der große Diktator, Charlie Chaplin, Adolf Hitler, DVD

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der große Diktator (DVD), - bis heute [noch] die gelungenste aller Hitler - Parodien überhaupt ...

Hier dürfte dies dann wahrscheinlich nicht nur an den rein äußerlichen Änlichkeiten, also der körperlichen Statur und ihrem Aussehen gelegen haben. Sowie dabei auch noch neben einer fast identischen bzw. doch ziemlich änlichen, aus eher bürgerlich - ärmlichen Verhältnissen stammenden, Herkunft. Und auch obendrein am späteren Lebensweg bzw. Karrierenaufstieg dieser beiden. Die jeweils auf ihre, ganz eigene Art und Weise doch einen recht dauerhaften Eindruck in der Erinnerungen so mancher hinterlassen haben. Eben nicht nur bei den davon betroffenen bzw. ihren immer noch vorhandenen Anhängern, oder gar noch bei den Fans.

Mit extremen Hang zur gesundheitlich leidenden und viel zu früh verstorbenen Mutter und bei gleichzeitigen Fehlen einer Vaterfigur. Oder besser, doch zu dessen Lebzeiten immer wieder als recht dominant und beherrschend empfundenen, so später auch deutlich den eigenen Charakter prägenden Erfahrungen. Und natürlich auch mit auf Grund einer sehr deutlichen Nähe im Geburtsdatum dieser beiden, dabei nun doch wieder recht unterschiedlichen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Charlie Chaplin wurde am 16.4.1889, also nur 4 Tage vor Adolf [Schicklgruber] Hitler, geboren. Und hier mal völlig davon abgesehen, ob nun positiv oder eben mehr negativ betrachtet.

Hierzu gibt es sogar ein unbestrittenes Zitat von (Sir) Charles [Charlie] Spencer - Chaplin selbst. Das auch, in Verbindung mit lange als verschollen geglaubten, nun aber erst kürzlich wieder gefundenen Archivaufnahmen zum großen Diktator exakt so ent, - bzw. erhalten ist. Grob übersetzt und frei wiedergegeben, lautet es in etwa wie folgt: "es [dh. die Geschichte] hätte auch ganz anders verlaufen können, dann wäre er eben der Schauspieler geworden und ich der Diktator". Ich selbst besitze im Moment nur die bereits 1999 erschienene Single - DVD dieses Films hier. Es liegt aber zum vorhandenen Bonusmaterial der inzwischen neu aufgelegten und auch etwas teureren Doppel DVD - Fassung mit vor.

Zu verstehen ist diese deutliche Anspielung, oder besser nicht einmal so extrem distanzierend gemeinte Aussage aber erst, wenn man sich mal die Mühe macht, wirklich die ganzen Begleitumstände und vor allem die Entstehung, - bzw. Umsetzungsgeschichte dieses Filmes zu recherchieren.  Daher auch noch ziemlich simpel nachzuvollziehen.  Und man dabei auch das ebenso, inzwischen ziemlich bekannt gewordene, rein schauspielerische Naturtalent beachtet, das Adolf Hitler selbst nun einmal mit Chaplin gemeinsam hatte. Abgesehen vom einerseits, heutzutage, köstlich darüber amüsieren und andererseits auch immer wieder davon ergriffen sein. Nur als Beispiel, - gerade die überdeutliche, wie anklagende und auch mahnende Rede von ihm am Schluß dieses Film's dürfte dabei kaum einen auch nur halbwegs normal denkenden Zuschauer ernsthaft nicht berühren. Die auch, gerade heutzutage wieder umso hochaktuell geworden ist.

Zur Story: sie dürfte zwar mitlerweile fast jedem soweit bereits durch einige Wiederholungen im Free - TV halbwegs bekannt sein. Ich möchte sie aber dennoch an dieser Stelle nochmal, vor allem ausführlicher darlegen und gleichzeitig dabei kommentieren.

Der Film "der große Diktator" ist ein US - amerikanischer Spielfilm von Charlie Chaplin. Der hier sowohl Produzent und Regisseur war. Als auch jeweils eine Haupt, - und eine Nebenrolle darin spielte. Eben eine überdeutliche und sehr bissige Satire auf die reale Person Adolf Hitler's. Auch, - was seinen Aufstieg und die Gesamtsituation zu dieser Zeit in Deutschland betrifft. Und natürlich das System des Faschismus bzw. den deutschen Nationalsozialismus im allgemeinen.

