Zuviel Sonne? Standardschirme für Balkon, Terrasse, im Urlaub und unterwegs

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Zuviel Sonne? Standardschirme für Balkon, Terrasse, im Urlaub und unterwegs

Man könnte an dieser Stelle versuchen, die Geschichte des Sonnenschirms zu erzählen und seine Entwicklungsgeschichte in aller Breite darzustellen. Doch sind wir mal ehrlich, eigentlich ist die Entstehungsgeschichte des Sonnenschirms doch recht einfach: Die Sonne scheint und ab einer gewissen Temperatur will man sich davor schützen. Wirft man einen Blick in die Tierwelt, sieht man Gorillas, die sich mithilfe von selbst gebastelten Blätterdächern vor Regen schützen, Löwen, die sich vor der brütenden Hitze in den Schatten der Akazie flüchten. So liegt es nahe, dass die ersten auf zwei Beinen laufenden Vorfahren des Homo sapiens ihre nun freien Hände nutzten, um sich Hilfsmittel zum Schutz vor der Sonne zu basteln. Vielleicht waren die ersten Sonnenschirme große Äste mit hoher Blattdichte. Vielleicht wurden die ersten weiter verarbeiteten Tierfelle nicht nur als Zeltwände oder Kleidung genutzt, sondern auch als mobile Sonnensegel verwendet. Vielleicht webten unsere Vorfahren auch aus breiten und festen Pflanzenblättern einen Sonnenschutz. Man kann davon ausgehen, dass spätestens mit der Produktion von Textilien zumindest Stoffreste oder Fehlproduktionen als Schirmtücher verwendet wurden.

Warum vor der Sonne schützen?

Im Laufe der letzten Jahrtausende wurden wir immer kahler. Abgesehen von den Haaren als Kälteschutz, schützten sie uns auch vor direkter Sonneneinstrahlung und damit vor Sonnenbrand. So schön knallig bunte Farben auf braungebrannter Haut auch strahlen mögen, vor Sonnenbrand gilt es sich zu schützen. Zu starke Sonneneinstrahlung und der damit verbundene Sonnenbrand ist kein Phänomen, das nur den Menschen betrifft. Auch Tiere können an weniger behaarten Stellen einen Sonnenbrand bekommen und auch nicht alle Pflanzen sind geschützt vor zu heftiger Sonneneinstrahlung. Der Mensch ist diesbezüglich allerdings besonders empfindlich und zudem auch oftmals noch zu bequem, um sich in aller Regelmäßigkeit mit Sonnencreme einzucremen. Wird die Haut über einen zu langen Zeitraum mit Sonnenstrahlen belastet, entstehen Verbrennungen, die sich im leichtesten Fall in einer Rötung äußern und im schlimmsten Fall mit Brandblasen einhergehen. Zudem gibt es auch Menschen, die eine Sonnenallergie entwickeln. Langfristig kann ein wiederholter Sonnenbrand zu Hautkrebs führen. Deshalb gilt es, sich selbst und den Nachwuchs vor bösen Überraschungen trotz Sehnsucht nach der warmen Sommersonne zu schützen.

Urlaub auf Balkonien

Kommt man nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause und möchte einfach nur ein Gläschen Bier oder Sekt auf dem Balkon genießen, gibt es oft nur ein Hindernis: der große gelbe Ball am strahlend blauen Himmel, der bereits den lieben langen Arbeitstag den Balkon aufgeheizt hat. Und so flüchtet man sich nach einem 10-Stunden-Tag in Innenräumen selbst in seinem Feierabend in die kühle Wohnung. Für derlei unnötige Probleme gibt es eine Lösung: Den Balkonschirm. Jedoch hat so ein Balkon aufgrund seines begrenzten Platzangebots ganz besondere Ansprüche an einen Sonnenschirm.

