Zubehör für den Fliegenfischer: einfach praktisch

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Einkaufsratgeber für Watkescher, Kescher, Watstock, Watschuhe, Fliegenrolle und Fliegenrute

Neben Rute und Rolle, die zu sämtlichen Methoden der Angelfischerei gehören, erfordert das Fliegenfischen vom Angler bestimmte Verhaltensweisen am Gewässer, für die wiederum besondere Utensilien benötigt werden. Dazu gehören Watkescher, Kescher, Watstock, Watschuhe, Fliegenrolle und Fliegenrute. Das Fliegenfischen wird für gewöhnlich im mehr oder weniger flachen Wasser stehend ausgeübt. Der Angler ist demnach gezwungen, durch Bach oder Fluss zu waten. Umso wichtiger ist es, das passende Zubehör dabei zu haben.

Fliegenfischen - traumhaft für den, der es beherrscht

Das Fliegenfischen oder die Flugangelei, wie sie auch bezeichnet wird, ist ein Typ der Angelfischerei. Am ehesten unterscheidet sich das Fliegenfischen von anderen Methoden der Sportfischerei dadurch, dass der Köder – Kunstfliege, Nymphe oder Streamer – nicht genügend eigenes Gewicht mitbringt, um mit der Schnur auf eine genügende Länge zu kommen. Diese Funktion wird von hierfür besonders geeigneten Schnüren übernommen, die selbst als Wurfgewichte verwendet werden, was eine besondere Wurftechnik und spezielle Angelgeräte erfordert.

Das Angeln mit Kunstfliegen kann praktisch an fast allen Gewässern ausgeführt werden. Diese Methode des Fischens ist bis auf ganz wenige Ausnahmen für nahezu alle Fischarten möglich. Die klassischen Beutefische der Fliegenfischerei sind jedoch alle Arten von Salmoniden (Forelle, Lachs, Äsche und Saibling). Viele Angler sind auch heute noch der Meinung, dass das Fliegenfischen lediglich bei diesen Fischarten sinnvoll sei. Das Angeln der verschiedenen Arten von Lachsen an den naturbelassenen Fließgewässern Schottlands, Canadas, Alaskas, Schwedens oder Norwegens gehört sicherlich zu den interessantesten, allerdings auch elitärsten Formen der Fliegenfischerei. Das Meerforellen-Fischen an den Ufern der Ost- oder Nordsee Dänemarks und Deutschland wird, seitdem diese Fische in diesen Gewässern häufiger anzutreffen sind, dort immer beliebter.

In der Endphase des Drills unerlässlich: der Kescher

Der Kescher, der auch als Feumer oder Käscher bezeichnet wird, ist ein Netz in der Form eines Beutels oder einer Tasche, das an einer meist abgerundeten, oft eckigen Rahmenkonstruktion angebracht ist. An dem Rahmen ist normalerweise ein Kescherstock, der gefaltet, gesteckt oder teleskopartig verkleinert werden kann, oder ein Handgriff befestigt.

Kescher dienen dazu, den ausgedrillten Fisch möglichst waidgerecht aus dem Gewässer zu entnehmen. Für jeden Gewässertyp und für die unterschiedlich großen Fische gibt es verschiedene Modelle und Ausführungen dieses Angelutensils. In der heutigen Zeit sind gute Angelkescher bereits sehr günstig zu haben, daher sollten auch Anfänger gleich ein etwas größeres Modell erwerben. Dieses erleichtert das sichere Anlanden der Fische. Es ist ebenfalls darauf zu achten, dass die Stange des Keschers solide verarbeitet und das Netz abnehmbar ist. Dies vereinfacht die Reinigung und verhindert die Bildung von Geruch.

