iTunes - Hochgelobter Player,unverständlich...

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iTunes ist ja DER Musikstore und Mediaplayer in den Augen vieler Computeruser. Es gibt fast keinen, der ihn nicht einmal gehabt hatte, und viele sind total begeistert von der Software. Es ist total unverständlich für mich, was diesen Player so abheben lässt von seinen Artgenossen.
Als Mac- und Windowsuser habe ich auf drei Systemen unterschiedliche iTunes-Versionen angesehen, installiert und benutzt. Und jedes mal kraust es mich wieder davor.
Erste Begegnung

Meine erste Begegnung mit iTunes hatte ich in der achten oder neunten Klasse. Wir hatten einen sehr coolen Legastheniker in der Klasse, welcher ohne Notebook nicht auskommen konnte. Ziemlich turbulent die Sache. Natürlich ist auf dem Rechner auch Musik, und da er - Felix - stehts ein Apple-Fan war, hatte er auch iTunes drauf. Damals hat es mich nicht interessiert, aber zwischenzeitlich musste ich selber richtige Erfahrungen mit iTunes machen.
Erste (eigene) Begegnung

Noch lange vor meinem Switch zu einem vernünftigen Betriebssystem habe ich einen iPod gekauft. Ein echt tolles Gerät, einhundert mal getestet, angefasst, reingehört, aber erst spät gekauft. Dass der Mitarbeiter des Planeten-Elektromarktes erwähnte, dass ich iTunes brauche, um meinen iPod mit Musik zu befüllen; da wusste ich nicht, was das bedeuten sollte.
Installation (Windows)

Die Installation des recht großen Installationspaketes (damals wollte ich ja nur meinen iPod befüllen) ist genauso kinderleicht wie jede Installation auf einem Windows-System. Man wird Schritt für Schritt geführt. Meistens konnte man stehts auf WEITER klicken, bis ich schließlich tatsächlich mal eine Auswahl zu sehen bekam. Ein paar Fragen zu iTunes, ob es sich updaten soll und die Dinge, die das große Verhalten von iTunes beeinflussen. Ich wählte die Optionen und klickte auf Weiter. Ich wusste noch nicht, dass iTunes anscheinend unzufrieden mit meiner Wahl war. Doch das sollte ich später herausfinden.
Installation (OS X)

Auf Leopard (und ein paar seiner Vorgänger) ist iTunes vorinstalliert, und zwar als Teil des iLife-Pakets (iMovie, iWeb, iPhoto,...). Nur, wenn man es defintiv aus dem System "reißt", bedarf es einer Neuinstallation (falls man unter OSX von "Installationen" sprechen kann, es reicht oftmals nur die .app-Datei zu speichern).
Erststart (Windows)

iTunes ist fertig, hat auch hefitg gerattert. Bei der Installation liefen zahlreiche Registryschlüssel durch, was sofort meine "Angst" aufbrach, dass ich mir ein "zähes Softwaremonster" aufs System geholt zu haben. Und das sollte sich beim ersten Start auch gleich bestätigen. Das Laden dauert zwar nicht überaus lange, aber das ganze System ist wie gelähmt während der Dauer. (Aufgrund verschiedener Systemkonfigurationen kann ich natürlich keine Zeiten nennen, auf einem 1,9 GHz Dualcore mit 2 GByte RAM dauerte das Starten 45 Sekunden, auf meinem Netbook entsprechend länger)
Erststart (OS X)

Bilder von iTunes
iTunes auf meinem Mac Von MrToxic für ciao.de


iTunes befindet sichBilder von iTunes
iTunes auf meinem Mac Von MrToxic für ciao.de

automatisch im
Dock. Ein Klick darauf startet das Programm. Das Laden dauert allerdings nicht länger als auf einem vergleichbaren Windowssystem.
Das Interface / Die Benutzeroberfläche

iTunes macht einen wuchtigen Eindruck. Aber bereits nach sehr kurzer Zeit merkt man die sehr einfache und logische Struktur. Links sind die verschiedenen Quellen angezeigt, bzw. die unterschiedlichen Kategorien sowie Playlists. Diese Auswahl entscheidet über den Inhalt des Hauptfensters. Das "Hauptfenster" ist der eigentliche Player, und zwar die Liste oder die Cover der verfügbaren Musik. Oben wird der aktuelle Titel oder ggf. Statusinformationen angezeigt (etwa beim Downloaden oder Rippen). Links davon sind die vom CD-Player bekannten Buttons (Play & Co.), rechts die verschiedenen Anzeigemodi und ein Suchfeld.