Was Sie bei der Auswahl eines Sonnenschirms bedenken sollten

Hier gibt es gleich mehrere Entscheidungen zu treffen: Soll der Schirm direkt am Geländer befestigt werden oder reicht der Platz für einen Sonnenschirm mit Fuß? Wenn der Platz reichen sollte, was für ein Fuß darf es dann sein? Die Plastikvariante, die mit Wasser oder Sand gefüllt wird, die Variante aus Messing oder die Metallvariante, für die nur noch zusätzlich Steinplatten erworben werden müssen, um das Gewicht des Schirms auszugleichen? Bevorzugen Sie den Schirm mit knickbarem Stil oder ohne? Welche Form soll das Schirmtuch haben – rund, quadratisch, rechteckig? Wie hoch ist der Balkon? Von wo scheint für wie lange die Sonne? Reicht ein kleiner Schirm oder wird eher ein Sonnensegel benötigt? Reicht der Platz, damit man mit dem Schirm der Sonne hinterher ziehen kann? Ist es möglich einen halbrunden/eckigen Schirm anzubringen? Oder passt doch eher ein Ampelschirm? Kann man, egal welchen Schirm, auch sicher anbringen, ohne bei Sturmböen Gefahr zu laufen, dass er sich löst und vorbeilaufende Passanten erschlägt? Welche Farbe oder welcher Stil passt zu den persönlichen Vorstellungen und der jeweiligen Wohnungseinrichtung? Und schließlich die wichtigste Frage von allen: Wie viel will, darf und soll investiert werden?

Die Terrasse – Feriendomizil hinterm Haus

Eine Terrasse hingegen bietet da schon andere Entfaltungsmöglichkeiten. Natürlich hat nicht jede Terrasse gleich die Fläche eines Biergartens im Freizeitpark, jedoch fällt in jedem Fall schon mal die Begrenzung nach oben weg. Zudem sind Terrassen zumeist an mindestens einer Seite - oftmals sogar an drei Seiten - offen. Dadurch ergeben sich völlig neue Möglichkeiten in der Art von großen Segeltüchern oder überdimensional großen Ampelschirmen, bei denen der Schirm frei hängt und kein Mast den Weg versperrt. Die hängenden Schirme können über dem Esstisch platziert werden, sodass es auch für die ganze Familie ein schattiges Plätzchen gibt. Vor allem ist es hier möglich, den Fuß auch unter der Erde zu fixieren, wodurch sich das mögliche Gegengewicht und damit die Spannweite des Sonnenschirms erhöht. Beim Kauf eines Ampelschirms sollte berücksichtigt werden, dass sich einige Exemplare nur bei eingeklapptem Schirm verstellen lassen. Zu Schirmstöcken können zahlreiche Materialien verarbeitet werden. Hauptsache es ist stabil, da das gesamte Gewicht getragen werden muss. Die Materialien sind Stahl, Aluminium oder wetterfestes Holz.

Eine besondere Herausforderung ist bei Terrassenschirmen die Bespannung, da Terrassenschirme zumeist Wind und Wetter ausgeliefert sind. Terrassenschirme werden meistens nur während der Wintermonate ins Haus geholt. Besonders wetterfest sind Bespannungen aus Polyacryl. Leinen und Baumwolle werden aber auch gern verwendet.

Exotik pur - der Hawaii-Sonnenschirm

Ein ganz besonderes Exemplar ist und bleibt der Hawaii-Sonnenschirm. Ursprünglich wird der Schirm aus Bastfasern hergestellt und hat eine bräunliche Farbe. Im Zuge der Industrialisierung und der damit einhergehenden Erfindung des Polyacryls gibt es diese Sonnenschirme inzwischen mit kunterbunten, wasserfesten Fransen. Die Farbe ist Geschmacksache, liegt man jedoch an einem warmen Sommertag mit geschlossenen Augen auf einer bequemen Sonnenliege unter so einem Schirm, versetzt das leise Rascheln des Windes, der durch die Plastikfransen fegt, zurück in den letzten Strandurlaub. Mit einem ganz entscheidenden Vorteil der Geruhsamkeit: Die anderen „lästigen" Strandurlauber fehlen. Natürlich gibt es diese extravaganten Schirme nicht nur in Flamingo-Pink, sondern auch in gedeckteren Farben, die sich unauffällig dem Gesamtbild einfügen und als kleines Extra nur das Rascheln des Windes bereithalten.

