Zubehör für die Schmalspur – für jeden das Passende

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Zubehör für die Schmalspur – für jeden das Passende

Die Modelleisenbahn kommt nie zu spät

Wohl fast jeder Mann hatte als Kind eine Eisenbahnplatte oder zumindest einen Kreis aus Schmalspur-Schienen mit einem Zug darauf – und wer keine eigene Modelleisenbahn hatte, wünschte sich zumindest eine. Das Weichen-Stellpult und der Trafo, mit dem der Zug gesteuert wurde, machte aus dem kleinen Jungen den Herrn über seine eigene kleine Welt. Sorgsam versteckte Drähte führten zu den Weichen und den Mini-Straßenlampen und sorgten sogar für die Beleuchtung der Häuser. Je nach Geldbeutel der Eltern und abhängig vom vorhandenen Raum nahm diese Anlage mehr oder weniger Platz ein. Wahrscheinlich war es jedoch nur den wenigsten vergönnt, eine permanent aufgebaute Anlage mit Brücken, Tunneln, Bergen und ganzen Dörfern zu besitzen. Da blieben viele Träume unerfüllt, wurden jedoch nie vergessen.
Es scheint so, als sei der Modellbahnsport heute ein wenig in die Jahre gekommen – und mit den Modelleisenbahnen auch ihre Fans. Hightech-Spielzeug rund um Spiele auf PCs und Tablets sowie Lego und Playmobil sind heute gängiger als Modelleisenbahnen. Doch diese haben völlig zu Unrecht das Image, altmodisch zu sein. Besonders in Anbetracht moderner Zugtechnik und der Faszination, die ICEs und andere Hochgeschwindigkeitszüge auf Kinder und Erwachsene ausüben, finden sich vielerorts heute zunehmend die großen, fest installierten Landschaften in Hobbykellern und auf Dachböden - mit verschiedenen Modellzügen, nebst Dörfern, Bahnhöfen, Menschen und Tieren. Selbst große Gemeinschaftsanlagen in größeren Hallen wie zum Beispiel im Miniatur Wunderland Hamburg werden betrieben und erfreuen sich großer Anhänger und Zuschauer.
Es gehören eine Menge Geduld, Geschick, Kreativität, aber auch das notwendige Geld dazu, den Modelleisenbahnanlagen immer wieder neue und überraschende Details hinzuzufügen. Doch bei jenen, die es wirklich ernst meinen mit dem Bauen und Betreiben einer Modellbahn, gibt es keine Kompromisse. Hier werden Bahnhofsanlagen konzipiert und akribisch umgesetzt. Ganze Kabelbäume werden unterhalb der Anlage entlang geführt und steuern ein komplexes System von Strecken. Diese müssen nicht nur gebaut, sondern auch gewartet und bei Bedarf repariert werden. Zum eigentlichen „Spielen" kommt der Modelleisenbahner nur selten, denn er hat Wichtigeres zu tun: Erweiterungen planen, bauen und in die vorhandene Anlage einfügen.
Dabei kann er auf ein unübersehbares Angebot von Zubehör zurückgreifen. Neben dem eigentlichen Schienenmaterial, Kreuzungen und Weichen gibt es eine Fülle von Bausätzen für Häuser, aber auch einzelne Teile wie Bäume, Straßenlampen, Tunnel oder Signalanlagen. Besonders ehrgeizige Modelleisenbahner sind des Öfteren im Umland anzutreffen, wo sie Gebäude und Brücken ihrer Region fotografieren und ausmessen, um sie anschließend im richtigen Maßstab nachzubauen und in ihre Anlage einzufügen. Diese Art des Modellbaus ist eine Hommage an die Heimat und die Ergebnisse sind kleine Kulturdenkmäler. So entsteht eine eigene kleine Welt, die trotz ihrer Vielfalt beherrschbar bleiben soll.

Die Geschichte der Modelleisenbahn

Vorläufer der deutschen Modelleisenbahnen war die Erfindung des englischen Ingenieurs William Murdock, der im Jahr 1784 erstmalig ein Versuchsmodell eines gleislosen Dampfwagens baute.

Deutsche Modelleisenbahnen von 1835 bis zum Zweiten Weltkrieg

Man könnte sagen, die Geburtsstunde deutscher Modelleisenbahnen war im Jahr 1835, als in Deutschland eine Nachahmung der Adler-Lokomotive angefertigt wurde, die zwischen Nürnberg und Fürth verkehrte, in Form eines Ausschneidebogens mit Zinnfiguren entwickelt. Nur fünf Jahre später erschien dann das erste Eisenbahnmodell aus Blech.
1862 wurde dann das erste Modell mit elektrischem Antrieb von Max Planck entwickelt. 1863 folgte dann ein System mit zwei Schienen und zwei Leitern im Gegensatz zu Vorgängermodellen, die ganz ohne Schienen fuhren und unter dem Namen „Bodenläufer“ auf dem Boden entlangfuhren. Andere Modelle liefen mit Wasserdampf und wurden als „Tröpfler“ bezeichnet, denn sie hinterließen nasse Spuren.
1891 beeindruckte die bis heute erfolgreiche Spielzeugfirma Märklin auf der Leipziger Messe seine Modelleisenbahnen, erstmalig mit einem System verschiedener Spurweiten 0, 1, 2 und 3. Zwei Jahre später kamen mechanische und elektrische Steuergeräte für die Weichen hinzu. Ebenfalls 1893 wurden die Modellbahnen vereinheitlicht – die bis heute gebräuchlichste Normung der Spurweite H0 kam 1922 – unter dem ursprünglichen Namen Bing Tischbahn – zum Einsatz.  
Als sich der Geburtstag der deutschen Eisenbahn im Jahr 1935 zum hundertsten Mal jährte, wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse die Trix-Express-Bahn präsentiert. Die Innovation war, dass sie über drei Gleise und einen per Fernbedienung umschaltbaren Fahrtrichtungsschalter verfügte, sowie den Betrieb mit zwei Zügen ermöglichte. Die Züge wurden aus Druckguss aus Zink, die Wagen wurden aus lithografiertem Blech hergestellt. Mit der Zeit kamen viele Funktionen hinzu, zum Beispiel: Signale zur Beeinflussung des Zuges, automatische Kupplungen, Wechsel der Lichtverhältnisse und Gleise zum Entkuppeln.

Die Modelleisenbahn nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute

Nach 1945 wurden zunächst hauptsächlich Bahnen mit geringen Spurweiten hergestellt und private Modelleisenbahnbauer kamen nur selten in den Genuss ihrem Hobby nachzugehen.
Auf der Messe in Hannover 1949 präsentierte die Firma Rokal eine Bahn, die einen Maßstab von 1:120 bei einer Spurweite von 12 mm hatte. Dieser Vorläufer der TT-Bahn wurde viele Jahre hergestellt und etablierte dieses Modell. 1952 stellte die Firma Fleischmann eine H0-Bahn her und setzte den Grundstein ihres Erfolges, der bis heute anhält. Bald darauf entwickelte Märklin die Jahrzehnte lang kleinste erhältliche Spur Z mit einer Spurweite von nur 6,5 mm. Erst 2008 entwickelte der japanische Hersteller Eishindo eine noch kleinere Spur für Modelleisenbahnen mit einem Maßstab von 1:450 und einer Spurbreite von nur 3mm.
Bis heute werden jährlich die neuesten und wichtigsten Entwicklungen der Modelleisenbahntechnik präsentiert. Spielwarenmessen wie die in Nürnberg oder Dortmund sowie weitere regionale Ausstellungen und Messen erfreuen sich großer Beliebtheit und bieten den Hobby-Modelleisenbahnern die Möglichkeit Sammlungen zu erweitern und sich über die neuesten Innovationen zu informieren.

Das notwendige Schienenmaterial mit den richtigen Spurweiten

Im Eisenbahnmodellbau wird angestrebt, die gesamte Anlage in einem einheitlichen Verkleinerungsmaßstab zu erstellen. Um dieses Ziel zu erreichen und verschiedene Produkte miteinander kompatibel zu gestalten, haben sich die Hersteller auf verschiedene Standards bzw. einheitliche Spurweiten festgelegt. Diese sind in den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM) festgelegt. Jedoch auch die Modellbauer in Amerika und Asien erachten diese Standards als verbindlich. Allerdings hat die in Asien verbreitete Vorliebe für Miniaturisierung zur Folge, dass beispielsweise in Japan eher kleinere Maßstäbe und Spurweiten bevorzugt werden. Die in Europa mit Abstand verbreitetste Spurweite wird als H0 bezeichnet und geht mit einem Verkleinerungsmaßstab von 1:87 einher. Eine weitere, etwas kleinere Ausführung ist die Spurweite TT (Table Top), die den Maßstab 1:120 mitbringt und sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit erfreut.

Der Streckenaufbau

Das Prinzip des Streckenaufbaus ist dabei, unabhängig von der Spurweite, immer gleich. Die Strecke wird aus einzelnen Segmenten zusammengesteckt, wobei beide Schienen gleichzeitig die elektrischen Pole für die Stromspeisung der Lok darstellen. Dadurch wird gewährleistet, dass jede Lokomotive mit jeder anderen parallel geschaltet ist, die eventuell die gleiche Strecke befährt. Schienensegmente sind in allen denkbaren und für eine individuelle Streckenführung nötigen Längen und Formen erhältlich. Spezielle Stromschienen bzw. Schaltgleise stellen dabei die Verbindung zwischen zentraler Stromversorgung und dem jeweiligen Schienenstrang her. Kurvensegmente in verschiedenen Längen und Radien machen auch die gewundendste Strecke möglich. Dabei ist es egal, ob es sich um Links- oder Rechtskurven handelt, denn beide Enden jedes Schienensegments sind vertauschbar.

Märklin als Anbieter von Spurweiten H0, TT und 1

Marktführer in den Spurweiten H0, TT und 1 ist die Firma Märklin.
Bereits seit 1935 hat Märklin mit der Baugröße H0 dafür gesorgt, dass sich der Kinderwunsch der eigenen Modelleisenbahn erfüllen ließ. So produzierte Märklin robuste Eisenbahnwelten, die auch den Herausforderungen des stürmischen Spiels mit Kindern gewachsen waren. Die echte Welt, nur in klein wurde durch die erste Märklin H0 im Maßstab 1:87 möglich.
Erhältlich sind heute nicht nur einfache Schienen, sondern auch Kreuzungen in verschiedenen Winkeln, gerade oder als Kurve ausgeführt. Ein besonders wichtiges Element der Schienenführung sind Weichen, die es manuell stellbar oder auch elektrisch gibt, sodass sie von einem zentralen Stellwerk aus bedient werden können. Weichen gibt es als Zweiweg- und auch als Dreiwegweiche, wobei ein einzelner Schienenstrang sich in drei Stränge aufsplittet. Weichen sind in ihrer Richtung nicht vertauschbar, deshalb gibt es sie in fester Händigkeit, wie zum Beispiel als Abzweigung nach links oder rechts, als Kurvenweiche links oder rechts und so weiter. Die Preise sind ebenso vielfältig wie die Komplexität der verschiedenen Segmente: Sie können sich zwischen 2,50 EUR für ein kleines Schienenstück bis zu über 50 EUR für eine elektrische Dreiwegweiche bewegen.

Innovationen rund um Lokomotiven und Wagen

Führende Hersteller von Modelleisenbahnen überbieten sich immer wieder mit neuen Innovationen. Ständig gibt es Neuerscheinungen von Modellen aktueller und historischer Lokomotiven. Dabei wird besonderer Wert auf Detail- und Maßstabstreue gelegt, denn die Kunden sind kritisch und an hohe Qualität gewöhnt. Die Jahrzehnte alte Tradition im Eisenbahnmodellbau hat Maßstäbe gesetzt, die es zu halten oder gar zu überbieten gilt. Besonders aufwendig sind dabei die Modelle älterer Dampfloks, die sehr kleinteilig sind und einen großen Anteil an Handarbeit erfordern. Spitzenprodukte führender Hersteller wie Brawa können durchaus 500 EUR oder mehr kosten. Es gibt jedoch auch wesentlich günstigere Modelle für ein Zehntel dieses Preises, zum Beispiel von Piko.
Personenwagen oder Güterwagen sind naturgemäß etwas preiswerter als Lokomotiven, allerdings gibt es auch hier eine breite Streuung der Preise, die abhängig von den produzierten Stückzahlen, der Detailtreue und dem Anteil von Handarbeit bei der Produktion sind.
Für Einsteiger sind sicherlich Komplettsets von Zügen sinnvoll, die es vergleichsweise günstig zu kaufen gibt und die einen guten Grundstock für den zukünftigen Lokomotiven- und Wagenpark darstellen. Für ca. 50 EUR kann man so einen kompletten Zug mit Lokomotive und drei bis vier Wagen als Starter-Pack erwerben.