Entsprechend wurde darin auch ganz bewußt die Namen von Personen bzw. Orten satirisch verfremdet - sie lauten in etwa wie folgt:

Tomania = Deutschland (in Anspielung auf Germania)

Bacteria = Italien

Osterlich (gesprochen Osterlitsch) = Österreich (bzw. Austria)

Adenoid (Asteroid) Hynkel = Adolf Hitler

Benzino Napoloni = Benito Mussolini

und noch einige, weitere (in Nebenrollen) abgehandelnde Personen ...

Feldmarschall Hering = Hermann Göring

Dr. Gorbitsch = Joseph Goebbels (vom englischen Garbage = Müll)

Die Uraufführung fand noch, - dh. zuerst nur in den USA am 15. Oktober 1940 statt. Später darauf wurde er vereinzelt in einigen der wenigen mit ihnen bereits mehr oder weniger offiziell verbündeten Ländern gezeigt. Beziehungsweise den noch nicht durch die Achsenmächte besetzten oder wenigstens soweit kontrollierten, europäischen Staaten. Es ist aber ironischerweise nach dem Krieg bekannt geworden, das Hitler selbst auch diesen Film hier zumindest mehrmals gesehen haben mußte. Und das, obwohl die Filme von und mit Charlie Chaplin als auch jegliche aus jüdisch - amerikanisch verleumdeter Fremdproduktion bereits lange vorher nicht mehr öffentlich in Deutschland bzw. fast ganz Europa gezeigt werden durften. Nur, ob der Diktator allerdings in der Lage gewesen war,  wenigstens im ganz privaten Kreis, hier dann auch über sich selber zu lachen, dürfte nun leider nicht mehr beantwortet werden können.

Handlung: der Film beginnt mit den letzten Tagen des, später aus bekannten Gründen erst so genannten, 1. Weltkrieges. Ein kleiner, jüdischer Friseur, Charlie Chaplin, der auf deutscher Seite im Heer eingesetzt ist, wird zu einer der letzten Wunderwaffen [obwohl es diesen Begriff aus dem 3. Reich damals ganz sicher noch nicht so gegeben hat] abkommandiert, - der dicken Berta. Ein hier zwar rein fiktives Supergeschütz, das es aber wirklich, - nur eben mit anderen Maßstab und Bezeichnung, so auch wirklich mal in der Realität gegeben hat. Natürlich macht er bereits hier alles falsch und statt das Geschütz richtig abzufeuern, landet sein Geschoss nur unmittelbar davor. Hier sind noch deutlich die slapstickartigen Elemente aus Chaplin's früheren, reinen Stummfilmen zu erkennen.

Kurz darauf verläuft er sich, bei einen der letzten und verzweifelten Grabenkämpfe in den feindlichen Reihen, überlebt aber auch dies wieder mit ganz unglaublichen Glück. Und soll kurz darauf einen verwundeten Hauptmann, der wichtige Dokumente bei sich hat, die der tomanischen Seite nun doch noch den Sieg verschaffen könnten, zum obersten Hauptquartier der Generalität fliegen. Ihr Flugzeug stürzt allerdings mangels Treibstoff ab. Die Dokumente sind nun plötzlich nicht mehr relevant, da der Krieg ganz kurz zuvor mit der tomanischen Kapitulation beendet wurde. Unser Antiheld hat derweil durch den Absturz sein Gedächtnis verloren und bekommt daher auch erstmal nichts von der weiteren Gesamtentwicklung in seiner Heimat mit. Da er die darauf nun folgenden 15 Jahre in einer Nervenheilanstalt verbringt.

Inzwischen ist aber der Diktator Anton Hynkel schon zum alleinigen Herrscher in seinem fiktiven Staat Tomania aufgestiegen, - ebenfalls Charlie Chaplin. Und hier sind es bereits die weiter oben beschriebenen - identischen Merkmale, die sogleich derart überzeugend beeindrucken. In der Originalfassung als Adenoid bezeichnet, was sich auf englisch genuschelt ausgesprochen leicht wie Asteroid verstehen läßt, - in Anspielung also auf die wirklich alles verherende und vollkommen sinnlose, zerstörerische Kraft dieses Himmelskörpers.

In einer weiteren seiner unzähligen Reden an das Volk schafft dieser erstmals völlig und ohne vorherige Ankündigung einfach pauschal sämtliche Grundrechte ab. Und erklärt ganz beiläufig, - zwar nur in Andeutungen, aber bereits unmißverständlich, das man Kanonen statt Butter bräuchte. Und man es demnächst mal entsprechend vorbereiten sollte, wenn es nicht anders möglich ist, auch hinter dem Rücken des verbündeten Bacteria und seinem Herrscher Napoloni, zur Raumgewinnung eine Invasion des Nachbarlandes Osterlich vorzunehmen.