Watkescher mit kurzem Griff für die Fliegenfischerei

Der Watkescher unterscheidet sich ganz grundsätzlich von einem normalen Angelkescher im Hinblick auf die Länge des Griffes bzw. der Kescherstange. Beim Waten im maximal hüfthohen Bach oder Fluss ist es nicht notwendig, den Fisch über eine möglicherweise unwegsame und stark bewachsene Uferböschung zu hieven. Der Angler kann die angehakte und ausgedrillte Beute sozusagen direkt „vor seinen Füßen“ dem Wasser entnehmen. Darüber hinaus würde ein langer Stiel oder eine Stange, die der Fliegenfischer beim Waten an der Hüfte befestigen müsste, das Gehen in strömenden Fließgewässern behindern. Daher haben Watkescher lediglich ein kurzes Handteil, an dem meist eine kurze Leine, die zur Befestigung des Watkeschers beispielsweise am Gürtel des Sportfischers dient, angebracht ist. Der Rahmen des Watkeschers besteht meist aus Kunststoff oder Holz, das Netz ist idealerweise ein knotenloses Netz, das mit PVC behandelt ist, und welches das Hängenbleiben der Haken verhindert und die empfindliche Schleimhaut der Fische schont. Besonders moderne Modelle der Watkescher besitzen als besonderen Effekt eine im Griff integrierte Waage.

Der Watstock, für das sichere Waten im rauschenden Fluss

Ein Watstock ist ebenfalls ein Utensil, das beim Fliegenfischen Verwendung findet. Flugangler müssen oft ihre Wurfposition mitten in den Fließgewässern einnehmen, da an anderen Stellen das hindernisfreie Schwingen der Fliegenschnur gar nicht möglich ist. Nun ist der Boden von Fließgewässern wegen eines Bewuchses mit Algen oder anderen Wasserpflanzen meist besonders rutschig. Daher kann es leicht passieren, dass der Angler das Gleichgewicht verliert und mit dem ganzen Körper unliebsame Bekanntschaft mit dem nassen Element macht. Deswegen empfiehlt sich der Einsatz eines Watstocks. Watstöcke werden in falt- oder klappbaren Ausführungen angeboten, sind in aller Regel zwischen 1,30 Meter und 1,70 Meter lang und besitzen eine Vorrichtung, mit der sie am Gürtel oder an der Weste des Anglers befestigt werden können.

Das passende Schuhwerk für das Fliegenfischen

Watschuhe für Wathosen sind spezielle Accessoires für den Fliegenfischer. Der Angler benötigt sie, um Äschen und Forellen zu erreichen. Da diese vornehmlich in Fließgewässern befischt werden, kommt die besondere Art der Bekleidung zum Einsatz. Watschuhe bestehen normalerweise aus Leder oder Gummi, die oft mit einem Kunstfaseranteil gemischt sind. Watschuhe müssen sehr robust sein und haben den Zweck, die Wathose zu schützen. Eine Wathose ist eine wasserdichte Hose aus Kunststoff, Neopren, Gummi oder atmungsaktiven Materialien, die das Laufen im mehr oder weniger flachen Wasser gestattet, ohne dass die darunter getragene Kleidung benetzt wird. Die Sohlen der Watschuhe bestehen aus Filz, gelegentlich auch in Kombination mit Spikes. Derzeit ist ein Mix aus Filz und Profilsohle und/oder Spikes üblich. Der Sportfischer sollte beim Kauf von Watschuhen darauf achten, dass das Obermaterial nicht zu schwer sein sollte. Außerdem sollte er pflegeleichte Ausführungen bevorzugen.

Wichtig für das Landen der Fische, die Fliegenrolle

Die Rolle für das Fliegenfischen ist vom Grundsatz her eine einfache Spule in einem Gehäuse, die ein möglichst niedriges Gewicht aufweisen sollte. Wie alle anderen Angelrollen ist die Fliegenrolle ein Schnurdepot, die die Flugschnur für den Wurf und darüber hinaus als Sicherheitsreserve eine sogenannte Backing bereithält. Die Spule wird zunächst mit der Backing belegt, danach kommen erst die Fliegenschnur und schließlich das Vorfach mit dem Köder. Um kämpferische Fische während des Drills zu ermüden, befindet sich an der Fliegenrolle meist eine zu verstellende Bremse, die Schnur freigibt, wenn die vorab eingestellte Belastungsgrenze überschritten wird.

