Zielsicher auftischen: Sekt- und Champagnergläser für jeden Anlass

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Zielsicher auftischen: Sekt- und Champagnergläser für jeden Anlass

Zum Geburtstag, zum Jubiläum, zur beruflichen Beförderung oder an Silvester: Zu allen möglichen Anlässen lassen die Deutschen gern die Korken knallen und gehen Sekt kaufen. Sekt und Champagner stehen für Luxus, Lebensfreude und Leichtigkeit. Die edlen Getränke müssen gar nicht so teuer sein. Qualitativ hochwertigen Sekt oder Champagner gibt es schon zu annehmbaren Preisen.

Sekt oder Champagner: der Unterschied

Champagner

Für Champagner müssen die Weine aus der Region Champagne in Frankreich stammen. Hergestellt werden muss er durch Flaschengärung und er darf nur aus den Rebsorten Pinot meunier (Müllerinrebe), Pinot noir und Chardonnay bestehen. Die Flaschen müssen mit Naturkorken verschlossen werden. Die Lese der Trauben darf zudem nur von Hand vorgenommen werden, denn die Qualität der Trauben würde unter der maschinellen Ernte leiden.

Schaumwein darf nur Champagner genannt werden, wenn die Herstellung nach der "méthode champenoise" erfolgte. Zuerst wird die Grundlage für den Schaumwein gelegt: Mittels Gärung wird der Wein hergestellt. Im Anschluss daran findet eine zweite Gärung statt, eine besondere Form der Flaschengärung. Damit eine zweite Gärung stattfinden kann, wird eine Mischung aus Zucker und Hefe zum Wein zugegeben, die sogenannte Liqueur de tirage. Mit einem Kronenkorken werden die Champagnerflaschen danach verschlossen. In dem Korken ist eine Plastikkapsel enthalten. Dort wird das Depot aufgefangen - das sind Stoffe, die bei der Reifung anfallen, wie zum Beispiel Teile des Fruchtfleisches, Weinstein oder tote Hefezellen. Nach etwa drei Wochen ist die Zweitgärung abgeschlossen und der Champagner enthält nun etwa 1,2 Prozent mehr Alkohol als zuvor. Nun kann der Champagner Jahrzehnte gelagert werden. Der Zersetzungsprozess der abgestorbenen Hefe sorgt dafür, dass der Champagner sein ihm eigenes Bouquet erhält. Außerdem sorgt dieser Prozess dafür, dass die Perlage später sehr fein wird. Jahrgangsloser Champagner muss mindestens 15 Monate reifen. Wenigstens 36 Monate beträgt die Reifezeit für Jahrgangschampagner, die edlen Erzeugnisse sind meistens aber bedeutend länger gereift.

Sekt

Bei Sekt handelt es sich normalerweise um Wein, dem Kohlensäure zugefügt wurde. Es gibt zwei Arten, die zu unterscheiden sind: Schaumweine und Perlweine. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Herstellungsmethode und den Kohlensäuredruck. Als weitere Kategorie gibt es noch Qualitätsschaumweine. Sekt wird sowohl wie Champagner mittels Flaschengärung hergestellt, kann aber auch in großen Tanks produziert werden. Diese Methode hat es überhaupt erst ermöglicht, Sekt in den Mengen herzustellen, wie es mittlerweile von der Gesellschaft gefordert wird. Im Folgenden wird als Getränk in der Regel nur Champagner erwähnt. Die aufgeführten Punkte sind jedoch ebenfalls für Sekt gültig. Bei Unterschieden zwischen den beiden Getränken wird darauf explizit eingegangen.

Form der Gläser

Für den optimalen Genuss müssen Champagner und Sekt aus dem richtigen Glas getrunken werden. Normalerweise fasst ein Champagnerkelch zwischen zehn und zwanzig Zentiliter Inhalt. Drei Arten von Gläsern haben sich mittlerweile etabliert: die Champagner- oder Sektschale, die Champagner- oder Sektflöte sowie die Champagner- oder Sekttulpe.