Wenn er es mündlich ausspricht, klingt es dabei immer wie Osterlitsch. Die Rede von Hynkel wird dabei in tomanisch abgehalten, - einer vollkommen unverständlichen Fantasiesprache, die sich lückenhaft aus undefinierbaren Begriffen sowie Geräuschen, englischen und teilweise auch aus deutschen Wörtern zusammensetzt. Verbunden ist das ganze noch mit einem, durch Hitler eben recht bekannt gewordenen, absolut aggressiven und oftmals schroffen Tonfall, einer beinahe schon zur Fratze verzerrten Mimik. Und der gleichsam auch nur typisch für die echte, historische Figur, zutreffenden wilden Verwendung von teilweise extrem marionettenhaft wirkenden Gestiken.

Als (heute) ein kleiner, aber (damals) eigentlich ungewollter Running Gag sind dabei auch immer wieder, sehr häufig die beiden Wörter: "Wiener Schnitzel" und "Sauerkraut" heraus zu hören. Diese zwei Begriffe waren aber nur die einzigen deutschen Wörter überhaupt, die Charlie Chaplin zu der Zeit kannte bzw. noch halbwegs korrekt auf deutsch aussprechen konnte. Und sind damit also nicht, wie es manchmal behauptet wird, als eine extrem deutliche Anspielung auf Adolf Hitler und vor allem seine österreichische Herkunft zu betrachten. Oder die hauptsächlich in Süddeutschland (Bayern) verwurzelten Ursprünge des Nationalsozialismus. Mehrfach ist dabei auch ebenfalls noch das Kunstwort "Schtonk" zu bemerken, - und meistens dabei in der gleichzeitigen Verbindung mit "wird abgeschafft".

"Demokratsie Schtonk ! - Liberty Schtonk ! - free sprecken Schtonk !" Also übersetzt, - die Demokratie ... wird abgeschafft ... die Freiheit ... wird abgeschafft ... die freie Rede ... wird abgeschafft. Der deutsche Regisseur Helmut Dietl zollte, - dh. auf gewisse, wenn auch vielleicht garnicht einmal absichtlich und mehr unfreiwillige Weise, viele Jahrzehnte später nochmals Charlie Chaplin dafür so etwas wie eine posthume Respektbezeugung. Und verwendete es im Produktionsjahr 1992 jeweils als einen Titel für seinen eigenen, satirischen Film hier über das ebenfalls reale Thema um die angeblich verschollenen, aber nur gefälschten Hitler - Tagebücher bzw. die dadurch auch sehr bekannt gewordene "STERN - Affäre".

Im Land selber terrorisieren derweil inzwischen die Sturmtruppen Anton Hynkel's vornehmlich Juden und die Andersdenkenden in den von ihnen bewohnten Ghetto's. Ungefähr zu der selben Zeit kommt unser jüdischer Friseur nun wieder etwas zu Kräften. Seine Besinnung kehrt so nach und nach zurück. Er kann auch relativ leicht aus der Nervenheilanstalt fliehen. Und nimmt zunächst auch völlig ohne jede weitere Verwunderung über dessen aktuellen Allgemeinzustand, einfach wieder seinen alten, - sich nun ebenfalls im Ghetto befindlichen Laden erstmal ganz wie selbstverständlich erneut in Besitz. Durch seine Unkenntniss über die inzwischen bestehenden, allgemeine Lage wird er natürlich sehr schnell bedroht. Jedoch erkennt ihn, gerade noch rechtzeitig in dem Augenblick, als er gerade gelyncht werden soll, der, - nun zum General aufgestiegene, ehemalige Hauptmann Schultz wieder. Und rettet ihm somit sein Leben.

Schultz ist dazu gleichzeitig noch oberster Kommandeur der Sturmtruppen und kann es vorläufig erreichen bzw. dafür sorgen, das die Menschen im Ghetto trotz aller Hasstiraden des Diktator's Hynkel gegen die Juden noch weitestgehend von den täglichen Übergriffen verschont bleiben. Da Anton Hynkel aber sehr bald das Geld für die weitere Aufrüstung ausgeht, und er daher sogar gezwungen ist, von dem jüdischen Bankier Epstein einen Kredit zu erbitten, stellt er vorübergehend jegliche weitere Unterdrückung von Juden und Andersdenkenden im gesamten Land ein.