Wer eine günstige Fliegenrolle kauft, die ein leichtes und durchaus zweckmäßiges Kohlefaser-Gehäuse aufweisen sollte, kann daran lange Zeit Freude haben. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Fliegenrollen weniger anfällig für Defekte sind als andere Angelrollen. Verglichen mit Stationär- oder Multirollen bestehen diese nämlich aus wesentlich weniger Einzelteilen. Fliegenrollen werden genau wie Fliegenruten oder die Fliegenschnur in AFTMA-Klassen unterteilt. Der Angler sollte darauf achten, dass beide Utensilien optisch und vom Gewicht her eine Einheit sind.

Die Fliegenrolle ist abhängig von ihrem Einsatzgebiet für eine oder zwei Schnurklassen ausgelegt. Der potenzielle Käufer sollte auf Bezeichnungen wie "AFTMA 5/6" achten. Das heißt, dass der Sportfischer die Rolle im besten Fall mit einer 5er oder 6er-Schnur bestückt werden sollte. Bei Fliegenrollen werden wie bei vielen anderen technischen Geräten auch verschiedenste Basismaterialien verbaut. Aktuell ist die gebräuchlichste Basis für Fliegenrollen das Aluminium, wobei die Geräte aus einem zylinderförmigen Block dieses Werkstoffes gedreht werden. Fliegenrollen sind sehr pflegeleicht. Sollte beim Fischen einmal Sand an die Spule geraten sein, genügt eine gründliche Spülung mit Wasser, um die Verschmutzungen zu entfernen. Zu Hause sollte der Angler der Rolle ein wenig Öl gönnen - weiteres ist nicht notwendig.

Charakteristika von Fliegenruten

Der Unterschied zwischen Spinn- und Fliegenruten liegt vor allem im Aktionsverhalten - bei der Fliegenrute ist es überwiegend parabolisch. Die schwere Fliegenschnur, die vom Sportfischer unter Zuhilfenahme einer erlernbaren Wurftechnik eine gewünschte Entfernung überwindet, befördert die federleichte Fliege zum Fisch.

Fliegenruten werden durch die sogenannten AFTMA-Bestimmungen, die von der American Fishing Tackle Manufacturers' Association stammen, ihrer entsprechenden Schnurklasse zugeordnet. Ferner existiert eine weitere Einteilung in die sogenannten Ein- oder Zweihand-Fliegenruten. Zweihandruten werden in erster Linie zum Fang von starken, kämpferischen Salmoniden eingesetzt.

Die Wurftechnik entscheidet bei den Fliegenruten

Die Wurftechnik des Fliegenfischens weist einige Eigentümlichkeiten auf und sollte - zumindest, was die ersten Schritte angeht - unter Anleitung erlernt werden. Beim Fliegenfischen wird nicht wie beim Spinnfischen, bei dem das Eigengewicht des Spinners oder Blinkers den Köder zum Fisch bringt, das Gewicht der Schnur dazu benutzt, die kleine Kunstfliege zum Beutefisch zu befördern.

Gebräuchliche AFTMA-Klassen in der Übersicht

AFTMA-Klassen 3-4: Diese Rutenkategorien eignen sich für das leichte Trocken- oder Nassfliegenfischen mit kleinsten Mustern ab Größe 16. Zielfische dieser Klassen sind Äsche und Forelle und Weißfische wie Rotauge, Hasel oder Güster.

AFTMA-Klasse 5: Diese Ruten eignen sich für das Trockenfliegen- und Nymphenfischen auf Forellen, Saiblinge und Äschen.

AFTMA-Klasse 6: Die wohl gebräuchlichste Klasse für Fliegenruten wird für den Fang von Forellen und Äschen verwendet.

AFTMA-Klasse 7-8: Die Fliegenruten eignen sich für das schwerere Fliegenfischen mit Streamer auf Raubfische, Karpfen und große Regenbogenforellen. An den Norddeutschen Küsten werden Fliegenruten dieser Kategorien zum Fang von Meerforellen eingesetzt.

AFTMA-Klassen 8 bis 10: Diese Fliegenruten sind für Meerforelle und Lachs geeignet, wobei auch schwere Raubfische wie Hechte oder Zander damit befischt werden können.

Fliegenrollen und -ruten aller AFTMA-Klassen, Watkescher, Kescher, Watstock, Watschuhe, finden der interessierte Käufer in großer Auswahl, allen gängigen Materialien, in neuem oder in gebrauchtem Zustand zu besonders günstigen Preisen bei eBay.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden