Zustandekommen eines Vertrages auf ebay, hood & Co

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RECHT
Angebot - Angebotsannahme - Angebotsrücknahme - Kaufvertrag - Abschlusszeitpunkt des Vertrages - Auktionsbeendigung - Gebot - Gebotsabgabe - Gebotsrücknahme - Zurückziehen des Angebotes - Zurückziehen des Gebotes



##  Wie und vor allem wann kommt ein Vertrag zustande? Mit dem Ende/Ablauf der Bietzeit oder mit der Abgabe eines Gebotes?


Von den deutschen Gerichten werden die Transaktionen bei ebay & Co. nicht als Auktionen gesehen, sondern als Kaufvertrag gegen Höchstgebot, weil der entscheidende Abschluß durch den Hammer des Auktionators fehlt. Es kommt also ein regulärer Kaufvertrag zwischen dem Anbieter und dem Bieter zustande. (Bei einem Dienstleistungsangebot dann analog ein Dienstleistungsvertrag.)

Für die Internet-Auktionsplattformen (Amazon, Auvito, ebay, Hood & Co.) in Deutschland sehe ich das folgendermaßen:

Mit der Einstellung eines Artikels gibt der Verkäufer seine Willenserklärung zum Verkauf (Angebot) ab.
Mit dem Gebot auf ein Angebot gibt der Käufer seine Willenserklärung zum Kauf ab.
Durch die Übereinstimmung der Willenserklärungen der Beiden kommt ein Vertrag ( Kaufvertrag, Dienstleistungsvertrag) zustande.

Angebot + Angebotsannahme = Vertrag
Alles was danach kommt, ist "Abwicklung des Vertrages" .

Die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Partner aus diesem Vertrag ergeben sich dann u.a. aus dem BGB, den ebay-AGB's und den AGB's und Sondervereinbarungen der Anbieter.

Bei ebay (und anderen Internet-Auktions.Plattformen) läuft das nun aber nicht wie bei einem normalen, stationärem Auktionshaus mit Auktionator ab, wo es zwischen dem Auktionshaus und dem Höchstbieter mit dem Zuschlag durch den Versteigerer (Auktionator) zu einem Vertrag kommt, sondern etwas anders.
(Ebay, hood, Amazon und Andere sind so auch kein Auktionshäuser im eigentlichen Sinnne, sondern Auktionsplattformen (Marktplätze) für Käufer und Verkäufer, also quasi  Marktplatz-Dienstleister, die für ihre Dienstleistung eine Provision bekommen, ähnlich wie Flohmarktbetreiber, die eine Standgebühr bei den Verkäufern erheben.)

Der Anbieter (Verkäufer) stellt auf der Auktionsplattform ein Angebot ein. Der Bieter gibt auf dieses Angebot sein Gebot ab und damit ist dann ein Vertrag (Kaufvertrag oder Dienstleistungsvertrag) geschlossen. Allerdings ist die Wirksamkeit vorläufig noch schwebend, weil mit dem Übergebot eines weiteren Bieters mit diesem dann ein neuer Vertrag geschlossen wird und der vorige Vertrag automatisch erlischt.)

Nachdem es zwischen dem Anbieter und dem ersten Bieter aufgrund von dessen Gebotsabgabe zu einem Vertragsabschluß gekommen ist, bietet ein zweiter Bieter mit einem höheren Gebot. Jetzt kommt es zu einem neuen, zweiten Vertragsabschluß zwischen dem Anbieter und dem zweiten Bieter, aufgrund dessen der vorläufige Vertrag zwischen dem Anbieter und dem ersten Bieter erlischt!

Kommt jetzt ein Dritter Bieter und überbietet das Gebot des zweiten Bieters, dann geht es mit diesem wie vorstehend beschrieben weiter, und so weiter und so weiter......

