Zeppelin-Post: Briefmarkenkunde kombiniert mit historischen Fluggeräten

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Zeppelin-Post: Briefmarkenkunde kombiniert mit historischen Fluggeräten

Die Entstehung der Luftpost

Das Prinzip, Nachrichten über den Luftweg zu übermitteln, kannten bereits die Ägypter im Altertum. Nachweislich wurde zum Beispiel die Nachricht über die Krönung des Pharao Ramses II. mit Brieftauben übermittelt. Auch die Römer unter Cäsar benutzten Tauben als schnelles Transportmittel für wichtige Nachrichten von militärischer Bedeutung. Erfindungen sollten später den Transport von vielen Postsendungen auf einmal ermöglichen. Eine dieser technischen Errungenschaften war der Heißluftballon, der im Jahre 1783 von den Brüdern Montgolfier in Frankreich erfunden wurde. Schon kurz darauf wurden Heißluftballone benutzt, um Nachrichten und Mitteilungen zu übermitteln. Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wurden von den Franzosen Heißluftballone benutzt, um Briefe und Postkarten aus dem belagerten Paris in die restlichen Teile Frankreichs zu befördern. In der Philatelie wurde diese Beförderungsart, mit der rund 2,5 Millionen Sendungen befördert wurden, als Pariser Ballonpost bekannt. Auf dem nordamerikanischen Kontinent fand die erste Postbeförderung mit einem Ballon am 17. Juli des Jahres 1859 statt. Auf dem Jungfernflug der 1290 Kilometer langen Strecke zwischen St. Louis und New York wurden 123 Briefe befördert.

Die kurze Zeit des Zeppelins in der Luftfahrt- und Postgeschichte

Während die Ballone nur sporadisch zur Beförderung von Post eingesetzt wurden, kam es im Zuge der Einführung von Luftschiffen, den sogenannten Zeppelinen, zu den ersten regelmäßigen Luftpostbeförderungen. Diese bezeichnet man in der Philatelie als Zeppelinpost. Ferdinand Graf von Zeppelin entwickelte seit 1890 mit Hochdruck das Konzept des Zeppelins und führte im Jahre 1900 mehrere Testflüge durch. Ab 1908 wurden in Deutschland die ersten beiden Zeppeline zum regelmäßigen Transport von Post eingesetzt, was als den Beginn der deutschen Luftpost gesehen wird.

Sie können Briefe, die mit Zeppelinen befördert wurden, an den Sonderstempeln erkennen. Auf diesen befindet sich ebenfalls die genaue Bezeichnung des Zeppelins, mit welchem der Brief geflogen ist. Es findet sich zum Beispiel der Aufdruck „An Bord des Zeppelins LZ 9“ als Hinweis.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 endete für kurze Zeit die Ära der zivilen Nutzung der Zeppeline als Transportmittel für Post. Im Jahre 1919 nahm der Zeppelin LZ 120 die Beförderung von Post wieder auf. Als 1924 der Zeppelin LZ 126 als Reparationszahlung in die USA abgegeben wurde, begann auch auf dem nordamerikanischen Kontinent die Zeit der Luftpostbeförderung mit Zeppelinen. 1928 begann die absolute Glanzzeit der Postbeförderung mit Zeppelinen. Es wurden Linienflüge zwischen Deutschland, Nord- und Südamerika eingerichtet.

Das Ende der Zeppelin-Ära

Im Jahre 1937 jedoch ging die Zeit der Zeppeline mit dem tragischen Unglück in Lakehurst jäh zu Ende. Beim Landeanflug der LZ 129 Hindenburg am 6. Mai 1937 ging das Luftschiff, welches mit leicht entzündlichem Wasserstoff gefüllt war, in Flammen auf und explodierte. Die Hindenburg hatte neben Passagieren auch 17.609 Postsendungen an Bord, von denen nur 368 gerettet werden konnten. Für Sammler zählen diese Sendungen zu den begehrtesten Stücken der Postluftfahrtgeschichte beziehungsweise der Zeppelinpost. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Herbst 1939 erfuhr die weltweite Luftpost im Allgemeinen und speziell auch die Beförderung mit Zeppelinen eine harsche Unterbrechung. Da die meisten der Zeppeline von Deutschland aus verkehrten und nun feindliches Luftgebiet hätten überqueren müssen, stelle man den Betrieb der Zeppeline ganz ein. Die letzte Beförderung von Luftpost im Deutschen Reich mit Zeppelinen fand im Oktober 1939 statt. Typisch für die Zeppelinpost waren die zwei Stempel, die auf den Briefen zu finden waren. Bei dem ersten handelte es sich um den eigentlichen Poststempel, der auch auf anderen Briefen zu finden war. Der zweite Stempel ist der sogenannte Flugbestätigungsstempel, aus dem auch das genaue Flugdatum sowie der Zeppelin, welche den Brief befördert hat, hervorgehen.

