man hatte sich eigentlich im Haus geirrt. Okay, zwar wurden ja trotzdem nur kleine Gangster aus dem Weg geräumt, aber für den Hüter von Recht und Ordnung bedeutet das dennoch erheblichen Verwaltungsaufwand.

Und auch andere Behörden (in Form des ermittelnden FBI - Bundesagenten Reese) scheinen sich nun dadurch für die kleine Abmachung des Polizeichef's hier mit seinen drei "Racheengeln" zu interessieren. Es kommt also, wie es kommen muß.

Der Sheriff kappt also schnellstens sämtliche Verbindungen zwischen sich und den Oodie's. Also sind die drei von nun wieder "vogelfrei" und somit auf sich allein gestellt.

Genau zu diesem Zeitpunkt tritt allerdings die ziemlich rätselhafte Celeste (Eva Longoria), durchaus schon beeindruckt von deren unbestreitbaren "Fähigkeiten" als kompromisslose Auftragskiller, an die vermeintlich, - und in ihren Augen sicher auch entbehrlich, schießwütigen "Hinterwäldler" heran und bietet ihnen einen - zuerst - doch recht verlockenden Auftrag an. Für insgesamt 25.000 Dollar sollen sie ihr Patenkind von ihrem Ex - Partner (genial überdreht dargestellt von Billy Bob Thornton) zurück entführen.

Was Celeste ihnen allerdings, - dh. wohl besser aus oben genannten Grund lieber verschwiegen hat, das ihr Ex - Partner, Carlos, ein Drogenbaron ist und ihr Patenkind, Rob, geistig behindert ist bzw. noch dazu im Rollstuhl sitzt.

So kommt es dann auch, das die Oodie Brüder zwar mit ziemlichem Glück erfolgreich auch dieses Haus hier gewaltsam stürmen, den Jungen befreien und wieder entkommen können. Carlos aber den Angriff noch überlebt hat.

Und ihnen die verschiedensten Killerkommando's, - so z.B. bestehend aus einigen, mit allen Wassern gewaschenen Rockernutten, - dümmlichen, schwarzen Piraten der Landstraße sowie "modernen" Indianern (die zwar immer noch gern skalpieren und auch Pfeil und Bogen benutzen, - nun aber statt auf Pferden reitend mal lieber auf Motorrädern durch die Gegend brausen) hinterher schickt.

Auch, das die drei gefühllosen Dumpfbacken sich nun plötzlich nebenbei mit der für sie ebenfalls - völlig ungewohnten Situation herum schlagen müssen, jetzt auf einen schwachen, hilfsbedürftigen Jungen achtzugeben.

Was dem Regisseur allerdings die, so von ihm auch reichlich genutzte, Gelegenheit gibt, aus diesem zuvor recht cool beginnenden, dafür aber auch, - bis hierhin jedenfalls, ziemlich eindimensionalen Roadmovie mit anspruchsloser Haudrauf - Action, witzigen Sprüchen bzw. Einzeilern und reichlich Situationskomik ab da, - zumindest im Mittelteil dann ein beinahe schon fast rührend - anmutendes Filmchen zu machen.

Besonders, wenn die zuerst so dermaßen breit ausgewalzten, ausschließlich primitiven Vorurteile über die dargestellten Figuren (mit denen der Streifen ja doch ziemlich kokettiert) auf einmal Platz machen zu scheinen für echte Charakterrollen und sogar kluge, nachvollziehbare Dialoge.

Und wer das bemängelt bzw. kritisiert, das sich hier die Zeit genommen wurde, Menschen zu zeigen oder dem es nicht durchgehend genug Gewalt dabei gab, der sollte sich auch mal fragen, ob ihm solche eindimensionalen Figuren wirklich gefallen.

Brick, der unbestrittene Anführer seiner Brüder, zeigt plötzlich einsichtige Wesenszüge. McQueen, - vormals nur das impulsive und ziemlich dumm wirkende "Nesthäckchen" dieser Bande, entwickelt quasi von allein auf einmal sogar ein großes Verantwortungsbewußtsein. Was ihm, so wie hier gezeigt, sicher auch bis dahin niemand einfach so zugetraut hätte.

Und Lincoln, der älteste, am besonnensten wirkende und ruhigste der drei, - was aber nicht nur an seiner Unfähigkeit zu sprechen liegt (diese Figur wird z.B. als Ex - Wrestler gezeigt, der einige seiner Gegner im Ring zwar ohne jede Reue getötet hat, ihm dabei aber selbst sein Kehlkopf zertrümmert wurde ... weshalb er auch gezwungen ist, einen kleinen Sprachcomputer zu verwenden, der ihm die ganze Zeit hier immer um seinen Hals hängt) beginnt gegen Ende hin schließlich so auch zu Rob noch eine Art von echt brüderlicher Beziehung aufzubauen.

Was zugegebenermaßen, natürlich auch besonders damit zusammen hängen kann, das sich beide ja nicht ohne Hilfe artikulieren können. Denn ganz am Schluß kann sich Rob jedenfalls sogar mit diesem Apparat bedanken.

Der Film bedient sich oft ganz klar aus den diversen Ideen einiger, bekannterer Kultfilme. Einfach frei nach dem Motto: "gut geklaut ist immer noch besser, als es - sich - selbst schlecht ausgedacht". So ist z.B. die Straßenverfolgungsszene mit den durchgeknallten Piraten hier offensichtlich aus "Mad Max" abgekupfert.

Oder auch, als die Oodie - Brüder mit Rob (Thomas Brodie - Sangster) unterwegs eine schmierige Highway - Raststätte betreten, läuft im Hintergrund zuerst ein Porno, - dann aber eine C - Adaption von James Cameron's "Terminator" auf dem Großbildfernseher. Was von Lincoln hier auch gleich als Anlaß genutzt wird, um dem "authistischen" Rob mit seiner eigenen Art einer Terminator - Parodie zum lächeln zu bringen.

Inklusive eines weiteren, leider nur wieder mal eher kleineren Auftrittes des ewigen Nebenrollen - Darstellers Michael Rapaport (er war u.a. schon in "Kiss of Death", "True Romance", "Copland", "Geliebte Aphrodite", "Codename Nina", Higher Learning - die Rebellen", "Metro", "Deep Blue See", Men of Honor" und "Lucky Numbers" zu sehen), - sowie von Zoe Bell ("Rollergirl", "Bitch Slap", "Death Proof - totsicher").

Wie auch immer, - viele dieser menschlichen Eigenheiten machen aus unseren drei zuerst nur ruppig dargestellten und komplett gewissenlos erscheinenden Killern hier im Laufe des Film's doch sehr starke Sympathiefiguren. Die einem immer mehr ans Herz wachsen, denen man wünscht, sie mögen alle überleben. Mit denen man sich schließlich und trotzdem sehr gerne identifiziert.

Und bei denen man auch - dh. natürlich nur mit sehr viel Sinn für schwarzen Humor immer vorrausgesetzt - auch ihre offensichtliche Brutalität (augenzwinkernd) in Kauf nimmt. Besonders am Ende, erscheinen sie einem zwar nach wie vor nur wie üble Gesellen, - allerdings, auch immer wie ein leider absolut gerechtfertigtes und somit weiter notwendiges Übel.

Klare Kaufempfehlung (gerne, auch vorher ungesehen) oder, zumindest ein ziemlich guter Ausleihtip. Auch das DVD / BluRay - Cover ist schön gestaltet und erinnert damit an ganz gewisse Quentin Tarantino - Filme, an denen sich dieser Film auch unzweifelhaft orientiert. Ich war jedenfalls angenehm positiv davon überrascht. 
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