Urlaub – Sommer, Sonne, Meer und Strand

Es soll auch Strandurlauber geben, die sich ihre Sonnenschirme selber mitbringen. Anders als im Garten oder auf dem Balkon schützt der Sonnenschirm hier nicht nur vor stechender Sonne, sondern auch vor starkem Wind. Dieser kann gerade bei Meeresurlauben durchaus störend sein. Darum sieht man oft im Sand liegende zum Teil eingegrabene Sonnenschirme, die gegen den Wind ausgerichtet sind. Das kleine Problem, dass die Sonne zumeist aus einer ganz anderen Richtung scheint, kann dann mit kleineren Schirmen behoben werden. Die luxuriösere Variante ist aber ein Schirm mit Seitenwänden, die sogenannte Strandmuschel, die mit Heringen im Sand verankert werden kann.

Tipps zur Auswahl eines transportablen Sonnenschirms

Zu beachten ist bei dieser Variante allerdings, dass es sich eher um einen Schutz handelt und weniger um ein gemütliches Plätzchen im Schatten. Dafür ist die Liegefläche wiederum zu gering, da zusätzlich zu der Begrenzung an den Seiten auch noch der Schirmstock in die Mitte kommt. Zudem sollte vor dem Kauf ein Gewichtstest gemacht werden. Durch die mitzunehmenden Heringe kann der Schirm unter Umständen ganz schön schwer werden. Dadurch kann ein Marsch vom Auto oder Hotel bis zum Liegeplatz schon mal eine Tortur werden. Bei den einfachen portablen Schirmen sollte auf einen spitz zulaufenden Schirmstock geachtet werden. Damit können die Schirme unproblematischer in den Boden gerammt werden. Sonnenschirme können nämlich auch in Freibädern und an Binnenseen auf der wesentlich härteren Rasenfläche genutzt werden. Mithilfe eines knickbaren Schirmstocks kann dem Lauf der Sonne zumindest mit ein bisschen weniger Aufwand gefolgt werden. So steht der knackigen Bräune ohne Röte nichts mehr im Wege.

Unterwegs und gut geschützt

In Asien ist es bereits lange ein gang und gäbe und damit mehr als nur ein Trend. Sonnenschirme in der Größe von Regenschirmen werden von den Frauen genutzt, um ihre Haut hell zu halten und vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Dort geht es vor allem um ein Schönheitsideal. In Deutschland und Europa nannte man dies die vornehme Blässe, die die Adeligen vom Volk unterschied. Heute werden Sonnenschirme vor allem von Bräuten oder Trachtenvereinen genutzt. Im alltäglichen Gebrauch hat sich dieses Accessoire noch nicht wieder verankert. Der Markt bietet aber bereits eine Auswahl, anhand derer man sich seinem persönlichen Geschmack zumindest anpassen kann. Der gravierende Unterschied zwischen Sonnen- und Regenschirmen ist in diesem Fall, dass die Sonnenschirme wasserdurchlässig sind. Optisch wirken Sonnenschirme wesentlich filigraner und verspielter als Regenschirme. Sie werden aus Stoffen - oft auch mit Spitze - gefertigt und erinnern an die ausladenden Hüte von Ascot. Mit zunehmender Angst vor erhöhter UV-Belastung passte sich die Sonnenschirmindustrie den Anforderungen an und produziert inzwischen auch Sonnenschirme mit UV-Schutz, die auch als Regenschirm genutzt werden können, nur filigraner verarbeitet sind. Das Bewusstsein, die Haut vor UV-Strahlung zu schützen, nimmt immer mehr zu.

Fazit

Egal für welchen Zweck – Balkon, Terrasse, Strand, Rasen, oder für Unterwegs – man den Sonnenschirm nutzen will, vor dem Kauf muss man sich der Fakten bewusst werden. Es ist nicht sinnvoll, einen frei hängenden Ampelschirm auf einem 5 qm Balkon zu platzieren. Oder einen großen Terrassentisch für die ganze Familie mit einem kleinen Strandschirm schützen zu wollen – da ist ein unruhiges, von Streitereien beherrschtes Mittag- oder Abendessen schon vorprogrammiert. Zudem sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber machen, wie viel Witterung der Schirm ausgesetzt sein wird. Davon sollte man auch die Wahl des Materials zur Bespannung abhängig machen. Natürlich fühlt sich ein Leinen- oder Baumwollstoff schöner an als eine Bespannung mit Polyacryl. Aber Leinen- und Baumwollstoffe sind weniger pflegeleicht und bedürfen einer häufigeren Reinigung.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden