Zoff in Beverly Hills, 1986, Nick Nolte, Bette Midler, Richard Dreyfuss, DVD

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Zoff in Beverly Hills - ein genialer Komödienklassiker, den man sich über viele Jahre immer wieder ansehen kann (so wie ich) ...

 ... und der trotzdem niemals langweilig wird. Denn er ist viel mehr als das, er ist auch eine lehrreiche Parabel mit einem gehörigen Schuß Gesellschaftskritik, aufgelockert mit aberwitzigen Anspielungen auf Klischee's und Vorurteile (sämtliche US - Details der späten 80er Jahre, arm und reich, Heuchelei, denken über Minderheiten, Pseudopsychologie und Statussymbole usw.), und, so ganz nebenbei, hat er neben der besten Darstellerriege der damaligen Zeit sogar noch Stars in Nebenrollen zu bieten. Der einzige, vergleichbare Film, der mir dazu noch einfällt, wäre vielleicht die Glücksritter - Trading Places, 1983, mit Eddie Murphy, Jamie Lee Curtis und Dan Aykroyd (James Belushi).

Zoff in Beverly Hills - Down and Out in Beverly Hills enstand drei Jahre später, 1986, und war vielleicht nicht ganz so erfolgreich wie eben genannter Titel, er lief (dh. jedenfalls, soweit es mir nun bekannt ist) in Deutschland auch niemals im Kino, dafür aber schon unzählige male im öffentlich - rechtlichen Fernsehen. Auch hier gibt es recht bekannte Namen, Nick Nolte, Bette Midler, Richard Dreyfuss (Little Richard), um nur einige zu nennen.

Nebenrollen sind in Klammern gesetzt, siehe oben.

Zur Handlung kann ich ein wenig erzählen, allerdings nicht, ohne dabei etwas zu spoilern. ^^

Der Film beginnt mit einem Zoom auf eine Prachstraße im schönen Beverly Hills ... unterlegt mit fetziger, 80er Jahre Musik [once in a lifetime - Talking Heads]. Im nächsten Augenblick kommt ein vollkommen verlotterter Penner, Jerry Baskin (Nick Nolte), mit obligatorischem Einkaufswagen und Hund, um die Ecke. Man sieht ihn in Abfällen stöbern, auf der Straße sitzend Zeitung lesen ober sich in einem öffentlichen Brunnen waschen, also Dinge eben, die Obdachlose so tun. Als Jerry sich schlafen legt und der Hund inzwischen von einer reichen Joggerin mitgenommen wird, nimmt das "Unglück" seinen Lauf. Jerry erwacht, sucht seinen Hund, wird überall abgewiesen und verzweifelt schließlich daran.

Als er beschließt, sich darauf das Leben zu nehmen, betritt er dafür ausgerechnet das Grundstück von David Whiteman (Richard Dreyfuss), einem neureichen Kleiderbügelhersteller mit neurotischen Sohn, einer magersüchtiger Tochter, einer gelangweilten Frau (Bette Midler), einem spanischen Dienstmädchen, einem verzogenen Mischlingshund und sogar dem "Vorzeigeschwarzen" (Little Richard) als Nachbarn.

Beim Sprung, mit Steinen als Ballast in der Tasche, in den hauseigenen Pool wird Jerry von Dave gerettet, aus Mitleid (jedenfalls war es zunächst mal so geplant ^^) für ein paar Tage aufgenommen und bringt dabei über kurz oder lang das Leben aller gehörig durcheinander. Quasi nebenbei "heilt" er praktisch deren emotionalen Probleme und gibt jedem die Chance, seine unterdrückten Sehnsüchte auszuleben, - ja, er sorgt somit sogar dafür, das sich am Ende alle verbrüdern sowie hoffnungslos von ihm abhängig werden.

Mehr ... soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn wie sich das ganze noch entwickelt, ist wunderbar mit anzusehen. ^^

Nick Nolte spielt seine Rolle des Obdachlosen hier änlich angelegt, wie er schon zwei Jahre zuvor, 1984, in die Aufsässigen - Teachers den Lehrer Alex Jurel dargestellt hat. Wahnsinnig komisch und trotzdem immer mit einer gehörigen Portion Charisma und Cleverness, - sehr überzeugend, eben ein echter Charakterdarsteller. Nebenbei gibt es - in der deutschen Synchronisation - noch eine Anspielung auf einen anderen Film, Unter Feuer - Under Fire, 1983, mit ihm. Bette Midler hat zwar diesmal nur eine kleine Gesangseinlage (nach dem Sex ^^) im Film zu geben, spielt aber wie immer facettenreich und köstlich amüsant die Rolle der depressiven Yuppiegattin. Richard Dreyfuss hat mich in seinem Comedypart schon ziemlich überrascht, von ihm kannte ich bis dahin eigentlich nur ernsthafte Filme. Little Richard hat hier zwar nur ein paar eher kleineren Auftritte, darf dafür aber gegen Ende eine krönende Abschlußszene komplett musikalisch untermalen (und diese hat es in sich, meine Damen und Herren ^^).

Der Soundtrack passt jederzeit zur jeweiligen Szene (obwohl sich manche Stücke dabei wiederholen) und die perfekten Songs unterstreichen auch die einzelnen Momente immer zu 100%. Dieser Film hat nun auch schon zwar einige Jahrzehnte auf dem Buckel (von einer BlueRay Auflage ist mir ebenfalls nichts bekannt), er ist auf DVD aber vollkommen ausreichend. Das Bild ist über die gesamte Laufzeit gestochen scharf, die Farben kräftig, keine Schmutzpartikel, Rauschen, Artefakte, Klötzchen oder Schlierenbildung. Der Ton ist klar verständlich und (dh. in seiner deutschen Sprachfassung) noch dazu auch mit sämtlichen Synchronsprechern vertreten, die man später ebenfalls für die jeweiligen Schauspieler aus anderen Filmen kennt.

Zoff in Beverly Hills ist (nicht nur) für Leute, die die 1980er Jahre noch selbst miterlebt haben, ohnehin bereits ein kleiner Kultfilm. Er ist zwar ein amerikanisches Remake des französischen Originals Boudu – aus den Wassern gerettet, 1932, aber ein ziemlich (selten) gelungenes. Respekt vor Produzent bzw. Regisseur Paul Mazursky für diesen zeitlosen Klassiker. Kauf, - und Ausleihtip.
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