Zubehör zum Nähen: Knöpfe in unterschiedlichen Materialien zum Basteln und Reparieren von Textilien

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Zubehör zum Nähen: Knöpfe in unterschiedlichen Materialien zum Basteln und Reparieren von Textilien

Welch einfache und wirkungsvolle Erfindung! Lange bevor der Reißverschluss auch nur angedacht war, wurden Kleidungsstücke von den kleinen Verbindungsstücken und einer dazu passenden Öffnung oder Schlaufe zusammengehalten. In der Fachsprache bedeutet das in der Definition: Ein Knopf ist ein Bestandteil einer zweiteiligen Vorrichtung, die dazu dient, zwei Teile eines Kleidungsstückes jeder Art miteinander zu verbinden bzw. zu schließen. Damit kommt Knöpfen eine sehr wichtige Rolle zu.

Und doch sind Knöpfe Gegenstände, denen im Alltag nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Warum? Sie sind selbstverständlich für uns. Der Hosenknopf am Morgen, der Knopf, der die Manteltasche schließt, überall kommen wir mit den kleinen praktischen Dingen in Berührung, bewusst bemerken wir sie dabei nie. Erst wenn sich ein Knopf löst, werden wir ärgerlich darauf aufmerksam.

Doch Knöpfe sind so viel mehr als praktische Wegbereiter des Reißverschlusses. Sie sind bei all ihrer Funktionalität auch modische Statements, die wohl ausgewählt sein wollen. In diesem Ratgeber rund um den Knopf möchten wir Ihnen verschiedene Formen und Arten von Knöpfen vorstellen. Sie sollen außerdem erfahren, welche Art von Knöpfen mit welchem Kleidungsstil am besten harmoniert.

Die Geschichte des Knopfes

Als Ziergegenstand und Aufnäher waren Knöpfe bereits in der Antike verbreitet. Damals trug man seine Kleidung noch sehr weit und vorwiegend gewickelt. Schlaufen, die an den Zierknöpfen befestigt wurden, gaben den Gewändern ein wenig Halt. Knöpfe mit den dazugehörigen Knopflöchern wurden erst sehr spät, etwa im 13. Jahrhundert, in Europa entwickelt. Die neue Methode verbreitete sich rasch, da sie es erlaubt, enger anliegende Kleidungsstücke passgenau zu fertigen. Kein Wunder, dass engere Schnitte ab da die Modewelt eroberten.

Wie bereits erläutert, wird ein Knopf, der fest mit einer Hälfte eines Stoffes verbunden ist, entweder durch eine angepasst große Schlaufe oder durch einen gesäumten Schlitz im Stoff (Knopfloch) mit der anderen Stoffhälfte verbunden. Dies ermöglicht es, Kleidung passgenau zu schneidern, da das An- und Ausziehen erleichtert wird.

Traditionell befinden sich Knöpfe an Männer- und Frauenbekleidung an unterschiedlichen Seiten. Knöpfe bei der Männerkleidung sind traditionell auf der rechten Seite befestigt, die dazugehörigen Knopflöcher auf der linken. Bei Damenmode haben sich Knöpfe auf der linken Seite durchgesetzt. Über die Gründe dafür gibt es einige Theorien, die jedoch nicht nachweisbar sind. So besagt eine Theorie, dass die Knöpfe bei Damen links angebracht sein, da Frauen in früheren Zeiten von einer Zofe angekleidet wurden. Das Knöpfen von vorne sei daher so einfacher. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die Rechts-Links-Knöpfung bei Frauenbekleidung erst im 19. Jahrhundert nachgewiesen werden kann.

Die fünf wichtigsten Knopfformen im Überblick

Knöpfe gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Varianten. Um den richtigen Knopf für sein individuelles Anliegen zu finden, gibt es einige Knopfarten, die man kennen sollte.

Ein altes Prinzip, das immer aktuell ist: Der Ösenknopf

Seit dem Hochmittelalter findet der Ösenknopf Verwendung an Kleidung, Taschen und vielem mehr. Der Ösenknopf erhielt seinen Namen von der Öse, die an seiner Rückseite angebracht ist. Durch diese wird der Knopf mit einem Faden am Kleidungsstück befestigt. Die Vorderseite des Knopfes, die sogenannte Schauseite, kommt in den verschiedensten Formen vor. So kann sie kugelförmig, kuppelförmig, flach oder leicht gewölbt gestaltet sein. Eine Sonderform des Ösenknopfes ist der bezogene Knopf, bei dem die Vorderseite mit Stoff oder Leder bezogen wird.