Es ist möglich, verschiedene zusatzfenster einzubauen, etwa iTunes' Genius, welche das große Hauptfenster umschließen. Es entstehen keine zusätzlichen Fenster wie etwa bei Winamp, was ich sehr positiv empfinde. Es gibt auch viele interessante Dinge zu entdecken. Ein Miniplayer, welche das große Hauptfenster auf VLC-größe schrumpfen lässt und auch ein Klick auf die bereits erwähnte Statusleiste blendet z.B. einen von der Stereoanlage bekannten Spectrum Analyzer ein.

Zugegeben, das Hauptfenster von iTunes ist genauso einfach und intuitiv zu bedienen wie OSX.
Funktionsvielfalt

Die lange Ladezeit hat sich gelohnt, denn iTunes haut ordentlich 'rein. Vom eigentlichen Musikabspieler abgesehen ist iTunes mein Ripper und auch mein Onlineshop. (Aber: Ich kaufe mir darüber keine Musik. Ich beziehe sie von woanders her, allerdings nutze ich den Shop, um mich zu informieren und die 30-Sekunden-Previews anzuhören)

* Medienplayer
iTunes spielt das wichtigste Mainstreamformat (MP3) ab, sowie einige weniger wichtige (AIFF, AAC, Apple Losless und WAV u.a.). Zusätzlich noch einige Videoformate, wobei man bei iTunes häufig in die Röhre guckt und ich ihn als Videoplayer überhaupt nicht empfehlen kann. Entweder man hat keinen Ton, oder es ist nichts zu sehen, manchmal beides oder iTunes weigert sich von vornherein die Datei in seine Liste aufzunehmen. Das ist auch besonders ärgerlich, wenn man diese Videos für ein Mobilgerät, etwa einen iPod, konvertieren möchte. Da braucht man doch wieder externe Software, weil Apple es nicht auf die Reihe kriegt. Genauso sieht es natürlich mit dem Konkurrenzformat WMA (bzw. das Videoformat WMV) aus dem Hause Microsoft aus. Nicht von Apple? - Nicht kompatibel. Basta. Zwar bietet iTunes an, die Dateien als MP3 zu speichern - aber nur ungeschützte WMAs, und wer mag schon gerne hunderte Duplikate, nur weil die beiden Softwareriesen einen Zwist haben? (Was hat Apple davon, dass man nun eine MP3 statt einer WMA hat? Ist doch G'hupft wie G'schrung'.)
Interessant ist auch die Möglichkeit der Bewertung, denn somit kann der Player nur Songs abspielen, die einem selber gefallen. Diesen Titel gibt man dann - genau wie hier - einen bis zu fünf Sterne. Zusätzlich zu den "Gespielt-"Daten kann iTunes so bei Bedarf nur Lieder spielen, die man auch gerne hört.

Das Programm bietet seit Neuem ein Feature an, welches sich "Genius" schimpft. Es soll die Musik analysieren und dabei ähnliche Musik, TV-Sendungen und Filme vorschlagen. Leider hat das bei mir zu keinen Ergebnissen geführt. Ich weiß nicht, ob iTunes lediglich nach Interpreten und Album geht, denn meine Musik ist nicht kommerziell (etwa remix.kwed.org). Für jeden ist dieses Feature also nicht geeignet.
* Medienbibliothek
iTunes ist defintiv auf das Archivieren und "Taggen" ausgelegt ("Taggen" bedeuted, einem Musiktitel die richtigen Werte, etwa Interpret und Album zuzuweisen). Wer einfach mal Musik hören will, wird entnervt den Schließen-Knopf suchen: iTunes kopiert die Musik in seine Bibliothek, also die eigentliche Datei wird auf der Festplatte dupliziert (dazu unten mehr). Wer allerdings eine Datenbank aufbauen möchte, und sehen will, wie oft er einen Titel gehört hat und diese auch bewertet, der ist mit iTunes genau richtig. Es tut seinen Job gut, eine sehr gute Suchengine macht das Auffinden bestimmter Titel leicht - auch, wenn man lediglich einen kleinen Teil des Interprets oder des Titels weiß.