Zeppeline als Briefmarkenmotive

Obwohl die Luftschiffe nur eine kurze Glanzzeit in der Geschichte der Luftfahrt und der Postbeförderung hatten, waren auf vielen Briefmarken Zeppeline als Motive zu sehen. Auch die Post der Vereinigten Staaten widmete im Jahre 1930 Graf Zeppelin und der Route von Europa nach Amerika eine Briefmarke. Diese 65 Cent-Marke und weitere finden Sie auch bei eBay. Die Zeppeline haben auch einige beachtenswerte Reisen unternommen, wie zum Beispiel die Polarfahrt der LZ 127 im Jahre 1931 oder die Fahrt zur Weltausstellung in Chicago 1933. Zu diesen Anlässen wurden von der Deutschen Post Sonderbriefmarken herausgegeben, wie die laufenden Nummern 455 bis 458 aus dem Jahre 1931. Diese zeigen einen Zeppelin und im Hintergrund die Weltkugel und führen als Aufschrift „Polarfahrt 1931“.

Das Flugzeug als Innovation der Postbeförderung im 20. Jahrhundert

Flugzeuge und andere Luftfahrzeuge spielen für die Beförderung von Postgut seit dem 20. Jahrhundert eine große Rolle. Seit der Erfindung des Flugzeuges im ausgehenden 19. Jahrhundert und den ersten serienmäßigen Flugzeugen, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Betrieb gingen, wurden diese Fluggeräte zur Beförderung von Postgut benutzt. Der Begriff „Luftpost“ für besonders schnelle Zustellung von Briefen und anderen Postsendungen entstand zu dieser Zeit und hat sich bis heute gehalten. Besonders Post, die für andere Kontinente bestimmt war, konnte mit dem Flugzeug deutlich schneller befördert und auch zugestellt werden. Während zum Beispiel im 19. Jahrhundert die Post von Deutschland in die Vereinigten Staaten mittels Schiff über den Atlantik befördert wurde, wurden im Laufe der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts mehr und mehr Linienflüge eingerichtet. Die Laufzeit der Briefpost konnte so von mehreren Wochen auf einige Tage verkürzt werden, was einen enormen Fortschritt in der Beförderung der Post darstellte.

Die Beginne der Flugpost

Die erste offizielle Postbeförderung mit einem Flugzeug fand jedoch weder in Europa noch in Nordamerika statt. Der französische Pilot Henri Pequet beförderte am 18. Februar 1911 rund 6500 Briefe vom indischen Allahabad in die Nachbarstadt Naini, die acht Kilometer entfernt liegt. Der Anlass war eine Kunst- und Gewerbeausstellung in Indien. Im Jahre 1912 wurde im Deutschen Reich die erste Postflugstrecke eingerichtet, welche von Mannheim nach Heidelberg führte. Weitere bekannte Strecken, die in die Geschichte der Flugpost eingingen, waren die Flugpost am Rhein und am Main und die erste Luftpostbeförderung in der Schweiz. Letztere fand am 9. März 1913 statt und wurde vom Flugpionier Oskar Bider von Basel nach Liestal durchgeführt. Die Flugpost am Rhein und am Main führte verschiedene Flüge im Juni des Jahres 1912 durch, die Post zwischen Frankfurt, Mainz, Offenbach, Worms und Darmstadt beförderte. Es wurden zu diesem Anlass spezielle Flugpostkarten verkauft, die von Größe und Aufmachung her normalen Postkarten entsprachen. Dazu wurden diese Karten mit speziellen Luftpostmarken frankiert. Viele dieser historisch bedeutsamen Briefe, welche sich an Bord dieser Flugzeuge befanden, wurden von ihren Empfängern aufgehoben und sind heute bei Sammlern sehr begehrt. Sie finden einige diese seltenen Exemplare der Aerophilatelie aus dem Jahre 1912 bei Fachhändlern auf eBay, die sich auf dieses spezielle Gebiet der Postgeschichte spezialisiert haben.