Der unverfälschte und echte Geschmack des Champagners oder Sekts soll durch ein gut geformtes Glas hervorgebracht werden, außerdem kommt dadurch die Perlage zur Geltung. Die Perlage ist die Kohlensäurebildung bei Schaumweinen im Glas. Je feiner die Perlen, umso höher ist die Qualität des Champagners beziehungsweise des Sekts. Dies hängt unter anderem von der Dauer der Reifung der Schaumweine ab. Je älter die Schaumweine, umso feiner ist die Perlage.

Die Champagner- oder Sektschale

Die Champagnerschale wird immer wieder gern genommen, da sie wunderschön aussieht und zum Beispiel attraktiv zu einer Champagnerpyramide aufgebaut werden kann. Leider ist die Schale für den Genuss der edlen Getränke ungeeignet. In der flachen Schale wird die Perlage nicht gebündelt, dadurch ist sie kaum sichtbar. Außerdem verflüchtigt sie sich dadurch sehr schnell, das subtile Aroma des Champagners wird dadurch kaum durch den Geruchssinn wahrgenommen und der Geschmack verliert dadurch schnell seine interessanten Noten. Abgesehen davon erwärmt sich der Champagner rascher in der flachen Schale durch die große Kontaktfläche zwischen Hand und Glas.

Die Champagner- oder Sektflöte

Die hohe, schlanke Form der Champagnerflöte - auch Champagnerfontaine genannt - ist die eindeutig bessere Art und Weise, Champagner zu servieren und zu genießen. Das Glas wurde im späten 18. Jahrhundert entwickelt und setzte sich im frühen 19. Jahrhundert gegenüber der Champagnerschale durch. Die Vorteile sind klar ersichtlich: Der lange Stiel der Champagnerflöte verhindert, dass der Champagner sich zu schnell durch die Berührung mit der Hand erwärmt. Außerdem kann sich die Perlage in diesem Glas besser entwickeln und der Champagnergeschmack kann von der Nase besser wahr- und aufgenommen werden. Durch die breite Öffnung des Glases ist die Champagnerflöte allerdings auch nicht optimal.

Die Champagner- oder Sekttulpe

Die bestmögliche Art und Weise, Champagner zu servieren, ist in der Champagnertulpe. Das Glas ähnelt im unteren Teil der schlanken Champagnerflötenform, das Glas wird aber nach oben hin wieder schmaler. Das Champagnerbouquet kann sich dadurch ausgezeichnet entfalten. In den letzten Jahren geht der Trend zu einer konischen Zuspitzung der Champagnertulpe, sodass das Bouquet noch stärker an die Nase weitergeleitet wird. Champagnerliebhaber bevorzugen diese Gläser.

Die lang gezogene schmale Öffnung der Champagnertulpe bewirkt, dass sich die Kohlensäure nicht so schnell verflüchtigt. Die leichte Wölbung nach innen am Glasrand führt dazu, dass sich das feine, aufsteigende Bouquet am Glasrand sammelt. Abgesehen davon können Sie in dieser Glasform das Moussieren des Champagners genau beobachten. Dieses Qualitätsmerkmal wird von einigen Gläserherstellern bewusst eingearbeitet. Die feinen, kleinen Kohlensäureperlen entwickeln sich an minimalen Unebenheiten im Glas, den sogenannten Moussierpunkten. Manchmal werden sogar winzige Basaltsteinchen in den Glasboden eingeschmolzen, um die Perlageentwicklung künstlich zu unterstützen. Bei Spülmitteltests werden solche Champagnerkelche auch gern verwendet - damit kann das Ablauf- und Trocknungsverhalten genau beurteilt werden.

Das richtige Servieren von Sekt und Champagner

Die Temperatur

Neben der Glasform gibt es noch einige Kleinigkeiten zu beachten, damit das Aroma des Champagners sich ganz entfalten kann. Gekühlt - acht Grad Celsius ist die ideale Temperatur - schmeckt der edle Schaumwein am besten. Dazu geben Sie die Flasche eine halbe Stunde vor dem Servieren in einen Behälter mit kaltem Wasser und Eiswürfeln. Alternativ können Sie die Champagnerflasche auch einige Stunden in den Kühlschrank legen. Auf keinen Fall sollten Sie Champagner in das Tiefkühlfach legen, um die Kühlung zu beschleunigen, weil Sie vergessen haben, ihn rechtzeitig in den Kühlschrank zu legen. Sinkt die Temperatur zu schnell, wird das Aroma- und Geschmacksgleichgewicht gestört. Deshalb sollte Champagner auch nicht mehrere Tage im Kühlschrank liegen. Abgesehen davon kann Champagner sogar in der geschlossenen Flasche Gerüche von Lebensmitteln aus seiner Umgebung annehmen. Viel wärmer als die angegebene Temperatur sollte der Champagner übrigens auch nicht sein. Beim Öffnen sprudelt er sonst unter Umständen explosionsartig heraus.