Autos für Modellbahnanlagen

Ein relativ neues Feld für den Modellbahner ist der Straßenverkehr. Ganz und gar der Wirklichkeit nachempfunden ist dieser nun auch auf der Eisenbahnplatte präsent. Die kleinen Autos sind sogar fahrtüchtig und werden durch elektromagnetische Induktion auf der Spur gehalten. So hat Hightech mittlerweile auch im traditionsreichen Eisenbahnmodellbau Einzug gehalten und eröffnet ein weiteres Betätigungsfeld für den detailverliebten Modellbauer.
Von verschiedenen Autotypen über Straßenschilder bis hin zu elektrischen Anlagen wie Ampeln oder sogar Radarfallen gibt es auch auf diesem Gebiet alles, was zur lebensechten Gestaltung der Eisenbahn-Welt gehört. Von der Bahnhofstoilette über den Wasserturm bis hin zum ländlichen Fachwerkhaus oder dem hochmodernen Bahnhofsgebäude – all diese Dinge gibt es als Bausatz, den Sie mit Bastelwerkzeug und Kleber sowie ein wenig Geduld und Geschick selbst fertigstellen können.
Dabei wird dem Bestreben jedes Modellbauers Rechnung getragen, nicht nur eine langweilige Welt aus gleichförmigen Einfamilienhäusern, sondern etwas Besonderes zu schaffen. So kann man auch sehr kuriose Modellgebäude wie Baucontainer oder Hundezwinger erwerben. Schließlich sollen die Bewohner der Modellwelt ein vielfältiges und interessantes Leben führen.

Figuren für die Eisenbahnanlage

Figuren gibt es in so vielfältiger Ausprägung, dass diese im Handel nach Themen sortiert angeboten werden. So können Sie zum Beispiel menschliche Figuren im richtigen Maßstab kaufen, die Sportler darstellen oder auf verschiedene Environments wie Militär, Dorfleben, Berufe oder Familienleben ausgerichtet sind. Natürlich sind auch Tiere erhältlich, die die Grünflächen Ihrer Anlage bevölkern können. Stadtmöbel wie Bänke oder Litfaßsäulen runden das Bild ab.

Beleuchtungselemente für die Modelleisenbahn

Mikrolampen in der Ausführung als LED oder als Kabelbirne können Sie vielfältig einsetzen. Sie sind neutral und können beispielsweise für die Beleuchtung eines Hauses verwendet werden. Es sind jedoch auch Modelle von konkreten Beleuchtungselementen wie Straßenlaternen in verschiedenen Ausführung oder auch Weichenlaternen erhältlich. Mit speziellen Lichteffekten, die das Flimmern von Fernsehapparaten, von Schweißbrennern oder den Blitz von Fotoapparaten simulieren, sind der lebensechten Gestaltung weitere Möglichkeiten eröffnet.

Eisenbahn-Brücken, -Tunnel und -Unterführungen

Brücken, Tunnel und Unterführungen bringen eine besondere Dynamik in Ihre Anlage und erlauben Ihnen außerdem, diese vertikal zu erweitern. So kann auf einer begrenzten Fläche eine spannende Streckenführung erstellt werden, die Sie statisch und kreativ herausfordert. Wichtig ist es, die minimalen Radien für Kurven und die maximale Steigung einzuhalten, damit jeder noch so lange Zug es auch auf die Brücke schafft. Gitterbrücken, Kastenbrücken, Viadukte – für jede gewünschte Umgebung und Stilistik gibt es das Richtige für den Brückenbau.

Bäume im richtigen Maßstab

Nicht nur Laub- und Nadelbäume können Sie fertig kaufen, sondern auch Blumen oder ganze Landschafts-Bausets. So werden Sie, je nach Neigung, auch zum Landschaftsarchitekten oder Gärtner in Ihrer Modellwelt. Streumaterial in allen Farben und mit verschiedener Körnigkeit hilft Ihnen dabei, Gras, Schotterstraßen, Schnee, oder felsiges Gelände täuschend echt zu simulieren.

Seilbahnen als gewisses Extra zur Modelleisenbahnanlage

Wenn es in Ihrer Anlage Berge gibt, dann sollte auch eine Seilbahn nicht fehlen. Komplette Seilbahn-Bausätze können Sie bei eBay finden.

Zusätzliches Baumaterial für Modellbauer

Wenn es Ihnen nicht ausreicht, Ihre Anlage mit handelsüblichen Komponenten zu bestücken, dann ist auch für die individuelle Erstellung von Gebäude-Unikaten und besonderen Landschaftsmerkmalen alles im Handel erhältlich, was der kreative Modellbauer benötigt. Vom passenden Werkzeug bis zum richtigen Material für den Bau der Umgebung sowie Elektromaterial bekommen Sie alles, was Ihr Modellbauer-Herz höher schlagen lässt.

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