Da das aber irgendwann einmal ein Ende haben muß, wird mit dem Beginn der Auktion des Anbieters auch ein Zeitpunkt bestimmt, zu dem die Bietefrist abläuft, ähnlich wie bei einem Zuschlag, aber eben kein Auktionatorzuschlag, sondern ein Zeitablauf. Durch den Zeitablauf kann es dann nach dem Ende des Zeitablaufes zu keinem weiteren, neuen Vertrag mehr kommen. Der letzte zustande gekommene Vertrag vor dem Zeitablauf, wird jetzt ohne Einschränkung, in vollem Umfang wirksam und ist der Vertrag, der jetzt von den beiden Vertragsparteien zu erfüllen ist (Vertragserfüllung)!

Bleibt der "Erstbieter" der "Höchstbieter", weil kein weiteres Gebot mehr gekommen ist, so ist auch das ein gültiger Vertrag und der ist genauso zu erüllen, als wenn mehrfach geboten worden wäre.

Zieht der Verkäufer nach der Abgabe eines Gebotes sein Angebot unter fadenscheiniger Begründung zurück, so hat das keinen Einfluß auf den bereits zustande gekommenen, bestehenden, vorläufigen Vertrag, (der bis zu diesem Zeitpunkt ja noch schwebend ist), der besteht weiter fort!  Der Verkäufer hat lediglich den Ablaufzeitpunkt verkürzt (und damit den bis dahin geltenden schwebenden Zustand in einen endgültigen umgewandelt)!!! Der nunmehr bestehende, als endgültig anzusehende, geschlossene Vertrag ist von beiden Seiten zu erfüllen! (Besonderheiten wie Unmöglichkeit der Erfüllung lasse ich hier mal ausser Betracht.)

Zieht aber der Anbieter sein Angebot vor der Abgabe des ersten Gebotes eines Bieters zurück, so ist das in Ordnung, denn es ist ja noch kein Vertrag zustande gekommen!

Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, dass vielfach geglaubt wird, dass ein gültiger Vertrag hier erst mit dem Bietende, also dem Auktionsende oder dem  Ablaufzeitpunkt, wie bei einer regulären Auktion mit einem Zuschlag des Versteigerers, zustande kommt.

Das ist schlichtweg falsch!

Der Zeitpunkt, zu dem bereits ein wirksamer Vertrag zustande kommt, also der Abschlusszeitpunkt des Vertrages, ist die Gebotsabgabe und nicht erst die Auktions-Beendigung (der Ablaufzeitpunkt).


Darum kann auch ein Bieter nicht einfach problem- und folgenlos sein abgegebenes Gebot zurückziehen oder ein Verkäufer seine Auktion vorzeitig beenden, wenn der Vertragspartner damit nicht einverstanden ist.

Die Aufhebung eines Vertrages kann immer nur im beiderseitigen Einvernehmen der Vertragspartner erfolgen und nicht durch eine einseitige Erklärung.

Grundsätzlich ist jeder Vertrag von beiden Seiten der Vertragspartner zu erfüllen (abzuwickeln), und ein Vertrag, der von einer Seite nicht erfüllt wird, weil diese eine falsche Ansicht über das wirksame Zustandekommen eines Vertrages hat, kann für diese dann negativen Folgen wegen Nichterfüllung nach sich ziehen, wie  Schadenersatzforderungen, Rechtsanwaltsgebühren,  usw. !

Und das kann dann teuer werden!

Dazu zwei Beispiel unter: Gebotsrücknahme - einfach so?


Meine Beiträge stellen meine Sichtweise auf die Dinge dar (Meinungsäußerung), und sind nicht als Handlungsanweisung oder Rechtsberatung zu verstehen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an die öffentliche Verbraucherberatung/Verbraucherzentrale oder einen zugelassenen Rechtsanwalt. Anschriften können Sie mit einer Suchmaschine wie Google oder Yahoo im Internet ermitteln oder bei dem Amtsgericht in Ihrer Nähe erfragen.

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