Das Öffnen der Flasche

Eine Champagnerflasche richtig zu öffnen, ist eine Kunst für sich. Dazu wird die Flasche erst einmal aus dem Sektkühler genommen und mit einer Stoffserviette vorsichtig abgetrocknet. Anschließend wird die Flasche dem Gast präsentiert - dabei sollten Sie das Etikett nicht mit der Serviette bedecken. Zum Öffnen wird die Flasche schräg mit der linken Hand gehalten, mit der rechten Hand öffnen Sie die Schleife aus Draht, die den Kork festhält. Anschließend vorsichtig den Drahtkorb ausweiten und mit der Stanniolkappe entfernen. Hier spüren Sie vielleicht schon, dass der Korken durch die Kohlensäure herausgetrieben wird. Dann sollten Sie den Korken zusammen mit der Stanniolkappe und Drahtkorb langsam kommen lassen. Greifen Sie mit der linken Hand den Korken, und drehen Sie die Flasche mit der rechten Hand. Drehen Sie bitte nicht den Korken! Nun sollte sich der Kork mit einem leisen Plopp entfernen lassen. Das laute Knallen eines Sektkorkens mag zwar der Unterhaltung dienen, aber je lauter der Knall beim Öffnen ist, um so mehr Kohlensäure und vor allem Bouquet geht verloren. Falls der Korken einmal wider Erwarten sehr fest sitzen oder abbrechen sollte, wird der Korkenkopf mit einem Messer abgetrennt und der Korkenrest vorsichtig mit einem Korkenzieher aus dem Flaschenhals gezogen.

Das Füllen der Gläser

Formvollendet schenken Sie den Champagner ein, indem Sie den Sekt in zwei oder drei Etappen in die Gläser einschenken. Das Glas füllen Sie zudem maximal zu zwei Dritteln auf und der Flaschenhals darf beim Einschenken das Glas nicht berühren. Wird mehr eingeschenkt, kann sich das Bouquet nicht vollständig entfalten. Gekühlte Gläser sind, nebenbei gesagt, auch ein Tabu. Mit einer regulären Champagnerflasche können Sie normalerweise sechs Champagnergläser füllen, der Inhalt einer Magnumflasche reicht für zwölf Gläser, und eine Jeroboam-Flasche, die drei Liter fasst, füllt 24 Gläser.

Die Reinigung der Gläser

Bei der Reinigung von Champagnergläsern bitte nach Möglichkeit keine Spülmittel verwenden und schon gar nicht in die Spülmaschine stellen. Champagner und Sekt reagieren empfindlich auf Spülmittelrückstände. Die Perlage kann schon durch minimale Mengen gestoppt werden, außerdem kann dadurch das zarte Bouquet des Champagners unangenehm geändert werden. Am besten ist es, wenn keine Champagnerreste im Glas eintrocknen. Spülen Sie die Gläser daher sofort nach dem Gebrauch mit etwas Wasser aus. Nachdem Ihre Gäste gegangen sind, reinigen Sie die Gläser gründlich mit warmem Wasser und trocknen sie am besten mit einem Mikrofasertuch ab. Wer aus Gründen der besonderen Hygiene nicht auf Spülmittel verzichten möchte, sollte die Gläser anschließend mehrmals mit klarem, heißen Wasser gründlich ausspülen und ein Trockentuch ohne jegliche Seifenrückstände verwenden. Sollten Sie Ihre Champagnergläser schon einige Monate nicht mehr im Gebrauch gehabt haben, schwenken Sie die Gläser vor dem Einschenken mit etwas Wasser aus und trocknen Sie sie dann ab. Staubpartikel und eventuell angenommene Gerüche werden dadurch entfernt und ermöglichen so den optimalen Genuss des Champagners.

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