* Ripper
Besonders toll ist der Ripper bei iTunes. Legt man eine CD ein, wird diese zu einem bestimmten Format umgewandelt. Bekannt aus dem Windows Media Player, allerdings bietet iTunes mir zwei sehr wichtige Funktionen an. Zum Einen hat man sehr viele Auswahlmöglichkeiten, wie eine Datei gerippt werden soll, sowie als was. Zum Anderen ist iTunes in der Lage, blitzschnell MIDIs in ein Wellenform-Format umzuwandeln. Echt Klasse! Ein wirklich dicker Pluspunkt!
* Onlineshop
Der Onlineshop ist wirklich der Wahnsinn! Es ist selten, dass ich das sage, aber das Ding ist einfach der absolute Burner. Die Aufmachung, Vielfalt und das ganze "Drumherum" sind typisch für Apple: Begeisternd! Für mich, der nur mal stöbert und sich die 30 sekündige Vorschau anhört ist das optimal.

Über die Qualität kann ich nichts sagen, da ich meine Musik oftmals von kostenlosen Seiten beziehe (mit anderen Worten: Ich höre keine kommerzielle Musik, sondern frei verfügbare Titel) bzw. sie im Laden kaufe (soll vorkommen ;)). Allerdings soll sie nicht so besonders sein, aber bitte zieht dafür andere Berichte zu Rate.
Workflow / Bedienung

iTunes lässt sich (ich wiederhole mich ja gerne *pfeif*) sehr einfach bedienen. Alles ist selbsterklärend, und bei Bedarf kann man sich auch weiter in die Materie hineinwagen. So etwa beim Rippen: Keine Lust, viel einzustellen? Der kann "192 Kbit/sec MP3" auswählen. Wer möchte, kann allerdings zusätzliche Einstellungen aufklappen lassen, um die Anzahl der Kanäle einzustellen und zu wählen, ob man variable oder konstante Bitrate möchte usw. usf.

Leider gibt es stellnweise kleine Schnitzer, die einem dafür auch den letzten Nerv rauben können. Ein Beispiel? Zieht man eine große Menge Musiktitel auf ein Gerät in der linken Spalte von iTunes, fängt das Programm an, ungefähr alle 2 Sekunden ganz kurz zu reagieren. Ist man dabei, Musik auf den iPod zu ziehen und man landet irgendwo anders, muss man im 2-Sekunden-Takt sich ganz nah an "Musik" heranwagen und dann loslassen. Fährt man mit dem großen "Batzen" Musiktitel, welche am Mauszeiger "hängen" wieder von der Leiste weg, läuft das Programm wieder. So kann es schonmal dauern, bis man eine gewisse Zahl an Titeln auf verschiedene Geräte oder Playlists übertragen hatte.

Oder ein anderes Beispiel, welches mir erst heute passiert ist. Wie weiter unten noch beschrieben, musste ich wegen "falscher" Formatierung den iPod komplett leeren und mit externer Software vorher die Musik retten. Als Standard ist eingestellt, dass ein iPod mit der Medienbibliothek synchronisiert wird. Macht man das nicht, bleibt der iPod leer. Logisch. Möchte man nun per Drag and Drop die Musik 'rüberziehen, geht das einfach nicht. Es kommt nur das bekannte Geht-Nicht-Icon (Halteverbotssymbol). Man muss zuerst in den Einstellungen des iPods in iTunes umstellen, dass man auch tatsächlich manuell verwalten lassen möchte.
Hat man synchronisiert, dann wird die Mediathek (Filme und Fotos, sowie Kontakte) an ein Gerät gebunden. Schließt man einen "fremden" iPod an, meckert iTunes, dass es nicht die Mediathek sei, die auf dem (lokalen) Rechner vorliegt, und man vorher die alte Mediathek "abkoppeln" - das heißt, der iPod wird einfach komplett entleert. Wer die Musik, die da drauf war, nichtmehr verfügbar, hat man eben Pech. Das ist - kurzum gesagt - dumm und defintiv nicht benutzerfreundlich.

