bye bye, ebay... oder schneller Tod privater Verkäufer

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bei wiedereinstellung nicht verkaufter Artikel passierte mir ein Fehler - eine ganze Seite Bücher habe ich doppelt eingestellt. Alles gebrauchte, gelesene aber brauchbare Bücher. Exemplare mit Erscheinungsjahr zwischen 1970 bis heute - unsere, meiner Kinder und meine, private mehrsprachige Sammlung. Manche alleistehende Eltern kennen von zwangsläufigen Umzügen in kleine, ungeeignete Wohnungen erzählen, die von Arbeitsagenturen nur genehmigt werden wegen der quadratmeterzahl und der (mini)Miete wegen. Auch, wenn man als sg. Aufstocker
(also der Status der Schödinger Katz sozusagen, wo man als arbeitslos nirgendwo auftaucht, trotz der Arbeit nicht genug zum Leben hat, schuftet wie Gaul als Arbeitskraft, Vater und Mutter zusammen und zahlt Steuer und Sozialversicherungen aber alle Nachteile des Hartz4dasein mitsamt der Familie erfährt)
arbeitet, wird ARGE nie als Argument akzeptieren, dass die Bücher einfach Bestandteil des "Bedarfsgemeinschaft" sind und auch Platz (und Zuwendung!) brauchen.

Statt über die Stapel zu stolpern, musste ich die Bibliothek einfach dezimieren - da war ebay wirklich ein Segen. Bis vor einer Woche.
Durch die doppelte Ausstellung ist die Zahl der Auktionen bis über 300 gestiegen - und prompt kam ein Hinweis vom ebay, dass mein Konto vom privat auf gewerblich umgestellt werden soll. MUSS.
Genauso schnell reagierte ich auf den Hinweis, und schreib an der vom Kundenservice angegebene Adresse, dass die Kriterien für einen gewerblichen Verkäufer nicht vorhanden sind, nur die momentane Zahl der Auktionen - und bekam keine Antwort. Nicht einmal eine Bestätigung des e-Schreibens. Toll.  Innerhalb der Frist (ca. 5 Tage!) schrieb ich noch eine Mail - und wieder bekam ich keine Antwort.
Mit dem Bruttoeinnahmen von ca. 60 Euro im Monat soll ich also ein gewerblicher Verkäufer werden. Doch die Zahl meiner Bücher ist auch begrenzt, und ich beschafe mir keine neue, nur um die weiter für 1,00 Euro (brutto) pro Exemplar zu verkaufen!
Noch bevor die Drohung, dass ich keine Artikel mehr vor meiner Ummeldung als gewerbliche Verkäufer mehr ausstellen und verkaufen kann in Kraft getreten ist, die Gebühren sind vorher schon bei einer 1-Euro-Auktion von null auf 50 cent geklettert.
Nach genau 8 Jahren Mitgliedschaft und über 4000 Bewertungen werde ich meine Mitgliedschaft beenden mussen. Ich denke, wie oft uns ebay eine große Hilfe war, wie oft haben wir als Familie das Glück gehabt, etwas hier zu ersteigern, was sonst woanders teuer war - von Turnschuhen für Sport bis gute gebrauchte Schulbücher.... Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenke. Sehr nette Menschen kennen gelernt, viel Gutes, manchmal Lustiges erlebt, manchmal aber auch nicht - c'est la vie!

Was mich wirklich erstaunt, ist die grottenschlechte Behandlung seitens der ebay Kundenservice. Eine kurze Mail - auch eine ablehnende - wäre doch das Mindeste gewesen. Schließlich hat der ebay auch von so unbedeutenden Mitglied wie mich profitiert. Egal, ob als Käufer oder Verkäufer. Ebay lebt doch davon.
Von einem Artikelzahl-Limit bei ebay als privater Verkäufer habe ich nie gehört. Und ohne eine Antwort von ebay werde ich das wohl nie erfahren.

Andererseits freue ich mich auf die lange Winterabende, wo ich statt mühsamen Bücherausstellen mit Kinder "Mensch, ärgere dich nicht" spielen kann. Denn bei ebay verkaufen ist nicht nur mit viel Arbeit verbunden, es ist oft schwer, die Transaktionen zu Ende zu führen. Viele Bücher waren zwar verkauft, doch mehrere Käufer haben bis heute kein Geld überwiesen. Bei Bagatellbeträgen von 1,00 Euro macht sich niemand vom ebay die Mühe, den Verkäufer zu unterstützen.

Aber Schluß mit meckern und nörgeln: an Euch ein Rat - stellt niemals doppelt. Ein Klick zu viel kann nämlich die Mitgliedschaft kosten...
Ich hoffe, Ihr habt weiter Spaß!
Schönen Abend noch :)


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