kleine Messerkunde

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Zu allererst:
Es gibt kein universelles Messer!
Ein Angler wird eine schmale, spitz zulaufende Klinge bevorzugen, welche beim säubern von Fischen am besten ist. Für den einfachen Camper wird ein Messer mit einer breiten Klingenform die erste Wahl sein, da er diese am universellsten einsetzten kann z.b. fürs Brote schmieren, Heringe aus dem Boden ziehen, Stock für Stockbrot schnitzen etc.

Die Vorteile eines Messers mit feststehender Klinge sind schnell genannt: es ist sehr stabil, leicht sauber zu halten und auch mal als Werkzeug einsetzbar. Aufgrund der meist nicht sehr kompakten Bauweise ist diese Art von Messer meist nicht für den Alltagsgebrauch geeignet.
Ein Klappmesser besticht dagegen durch seine kompakte Größe und eventuelle Zusatzfunktionen (Schraubenzieher, Säge, Feile, Zange,...). Daher ist das Klappmesser ideal für die Tasche und alle Gelegenheiten.
Klappmesser mit einer feststellbaren Klinge (z.b. von Wenger, Victorinox, u.a.) sind in jedem Fall den Messern ohne diese Funktion vorzuziehen. Grade Kinder die noch nicht im Umgang mit dem Messer geübt sind, können durch die plötzlich einklappende Klinge verletzt werden.

Im weiteren werde ich hauptsächlich auf Messer mit feststehender Klinge eingehen:

Bei der Messerform gibt es relativ wenig zu beachten. Man wählt die Messerform einfach nach dem Einsatzzweck aus. Wie Anfangs schon erwähnt hat ein Filetiermesser eine lange, sehr schmale und äußerst scharfe Klinge. Ein Tauchermesser sollte eine breite Klinge mit Schraubenzieherspitze haben (zum hebeln), scharf geschliffen sein, einen Reißhaken und einen Wellenschliff haben (z.B. gegen Fischernetze oder Angelschnüre). Ein Outdoormesser sollte eine breite, dicke Klinge haben, einen durchgehenden Rücken (um mit der Hand Druck auszuüben) und eine Parierstange (damit man nicht so leicht abrutscht). Ein Rettungsmesser sollte teils glatt und teils mit welle geschliffen sein (schneidet einfach effektiver), einen Gurtschneider haben und nach Möglichkeit keine Spitze haben (man möchte die Leute retten, nicht aufspießen).

Am wichtigsten für das Handling ist die Griffgröße und wie das Messer in der Hand liegt. Dies kann man schlecht anhand eines Auktionsbildes beurteilen und man sollte auch etwas Aufwand (zurückschicken oder "probetragen" im Geschäft) in kauf nehmen, bevor man sich für ein teures Messer entscheidet. Nichts ist ärgerlicher als 100 Euro für ein Messer zu zahlen dessen Griff zu klein für die eigenen Hände ist.
Auch beim Griffmaterial sollte man Wissen was man kauft. Holzgriffe sehen sehr schön aus, bringen einem aber nicht viel, wenn man sein Messer am Wasser oder mit feuchten Händen verwendet. Entweder werden sie rutschig (lackiertes Holz) oder sie quellen auf (unbehandeltes Holz). Bei Zytel handelt es sich um einen Kunststoff auf Nylonbasis der mit Silikon und Fasern verstärkt ist. Dieses Material ist sehr griffig, stabil und hat im feuchten Zustand immernoch ausreichend Grip. Bei Polyamid handelt es sich um die billige Version von Zytel. Es ist nicht extra verstärkt, hat aber die sonst die gleichen Eigenschaften wie Zytel. Ledergriffe sind nur sehr selten zu finden, haben aber ein sehr angenehmes Griffgefühl da sie trotz glatter, fester Oberfläche leicht nachgeben und die Hand sehr guten Halt findet. Bei Nässe die gleichen Nachteile wie Holz. Elastomer ist der Fachausdruck für alle Gummiarten (außer Hartgummi). Es ist flexibel, griffig und auch nass noch sehr rutschfest. Sollte der Griff aus Metall sein, ist meist Vorsicht angebracht. Metall ist nur in geriffelter Form bedingt rutschfest. Sonst reichen schon leicht feuchte Hände und der Umgang mit dem Messer ist nicht mehr kontrolliert.

Laut DIN muß ein Stahl mindestens 12% Chrom enthalten um als Rostfrei zu gelten. Dies heißt jedoch nicht, das sich durch andauernde feuchte Witterung, Kontakt mit Säuren, Kontakt mit Handschweiß, Einsatz in oder an der See nicht eine Oxidationsschicht auf dem Messer bilden kann. Diese Schicht ist durch den Einsatz von Polierpaste relativ leicht wieder zu entfernen.
Es gibt auch Messer die bewußt nicht Rostfrei sind (z.b. Opinel oder Glock). Bei diesen Messern wird ein härterer Stahl verwendet der weniger Chrom enthält und daher schneller Oxidiert. Der Grund weshalb dieser Stahl verwendet wird, ist schnell erklärt: durch den härteren Stahl lassen sich die Messer besser schärfen (z.b. auch an einem Stein) und halten diese Schärfe länger (wenn der Stahl sehr weich ist, ist biegt sich die "scharfe Schnittkante" schnell um und die Schärfe geht verloren). Das Rostproblem ist durch angemessene Pflege gut in den Griff zu bekommen. Wenn das Messer nach Gebrauch eingeölt wird (entweder spezielles Waffenöl z.b. Balistol oder Speiseöl) bildet sich auch kein Rost. Falls es doch einmal zur Rostbildung kommt, kann der Rost mit Polierpaste entfernt werden.



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