Da die Öse zwischen Knopf und Kleidungsstück etwas Platz lässt, werden Ösenknöpfe gerne zum Verschließen von dickeren Stoffen, zum Beispiel bei Wintermänteln, eingesetzt. So liegt der Knopf plan auf der oberen Kleidungsschicht auf. Durch die ununterbrochene Oberfläche eignen sich Ösenknöpfe hervorragend für Verzierungen, wie etwa bei Wappen, Ornamente und Abzeichen.

Weit verbreitet, da einfach zu verarbeiten: Der Lochknopf

Der Lochknopf ist der Knopf, der an unserer heutigen Kleidung am weitesten verbreitet ist. Der Grund dafür liegt in der einfachen Verarbeitung der meist aus Kunststoff bestehenden Knöpfe. Durch zwei oder vier Löcher in der Mitte werden die zumeist flachen Kunststoffscheiben auf den Stoff aufgenäht. Durch die flache Form kann dies auch maschinell geschehen, was diese Knöpfe in der Massenherstellung von Bekleidung unerlässlich macht. Am häufigsten kommen Zweiloch- oder Vierlochknöpfe an Hosen oder Blusen vor.

Werden diese Knöpfe bei dickeren Materialien verwendet, kann der Knopf nicht direkt auf den Stoff aufgenäht werden, da dann nicht genug Platz für den zweiten Stoff wäre. In diesem Fall wird der Knopf zunächst in überlangen Schlingen angenäht und nicht festgezogen. Die Schlingen werden daraufhin mit dem Nähfaden mehrmals umwickelt, um einen sogenannten Stiel zu erzeugen. Dieser bietet nun ausreichend Platz für die zweite Stofflage.

Handlich und praktisch: Der Druckknopf

Der Druckknopf bildet eine Sonderform des Knopfes, da hier nicht mit einem Knopf und einer Schlaufe bzw. einem Schlitz gearbeitet wird, sondern mit zwei Knöpfen. Von diesen kleinen runden Teilen ist eines mit einer Vertiefung, das andere mit einer passenden Knopferhöhung versehen. Sie werden auf den gegenüberliegenden Seiten des Stoffes festgenäht oder festgenietet. Zum Schließen drückt man die ineinander passenden Teile aufeinander.

Damit der Knopf auch einrastet und sich nicht bei der kleinsten Belastung wieder löst, ist die Vertiefung als Hohlraum oder Ring geformt, der etwas kleiner als das dazugehörige Gegenstück ist. In diesem Fall nutzt man die Elastizität des Materials, um den Knopf zum Einschnappen zu bringen. In anderen Fällen sind seitlich kleine federnde Elemente eingebaut, die den Knopf in seiner Fassung halten. Aufgrund dieser Eigenschaften sind Druckknöpfe nur aus elastischen Materialien, häufig aus Metall, seltener aus Kunststoff, gefertigt.

Druckknöpfe, das belegen Funde bei der legendären chinesischen Terrakotta-Armee, wurden bereits im alten China eingesetzt. Das heutige Patent der Neuzeit wurde jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Hans Prym brachte 1903 den ersten verbesserten Druckknopf mit integrierter Feder auf den Markt. Diese Art des Druckknopfes ist heute die meistgenutzte. Aus rostfreiem Metall gefertigte Druckknöpfe kommen immer dort zum Einsatz, wo die Knöpfe nur wenig zu sehen sein sollen. Bei Taschen ist eine Sonderform des Druckknopfes, der Magnetdruckknopf, weit verbreitet. Hierbei werden die beiden Knopfteile durch sich anziehende Magnete zusammengehalten. Vor allem bei Klappverschlüssen kommen diese Knöpfe zum Einsatz.

Die Grundlage für den berühmtem Duffle-Coat: Der Knebelknopf

Knebel sind eine besondere Form des Knopfes und weichen von ihrer Form her von den gängigen Modellen ab. Anders als die anderen Knöpfe, ist der Knebel länglich gestaltet. Der Knebelknopf ist dabei einer der ältesten Vorläufer unseres heutigen Knopfes. Er wird meist mit einer Schlaufe, anstatt eines Knopfloches, kombiniert, durch die der Knebel gesteckt wird. Besonders bei den beliebten Duffle-Coats, doch auch bei Trachtenmode und Winterbekleidung sind die robusten Knöpfe sehr beliebt.

Wenn es unaufdringlich sein soll: Der Zwirnknopf

Der Zwirnknopf ist eine Sonderform des gängigen, flachen Knopfes. Er unterscheidet sich dabei vor allem durch seine Herstellungsweise. Zwirnknöpfe entstehen, indem reißfestes Leinen- oder Baumwollgarn sternförmig um einen Metallring geführt wird, bis sich eine geschlossene Fläche ergibt. Die Oberfläche dieser Knöpfe ist weich und flach, weshalb sie in früheren Zeiten meist bei Unterwäsche zum Einsatz kamen.

Diese Knopfformen gibt es und so werden sie genutzt

Neben den eben vorgestellten Knopfformen gibt es zahlreiche Untergattungen, die sich auf Form, Herstellungsweise und Materialien beziehen.

Der moderne Klassiker: Knöpfe aus Plastik

In der heutigen Bekleidungsindustrie sind Knöpfe aus Kunststoff am weitesten verbreitet. Der Grund? Sie sind einfach herzustellen, zu verarbeiten und können in jeder beliebigen Form, Farbe und Größe gefertigt werden. Es gibt sie für Kinder in verschiedenen niedlichen Tierformen, Herzformen, Sternformen oder Obstformen. Bei Kleidung für Erwachsene werden Kunststoffknöpfe in verschiedenen Farben und Formen ebenfalls sehr geschätzt. Hier geht es jedoch eher darum, die Knöpfe exakt passend zur Kleidung zu wählen.

Holzknöpfe - alt und immer noch aktuell

Ebenfalls beliebt sind Holzknöpfe. Sie sind in der Herstellung etwas komplizierter als Plastikknöpfe und passen auch nicht zu jedem Stil. Bei Landhausmoden oder Strickjacken sind Holzknöpfe jedoch eine schöne und authentische Alternative aus Naturmaterialien. Holzknöpfe sind in der Regel eher groß gefertigt und kommen häufig als Knebelknopf vor.

Rustikaler Look aus Naturmaterial: Horn- und Trachtenknöpfe

Besonders bei Trachtenmoden sehr beliebt sind Knöpfe aus Hornmaterial. Sie überzeugen aufgrund ihrer natürlichen Maserung und des schönen Glanzes. Dabei ist zu beachten, dass Horn ein sehr wertvolles Material ist. Dies übt sich selbstverständlich auch auf den Preis aus, daher werden in etwas günstigeren Trachtenmoden nachgemachte Hornknöpfe aus Plastik verwendet.

Besonders bei edlen Blusen beliebt: Perlmuttknöpfe

Filigrane Perlmuttknöpfe kommen vor allen an Blusen und Hemden zum Einsatz. Sie zeichnen sich aus durch einen schönen Schimmer, der auf jeder Kleidung edel wirkt. Auch hier gibt es Mittel und Wege, diese filigranen und leicht zerbrechlichen Knöpfe mit Kunststoff zu unterlegen oder ganz aus Kunststoff zu fertigen.

Für Würdenträger und Fans des Military-Looks: Metallknöpfe Wappenknöpfe

Gerade bei schweren Wintermänteln sind Knöpfe im Militärstil sehr beliebt. Metallknöpfe wurden schon früher bei der Uniform von Soldaten, Polizisten und vielen mehr eingesetzt. Sie haben den Vorteil, dass sie gegossen werden und damit mit verschiedenen Mustern in großer Zahl produziert werden können.

Immer passend: Mit Stoff bezogene Knöpfe

Wer Ton in Ton gehen möchte, dem bieten sich mit Stoff bezogene Knöpfe an. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Formen, vom normalen Baumwollstoff bis hin zu bezogenen Lederknöpfen. Doch nicht nur bei Bekleidung kommen Sie zum Einsatz – auch in der Möbelherstellung sind bezogene Knöpfe sehr beliebt. Möchten Sie sich selber passende Knöpfe herstellen, können Sie dies mit einer Knopfmaschine einfach selbst tun.

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