Das Navigieren durch die Titel ist für mich nichts Neues, da es sehr an die OSX-Dateiverwaltung angelehnt ist - was nicht heißt, dass das schlecht ist. Man kann entweder durch die Listen blättern, sich die Cover (falls keine vorhanden, werden Platzhalter in Form einer Note eingeblendet) in Kacheln angeordnet anzeigen lassen. Oder aber als "Coverflow". Das ist eine Kombination aus Liste und Kachel.
Wer sich ordentlich um seien Cover kümmert hat damit nicht nur einen wirklich coolen Effekt für's Auge. Auch beim Durchblättern nach einem bestimmten Album erinnert es deutlich beim Stöbern im Plattenladen. Man hat fast das Gefühl, echte Hardcover und Jewelcases in der Hand zu haben ;-)
Vorläufiges Fazit

iTunes ist riesig. Leider im positivem, als auch im negativem Sinne. Es macht sich im Arbeitsspeicher breit, installiert viel Mist mit und wird stellenweise etwas träge. Allerdings die vorzügliche Möglichkeit zu rippen (wenngleich ich das OGG-Format vermisse) und der wirklich gute Onlineshop mit der Garantie für "Lust auf mehr" sind Pluspunkte. Doch nun kommen die Punkte, die iTunes 2 Sterne gekostet haben.
Unter der Haube

Apple installiert wie bereits erwähnt echt viel Schrott auf die Platte, und dieser Schrott entwickelt auch noch ein Eigenleben. Sei es der Prozess "iTunesHelper" (selbst, wenn nie ein solches Gerät angeschlossen war), oder das eigene Programm "Apple Software Update". Doch besonders geärgert hat mich die Zwangsinstallation von Quicktime! Das Programm wird angeblich für iTunes benötigt, und falls man Qucktime, was durch seine aggressive Weise extrem zu nerven vermag (registriert sich selber als Foto-Betrachter und drängelt sich in den Webbrowser, um Medien abspielen zu können - oftmals mit der Meldung, man solle sich Quicktime-Pro kaufen - und blockiert somit die "Speichern als..."-Funktion!), dann verweigert iTunes schlicht und einfach seinen Dienst!! Dieser Umstand hat einen Stern in meiner Bewertung gekillt.

Würde das Microsoft machen, oh weh, dann wäre das Kartellamt gleich wieder am Start...

Zusätzlich dazu nervt gewaltig, dass iPods formatiert werden. Und zwar in dem für ihr System gültiges Format. So kann es sein, dass es auf einem Windows-Rechner nicht möglich ist, diesen von dort aus mit Musik zu befüllen oder dessen Musik abzuspielen, da "Der iPod eine Macintosh-Formatierung hat". Lösung: KOMPLETT FORMATIEREN, die Musik ist natürlich weg. Fetter Minuspunkt und Sternekiller Nr.2
Leider sind auch ein paar Einstellungen nicht wirklich vorteilhaft: Stellt man in den Optionen nicht ab, dass die Titel in die Medienbibliothek kopiert werden, dann befinden sich bald jede Menge Duplikate auf der Platte. Einmal am Originalort und einmal im /iTunes-Ordner.

Während der Installation wurde ich außerdem noch ein wenig ausgefragt. (S. weiter oben). Die dort an- und abgewählten Punkte wurden glatt ignoriert!
Es gibt noch die eine oder andere Meldung, die iTunes ausgespuckt hat und defintiv weniger erfreulich war. Die möchte ich allerdings nicht einfließen lassen, da das Programm ansonsten seinen Dienst vernünftig tut. Außerdem ist ja nicht immer die Software schuld...;-)
Fazit 

Sorry, ich kann mich nicht anschließen, wenn es um den iTunes-Hype geht. Ich bin sehr zufrieden mit Apple, aber man muss nicht alles mit dem Apfel drauf in die Luft heben. Zwangsinstallationen und nicht nachvollziehbare Systemauslastungen sind keinesfalls etwas, was ich als Computer-"Freak" haben möchte. Der Player tut seinen Dienst, das kann man nicht abstreiten, aber das wie ist die Frage. Coverflow ist toll, aber das kann leider die vielen Schnitzer nicht ausbügeln.

Auf OSX treffen viele Dinge nicht zu - da gehört das eine oder andere Ding zum System, wie etwa Quicktime. Auf Windows-Systemen ist das allerdings nicht der Fall...
Schön ist, dass iTunes mit Last.fm zusammenarbeitet, allerdings tut das auch Winamp. Unter OSX höre ich mit VLC Musik, um iTunes so oft es geht aus dem Wege zu gehen.

Ich bitte um gemäßigte Kommentare - falls vorhanden. Ich hatte schon oft das Problem, dass verbissene Apple-Anhänger mir falsche Systemkonfigurationen oder unfähigkeit zuschrieben, weil sie an ihrer heiß geliebten Software mit dem angebissenen Apfel keine Kritik kommen lassen wollen.
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