ebay-Gebühren - oder: Ist gleich wegwerfen besser?

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Hallo Zusammen!

3-2-1-jetzt MEINES !

Das klingt einfach. Ist aber nicht so. Zumindest nicht für den, der das eingestellt hat. Denn bis DU ein solches Schnäppchen machen konntest, musste der Verkäufer ganz ordentlich bezahlen: AN EBAY...

Die ebay-Gebühren sind gerade im unteren Bereich die reine Zumutung.

Wenn Du etwas für 1 Euro anbieten willst und das auch noch verkauft wird (hoffendlich...), und Du nett bist und paypal (ebay-Unternehmen...) anbietest, dann kannst Du von dem Euro Auktionserlös gleich mal 75 Cent an ebay abgeben. Und für den Rest - wir sprechen hier von 25 Cent - hast Du die Arbeit das Zeug einzupacken, mitunter zigfach mit dem Käufer zu mailen (hinterlegte Anschrift stimmt nicht, er kann Deine Bankdaten nicht abrufen, hat sie dann verlegt, die Bank hat Mist gebaut, er hat vergessen, dass er geboten hat, und, und , und), da allerlei einem theoretisch reibungslosen Ablauf praktisch im Wege stehen kann, die Post die Sendung nicht verschlampt (99,8 Prozent kommen aber an...), dann weißt Du, dass 25 Cent hart verdient sein können. Und wer das nicht glaubt, der stelle Mal 10 Auktionen ein, die alle durch unterschiedliche Bieter gekauft werden. Da ist Management angesagt.

Natürlich kann man auch 10 Euro für eine Auktion bekommen, und dann sieht das anders aus. Bei 1000 Euro natürlich noch besser. Hast Du aber schon mal 1000 Euro für eine Auktion bekommen. Oder 100? Und dann bloß nicht ärgern, wenn es denn klappt. Über den Daumen gepeilt zahlst Du 7-10 Prozent an Verkaufsgebühren...

Warum muss man aber gerade im kleinpreisigen Segment (1-20 Euro Startpreis) so viel bezahlen? Gemessen am erwarteten Erlös? Ganz einfach: Jede Onlinetransaktion kostet Geld. Ob eine Auktion für 1 Euro eingestellt wird oder für 100 kostet ebay das Gleiche. Leider ist ebay ein Verbrauchermarkt. Da stellt jeder ein, der etwas loswerden will, was eigentlich zu schade ist in die Mülltonne geworfen zu werden. Also viele kleine Anbieter bieten viel niedrigpreisiges Zeug an. Oma's alte Tasse, Hundi's alter Korb, die noch guten alten Winterreifen,... Also startet viel bei 1,99 Euro. Man will das Zeug ja auch loswerden. halt nur nicht an den Müllmann.

Und da das viele so machen, muss ebay seine Servertransaktionskosten wieder reinholen, denn jeder KLICK von Dir kostet ebay Geld. Das kommt über die Gebührenpolitik wieder rein. Ganz deutlich wird das immer dann, wenn ebay anfängt die Gebühren zu ändern. Dann haben sich zu viele zu schnell auf die ebay-Gebühren so eingestellt, dass ebay beginnt weniger Gewinn zu machen. Dann wird das schnell geändert. Wie am 01.01.07.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Ärger. Jedes Mail über ebay kostet Geld. Ist zwar für Dich kostenlos, doch bei ebay kostet es Übermittlungskosten und Speicherkapazität. Bei Privatanbietern bleibt der Ärger bei ebay hängen. Die haben ein Interesse daran, dass das alles reibungslos abläuft. Nicht, damit Verkäufer und Käufer zufrieden sind (haben sie natürlich, das weiß jeder selbst einzuschätzen, wenn man mal eine Frage an die richtet...), sondern damit alle nicht zu lange via ebay kommunizieren und das ruckzuck abwickeln.
Bei Händlern ist das schon besser. Die haften für Ihr Zeugs. Auch für Transportverluste. Oder warum glaubt  Ihr, warum die nur versicherten Versand anbieten (2,48 Euro Gebot und 6,90 Euro Versand???)??? Reine Selbstverteidigung und Abschiebung des möglichen Verlustrisikos auf den Käufer. Dann zahlt die Post. Auch hat das Verbraucherschutzgesetz sein Übriges dazu geleistet, dies noch zu forcieren.
Als Privatperson haftest Du nicht so einfach. Und diese Kommunikation kostet ebay wieder Geld.

Ergo:
Wenn Du Zeug hast, dass Du loswerden willst bedenke bitte eines:
1 Euro Startgebot und auch 1 Euro Verkaufserlös  kosten Dich 75 Cent, ARBEIT,  und gegebenenfalls auch noch Ärger UND zusätzliche Anwaltsgespräche.
Wenn Du also etwas loswerden willst, stell Dich auf einen Trödelmarkt (2 Meter Stand kosten 10-15 Euro) und biete alles was Du loswerden willst (und was nicht wesentlich mehr wert ist)  zu 1 Euro an. Und WECK ist das Zeug. OHNE Arbeit, Ärger und Gebührenwahnsinn.

Ebay wird immer mehr zu einem Internetkaufhaus. Und das will Profis haben und mit diesen auch arbeiten. Natürlich auch Privatanbieter. Klar. Damit ist man groß geworden. Und neben den USA ist Deutschland der größte Markt.
Nur sind Privatanbieter ab 40 Verkäufen pro Jahr als gewerbliche Händler anzusehen. Schon gewusst?? Da kann eine Dachbodenentrümpelung plötzlich den Fiskus auf den Plan rufen... Und natürlich Leute, die das Verbraucherschutzgesetz kennen. Und Anwälte, die von Abmahnungen leben.

Und bei diesen Aussichten ist doch die Entscheidung klar, oder?

Macht's gut
SASCHA










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