Die ersten internationalen Flugstrecken für die Beförderung von Post wurden im Jahre 1920 eingerichtet. Am 11. August begann die Deutsche Post, Sendungen per Flugzeug ins südschwedische Malmö zu befördern. Zu dieser Zeit hatte sich das Flugzeug als Transportmittel für Postsendungen in Europa und Nordamerika bereits etabliert und wurde besonders auf kurzen Strecken häufig eingesetzt. Transatlantikflüge wurden aufgrund der begrenzten Reichweite der Flugzeuge zu dieser Zeit noch nicht durchgeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurden vielfach Flugzeuge eingesetzt, um die Post der Soldaten von und zur Front zu befördern. Für die Truppen im Feld war diese Luftfeldpost die einzige Verbindung in die Heimat und wichtiges Motivationsmittel der Truppenführung, um die Moral der Soldaten zu erhalten. Als nach dem Zweiten Weltkrieg Berlin unter den Siegermächten aufgeteilt wurde und 1948/49 durch die Belagerung von der Versorgung über den Landweg abgeschnitten war, wurden nicht nur alle Postsendungen sondern auch alle sonstigen Güter über eine Luftbrücke in die Stadt gebracht. Für die Postgeschichte sind zwei Formen von Erinnerungen an diese Zeit erhalten geblieben. Zum einen sind dies die Sonderstempel, die von der Westberliner Post verwendet wurden und eigens für die Luftbeförderung geschaffen waren. Diese hatten als Inschrift entweder „Luftbrücke Berlin“ oder „Kauft vom blockierten Berlin“. Das andere sind die blauen Steuermarken mit dem Namen „Notopfer Berlin“, die zwischen Dezember 1948 und März 1956 auf allen Briefen im Bundesgebiet angebracht werden mussten.

Luftfahrzeuge als Motive auf Briefmarken

Die enge Verknüpfung zwischen Post und diesem modernen Fluggerät wird oftmals auch mit Flugzeugmotiven auf Briefmarken wiedergespiegelt. Auch zu Jahrestagen der Beförderung mit Flugzeugen erscheinen immer wieder spezielle Sondermarken. Die ersten dieser Art wurden bereits 1944 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des deutschen Luftpostdienstes im Deutschen Reich herausgegeben. Die Serie von drei Marken zeigt unterschiedliche Motive von Flugzeugen, die zur Beförderung von Post eingesetzt wurden. Gerade auch von der Deutschen Post wurden im Laufe der Jahrzehnte zahlreiche Briefmarken mit Luftpostmotiven veröffentlicht. Heutzutage wird ein Großteil der internationalen Post mit Flugzeugen befördert und in großen Mengen auf Flugplätzen umgeschlagen. Eine termingerechte Beförderung wäre ohne dieses technische Hilfsmittel in der heutigen Zeit nicht mehr denkbar, dabei ist das Flugzeug ein noch recht neues Beförderungsmittel in der Geschichte der Postbeförderung.

Fluggeräte und Postbeförderung – eng verknüpft in Geschichte und Moderne

Wie Sie sehen, ist die moderne Postbeförderung stark abhängig von der Luftfahrt und hätte ohne diese fliegenden Hilfsmittel niemals ihre Möglichkeiten und vor allem diese Schnelligkeit erreicht. Gerade diese enge Verknüpfung dieser beiden Themen fasziniert viele Sammler, gleich ob diese nun eher den Briefmarken oder der Geschichte der Luftfahrt zugetan sind. Dieses spezielle Sammelgebiet wird als Aerophilatelie bezeichnet und umfasst nicht nur Briefmarken mit Motiven aus der Luftfahrt. Gerade auch komplette Briefe, die mit Ballons oder Luftschiffen befördert wurden und speziell markiert sind, wecken bei Sammlern großes Interesse. Sind auch Sie ein Fan dieses Gebiets, finden Sie bei eBay sicherlich viele seltene Stücke aus der Geschichte der Luftpost, mit denen Sie Ihre Sammlung erweitern können. Sammler, die sich hingegen rein den Briefmarken mit Motiven aus der Luftfahrt widmen, schreibt man der Motivphilatelie zu.

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