Dennoch wird ihm trotz dieser Maßnahmen der erhoffte Kredit verweigert. Und so erklärt der Diktator unverzüglich die gesamten Juden wieder erneut zu Feinden. Kommandeur Schultz wendet sich als einziger gegen diesen Beschluß. Und wird deshalb auch sofort von Anton Hynkel abgesetzt und in ein Konzentrationslager gebracht. Er kann jedoch schnell von dort fliehen und taucht erstmal bei seinen neu gewonnenen Freunden im Ghetto vorläufig unter.

Diktator Hynkel geht unterdessen nun doch, gezwungenermaßen ein ihm verhasstes Bündnis mit den Herrscher Bacterias, Benzino Napoloni, ein. Durch welches ihm aber wenigstens sein ungehinderter Einmarsch in Osterlich ermöglicht wird. Ohne dabei nun auch noch die Sorgen einer weiteren Intervention seitens Napoloni's am Hals haben zu müssen.

Bei einer Razzia werden der staatlich gesuchte Schultz und ebenso sein Freund, der jüdische Friseur gefangen genommen. Und sofort in ein KZ gebracht. Es gelingt ihnen aber wiederum die Flucht. Und alles geht auch zunächst einmal ohne weitere Komplikationen ab. Da auch beide noch eine erbeutete, tomanische Uniform tragen, die sie als hohe Offiziere ausweißt.

Dann kommt es allerdings wegen jener unverkennbaren Änlichkeit dieses jüdischen Friseurs hier mit dem tomanischen Diktator Hynkel nun zu einer sehr folgenreichen Verwechslung. Während der echte Hynkel zufällig auf einem Jagdaudflug ganz in der Nähe in seiner Zivilkleidung nicht sofort erkannt, dann ebenfalls mit dem jüdischen Friseur verwechselt sowie gleich darauf gefangen und eingesperrt wird. Soll dieser, nun wiederum mit ihm verwechselte an seiner Stelle eine über das Radio sowohl in der Heimat als auch in den neu besetzten Gebieten übertragene Rede an die Nationen halten.

Zunächst zögert er verständlicherweise noch davor und versucht auch, dem ganzen zu entkommen. Dann jedoch erkennt der jüdische Friseur hier seine absolut einmalige Chance und nutzt diese günstige Möglichkeit, sie zu halten, um darin an Werte wie Menschlichkeit und den Weltfrieden zu appellieren.

Eine der am meisten kritisierten Szenen dieses Filmes ist jene, in der die KZ - Häftlinge im Konzentrationslager gezwungen werden, zu marschieren. Was hier nach den Meinungen vieler damals völlig karikiert - überzeichnet sowie auch ziemlich realitätsfremd dargestellt wurde. Allerdings geschah dies erst weitaus später von den schlimmsten unter seinen persönlichen Kritikern. Am negativsten bzw. in diesem speziellen Fall hier wohl eher auch mehr nur aus rein politischen Gründen, besonders im Zusammenhang mit Chaplin schon oft zur Last gelegten subversiven Sympathien zum Kommunismus.

Chaplin entschuldigte sich im nachhinein öffentlich dafür und bekundete auch, er selber habe ja zum Zeitpunkt der Produktion noch nicht gewußt, wie es nun wirklich in einem echten Konzentrationslager zugegangen ist, hier mit ungefähr folgenden Worten: "hätte ich schon vorher etwas von dem ganzen realen Schrecken in den Konzentrationslagern gewußt, dann hätte ich der große Diktator ganz bestimmt nicht zustande bringen können, hätte ich mich über den mörderischen Wahnsinn nicht lustig machen können".

Auszeichnungen: der "große Diktator" wurde unter anderem insgesamt für fünf Oscars jeweils in den Kategorien bester Film, bestes Drehbuch [Chaplin], bester Hauptdarsteller [Chaplin], beste Originalmusik und auch dazu bester Nebendarsteller (Jack Oakie für seine Rolle als Napoloni, - eine durchaus gelungene absolut köstliche Parodie auf Mussolini, - auch deutlich durch seine gleichfalls extrem vorhandenen Änlichkeit zur geschichtlichen Figur) nominiert. Leider ging er trotzdem bei der anschließenden Preisverleihung und in allen seinen dafür nominierten Kategorien komplett leer aus.

Fazit: natürlich 100 % als Kauftip, jedenfalls ganz vorbehaltlos geeignet bzw. wenigstens als Ausleihtip. Nicht nur für Fans, zumindest um es sich 1x anzusehen, auch für jeden Gelegenheitszuschauer noch sehr empfehlenswert.
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